Datum: 31.08.2008 04:47
Hallo, zum immer wieder gern beschworenen Ingenieursmangel ein paar Worte. Ich arbeite in einem Konzern mit Sitz in München. Wir müssten eigentlich dringend neues Personal im Bereich E-Technik und Mechatronik einstellen, finden wir aber nicht. Bei der letzten Runde wurde von 14 Bewerbern die eingeladen wurden keiner genommen, 4 kamen erst gar nicht und meldetn sich auch nicht ab. Es mangelt nicht an Zuschriften, auf jede Anzeige kommen immer noch 50-100 Bewerbungen. Woran liegts also? 1. Horrende Gehaltsvorstellungen von Absolventen Es gibt wirklich Absolventen die einem frech ins Gesicht sagen: 60.000 Euro, 14 Gehälter und einen Dienstwagen! Also mehr als ich nach 10 Jahren im Konzern und 15 Jahren Beruf verdiene. Weist man sie dann freundlich darauf hin, dass das tarifliche Einstiegsgehalt nach verdi Manteltarifvertrag 38.000 Euro beträgt zischen sie schnell wieder ab und jammern, dass das jeder Schlosser verdienen würde und Meister noch viel mehr. Sie haben in ihrem Leben noch nichts geleistet ausser Klausuren schreiben und den Steuerzahler viel Geld gekostet - aber Forderungen stellen wie ein Fürst. 2. Lügen und betrügen Ob Lebenslauf oder sogar Diplomzeugnis, es wird gelogen dass sich die Balken biegen. Da werden Noten im kopierten Zeugnis per Computer retouchiert, da werden Firmen in denen sie die Probezeit nicht bestanden haben (die typischen 6 Monatslücken) "ausgeblendet" und als Bildungsreisen deklariert. Da verschwinden ganze Passagen aus Zeugnissen und werden Datumseinträge gefälscht. Manche wechseln gar alle zwei Jahre die Firma und stellen dies als besondere Flexibilität dar - sie werden sicherlich nicht eingestellt, sind ja nur Durchreisende. Auch wer sich viel mit Zeitarbeit herumtrieb hat schlechte Karten, Zeitarbeitsfirmen werden immer noch als Auffangbecken für das untere Drittel gesehen das man loswerden kann wenn man sie nicht mehr braucht. 3. Auftreten Bei rund einem Viertel entsteht der Eindruck sie wären mit dem Jet durch die Kindestube geflogen. Da wird nicht die Hand gegeben beim Eintritt, da passt die Krawatte nicht zur 30 Euro Kombi von C&A, da sind die Schuhe nicht geputzt, da wird zwischendurch auch mal geDutzt wie auf dem Bau oder in der Nase gepopelt, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Auch Freizeitkleidung ist öfter anzutreffen, die nunmal nichts im akademischen Vorstellungsgespräch zu suchen hat. Ebenso ist der Gang zum Friseur Pflicht und auf lange Haare steht heute niemand mehr, die 68er sind vorbei. 4. Überzogene Erwartungen Berufsleben ist zu einem grossen Teil Routine, dabei wird auch sehr viel Papier erstellt und gelesen. Das scheint aber vielen zu langweilig zu sein, sie erwarten wie Indiana Jones Abenteuer zu erleben, jeden Tag etwas anderes zu machen und um die Welt zu reisen, die sich um sie zu drehen hat. Dass sie nur ein Zahnrad im System sind und kein eigenes Büüro haben sondern im Grossraumbüros sitzen ist für viele eine grauenhafte Vorstellung. Nach gut fünf Jahren in denen ich diese Beobachtungen mache und wo mehr als 200 Bewerber in den Runden sassen stelle ich fest: Es gibt keinen Ingenieursmangel, die Postfächer sind immer noch randvoll. Aber es gibt einen Mangel an fähigen, qualifizierten Ingenieuren die ihren Beruf realistisch sehen. Gruß aus München, Rüdiger
Datum: 31.08.2008 06:19
>Es gibt keinen >Ingenieursmangel, die Postfächer sind immer noch randvoll. >Aber es gibt einen Mangel an fähigen, qualifizierten Ingenieuren die >ihren Beruf realistisch sehen. Nein! Den gibt es nicht! Ihr seid nur so bescheuert immer noch gute, engagierte Kandidaten auszusortieren noch bevor ihr sie überhaupt kennen gelernt habt. Ihr habt echt einen an der Waffel, Leute aus der Zeitarbeit schon mal vorsorglich auszusortieren. Ebenso Leute mit Lücken im Lebenslauf. Wann begreift ihr Pflaumen eigentlich mal, dass sich vieles um uns herum wandelt?! Die gesamte Arbeitswelt krempelt sich um und ihr bewertet ein paar Papierchen potentieller Bewerber, als ob es göttliche Schriften sind. Vielleicht hat man ein paar Jahre seine Eltern gepflegt und sucht dann den Wiedereinstieg in den Job?! Vielleicht wollte man seinen Kinder ein paar Jahre sehr nahe sein?! Vielleicht war man auch ein paar Jahre selbstständig und sucht dann wieder die Festanstellung?! Nur in diesem Land, was sich Deutschland nennt, werden künstliche Hürden aufgebaut und absichtlich ein Unzahl guter Leute schon mal vorsorglich ausgeschlossen. Hört endlich mal auf ständig über die Absolventen zu jammern und stellt mal eure bescheuerten Auswahlkriterien zur Disposition. Schaut mal in den Reihen der älteren Akademiker, das Ausland nimmt diese Leute mit Kusshand. Lernt die Leute kennen und lasst sie zur Probe arbeiten, dann werdet ihr sehen, dass es keinen Ingenieurmangel gibt (auch keinen an guten, geeigneten Fachkräften). Deutschland kennt nur einen Mangel und das ist der an geeigneten Leuten in den Personalabteilungen, die ein Fingerspitzengefühl für den richtigen Kandidaten haben und nicht ein Gefühl für den richtigen Lebenslauf und die richtigen auswendig gelernten Antworten. Ihr stellt Menschen ein. Papiere machen euch später nicht den Job, lasst den Käse erstmal beiseite. Schaut euch die Leute an, sprecht mit Ihnen.
Datum: 31.08.2008 08:59
@ Rüdiger was hast du gegen lange Haare? Das geht dich als möchtegern Chef gar nix an, wie ich meine Haare trage. Sollte man vielleicht mal anfangen in den eigenen vier Wänden nach Fehlern zu suchen und seinen Ruf in Branche überprüfen lassen. Ihr seit wahrscheinlich nur dritte oder vierte Wahl bei den Absolventen ,und dann würde ich auch mit solchen Forderungen bei euch auftretten, es müssen ja die schlechten Dinge ausgeglichen werden.
