www.mikrocontroller.net

Forum: Offtopic Platinen ätzen


Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,
werden in eurer Firma Platinen (ein oder doppelseitig) geätzt um 
Prototypen aufzubauen? Oder wird das Platinenätzen bei euch 
"outgesourst"?

Hat sich die Gesetzeslage zum Handling und Entsorgung mit diesen 
Chemikalien in den letzten Jahren drastisch verschärft?

Autor: Peter (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bei uns ätzen eigentlich nur noch die AZUBIs. Die entwicklung bestellt 
gleich eine richtige Platine.

Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Peter wrote:
> Bei uns ätzen eigentlich nur noch die AZUBIs. Die entwicklung bestellt
> gleich eine richtige Platine.

Das bringt aber zwei Probleme:
1. Kostet´mehr Geld als wenn ein Azubi die ätzt.
2. Dauert zu lange.

Autor: Bernd L. (berndl)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Das bringt aber zwei Probleme:
>1. Kostet´mehr Geld als wenn ein Azubi die ätzt.
>2. Dauert zu lange.

Das 3. Problem hast du vergessen:

3. Die professionelle Platine funktioniert.

-> Ganz grosse Scheisse. Jetzt muss man weitererbeiten, statt dem Azubi 
zum 10. Mal zu erklaeren, was er falsch gemacht hat.

Autor: Jens Plappert (Firma: FTSK) (gravewarrior)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ja niemandem was erklären und ausbilden, könnt ja geld oder gar Zeit 
kosten. Scheiss Azubis, die machen Deutschland kaputt. Die Studieren 
noch nicht mal, die ärsche.......

Autor: Jörg S. (joerg-s)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die Azubis können aber auch gleich die Schaltung auf Lochraster aufbauen 
dann spart man sich die Zeit für's ätzen.
Bei uns gibt's jedenfalls auch keine Ätzanlage mehr.

Autor: Jens Plappert (Firma: FTSK) (gravewarrior)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wir habens damals in der Ausbildung auch schon nicht mehr gemacht, aber 
ich hätte es gerne mal gemacht. Wenn schon dann Lochraster. Aber 
Platinen herstellen is blöd, und Lochraster is auch dumm. Also: 
Streienraster musste es unbedingt sein. Toll. Was an Lochrsater viel 
schneller gehen soll als an einer geätzten Schaltung Frage ich mich 
allerdings schon. Immerhin gehen wir ja gerade davon aus dass es schon 
ein Layout gibt.

Autor: AC/DC (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wozu aufbauen und ätzen?
Planen, Simulieren und fertig.
Macken werden Re-Designed.

Autor: Jörg S. (joerg-s)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Was an Lochrsater viel schneller gehen soll als an einer geätzten
>Schaltung Frage ich mich allerdings schon.
Bei einer kleinen Schaltung hab ich doch schneller die Bauteile auf's 
Lochraster gelötet als erst noch die ganze Platine zu ätzen...

>Immerhin gehen wir ja gerade davon aus dass es schon ein Layout gibt.
Konfuzius sagt: Wo ein Layout ist, ist auch ein Schaltplan :)

Autor: Jens Plappert (Firma: FTSK) (gravewarrior)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Also ich ging jetzt schon von der größenordnung einer eurokarte aus, und 
da lohnt sich mmn ätzen. wobei ich fräse :-)

naja, jeder wie er will.

Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Leute,
die Antworten die ich bekommen habe bringen mich auch nicht wirklich 
weiter.

Möchte, wenn es erlaubt sei, diesen Thread noch mal aufwärmen dürfen.
Ich bin in der Entwicklung total gekniffen, weil ich praktisch keine 
Prototypen mehr aufbauen kann. D.h. die Nullserie muß funktionieren!!!

Zum Thema Simaulationsprogramme: Die Kennwerte von Halbleitern ändern 
sich in Simulationen nicht, wenn ein Bauteil durch Stromfluß warm wird.
Es gibt Schaltungen, die Funktionieren in der Simulation, in der Praxis 
nicht.
Und es gibt Schaltungen die funktionieren in der Praxis, aber in der 
Simulation nicht.
Simulationen berücksichtigen nicht das Platinenlayout.

Zum Thema Platinen fräsen: Habt ihr's schon mal wirklich gemacht? Wenn 
man nämlich das ganze überschüssige Kupfer wegfräsen lässt, dauerts arg 
lange. Wenn man's nicht wegfräsen lässt, hat man parasitäre 
Leiterbahnen, die nirgens angeschlossen sind. Bei hohen Frequenzen 
komische Effekte. Ist schwer zu löten, leicht Kurzschlüsse. Bei hohen 
Spannungen leicht Überschläge.

