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Forum: Offtopic Verdienstmöglichkeit als Selbständiger


Autor: Jens (Gast)
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Wieviel sollte ich pro Stunde verlangen, dass ich alles bezahlen kann?
Habe ständig zu tun, also volle Auftragsbücher. Verlange nach meiner
Meinung auch einen angemessenen Stundensatz (je nach Größe des Auftrages
zwischen 40 und 70 Euro je Stunde)und komme dennoch zu nichts.
Es reicht für die Rentenvorsorge, die Miete, die Krankenversicherung,
das Essen und dann ist neuerdings schon Schluß. Muß ich mehr ver-
langen, muss ich mehr arbeiten, als Volltime oder ist das seit
geraumer Zeit der angemessene Lebensstandard für die Berufsgruppe, zu
der ich gehöre (selbständiger Programmierer)?

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Bedenke, daß Du auch Arbeitszeit für administrativen Kram einrechnen 
musst - Rechnungen, Buchführung, Steuerkrams und sonstiges Geraffel.

Selbständigkeit als Softwareentwickler ist mit viel Idealismus, seltenst 
aber mit ordentlichem Geldverdienen verbunden.

Ich weiß, warum ich "abhängiger Angestellter" bleibe - wenn ich mein 
Einkommen, meine Urlaubstage und meine Wochenarbeitszeit ansehe, dann 
sehe ich keinen Weg, wie ich nicht eines von den dreien ganz massiv 
verschlechtern müsste, um als Selbständiger über die Runden zu kommen.
Nee, danke, ich habe andere Hobbies.

Autor: Der Dude (Gast)
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Zwischen 40 und 70 Euro bei Vollauslastung bedeutet etwa 6400..11200 bei 
40h/Woche.

Da kommst Du nicht klar damit?

Autor: Michael (Gast)
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Hm, hm, hm, also rechnen wir mal - Durchschnittsstundenlohn von Dir ist 
EUR 55,-. Die Woche hat 40 Stunden, Du sagst Du hast volle 
Auftragsbücher also hast auch für 40 Stunden zu tun und das bei 5 Tagen 
die Woche (Samstag und Sonntag bleiben zur Erholung und für Bürokram, so 
wird das im Allgemeinen gehandhabt).
Du verdienst also EUR 8.800,- brutto im Monat.
Wenn Du selbständiger Programmierer bist arbeitest vermutlich entweder 
beim Kunden oder zuhause, Miete ür Büroräume ist also eher 
unwahrscheinlich, kannst aber steuerlich absetzen wenn Du in der Wohnung 
ein Büro hast ohne dafür mehr Miete zu bezahlen.
Wikrliche Unternehmensausgaben hast Du evt. ein paar gute PCs und/oder 
Notebooks sowie evt. ein wenig Software, Fachliteratur, Telefon, nene 
Internetanschluss. Sagen wir pro Jahr EUR 12.000,- (was m.E. nach sehr 
viel ist).
Sagen wir Du machst sechs Wochen Urlaub, dann hast Du pro Jahr ungefähr 
EUR 92.400,- davon die zehn Mille weg = 80.400,- brutto.
Dabei ist ettliches Deines privaten Tagesbedarfs (hauptsächlich Auto, 
Onlinekosten, Telefonkosten ...) von der Firma bereits bezahlt.

Junge, was willst Du? Du hast in jedem Fall > EUR 70.000,- brutto, alles 
was ein "Normalsterblicher" bezahlen muss (Miete, Telefon, Auto, 
Internet, PCs, ...) ist da schon abgezogen und das alles bei einer 40 
Stundenwoche und 30 Tagen Urlaub?

Herzlich willkommen im Club der Armen!

Nimms mir nicht übel aber ich kann solche Postings nicht für bare Münze 
nehmen.