Datum: 31.08.2008 09:05
Vor wenigen Monaten bin ich als Absolvent auf Stellensuche gegangen und war auch erfolgreich. Hier einmal, was ich dazu denke: 1. Horrende Gehaltsvorstellungen von Absolventen Es ist für einen Absolventen ohne Erfahrung schwer, zu einer vernünftigen Gehaltsaussage zu kommen. Man hat kein früheres Gehalt, nach dem man sich richten kann. Außerdem fehlt die Erfahrung. Wenn man im Internet von Traumgehältern liest, kann man schwer einschätzen, wie realistisch die sind. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Gehälter bei gleicher Stellenbezeichnung in derselben Region um bis zu 12.000 Euro variieren. Auch das "Drumherum" unterscheidet sich stark. Bei den einen hat man eine Zielvereinbarung mit 70% Grundgehalt am Hals, in einem Großraumbüro mit Kleiderordnung. Bei den anderen bekommt man ein festes Gehalt, dass sogar noch darüber liegt, man ist zu dritt im Büro und der Geschäftsführer kleidet sich sportlich mit Polohemd und Jeans (Ausnahme: wenn man beim Kunden vor Ort ist). 2. Lügen und betrügen Mit seiner Unterschrift erklärt man die Richtigkeit seiner Angaben. Zeugnisse oder den Lebenslauf darf man auf keinen Fall fälschen. Eine 6 Monats Lücke habe ich aber auch im Lebenslauf und ich habe tatsächlich Urlaub gemacht. Bzw. die Mündliche Diplomprüfung war zwei Monate nach dem Datum zu dem das Diplomzeugnis ausgestellt ist. Dann habe ich mich noch ehrenamtlich engagiert und schon waren die 6 Monate vorbei. Zum Thema "rumreisen": Es ist auch mein Ziel, etwas von der Welt zu sehen. Ich denke nicht, dass ich bis zur Rente bei meinem jetzigen Arbeitgeber bleiben werde. Außerdem bieten die Arbeitgeber diese Garantie doch auch nicht mehr. 3. Auftreten Werte wandeln sich (Wertewandel) und das ist nichts Schlechtes. Jede Generation ist anders sozialisiert. Schon Aristoteles hat den Verfall der Jugend beklagt. Wenn man nach einem Bafög-Studium Schulden hat, kann man sich keinen teuren Anzug aus dem Modehaus leisten. Als Student laufen die meisten im T-Shirt rum. Das ist schon allein die Existenz eines Anzugs viel wert. Das mit den Haaren habe ich überhört. Man darf sich in unserem Land zum Glück die Haare immer noch so wachsen lassen, wie man das selbst für richtig hält. Meine Haare sind teil meiner Persönlichkeit. Wenn mein Chef das nicht tolerieren kann, dann kann ich auch nicht für ihn arbeiten. 4. Überzogene Erwartungen Woher kommen denn die Erwartungen. Es sind die Firmen, die mit tollen Anzeigen für sich werben. Tut mir bitte den Gefallen und betrachtet mal einige Anzeigen unter diesem Gesichtspunkt. Da sieht man Mitarbeiter in multinationalen Teams, die sich kommunikativ über einen Plan beugen. Oder den Projektleiter mit dem Bauhelm vor einem strahlend blauen Himmel ...
Datum: 31.08.2008 09:16
1) die unternehmen scheuen sich auch nicht davor die löhne nach unten zu drücken, wenn die möglichkeit besteht. in vielen brachen werden mitarbeiter schlicht ausgenutzt, stichwort 1-euro jobs. Es ist firmenkultur geworden, das unternehmen mir nix dir nix stellen abbauen, leute entlassen, wenns nicht so läuft, oder wenn man im aussland nen euro günstiger produzieren kann... da ist es doch nur logisch, dass auch die forderungen der arbeitnehmer in die entsprechend andere richtung gehen, wenn die nachfrage gross ist... 2) Studien belegen, dass Firmen bei stellenausschreibungen den flexiblen, trixenden bewerbern in nichts nachstehen... 3) Ein gewisses auftretten und eine gewisse anpassung an die soziallen normen ist zu erwarten, da hast du recht, nur dass die länge der haare als kritikpunkt kommt, lässt böses erahnen, das geht die firma wirklich einen sch... an... (p.s. hab kurze haare :-) ) 4) naja als einsteiger wird man wohl in nur ganz ganz seltenen fällen ein eigenes büro haben...
Datum: 31.08.2008 09:28
Tach, 1. Horrende Gehaltsvorstellungen von Absolventen Wie schon geschrieben, ist schwer abzuschätzen. Und viele Hochschulen haben Foren in denen Fantasiezahlen genannt werden, da biegen sich erst die Balken. Teilweise wird da behauptet, dass man als Geselle 45k€/Jahr + Fimrenwagen... hatte und jetzt der Faktor zwei kommt. Wobei ich nicht weiß, was man mit zwei Firmenwagen will. ;-) 2. Lügen und betrügen Darf nicht toleriert werden. Problem bei den 6-Monatslücken ist, dass die Leute es sich nicht trauen sie zu erklären. Als Absolvent kann man sich ruhig in der Jobwahl vertun. Ist ja Neuland und in Bewerbungsgsprächen wird auch gern mehr als nur etwas übertrieben (meine Erfahrung), die Frage ist, ob solche Bewerbungen in Firmen weiter kommt, als das Absagefach. 3. Auftreten Das mit den langen Haaren ist aber extrem oberflächlich, die können nämlich gepflegt aussehen. Ansonsten schickt man die Hawaii-Hemd-Träger halt sofort nach Hause, wenn man damit ein Problem hat. Ich habe aber bei allen zweiten Bewerbungsgesprächen eine schwarze Jeans + Hemd getragen. Der Anzug beim ersten Gespräch war zum Ausloten. ;-) Schicke Anzüge sind auch teuer und zumindest für Absolventen kaum bezahlbar, im übrigen ist das normal, dass bei technisch versierten die Krawatte nicht zum Anzug passt. Praktisch die Hälfte aller Dozenten hatte das auch so. 4. Überzogene Erwartungen Hust Ich kenne ihre Bewerbungsanzeigen nicht, aber da fällt mir auch die Sache mit den 'überzogenen Erwartungen' ein. Allerdings muss man da auch immer zwischen Absolvent und Berufserfahrenen unterscheiden. Gruß
Datum: 31.08.2008 09:56
>im übrigen ist das normal, dass bei technisch versierten die >Krawatte nicht zum Anzug passt. stimmt, irgendwie muß mann sich ja von den BWL-Jungs absetzen.
Datum: 31.08.2008 10:09
Also eure Firma braucht dringend Personal (ich interpretiere mal das mehrer Stellen zu besetzen sind, da von E-Technik und Mechatronik die Rede ist) und bekommt immer noch pro Stelle ungefaehr 75 Bewerbungen, ladet 14 ein und konnte von 10 verbleibenden Kandidaten anscheinend nicht mal einen in die engere Wahl nehmen? Schau dir mal diese Zahlen an. Aus 75 Bewerbungen werden 14 Eiladungen und keiner genuegt euren Anspruechen... Ich glaube eher bei euch im Konzern aus Bayern stimmt was nicht... Was habt ihr den nach diesem Schwung von Kandidaten gemacht? Hoert sich so an das ihr den Kopf in den Sand gesteckt haettet... Gruesse
Datum: 31.08.2008 11:21
So. So. Ueberzogene Erwartungen. Wenn sich ein CEO mit ein paar duennen Spruechen und Null Einsatz jedes Jahr 20..30% mehr geben kann, muss ich als Angestellter das natuerlich auch haben, mindestens. Wie schon gesagt, es ist nicht alles Geld-Lohn. Die Lohnleiter ist meist festgeschrieben, ausgehandelt mit Tarifpartnern und dergleichen. Dafuer gibt es ja auch noch nicht-geld Teile der Entloehnung. Sei das nun ein grosszuegiges Spesenmanagement, ein Firmenwagen, Versicherungen. Rentenansprueche, Aktienoptionen. Es gibt auch Leute, die duerfen neben der 100% Anstellung auch noch eine Firma haben. Zugegeben als Absolvent ist man in dieser Hinsicht noch nicht so kreativ.