Die Geschäftsleitung kriegt jedes mal, wenn ich auf der Matte stehe und 
sage, das wir wieder Platinen ätzen müssen fast einen Schlaganfall. Aber 
welches nun die gesetzlichen Änderungen sind, warum man in einer Firma 
keine Platinen mehr ätzen kann, kann mir keiner sagen. Was wisst ihr?

Autor: Haku (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn für mich als Amateur und Hobbyist die Ätzerei nach einem Tag Übung 
mit Belichtungsreihe etc. zu 100% beherrschbar ist (hatte schon seit 
zwei Jahren keine einzige Fehlätzung mehr), dann sollte das für nen 
Profibetrieb erst recht machbar sein. Biete dich doch als Dienstleister 
an und ätz die zwei Prototypen, die du noch machen darfst, flux zu 
Hause...

Autor: Rödel (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
na und das gute alte Steckboard zum Probieren? Nimmt das keienr mehr?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Haku wrote:

> ..., dann sollte das für nen
> Profibetrieb erst recht machbar sein.

Sein Problem ist ja nicht, ob man die Platinen selbst machen könnte,
sondern was man als ,,Profi'' (also als jemand, der damit seine
Brötchen verdienen will) alles zusätzlich an gesetzlichen Bestimmungen
(vor allem im Bereich der Chemikalien) beachten muss.  U. U. wird das
Ganze dann nämlich ziemlich schnell unrentabel, ähm, unprofitabel,
also gar nicht mehr ,,Profi''.

Als Amateur kannst du die Plärre nach dem Ätzen einfach sammeln, und
die Abfallentsorgung deiner Gemeinde fühlt sich mehr oder weniger
zuständig für eine fachgerechte Entsorgung, weil sie froh ist, wenn
du ihnen den Chemiemüll auf'n Tisch stellst statt ihn ins Abwasser zu
kippen, wo sie ihn mit einem Vielfachen des Aufwands wieder in der
Kläranlage rauspopeln dürfen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Rödel wrote:
> na und das gute alte Steckboard zum Probieren? Nimmt das keienr mehr?

Hat keinerlei Relevanz zur fertigen Platine.

Autor: Norgan (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> na und das gute alte Steckboard zum Probieren? Nimmt das keienr mehr?

In die Kontaktreihen passen so schlecht SMDs rein. Ab einer gewissen 
Geschwindigkeit ist auch mit Adapterplatinen essig, wenn man denn gerade 
die richtigen da hat und nicht sie erst ätzen oder bestellen muss.

Autor: Peter X. (vielfrass)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator)

Endlich mal einer der mich versteht:

Jörg Wunsch wrote:
> Sein Problem ist ja nicht, ob man die Platinen selbst machen könnte,
> sondern was man als ,,Profi'' (also als jemand, der damit seine
> Brötchen verdienen will) alles zusätzlich an gesetzlichen Bestimmungen
> (vor allem im Bereich der Chemikalien) beachten muss.

Also versuche ich, meine Frage noch mal zu präzisieren: Was hat sich an 
der Gesetzeslage in bezug auf Platinenätzen so verändert? Vor 5-10 
Jahren hat man hier in der Firma noch locker Platinen geätzt. Und jetzt 
geht nix mehr.

Autor: Udo (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo,

da fallen mir verschiedene Aspekte ein:
(die Gesetze dazu kann ich dir leider jetzt nicht aufzählen, aber es 
muss sie geben, sonst würden wir es nicht machen ;)  )

z.B. für jeden Stoff (Chemikalie), den du in der Firma benutzt, brauchst 
du ein Sicherheitsdatenblatt. Die Mitarbeiter, die mit diesen Stoffen 
arbeiten, müssen nachweislich und regelmäßig in dem Umgang damit 
geschult werden. Bestimmte Stoffe (z.B. Lösungsmittel) dürfen nur in 
bestimmten Mengen, in bestimmter Form und an besonderen Orten aufbewahrt 
werden.
Über alle verwendeten Stoffe muss Buch geführt werden, wieviel 
eingekauft, wieviel entsorgt, wie entsorgt, wo entsorgt, etc. .
Da sind in meiner Firma zwei (2) Sicherheitsingenieure mit beschäftigt, 
die zwar die Arbeit nur verteilen, aber für die Konzeption zuständig 
sind.
Der Aufwand ist schon beträchtlich.
Insofern kann ich es verstehen, wenn Chefs von kleineren Firmen den 
Aufwand nicht treiben wollen. Im Endeffekt wird es für sie billiger 
sein, wenn der Entwicklungsingenieur, die Prototypen an Leiterplatten 
die er benötigt, bei einer guten Leiterplattenfirma im 24h-Service 
ordert.

Gruß
Udo

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail, Yahoo oder Facebook? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen | Mit Yahoo-Account einloggen | Mit Facebook-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.