Grüsse
Michael
(50-60 Stundenwoche, angestellt, keine EUR 92.400,-, in den letzten fünf 
Jahren insgesamt 60 Tage Urlaub und trotzdem glücklich)

Autor: Jens (Gast)
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Hallo Michael,

möchte wetten, dass Du irgendwo als Systemadministrator im öffentlichen
Dienst arbeitest. Als selbständiger Softwareentwickler hat man mehrere
Aufgaben zugleich. Kundenaquisation, Einkauf, Werbung, Buchhaltung,
staatliche Behördengänge reichlich.... Rund die Hälfte meiner Arbeits-
zeit geht erstmal dafür drauf, konzeptionelle Grundkonzepte zu schaffen,
Angebote zu unterbreiten und Pflichten/Lastenhefte zu erstellen. Die
verbleibende Arbeitszeit teilt sich hälftig ins Programmieren und
Wartung/Pflege älterer Projekte u.a. (Wartung/Fehlerbeseitigung).
Daraus ergibt sich, dass allerhöchstens 1/4 meiner Arbeitszeit
abrechenbar ist (vielleicht sogar weniger). Nun zu den Kosten.
Neben den reinen Kosten (Telefon, Miete Strom etc..)kommen Sachkosten
wie ständige Investitionen in Hardware (Kunde ningelt, dass Programm
ab 4 GB Hauptspeicher nicht mehr läuft, wir haben von Barcode auf
Maxicode umgestellt, wir haben jetzt keine Magentkarten mehr, sondern
Transponder......) und mehrtägige Auslandsreisen mit dem Flugzeug
und damit verbundenen Hotel- und Verpflegungkosten, damit verbundenen
Telefonaten nach Hause... muß ich noch weiter ausholen? Könnte ich,
würde aber die anderen Selbständigen langweilen.

...  Das ist wirklich eine fragwürdige Rechnung von dir, hilft mir
aber nicht weiter!

Jens

Autor: Bernd G. (Firma: LWL flex SSI) (berndg)
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Mir kommen die Tränen.

Autor: Zecke (Gast)
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Wenn 40 bis 70 euro nicht reichen, dann vielleicht 70 bis 100?

Oder sehe ich das zu naiv ;-)

Autor: Klaus (Gast)
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Hallo Jens,

ich verstehe Deine Rechnung nicht. Wie jedes Produkt, muss auch Deine 
Arbeitskraft im Preis kalkuliert werden. Dafür musst Du Deine 
monatlichen Fixkosten + Auftragsbezogene variable Kosten auf Deinen 
Stundensatz umlegen. Was mich stutzig macht, ist das Du dabei auf einen 
Stundensatz von 40 - 70 Euro kommst. Dieser Preisunterschied ist mir 
vollkommen unverständlich (außer Du rechnest Hotelkosten etc. da mit 
rein).

Ansonsten kann ich nur sagen, dass ein Stundensatz von 40 Euro nicht 
wirklich viel sind, wenn Du nur 1/4 Deiner Arbeitszeit "geld verdienst".


Grüß
Klaus

Autor: Tex (Gast)
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"Volltime"! Super!

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Jens wrote:
> Rund die Hälfte meiner Arbeits-
> zeit geht erstmal dafür drauf, konzeptionelle Grundkonzepte zu schaffen,

Da machst du dir offensichtlich viel zu viel Arbeit: Es reicht völlig, 
Grundkonzepte zu erstellen...

> Angebote zu unterbreiten und Pflichten/Lastenhefte zu erstellen. Die
> verbleibende Arbeitszeit teilt sich hälftig ins Programmieren und
> Wartung/Pflege älterer Projekte u.a. (Wartung/Fehlerbeseitigung).
> Daraus ergibt sich, dass allerhöchstens 1/4 meiner Arbeitszeit
> abrechenbar ist (vielleicht sogar weniger).

Tja, irgendwas ist an deiner effektiven Effizienz nicht effizient genug.

> Nun zu den Kosten.
> Neben den reinen Kosten (Telefon, Miete Strom etc..)kommen Sachkosten
> wie ständige Investitionen in Hardware (Kunde ningelt, dass Programm
> ab 4 GB Hauptspeicher nicht mehr läuft,

Warum empfielst dem nicht einfach, sich für seine Computerspiele eine 
Extrakiste anzuschaffen?

> wir haben von Barcode auf
> Maxicode umgestellt, wir haben jetzt keine Magentkarten mehr, sondern
> Transponder......)

Und warum definierst du die Randbedingungen nicht so, daß solche 
Mätzchen nicht im Preis inbegriffen sind?