Datum: 31.08.2008 11:26
@Projektleiter: >Auch wer sich viel mit Zeitarbeit herumtrieb hat schlechte Karten, >Zeitarbeitsfirmen werden immer noch als Auffangbecken für das untere >Drittel gesehen das man loswerden kann wenn man sie nicht mehr braucht. Was verstehen Sie genau unter Zeitarbeit? Wird das an der Firma festgemacht? In manchen Branchen gibt es Ingenieurdienstleister, von denen einige recht gut sind, viele Fortbildungen und ein gutes Gehalt anbieten und andere eher schlecht sind. Scheiden Kandidaten, die mehrere Jahre bei einem solchen Dienstleister gearbeitet haben, sofort aus? Daneben gibt es in der IT Branche auch noch sog. IT Dienstleister, wie SD&M, die im Rahmen ihrer Projekte auch beim Kunden vor Ort arbeiten. Haben solche Kandidaten bei euch auch keine Chance? Es gibt ja immer noch die Probezeit, in der ein Kandidat seine Fähigkeiten zeigen kann. Arbeitszeugnisse sind oft überbewertet, v.a. wenn man in kleineren Firmen gearbeitet hat oder der Chef einfach sauer über die Kündigung war (Das weiß ich aus persönlicher Erfahrung)
Datum: 31.08.2008 11:43
>da passt die Krawatte nicht zur 30 Euro Kombi von C&A
Das liegt auch wahrscheinlich daran, dass ein Absolvent der wirklich was
drauf hat weniger Zeit und Lust hat sich den halben Tag mit den ganzen
Modetrends rumzuschlagen. Der informiert sich dann hald lieber über
aktuelle Entwicklungen oder ähnliches...
Datum: 31.08.2008 11:58
>da passt die Krawatte nicht zur 30 Euro Kombi von C&A, da sind die
Schuhe nicht geputzt,
Wenn die Firma einen Geschniegelten haben will kostet es noch ein Stueck
mehr, speziell wenn er das koennen soll was ich kann...
Datum: 31.08.2008 12:00
> 1. Horrende Gehaltsvorstellungen von Absolventen Und es gibt zu viele Arbeitgeber, die nur 25k EUR bezahlen wollen, und das in Frankfurt/M und Stuttgart. 35k halte ich für einen Absolventen für angemessen. > 2. Lügen und betrügen Es ist wirklich schade, dass fast nur noch Betrüger eine Anstellung bekommen, bei den überzogenen Anforderungen der Arbeitgeber. Wer schafft denn ein Studium in der Regelstudienzeit bei den aktuellen Schwierigkeiten einen Praktikums und Diplomarbeitsplatz zu finden? Wer sagt denn, was die eher willkürlichen Noten aussagen? Wieso ist der kleinste Knick im Lebenslauf ein Ausschlusskriterium? Wo soll denn die Berufserfahrung bei einem Absolventen herkommen? Vielleicht sollte man eher mal bei den Politikern anklopfen und fordern, dass an den Hochschulen außer zeitloser Theorie auch mal praxisrelevante Projektarbeit mit und an neuer Technik gemacht wird. Dazu müssten aber auch mal die Profs ihren Hintern erheben und sich weiterbilden und könnten eben nicht 30 Jahre lang das gleiche Programm durchziehen! Es ist schlimm, dass ein E-Technik-Absolvent noch nie was von FPGAs und DSPs gehört hat und mit seinen Programmierkenntnissen in PASCAL und seinen Theoriekenntnissen zur Z-Transformation da auch nur schwer einen Einstieg findet. > 3. Auftreten > Da wird nicht die Hand gegeben beim Eintritt Bei einem Vorstellungsgespräch ist der Arbeitgeber Gastgeber. Deshalb hat dieser zuerst die Hand zu reichen - nicht der Bewerber! Die Überheblichkeit der Arbeitgeber hat ein Maß überschritten, das nicht mehr akzeptabel ist!
Datum: 31.08.2008 12:17
>Die Überheblichkeit der Arbeitgeber hat ein Maß überschritten, das nicht >mehr akzeptabel ist! Das bedeutet Revolution!
Datum: 31.08.2008 12:22
Das bedeutet Revolution! http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution Ja, mal wieder so wie früher!! Da haben sich die Leute nicht alles gefallen lassen so wie heute!!
Datum: 31.08.2008 12:48
Sehr geehrter Herr Personaler, sie schrieben: "Nach gut fünf Jahren in denen ich diese Beobachtungen mache und wo mehr als 200 Bewerber in den Runden sassen stelle ich fest: Es gibt keinen Ingenieursmangel, die Postfächer sind immer noch randvoll. Aber es gibt einen Mangel an fähigen, qualifizierten Ingenieuren die ihren Beruf realistisch sehen." Nun, die Kenntnisse der Absolventen sind ähnlich. Wenn sie bei so vielen Bewerbern kaum einen passenden Kandidaten finden, so liegt das eindeutig an Ihren überzogenen Anforderungen! Derjenige, der hier etwas nicht realistisch sieht, sind Sie! Mit freundlichen Grüßen Ein Absolvent auf Arbeitssuche
Datum: 31.08.2008 12:54
>>Die Überheblichkeit der Arbeitgeber hat ein Maß überschritten, das nicht >>mehr akzeptabel ist! > >Das bedeutet Revolution! Die Revolution wird nicht kommen. Wohl aber eine Auswanderungswelle an fähigen Ingenieuren und ein Schrumpfen von Studenten- und Absolventenzahlen. Liebe Unternehmer und Manager, ihr seid auf dem besten Weg, Deutschland zu ruinieren. Ohne Ingenieure und technische Entwicklung/Forschung wird Deutschland zu einem armen Land unter vielen werden.
Datum: 31.08.2008 15:14
@ Projektleiter 100% ! Das bestätigt auch meine Erfahrungen. Vielen Dank für diesen Beitrag. Viele denken, dass sie nach dem Studium auf Händen getragen werden. Leider produzieren sehr viele Bewerber nur Blindleistung. Eine kleine Gruppe aus diesem Pulk ist so kompetent, vor allem im sozialen Bereich, dass man sie ganz beruhigt auf die Menschheit bzw. Kunden loslassen kann. Gruß aus Stuttgart Harald
Datum: 31.08.2008 15:28
>Das bestätigt auch meine Erfahrungen. Welche Erfahrungen hast Du gemacht? >Leider produzieren sehr viele Bewerber nur Blindleistung. Für welche Sachverhalte steht die Metapher? >Eine kleine Gruppe aus diesem Pulk ist so kompetent, vor allem im >sozialen Bereich, dass man sie ganz beruhigt auf die Menschheit bzw. >Kunden loslassen kann. Wie man mit dem Kunden umgeht, lernt man nicht im Studium. Da müssen die Firmen ihre neuen Mitarbeiter schon so schulen, wie sie es haben wollen.
Datum: 31.08.2008 15:36
Also Leute, ich versteh die ganze Aufregung nicht. ich bin selbst Absolvent (gewesen, jetzt bei einem großen deutschen Konzern) und was der Herr Personaler da schreibt ist vollkommen richtig. Er schreibt nicht von überzogenen Ansprüchen sondern von den Grundregeln, mehr verlangt er nicht. "In der Nase popeln..., ungeputzte Schuhe". Das sind ja wohl keine überzogenen Ansprüche!! Mit ein bisschen normalem Menschenverstand ist es durchaus möglich in einem Bewerbungsgespräch erfolg zu haben. Und man kann auch als Arbeitssuchender ruhig den ersten Schritt machen und die Hand reichen. Da zeigt man wenigstens, dass man ein bisschen Selbstvertrauen hat. Die Universitäten sollten auf die sogenannten "Soft-Skills" mehr wert legen. Aber das wird sich in den technischen Studiengängen so schnell nicht durchsetzen. Also ist jeder selbst dafür verantwortlich auf dem Gebiet was zu lernen (wenn man hier von lernen sprechen kann...).
Datum: 31.08.2008 15:51
>Leider produzieren sehr viele Bewerber nur Blindleistung. >Eine kleine Gruppe aus diesem Pulk ist so kompetent, vor allem im >sozialen Bereich, dass man sie ganz beruhigt auf die Menschheit bzw. >Kunden loslassen kann. Dafür bekommen sie auch weniger Gehalt als langjährige Mitarbeiter.
Datum: 31.08.2008 16:02
Jedem das seine. Ich glaube, man muss nur jeden zu nehmen wissen. Die Alten sind erfahren, können mit dem Kunden umgehen und machen keine Anfängerfehler mehr. Dafür haben die Jungen frisches Wissen, sind noch nicht Betriebsblind und haben noch keine Privilegien angehäuft, an denen sie kleben und um die sie kämpfen, sobald ein Prozess geändert werden soll.
Datum: 31.08.2008 16:03
@Projektleiter : Du tust mir echt leid!!!!!! Denm: 1) Ich habe bei Deiner Beschreibung den Eindruck, daß sich nur dss Kroppzeug bei euch beworben hat, wenn die alle beschissen aussehen, ungepflegt sind, nichts können und überhöhte Forderungen stellen. Ich kann das beurteilen, da ich genug aktuelle Studenten von allenmöglichen Unis kenne. inklusive deren Ausshen. persnliches Auftreten und NOtenspiegel, was ich hier nicht näher ausführen möchte. Das was Du beschreibst, trifft schlimmstenfalls auf die untersten 20% zu! An Deiner Stelle würde ich mich mal fragen, woran das liegt! Entweder arbeitst Du in einer Firma mit miesen Ruf oder sie zahlt schlecht. Die die sich dann bewerben, sind entweder die Blender, die Unfägigen, die woanders abgelehnten oder die, die bei euch Karriere machen wiollen und eine Weile in den sauren Apfel beissen - bei massig Kohle versteht sich! 2) Du hast nach 10 Jahren immer noch 60.000 ? Bzw Du hälst ein solches Gehalt fürr plasibel? Ich hatte das nach 5 Jahren und dies war auch wiederum vor 5 Jahren! In was für einer schlecht zahlenden Firma arbeitst Du denn dann? Geh Dich bewerben! 3) Du legst zuviel Wert auch Äisserlichkeiten. Erwartet hätte ich primär Kritik an den fehlenden Fähigkeiten der Bewerber! Das eintige negative siehst Du offenbar in den RELATIV zu hohen Forderungen der Bewerber. Ok, 60.000 für einen Anfänger ist Quatsch. Mein Topangebot lag vor exakt 10 Jahren bei 112.000 DN für eine 50h Woche in einem Softwareunternezhmen, da ich die benötigten Spezialkenntnisse im Bereich Datenbank hatte. Real waren damals für Ingenieure mit durchschnittlichem Uni-Abgängerknowhow etwa 75.000 für eine 40h-Woche bekommen. Das sind heute etwa 46.000, wobei mehr bezahlt wird, wegen der Marktsituation. 50.000 würde ich mit Uniabschluss in jedem Fall fordern. Es wird nämloch bezahlt! Wenn Du es an den Haaren festmachen willst: Bestelle Dir Inder, Chinesen und Polen und siehe, ob sie besser aussehen. 4) Du hast nicht kapiert, wie der Markt funktioniert! Es heisst Angebot und Nachfrage! Dass die jungen heute mehr fordern. liegt an einem Höhepunkt, den wir durchlaufen! Da auch die Firmen immer mehr auf global play machen, haben sie alles Recht dwer Welt dazu! Wenn heute ein junger Ingenieur in der Schweiz anfängt, bekommt er mindestens 70.000 Franken. Gute Uniabgänger erhalten 80.000 Franken, wenn die Fähigkeiten passen. Da in der Schweiz die Steuern geringer sind, haben die Netto deutlich mehr. Warum sollten junge Deutsche da schlechter stehen?` Wie gesagt tust Du mir echt leid.
Datum: 31.08.2008 16:10
@ Projektleiter Interessante Offenbarung die man hier liest. Ich bin der gleichen Meinung bzgl. der Antworten und könnte es nicht besser formulieren. Kein Wunder wenn man sich vergeblich bemüht. Große Klappe aber nichts dahinter, aber Handverlesen bei Null-Verantwortung. Das haben wir gern. Das man Zeugnisse dank Scanner und DTP manipulieren kann, ist ja nun nichts neues und moralisch und rechtlich eigentlich nicht zu rechtfertigen. Ich frage mich wie Ihr dahinter kommt, jedenfalls nicht legal, das ist sicher. Wenn man bei der Agentur für Arbeit Stellen liest findet man meist unten ein Anforderungsprofil mit Bewertungen wie "Hervorragend","Sehr gut","gut" und "vorhanden". Bewerber mit befriedigend oder ausreichend in Ihren Zeugnissen habe da wohl Null-Chancen. Auf wessen Mist das wohl wieder gewachsen ist? Aber wenn Ihr überzogene Vorstellungen habt, die Ihr weder Publik macht, oder euch bei Ablehnungen VERANTWORTUNGSBEWUßT gegenüber dem Bewerber verhaltet, haben Ihr Erbenzähler und NichtÜberDenTellerrandGucker nichts anderes verdient, von Greencardbewerbern ganz abgesehen, falls Ihr damit liebäugelt. Manche Arbeitgeber scheinen der Meinung zu sein das der Betrieb wie ne Gottheit angebetet werden soll, um möglichst viele Vorteile daraus zu haben. Macht man nur so weiter so, Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt.