Sich bei Kunden anzubiedern, ist leicht - das dicke Ende kommt aber 
schneller, als du glaubst.

> und mehrtägige Auslandsreisen mit dem Flugzeug
> und damit verbundenen Hotel- und Verpflegungkosten, damit verbundenen
> Telefonaten nach Hause... muß ich noch weiter ausholen?

Ach, und wer soll nun deinen Urlaub bezahlen? Der Staat vielleicht? 
Kannst ja mal beim Finanzamt anfragen...

> Könnte ich, würde aber die anderen Selbständigen langweilen.

In der Tat. Irgendwie verwechselst du das, was du dir so 
zusammenträumst, oder aus der Glotze aufgeschnappt hast, mit der 
Realität...

> ...  Das ist wirklich eine fragwürdige Rechnung von dir, hilft mir
> aber nicht weiter!

Das glaube ich dir gerne. Aber wenn du nicht das Wirrwar in deinem Kopf 
ordnest und den Mist aussortierst und wegschmeißt, ist dir sowieso nicht 
zu helfen.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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> Zwischen 40 und 70 Euro bei Vollauslastung

Ja. Bei Vollauslastung. Welcher Selbständige hat die? Und wie soll er 
die erreichen? Ohne Kundenaquise (Aufträge an Land holen) läuft da gar 
nichts.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Rufus t. Firefly wrote:
> Ohne Kundenaquise (Aufträge an Land holen) läuft da gar nichts.

Das ist ein Anfangsproblem. Mein Aquisitionsaufwand in den vergangenen 
15 Jahren war nahe Null.

Autor: Klaus (Gast)
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@Uhu
Bestimmt dank dieses Forums...

duck und weg

Autor: anständiger, ständig Selbständiger (Gast)
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>Bedenke, daß Du auch Arbeitszeit für administrativen Kram einrechnen
>musst - Rechnungen, Buchführung, Steuerkrams und sonstiges Geraffel.

Exakt. Das kostet gewaltig Zeit, glaubt man garnicht. Ich rechne 10% 
Zeitaufwand oder 1 Monat im Jahr. Abzüglich Urlaub und unbezahlter 
Krankheit bleiben 9 Monate zum Geldverdienen:

9 x 20 Tage x 8 Stunden x €55,- = 80.000,-

... was bei mir etwa dem Jahr 2006 entsprach!

Die absetzbaren Abzüge samt Auto, Reisekosten, Hotels und Anschaffungen 
waren fast €30.000! (Bin auch in Ohnmacht gefallen, als ich die 
Steuererklärung gemacht habe). Damit waren nur 50.000 zu versteuern.

Praktisch habe ich nahezu das gesamte Auto abgesetzt und massig 
Compterausstattung, Elektronik und Notebooks. Vorteil war rund 4500,- 
netto!, die ich als Angestellter hätte verdienen müssen. Der Rest waren 
Kosten, die ich als Angestellter fast ausnahmslos nicht gehabt hätte 
(vor allem die Hotelkosten! an externen Standorten)

Im letzten Jahr war es aber eher so :

10 x 21 Tage x 9 Stunden x >€60,- = 115.000,-

...d.h. fast keine Freitzeit und wenn, geht die für Orga drauf. 
Absetzbar sind nur noch rund 25000,-, da einerseits die Abschreibungen 
sinken, andererseits die Hotelkosten kleiner gehalten werden könnten.

--------

Mein persönliches Fazit ist : Der Vorteil der Selbständigkeit besteht 
für mich darin :

- ich komme um die faule Rentenversicherung herum und kann mein Geld 
selber anlegen.

- ich kann mir die Projekte aussuchen

- ich kann mir die Kollegen aussuchen

- ich kann dem Chef mal die Meinung geigen und dann verduften

- ich kann mir teuere Hobbyelektronik und Computer preiswert kaufen


Gerade der letzte Punkt ist sehr relevant :

Von den 3400,- der Workstation gehen UST weg, sodaß nur 2850 netto 
bleiben.
Davon verschwinden mindestens 30% mittlerer Steuersatz oder maximal 42% 
Spitzensteuersaz + Soli + Kirche. Effektiv kostet mich die Kiste dann 
1400,- netto - also weniger, als die Hälfte !