Datum: 31.08.2008 16:18
@Sharan: >Real waren damals für Ingenieure mit durchschnittlichem >Uni-Abgängerknowhow etwa 75.000 für eine 40h-Woche bekommen. Das sind >heute etwa 46.000, wobei mehr bezahlt wird, wegen der Marktsituation. >50.000 würde ich mit Uniabschluss in jedem Fall fordern. Es wird nämloch >bezahlt! 50000€ für einen Absolventen finde ich schon etwas zu hoch gegriffen, es sei denn er hat durch Praktika, Auslandssemester, etc. zusätzliche Erfahrung sammeln können. Das Gehalt hängt natürlich auch von der Branche ab. Bei Banken, Versicherungen, in der Beraterbranche (SAP) ist dies aber durchaus möglich. Die Automobilindustrie zahlt meines Wissens nicht diese Gehälter. Warum sollen Sie auch? Es gibt ja genügend gute Bewerber..
Datum: 31.08.2008 16:31
Chris ich stimme dir voll zu. 50.000 werden Ingenieuren nur gezahlt, wenn sie sehr gute Noten haben und andere Vorteile, wie z.B. spezialle Sprachkenntnisse. Wir hatten mal das Beispiel eines spanischstämiigen Deutschen, der zu Anfang schon 48.000 bekamm, statt der für FH typischen 44000. Er war direkt zu 50% in der Abwicklung mit der spanischen Fertigung beschäftigt (Abstimmung, Schaltplanübergabe etc). Acuh wenn jemand als Detusche gut polinisch oder gar Ungarisch kann, ist er mal gleich mit 10% mehr dabei.
Datum: 31.08.2008 16:35
@Sharan: Du arbeitest dann in einem IG Metall Unternehmen? Leider gibt es gerade für Informatiker nicht viele solcher Betriebe, weshalb Software-Ingenieure im Durchschnitt nicht so gut bezahlt werden, wie Elektrotechniker, Maschinenbauer.. Die meisten IT Firmen sind leider im Mittelstand zu finden..
Datum: 31.08.2008 16:38
Im Bekanntenkreis merkt man mit der Zeit, dass die meisten Leute für den Technikjob nicht geeignet sind. - andere Interessen die stärker sind, - fehlendes Interesse an Technologie, - Selbstbarrieren und Angst vor Kulissen, - Bequemlichkeit und Konsumentenhaltung, - Technokratenhass - fehlende Begabung. Es ist schon eine Minderheit die sich für die Materie interessiert was auch schon in der Schulzeit auffällt. Diese Minderheit zerfällt in Typen - denen das alles zu billig ist und die nach höherem streben und was kann das sein. Die tägliche Arbeitslast wird als Qual empfunden, der man sobald wie möglich ein Ende machen will. Man ist vielleicht auch distanziert und redet nicht mit jedem. Auf jeden Fall möchte man nicht bis zur Rente diesen Beruf ergreifen. - Leute die mit dem Kram zufrieden sind, etwas voranbringen wollen und die möglicherweise versuchen die Rahmenbedingungen für sich zu verbessern. Hier finden sich vor allem kreative Menschen ohne die es das ganze Gewerbe nicht gäbe. - Charaktere die immer im Strom schwimmen möglichst unauffällig. Alles Abweichlerische möchten sie bekämpfen. Sie lieben Regeln, Anzüge, Umgangsformen und haben eine klare Vorstellung wie alles zu sein hat. Sind sind unempfänglich für Kritik und sie überprüfen ihre Kriterien niemals. Es sind aber auch Karrenschieber ohne Esprit. - Menschen die sich als Mitglied einer komplexen Gesellschaft sehen. Sie strengen sich an, sind fleissig und sie schauen zu Vorgesetzten auf. Solche Menschen gehen kein Risiko ein. Zu einer Innovation die von ihnen stammt muss man sie überreden. Es besteht kein Zusammenhang zwischen ihren Leistungen und ihrem Selbstgefühl. Es gibt noch mehr Charaktere. Ob jemand geeignet für die offene Stelle ist, also ob er in seinen Aufgabenbereich hineinwachsen kann oder ihn sogar ausbaut, oder ob er scheitert aus vielen Gründen das kann man erst viel später erkennen. Der "Einsteller" ist in einer Machtposition, ein Haar in der Suppe und der Bewerber ist abgelehnt. Der "Bewerber" ist abhängig. Er weiss nicht was von ihm erwartet wird und versucht sich vielleicht so positiv wie möglich darzustellen. Der Einsteller macht den Job schon ein paar Jahre und weiss wo das Klo und die Kantine ist, das ist der Heimvorteil. Die Noten im Deutschaufsatz liegen zwischen 1 und 6, man muss nehmen was man kriegt. Der Bewerber hat Angst hat abgelehnt zu werden wenn er keine Ansprüche geltend macht, wer nix verlangt kann nix und fliegt raus. Wer nix verlangt wird ausgenutzt und geht von alleine. Jüngere Bewerber sind noch nicht ganz erwachsen, ältere mag man auch nicht. Die sollen dann wenigstens Berufserfahrung mitbringen. Es wird nur als Berufserfahrung gewertet was der Einsteller dafür hält, aber auch nicht zuviel sonst bekommt der Komplexe und lehnt den Bewerber ab weil er unqualifiziert ist. Solche Szenarien spielen sich auch in anderen Berufen ab. Lern erst mal den Affen kennen...
Datum: 31.08.2008 16:41
>@Sharan: Du arbeitest dann in einem IG Metall Unternehmen? Zur Zeit, ja. >Leider gibt es gerade für Informatiker nicht viele solcher Betriebe, Kann sein, allerdings bin ich nur zu 50% ein solcher >>weshalb Software-Ingenieure im Durchschnitt nicht so gut bezahlt werden, Ich habe da eher den gegenteiligen Eindruck Für mich sprechend, werde ich zur Zeit sehr gut bezahlt!
Datum: 31.08.2008 16:48
@Sharan: Ja, und in einem IG Metall Unternehmen kommt man relativ schnell über die 60000€ Grenze, falls man eine 40h Woche hat. Warum hast Du eher einen gegenteiligen Eindruck, dass SW-Ingenieure unterdurchschnittlich bezahlt werden? Meiner Erfahrung und zahlreichen Studien nach ist dem so.