Auch beim Auto ist es so, daß ich nur 11% privat versteuern muss - 
Fahrtenbuch. (praktisch fahre ich 20% privat und auch den Rest zur 
Arbeit, hätte der Angestellte auch).

Karre Neu mit MWST : 38500,-  abzüglich UST und Abschreibung bleiben 
18500,- netto für mich. Für die ganzen Kosten Benzin, Reparatur und das 
Zubehör wie Soundanlage + Einbau gilt dasselbe. Der ganze Kram kostet 
mich nur effektiv 55-60%.

Bei den Möbeln ist es noch besser:

Couchgarnitour für 3900,- fürs Büro kostet nur gut die Hälfte netto, 
steht aber im privaten Wohnzimmer.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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anständiger, ständig Selbständiger wrote:
> - ich kann mir teuere Hobbyelektronik und Computer preiswert kaufen
>
>
> Gerade der letzte Punkt ist sehr relevant :
>
> Von den 3400,- der Workstation gehen UST weg, sodaß nur 2850 netto
> bleiben.
> Davon verschwinden mindestens 30% mittlerer Steuersatz oder maximal 42%
> Spitzensteuersaz + Soli + Kirche. Effektiv kostet mich die Kiste dann
> 1400,- netto - also weniger, als die Hälfte !

Aber du mußt seit 2008 Geräte, die mehr als 150 € kosten, über 5 Jahre 
abschreiben - was vielleicht für einen Wurstkessel, aber kaum für 
Computer angemessen ist... D.h. dein Steuervorteil verteilt sich auf 5 
Jahre, während der nach spätestens 2 Jahren technisch veraltete Kasten 
deine Bilanz belastet, bis die 5 Jahre rum sind.

> Auch beim Auto ist es so, daß ich nur 11% privat versteuern muss -
> Fahrtenbuch. (praktisch fahre ich 20% privat und auch den Rest zur
> Arbeit, hätte der Angestellte auch).

Nein. Es gilt die 1%-Regel, wenn du kein Fahrtenbuch führst - es wird 
pauschal 1% der Kosten als Geschäftskosten gerechnet. Sonst werden die 
Kosten in Privat- und Geschäftsfahrten aufgeteilt. Die Privatfahrten 
werden als Privatentnahme versteuert - incl. Mehrwertsteuer.

> Karre Neu mit MWST : 38500,-  abzüglich UST und Abschreibung bleiben
> 18500,- netto für mich. Für die ganzen Kosten Benzin, Reparatur und das
> Zubehör wie Soundanlage + Einbau gilt dasselbe. Der ganze Kram kostet
> mich nur effektiv 55-60%.

Bei der Anschaffung hast du in der Tat einen Vorteil - du kannst dem 
Finanzamt die Mehrwertsteuer in Rechnung stellen. Ansonsten gilt für die 
Investition in den PKW dasselbe, wie für alle anderen > 150 €.

> Bei den Möbeln ist es noch besser:
>
> Couchgarnitour für 3900,- fürs Büro kostet nur gut die Hälfte netto,
> steht aber im privaten Wohnzimmer.

Das ist in der Tat ein geringer Vorteil. Allerdings kannst du dann kaum 
einen Büroraum steuermindernd geltend machen. (Wohnt man in einer 
Eigentumswohnung, empfielt sich das übrigens generell nicht, denn sonst 
kommt der Staat hinterher, wenn du deine Geschäftstätigkeit beendest und 
verlangt die Steuern zu den dann aktuellen Preisen...)

Generell kann ich nur sagen, daß sich seit 20 Jahren die Bedingungen für 
selbständige Tätigkeit stetig verschlechtert haben - je mehr 
Selbständigkeit von den Politclowns als Non plus Ulta gepriesen wurde...

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Uhu Uhuhu wrote:
>> Auch beim Auto ist es so, daß ich nur 11% privat versteuern muss -
>> Fahrtenbuch. (praktisch fahre ich 20% privat und auch den Rest zur
>> Arbeit, hätte der Angestellte auch).
>
> Nein. Es gilt die 1%-Regel, wenn du kein Fahrtenbuch führst - es wird
> pauschal 1% der Kosten als Geschäftskosten gerechnet.

Ich kenne die 1%-Regel so:
Die 1%-Regel besagt, dass man auf privat genutzte Betriebs-Kfz monatlich 
1% des Bruttolistenpreises des Neufahrzeugs als Einnahme geltend macht 
und dafür dann Einkommensteuer zahlt - und natürlich auch Umsatzsteuer, 
sofern man umsatzsteuerpflichtig ist.
Damit sind dann sämtliche Privatfahrten abgegolten.
Wichtig: mind. 50% geschäftliche Nutzung seit Januar 2007 erforderlich

Chris

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Chris D. wrote:
> Ich kenne die 1%-Regel so:
> Die 1%-Regel besagt, dass man auf privat genutzte Betriebs-Kfz monatlich
> 1% des Bruttolistenpreises des Neufahrzeugs als Einnahme geltend macht
> und dafür dann Einkommensteuer zahlt - und natürlich auch Umsatzsteuer,
> sofern man umsatzsteuerpflichtig ist.
> Damit sind dann sämtliche Privatfahrten abgegolten.
> Wichtig: mind. 50% geschäftliche Nutzung seit Januar 2007 erforderlich

Da meine Schüssel schon länger nur noch einen Buchwert von 1 € hat, mir 
aber vom Steuerberater dringend nahe gelegt wurde, ein Fahrtenbuch zu 
führen, kann  da was nicht ganz stimmen.

Bei mir wird im 'Bericht über die Gewinnermittlung' penibel jede Fahrt 
verzeichnet mit Datum, Strecke und Ziel, oder dem Vermerk privat.

Wäre die 1%-Regel vorteilhaft, würde der Steuerberater sich diesen 
Aufwand sparen.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Uhu Uhuhu wrote:
> Chris D. wrote:
>> Ich kenne die 1%-Regel so:
>> Die 1%-Regel besagt, dass man auf privat genutzte Betriebs-Kfz monatlich
>> 1% des Bruttolistenpreises des Neufahrzeugs als Einnahme geltend macht
>> und dafür dann Einkommensteuer zahlt - und natürlich auch Umsatzsteuer,
>> sofern man umsatzsteuerpflichtig ist.
>> Damit sind dann sämtliche Privatfahrten abgegolten.
>> Wichtig: mind. 50% geschäftliche Nutzung seit Januar 2007 erforderlich
>
> Da meine Schüssel schon länger nur noch einen Buchwert von 1 € hat, mir
> aber vom Steuerberater dringend nahe gelegt wurde, ein Fahrtenbuch zu
> führen, kann  da was nicht ganz stimmen.

Dass Dein StB Dir das nahelegt, widerspricht nicht der obigen Regelung. 
Die 1%-Regel ist durchaus nicht immer die günstigste Methode.

> Bei mir wird im 'Bericht über die Gewinnermittlung' penibel jede Fahrt
> verzeichnet mit Datum, Strecke und Ziel, oder dem Vermerk privat.

Das nennt man Fahrtenbuch.

> Wäre die 1%-Regel vorteilhaft, würde der Steuerberater sich diesen
> Aufwand sparen.

Wie gesagt: ist sie in den meisten Fällen auch nicht, kann sie aber 
sein. Vorzugsweise ältere Fahrzeuge mit entsprechend geringem Neuwert 
sind da interessant.
Ansonsten habe ich mich dafür entschieden, weil ich mir den Aufwand des 
Fahrtenbuchs sparen will - ich habe viele kleine Fahrten pro Tag. Die 
Zeit, die ich da übers Jahr investiere, spare ich mir lieber.

Aber das ist bei jedem anders.

Chris

Autor: TTT (Gast)
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Zum Fahrtenbuch :  Ich fahre fast nur geschäftliche Grossdistanzen, 
daher lohnt sich das. Selbst wenn ich provate Fahrten habe, machen die 
wenig aus. die 50%-Grene ist in jedem fall erfüllt.