Datum: 31.08.2008 17:17
Hallo Streithaehne Ich bin 55, Dipl. Phys. und arbeite seit 30 Jahren als IT-Fachmann (mittlerweile selbstaendig). Ich habe einige (nicht viele) grosse und kleine, aber sehr unterschiedliche Firmen (auch eine amerikanische) von innen erlebt. Bei Einstellungsgespraechen habe ich schon auf beiden Seiten des Tisches gesessen (auch bei einem grossen Konzern in Muenchen). Resultat: Es gibt sicherlich schlechte, aber auch gute Leute. Und natuerlich die Masse Mittelmass. Das war immer so und wird immer so bleiben. Ein Bewerber sollte sich ueber seine Position im Klaren sein, fuer einen Arbeitgeber besteht die Kunst darin, die vorhandenen Faehigkeiten ihrer Bewerber optimal zu nutzen. Frueher wurden junge Leute Aelteren zugeteilt und haben so eine Menge gelernt. (so ist es auch mir ergangen und ich bin meinen frueheren Kollegen sehr dankbar dafuer). Wenn man natuerlich die "Alten Saecke" schon alle entlassen hat, um nur (billige) junge Leute zu rekrutieren, bekommt man jetzt die Quittung dafuer. In kaum einem Land der Welt ist das mittlere Ausbildungsniveau so hoch wie in Deutschland. Und dann gibt es keine guten Leute? Sicher haben Politik und Wirtschaft technische Berufe unattraktiv gemacht. Also gibt es wenige, die ein vergleichsweise schwieriges Studium auf sich nehmen. Hier gilt das, was sonst gern zum Druecken der Preise gesagt wird: Es ist ein Markt, auf dem Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Viel Glueck allen Berufsanfaengern!
Datum: 31.08.2008 18:06
Bei mir ist es genau umgegehrt. Die letzten Unternehmen, bei denen ich das letzte Mal war haben auf mich einen schlechten Eindruck gemacht. Allei schon diese dämlichen 0-8-15 Fragen bei diesen Gesprächen gehen mir auf den Zwirn.
Datum: 31.08.2008 18:07
Seit einigen Jahren arbeite ich in einer Firma mit vielen Querdenkern, nicht Angepaßten und Inhaber von zum Teil sehr abenteuerlicher Lebensläufe. Die meisten, wie ich übrigens auch, würden durch das Eingangs geschilderte Raster fallen. Nur - die Firma wird von diesen Leute getragen, wächst seit der Gründung ständig, ist in einem weitem Bereich Marktführer und hat zudem ein sehr gutes Arbeitsklima. Es werden bei den Arbeitskollegen keine Fehler gesucht, sondern die Bewältigung der Aufgaben stehen im Mittelpunkt. Viele Probleme werden durch unkonventionelle Lösungen schnell kreativ gelöst. Ich freue mich übrigens über jeden Mitbewerber, dem Papiere und Formalien wichtiger sind als Kreativität, Fach- und Sozial-Kompetenz. Nicht selten sehe ich diese Firmen an Aufgaben scheitern, die wir selbst bereits gelöst haben. Im übrigen sind falsche Angaben auf Zeugnissen und Hochstapelei kein Problem: diese Leute halten selten 4 Wochen durch. Für uns ist es zwar auch schwer neue Leute zu finden, meist schaffen wir es aber doch offene Positionen in angemessenen Zeiträumen zu besetzen.
Datum: 31.08.2008 18:09
Und ich schließe mich an und wünsche allen Projektleitern DIE Bewerber, die sie verdienen.
Datum: 31.08.2008 18:27
Hm, der Herr Projektleiter schreibt schon wahre Dinge, auch die Aussage mit der Blindleistung ist nachvollziehbar. Die Reaktionen auf den Beitrag zeigen es auch. Zahlen wie > 38k bzw. 60k Euro..und die Herren können sich gerade mal Ihren Hintern allein abwischen. Einarbeitung? Kein Problem, aber für 40.000 Euro im Jahr kann ich wenigstens ein halbwegs brauchbares Auftreten verlangen, zumindest im Bereich von 8Std. am Arbeitsplatz. Der Rest hier sollte sich mal langsam fragen, in welcher Liga er spielt. Soviel Misst habe ich noch nie gelesen. Bevor man hier den Hals aufreist und bei diesem schönen Wetter seinen geistigen Dünnpfiff verbreitet, empfehle ich das Buch "Bewerbertraining" zu lesen. Bei uns ist es üblich, dass bei Einstellungsgesprächen 2-3 Nachrichtentechniker mit am Tisch sitzen. Dementsprechend ist auch der fachliche Eindruck. Ca. 7 von 10 Bewerbern glauben auch nach dem Studium noch, an die 3 Ohmschen Gesetze, leider. Gruß aus Nürnberg
Datum: 31.08.2008 19:23
Alexander Schreiber in nntp://<slrnfloiog.1pd.als@mordor.angband.thangorodrim.de> > Doch, es gibt Mangel, und den schon seit Jahren. An Ingenieuren und anderen > hochqualifizierten Fachkräften, die ihre Ausbildung mit Auszeichnung > abgeschlossen, 20 Jahre Berufserfahrung und zahlreiche erfolgreiche > Projekte haben. Die bereit sind, 7 Tage die Woche 12-16 Stunden zu > arbeiten, keinen Urlaub nehmen, nie krank werden, jederzeit auf Zuruf > überallhin versetzbar sind und als Lohn nur eine handvoll Reis wollen. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Iwan
Datum: 31.08.2008 19:28
>Das mit den langen Haaren ist aber extrem oberflächlich, die können >nämlich gepflegt aussehen. "Ich habe ja nichts gegen lange Haare, nur gepflegt müssen sie sein." Ewig nicht mehr gehört - wegen Glatze ;-)
Datum: 31.08.2008 19:34
>die an die 3 Ohmschen Gesetze, leider. Es gibt nur ein Ohmsches Gesetz und es gilt auch in der Nachrichtentechnik. Man muss es nur auf die differneziellen Größen anwenden und richtig interpretieren. Dann man kann alles Formeln ableiten. Das musste ich erst vor eine Woche einem DEUTSCHEN Nachrichtentechnik erklären, der wie Du meint, die NT sei etwas Besonderes. >Der Rest hier sollte sich mal langsam fragen, in welcher Liga er spielt. Hier im Forum spielen die meisten in der unteren Liga, aber was heisst das? Der Projektlieter sprach von "seinen" Bewerbern. Ich kann diese Forderungen alle nachvollziehen, was die Inhalt angelangt. Nicht nachvollziehen kann ich, daß angeblich so viele Studenten das nicht bringen. Anfänger, die sich bei meine Firmen bewerben (dort bin ich mit am Tisch, für die Einschidung "Nachrichtentechnik") sind alle gut angezogen und gut gepflegt. Die haben auch nie eine zu hohe Forderung sonsdern einfach marktnormale Werte.
Datum: 31.08.2008 19:38
@Henk ten Bakker: In welchem Bereich sehen Sie eine marktnormale Gehaltsforderung für einen Absolventen?
Datum: 31.08.2008 19:47
In ein Fall hatten wir zu besetzen eine Stelle für die Softwareentwickler von eingebettete Mikroprozessoren. Absolventen von eine FH wollten 45.000. Das hat die auch bekommen, muss aber 40h arbeiten. In eine andere Fall war es Elektronik für Nachrichtentechnik für Signalverarbeitung. Die Bewerber hatte das studiert und eine sonst auch gute Universitätsabschluss. Gefordert war 50.000. (Er wollte gleich von Anfang an 4ßh arbeiten). Er wurde eingestellt. Also muss die sich mit die P-Abteilung geeinigt haben. Für einen Absolvent von deutscher HF finde ich 45.000 in Ordung. Wenn er nur Durchschcnitt ist, soll er 10% weniger nehmen. Für Universität ist 45.000 ein Minimum.
Datum: 31.08.2008 19:53
Hallo, Ich habe selber einige Bewerbungsgespreche als Stellensucher hinter mit. 6 Bewerbungen und habe dabei 4 Zusagen bekommen. Gut, da ist 23 Jahre her ist, es es nicht mehr der Stand von heute. Bei den meisten Bewebungsgesprächen wurde sich damals richtig Mühe gegeben den Menschen kennen zu lernen. Die Zeugnisse wurden kaum besprochen. Nur eine Firma hat mein Fachwissen nachgeprüft. Bei dieser Firma arbeite ich heute immer noch. Ich selber habe aber auch einige Gespräche mit Stellenbewerbern geführt. Blender erkennt man relativ schnell. Besonders auffällig war die Bewerber wo alles im ersten Moment perfekt aussah. Sie waren meist sehr professionel auf das Bwerbungsgespräch vorbereitet worden. Leider sehen dann die Anschreiben immer gleich aus und haben dadurch keine Aussage mehr. Nach zwei Stunden Bewerbungsgespräch erkennt man dann, ob der jennige die Voraussetzungen erfüllt für seinen neuen Job oder nicht. Dei den Zeugnissen sind die absoluten Noten relativ wenig aussagefähig, aber die Notenverteilung gibt doch einigen Aufschluß über die Neigungen und Fähigkeiten des Bewerbers. Wichtig ist auch die Bereitschaft etwas neues zu lernen und sich für Ding zu interesieren die nicht im Lehrplan der FH oder Uni stehen. Das ganze Bild muß halt eben passen. Hochglanzprospekte von Firmen sind immer mit Vorsicht zu geniesen, genauso wie super, von Fremden aufgearbeite, Bewerbungsunterlagen. Sie sollen die Dinge so darstellen wie man sie gerne darstellt haben möchte. Sie haben aber meist wenig mit den tatsächlichen Gegenheiten zu tun. Willi
Datum: 31.08.2008 19:55
Firam klein Bewerber gut Firma groß Bewerber schlecht
Datum: 31.08.2008 21:37
@ Willi Warlord: Du willst keine Blender? Verständlich. Doch wenn einem dieses Spiel nicht liegt, ist man auch immer schnell unten durch. Ich war jetzt einige Zeit auf Jobsuche und ich hatte doch so manches mal den Eindruck, dass die Interviewer gerade auf die glorreichen Blender und aalglatten Schönreder stehen. Oder man wurde als Alleinunterhalter angesehen. Motto: Wir sind wir und brauchen gar nichts sagen aber erzählen sie mal was Schönes und wir schauen dann mal.
Datum: 31.08.2008 21:57
Ich bin der Meinung, die Personalabteilungen sehen es meist etwas anders, das man auf beiden Seiten mit offenen Karten spielt. Ein Job ist doch meist für beide Seiten ein längerfristige Bindung. Wenn einer der beiden Seiten merkt das er über den Tisch gezogen wird, so ist die Verrauensbasis schnell dahin. Das Unternehemen hat einen unzufrieden und damit häufig einen unproduktiven Mitarbeiter. Mein Rat, laßt euch unbedingt die Arbeitsplätze zeigen, und fragt die Befrager nach ihrem eigenem Werdegang in der Firma und wie sie zu dieser Firma gekommen sind. Höflich aber Bestimmt. Mittlerweile ist es in Mode gekommen das externe Dienstleister die Bewerbungsunterlagen sichten und eine Vorauswahl treffen. Da hilft nur schon vor dem Abschicken der Bewerbungsunterlagen das Nachfragen wie die Jobvergabe bei der Firma verläuft. Die EXternen schauen nur nach Äußerlichkeiten (Foto, Anschreiben, Noten, Lebenslauf) und haben von dem Fachgebiet keine Ahnung. Den Leuten aus den Fachabteilung kann man fast immer Vertrauen und geben Sie geben einem eine ehrliche Antwort. Versucht aber nicht schlauer als euer neuer Chef zu sein. Der Schuß geht fast immer nach hinten los. (Leider) Willi Warlord
Datum: 31.08.2008 22:05
Ich finde ein Bewerbungsgespräch ist auch immer eine Bewerbung auf beiden Seiten. Der Arbeitnehmer bewirbt sich um eine Stelle und der Arbeitgeber um eine Arbeitskraft. Wenn ich mich bewerbe und ein Gespräch führe, dann schaue ich mir die Leute sehr genau an. Wichtig sind mir vor allem soziale Aspekte und eine gute Grundstimmung. Was sind das für Menschen, mit denen ich einen großen Teil meiner Lebenszeit verbringen werde? Welche Motivation ist vorhanden und haben die Leute wirklich ein ehrliches Interesse an mir? Wenn ich ein Personaler wäre, dann würde ich in erster Linie diesen sozialen Aspekt anschauen. Wenn die Krawatte nicht richtig sitzt, oder die Schuhe schlecht gebunden sind, dann ist das unerheblich wenn mir der Mensch authentisch vorkommt und ich das Gefühl habe das dieser Mensch sich wirklich für den Job interessiert. Genauso ist es doch mit Lücken im Lebenslauf oder anderen Dingen. Das alles ist nicht primär wichtig. Mit Sicherheit ist da auch eine Menge Instinkt mit im Spiel. Ein reibungslos funktionierendes Team braucht einfach eine positive Grundstimmung. Und letztendlich soll die Arbeit ja auch Spaß machen. Hey – wofür leben wir denn? Gruß Jonny
Datum: 31.08.2008 22:15
Also mal ganz ehrlich , ich bin derzeit Stundent der Technischen Informatik im Grossraum Hamburg. Wenn ich bei uns an der FH so am Schwarzen Brett die Firmenangebote durchlese glaub ich manchmal, dass ich im falschen Film bin. "Suchen VHDL Entwickler - Gehalt auf Zeitbasis 7€/Stunde" "Haben Sie ein hervoragenden Abschluss und sind knapp 21 Jahre alt ? Dann sind Sie genau richtig bei Uns". Ich weiss ja nicht wie ihr das so seht, aber ich werde ganz bestimmt nicht für 7 Euro pro Stunde VHDL Sachen entwickeln. Desweiteren haben viele Firmen heute Vorstellungen von Gehältern die grad mal so bei 30k liegen. Und dafür soll ich dann noch Studieren , was sich eh kaum noch einer leisten kann! Meiner Meinung nach ist in Deutschland die Zeit schon lange Reif nach einer Revolution auf dem Arbeitsmarkt ! ! !
Datum: 31.08.2008 22:30
>Nur eine Firma hat mein Fachwissen nachgeprüft. >Bei dieser Firma arbeite ich heute immer noch. D.h. Du konnst bei den anderen nicht landen, weil sie auch Wert auf andere Dinge legten? Da haben wir es doch!