Die 1%-REgel ist was ganz anderes. Diese führt u.a. dazu, daß man im 
Jahr 12% und über die Abschreibungsdauer von 6 Jahre 72% wieder 
angerechnet wird - ein UNFUG! Da spart man nichts, da man nur 100% des 
Autos abschreiben kann.

Zur 150er- Regelung: In der Tat ein weiterer Unfug. Diese gilt 
allerdings nur für Güter unter 1000,-. PCs, LAPTOPS können weiterhin 
über 3 Jahre abgeschrieben werden.

Autor: Anonymer Selbständiger (Gast)
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Verdienstmöglichkeiten? Naja.
Als Verzweiflungstat kaufe ich meinen privaten Verbrauch an 
Lebensmitteln,
Kleidung etc. (auf private Rechnung)im Kapitalstensupermarkt bei Metro 
Cash & Carry bzw. Fegro/Selgros. Dort sind die Preise im Verhältnis zum 
Einzelhändler noch relativ zivil.
Kaffee, Tee, nichtalkoholische Getränke, Toilettenpapier, 
Reinigungsmittel lasse ich aus der Firma mitgehen. Alles was sich auf 
Firmenkosten kaufen und privat nutzen lässt, selbstverständlich auch 
(Telefon, Rechner, Lampen, Leuchtmittel, Werkzeuge). Aber im Schnitt 
bringt es eben auch nicht viel.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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TTT wrote:
> Zur 150er- Regelung: In der Tat ein weiterer Unfug. Diese gilt
> allerdings nur für Güter unter 1000,-. PCs, LAPTOPS können weiterhin
> über 3 Jahre abgeschrieben werden.

Da hat mir aber der SB was ganz anderes erzählt: Ich sollte anstehende 
Investitionen, z.B. Rechner auf Ende 2007  vorziehen, um noch in den 
Genuß der 3-jährigen Abschreibung zu kommen.

Autor: Norbert Xanten (noppes)
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> Couchgarnitour für 3900,- fürs Büro kostet nur gut die Hälfte netto,
steht aber im privaten Wohnzimmer.

Hoffentlich sucht der Betriebsprüfer vom Finanzamt die Couch in der 
Firma nicht....

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Uhu Uhuhu wrote:
> TTT wrote:
>> Zur 150er- Regelung: In der Tat ein weiterer Unfug. Diese gilt
>> allerdings nur für Güter unter 1000,-. PCs, LAPTOPS können weiterhin
>> über 3 Jahre abgeschrieben werden.
>
> Da hat mir aber der SB was ganz anderes erzählt: Ich sollte anstehende
> Investitionen, z.B. Rechner auf Ende 2007  vorziehen, um noch in den
> Genuß der 3-jährigen Abschreibung zu kommen.

Ich denke, Ihr habt beide Recht. PCs/Laptops unter 1000 Euro halt für 
fünf Jahre abschreiben, über 1000 Euro für 3 Jahre.

Andererseits steht man sich bei allen Dingen, die mehr als fünf Jahre 
Abschreibung bedürfen, besser: Büromöbel z.B.

Insgesamt ist es aber wieder mal ein Griff in unsere Tasche.

Was mir noch nicht ganz klar ist: gilt die 150er-Regelung nur für 
bewegliche Wirtschaftsgüter oder für alle Investitionen?

Chris *schon mehrere Nettopreise unter 150 gedrückt, bei dann 70 Euro 
Versandkosten ;-)*

Autor: Apollo (Gast)
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@Selbständiger
mit nichten ist es in den Metros etc immer günstiger, aber eigentlich 
wollt ich nich antworten. So ein asoziales Verhalten (Toilettenpapier 
bei anderen klauen etc) kann ich net leiden.

MfG


PS: und komm mir nicht mit "mir gehts so schlecht". Vllt solltest du den 
Grund deiner Selbständigkeit überdenken, wenn scheinbar dein Hauptgrund 
das preiswerte Kaufen von HOBBYelektronik und PCs ist. *mit dem kopf 
schüttel*

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Apollo wrote:
> @Selbständiger
> mit nichten ist es in den Metros etc immer günstiger, aber eigentlich
> wollt ich nich antworten. So ein asoziales Verhalten (Toilettenpapier
> bei anderen klauen etc) kann ich net leiden.

Vielleicht solltest du einfach genauer lesen, bevor du hier deine 
Wertungen abläßt, die mit ziemlicher Sicherheit keinen interessieren.

Autor: Jens (Gast)
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an Rufus

schön, dass mich jemand versteht. Wäre auch gern wieder
in einem festen Anstellungsverhältnis (nach 18 Jahren
Selbständigkeit). Ich gebe aber ehrlich zu, dass es schon
mal bessere Zeiten gab, wo ich das noch anders gesehen habe.
Irgendwie waren da die Kunden noch nett, haben anständig
ihre Rechnungen bezahlt und Nachträge abgenickt. Leider
ist momentan die Stimmung beim Kunden anders. Offensichtlich
sitzt Investitionsgeld nicht mehr ganz so locker und
Gemecker bringt Geld für Ecker.

an Uhu Uhuhu

dir kanns gut gehen, ohne Aquise und auch noch offensichtlich
die "richtigen" Kunden. Was hast du eigentlich für Kunden?
Behörde wäre eine Lösungsvariante.
Apropos Arbeit= Urlaub, wer macht denn schon an der türkisch-
iranischen Grenze freiwillig Urlaub? und nach dazu nur 3 Tage!
Da meckert ganz bestimmt kein Finanzamt!!!!!
Sorry, aber ich bin eigentlich lieber zu Hause. Da gefällts
mir Gott sei Dank immer noch am Besten.

an Alle

zu meiner Person:
meine Familie und ich wohnen in einer knapp 100 m*m
Wohnung zur Miete, wenn was kaputt geht, müssen wir
drauf sparen, dafür zahlen wir die Steuern pünktlich.....

Gruß Jens

Autor: Anonymer Sebständiger (Gast)
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@ Apollo

ich bewundere deine moralische Standhaftigkeit und Tugendfestigkeit 
zutiefst.
Laß mich antworten: das Klopapier klaue ich bei mir selber, ist 
sozusagen Mundraub, wenns nicht für den A**** wäre. Ne schlechte 
Angewohnheit.
Ich dementiere, dass ich geschrieben hätte, in der Metro sei immer
alles billiger. Mitnichten. Wie gesagt, das Klopapier klaue ich bei 
mir selbst, weil es dort so teuer ist!
Die Hobbyelektronik (ist ein popliger PC, von sechs Stück, die ich in 
Firma habe) war nicht der eigentliche Grund, in die Metro einzutreten. 
Dazu wäre mir der GmbH-Gründungsbeitrag von 25 k€ einfach zu hoch 
gewesen.
Das mit der Metro und Fegro/Selgros hat sich so am Rande meines 
Selbstverwirklichungstrips zu ergeben. Die Vertreter beider Vereine sind 
in mein Büro eingedrungen und haben mir ihre Einkaufsausweise 
aufgedrängt!
Damit ich sie wieder vom Halse kriegte, habe ich die Dinger genommen.

Ich habe noch keinen Selbständigen gesehen, der zu Hause seinen privaten 
Kaffee trinkt.
Ich will aber keine weiteren Anleitungen zur Umsatzsteuerflucht sowie 
zur Erschleichung umsatzsteuerbefreiter privater Entnahmen geben und 
ziehe mich in meine Matschecke zurück. Gleich bekomme ich einen 
moralischen.

Auweia, gerade fällt mir ein, dass ich die Briefmarken auch aus der 
Firma klaue. Wenn das das Finanzamt wüßte...

Autor: Lari (Gast)
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Chris, die 150er gilt für alle GWG, jedoch nur für die Firmen und 
Gewinnermittler. Als Angestellter darf man weiterhin GWG <410 voll 
ansetzen! Also kauft euch ruhig den neuen LAP für 399,-

Autor: Jens (Gast)
Datum:

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> Ich habe noch keinen Selbständigen gesehen, der zu Hause seinen privaten
> Kaffee trinkt.

jeder Cent, den du ausgibst, ist ein Cent, den
du vorher erarbeitetest hast! (und an dem Peer SP
schon sein Anteil hatte)

Jens

Autor: Jens (Gast)
Datum:

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Korrektur SB

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