Datum: 31.08.2008 22:40
@Giorgio Bevor du hier herumpolterst, lies doch bitte mal zu Ende. Von 7 abgeschickten Bewerbungen wurde ich zu 6 Vorstellungsgesprächen eingeladen und ich hatte 4 echte Zusagen. Ich konnte mir meinen Arbeitgeber aussuchen. Das ganze innerhalb eines viertel Jahres. Wie sieht denn deine Quote aus. Wieviele Bewerbungen hast du abgeschickt? Willi Warlord
Datum: 31.08.2008 22:47
> 1. Horrende Gehaltsvorstellungen von Absolventen > > Es ist für einen Absolventen ohne Erfahrung schwer, zu einer > vernünftigen Gehaltsaussage zu kommen. Man hat kein früheres Gehalt, Na das ist ja wohl das Einfachste. Wenn man die Firma kennt, und das sollte man, weiß man, ob nach Tarif oder nicht bezahlt wird. Und die Tarife stehen im Internet. Ansonsten gilt das Statistische Bundesamt. > 3. Auftreten > Werte wandeln sich (Wertewandel) und das ist nichts Schlechtes. Jede > Generation ist anders sozialisiert. Schon Aristoteles hat den Verfall > der Jugend beklagt. Sehe ich auch so, jedoch sollte man in Bild des Unternehmens passen. Immerhin repräsentiert man was. Da treten viele Unternehmen sehr konservativ auf. Im Übrigen sollte das Outfit zum Beruf passen. Wollpulli und Schlappen sind vielleicht nichts für einen Großkonzern aber vielleicht etwas für eine Werbeagentur. Andersrum wird man bei einer Werbeagentur schief angesehen, wenn man in Anzug und Krawatte erscheint. Weiterhin gelten hier die Regeln des Revieres. Samy Molchos "Alles über Körpersprache" ist ein guter Tipp. ISBN:3442390478* > Wenn man nach einem Bafög-Studium Schulden hat, kann man sich keinen > teuren Anzug aus dem Modehaus leisten. Als Student laufen die meisten im > T-Shirt rum. Das ist schon allein die Existenz eines Anzugs viel wert. Das geht schon. Andererseits kann man die Dinger auch ausleihen. > > Das mit den Haaren habe ich überhört. Man darf sich in unserem Land zum > Glück die Haare immer noch so wachsen lassen, wie man das selbst für > richtig hält. Sicherlich. Und in diesem Land darf auch der Personaler immer noch "nein" sagen, wenn ihm die haare des Bewerbers nicht gefallen. Ein "Sie passen nicht in unser Unternehmen" reicht dazu völlig aus. > 4. Überzogene Erwartungen > Woher kommen denn die Erwartungen. Es sind die Firmen, die mit tollen > Anzeigen für sich werben. Tut mir bitte den Gefallen und betrachtet mal > einige Anzeigen unter diesem Gesichtspunkt. Da sieht man Mitarbeiter in > multinationalen Teams, die sich kommunikativ über einen Plan beugen. > Oder den Projektleiter mit dem Bauhelm vor einem strahlend blauen Himmel Hier sollte auch der Inhalt verstanden werden. Es gibt Muss-Haben-Anforderungen und es gibt Sollte-Haben. Diese beiden Sachen werden sehr oft nicht verstanden. Oft ist zu lesen "... ist von Vorteil" oder "Wünschenswert..." oder "Idealerweise...". Das sind alles keine Anforderungen, die man erfüllen muss und trotzdem glaubt die Mehrheit der Bewerber das Gegenteil. Und woher kommt das alles? Meine Erfahrung ist, dass viele Bewerber der Meinung sind, die Bewerbung darf nichts kosten und man soll doch der Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden. Diese Meinung wird leider in vielen Foren genährt, wobei die Meinung meistens von er4folglosen Bewerbern stammt: "Wenn ich keine Stelle bekomme, dann sollst du auch keine bekommen." Jede Absage trägt dazu bei, besser zu werden. Man lernt immer dazu.
Datum: 31.08.2008 22:55
Ein Punkt habe ich eben noch vergessen. Man sollte sich nicht zuerst bei seiner Lieblingsfirma bewerben, sondern zuerst bei den Firmen die nicht in die engere Wahl gekommen sind. Das übt ungemein und vermeidet spätere Enttäuschungen. Manchmal ist auch ein Glückstreffer dabei den man nicht erwartet hat. Willi
Datum: 31.08.2008 22:59
>Man sollte sich nicht zuerst bei >seiner Lieblingsfirma bewerben, sondern zuerst bei den Firmen die nicht >in die engere Wahl gekommen sind. Selten so einen Schmarrn gelesen. Geht's noch?
Datum: 31.08.2008 23:10
Das ist definitiv kein Blödsinn. Nach dem Studium hat man den zwar den Kopf voller guter Ideen, aber die Wirklichkeit sieht doch anders aus. Auch ein Bewerbungsgespäch muß man in der Praxis üben. Es gibt nur wenige perfekte Menschen. Erfahrung prägt den Menschen. Und am effektivsten lehrt man aus den eigen Fehlern. Wenn man dazu bereit ist. Ich habe mein erstes Bewerbungsgespräch auch in den Sand gesetzt und daraus gelernt. Das war einer der erwähnten Absagen. Willi Warlord
Datum: 01.09.2008 01:29
1) Nie bei der Firma zuerst bewerben, zu dem man am Ende will! Erst 2 Jahre woanders. 2) Nie bei der Firma zuerst ein Gespräch haben, zu der man will. Erst 2 woanders! Also : Bei Müller und Meier vorstellen, bei Schulze vorstellen und anfangen, dann zu Firma Rübensack und Co wechseln. >> Es ist für einen Absolventen ohne Erfahrung schwer, zu einer >> vernünftigen Gehaltsaussage zu kommen. Man hat kein früheres Gehalt, >Na das ist ja wohl das Einfachste. Wenn man die Firma kennt, und das >sollte man, weiß man, ob nach Tarif oder nicht bezahlt wird. Und die >Tarife stehen im Internet. Ansonsten gilt das Statistische Bundesamt. Wo lebst Duuuu denn? Weder das Bundesatm noch sonst eine offizielle Quelle kennt aktuelle Gehälter. Die kennen nur Durchschnittswerte aus Längsschnittmessungen! Nene, Poker ist angesagt!
Datum: 01.09.2008 05:03
Leider produzieren sehr viele Bewerber nur Blindleistung... Ich frage mich wie das geht? Der Berwerber der schon etwas produziert... Also bitte.... OK, OK. Wenn wirklich Leute in der Nase popeln, die Schuhe dreckig usw. dann muss man diese Leute sieben, ganz klar. Aber lange Haare oder vorherige Zeitarbeitsfirmen im Lebenslauf sollten keine Auswahlkriterien sein. Klar wuenscht sich der Arbeitgeben gute bzw sehr gute Leute. Jedoch sollte mam ein gesundes Mittelmass finden. Habe selber mal erlebt das der Chef nur die Besten der Besten weiter beschaeftigt hat, alles was Mittelmass war flog. Schade nur das der Laden nach 2 Jahren dicht gemacht hat. Alle wussten das sie sehr gut sind aber es braucht auch Leute die den Laden tragen...


