Datum: 01.09.2008 16:11
Hallo. Für einen ggf. anstehenden Geräteverkauf in die USA benötige ich Informationen hinsichtlich der Netzverträglichkeit. Meine Gerätekomponenten lassen sich bei 110V/60Hz betreiben. Eine Nachbarfirma hat einen Laborplatz mit 110V/50Hz an dem ich mein Gerät aufbauen und testen könnte. Wie steht es nun mit den 50Hz? Laufen Geräte an 110V/50Hz, wenn sich auch an 110V/60Hz laufen? Es handelt sich um folgenden Geräte: -Inkubationshaube (mit Gebläsemotor) -Peristaltikpumpe -PC -TFT-Monitor -Netzteil. Ein Test ist erforderlich, wenn ich bei der Installation in den USA keine bösen Überraschungen erleben will. Grüße Marcusius
Datum: 01.09.2008 16:39
Bei Wechselstrommotoren ist bei 60Hz mit etwas höherer Drehzahl zu rechnen. Wenn es nur ein Lüfter ist, dann wäre das sicher harmlos. Wenn die Drehzahl jedoch genau stimmen muß, hilft z.B. eine Riemenscheibe geeigneten Durchmessers. Evtl. hilft auch eine passende USV das Problem zu umgehen. Besser ist jedoch, wenn man überall Netzteile hat, die man NIE umschalten muß! Man sollte jedoch auch daran denken daß bei 110V ein höherer Strom als bei 230V fließt (Sicherung?).
Datum: 03.09.2008 11:13
Regel: Motor bei gleicher Spannung an 60 statt 50 Hz: Drehmoment ist 5 Sechstel, Drehzahl ist 6 Fünftel der Typenschildangabe => funktioniert. Ist der Motor jedoch für 60 Hz gebaut, wird er bei Betrieb mit 50 Hz und gleicher Spannung mehr Strom ziehen ( Eisen geht mehr in die Sättigung ), dann hilft wohl nur => ausprobieren ! Gruss
Datum: 04.09.2008 23:07
Hallo Marcusius, ohne Details über die genauen Geräte läßt sich da nur mutmaßen. Die von "Nixwisser" genannte Motordrehzahländerung gilt nur bei der Asynchronmaschine. Ein Universalmotor (Gleichstrommotor im Nebenschluß) wird keine andere Drehzahl aufweisen. Für die Pumpe gilt dasselbe wie für den Motor. Bei PC und TFT-Motitor schau bitte mal auf die Typenangabe. Da steht bestimmt was zu (oft sind die Geräte für beides ausgelegt). Das Netzteil hast Du auch sehr ungenau definiert. Die Handyladegeräte (Schaltnetzteile) laufen sehr häufig mit 110V/60 Hz. Wenn Du sichergehen willst, besorgst Du Dir eine Frequenzumrichter, mit dem Du aus den 60Hz 50 Hz machst. Dann kannst Du auch gleich auf 230V umrichten. Gruß, Michael
Datum: 05.09.2008 13:27
Zum Thema FU: Bedenke auch, dass die Otto-Normal-FU's PWM ausgeben, der erst mit den Motowicklungen zu einem Sinus werden..!
Datum: 05.09.2008 13:32
@Techniker: Deswegen schaltet man dann ein Sinusfilter hinterher. Dann braucht man keinen Motor..... Helmut.
Datum: 06.09.2008 09:51
Mit "Ist der Motor jedoch für 60 Hz gebaut" meinte ich natürlich eine Asynchronmaschine, hätte ich sagen müssen. Die Drehzahländerung gilt ebenfalls für eine Synchronmaschine, falls die notwendige Felderregung noch vorhanden ist. --- Ein Universalmotor ist eine DC-Maschine mit Feld und Anker im Reihenschluss ( nicht Nebenschluss ), die auch an Wechselstrom funktioniert; und bei gegebenem Lastmoment mit zunehmender Netzfrequenz etwas geringere Drehzahl hat als an Gleichspannung. Gruss
Datum: 06.09.2008 12:36
was mir gerade zum Betreff einfällt: http://www.finger.de-web.cc/brenner/brenner5_6.jpg (nennt sich Kompensation in der Obstkiste) von http://www.fingers-welt.de/gallerie/eigen/maschine...
Datum: 08.09.2008 11:21
"(nennt sich Kompensation in der Obstkiste)" Da sage noch einer, es gäbe kein nachhaltiges Wirtschaften ! Viele Grüsse mit mindestens 50 Hertz !-
Datum: 08.09.2008 11:25
Hallo, > > Ein Universalmotor ist eine DC-Maschine mit Feld und Anker im > Reihenschluss ( nicht Nebenschluss ), die auch an Wechselstrom > funktioniert; und bei gegebenem Lastmoment mit zunehmender Netzfrequenz > etwas geringere Drehzahl hat als an Gleichspannung. ja, richtig. Mein Fehler. Gruß, Michael
Datum: 29.09.2008 09:59
So, ich bin es 'mal wieder. Vielen Dank für all' eure Kommentare. Der PC lässt sich umschalten. Montitor kann mit 110/60 betrieben werden. Die Pumpe funktioniert ebenfalls bei 110/60. Die Inkubationshaube hat einen Trafo. Das heißt der Gebläsemotor, läuft mit 12V oder so ähnlich. Mein Netzteil, hat ebenfalls einen Trafo, der 110/60 verträgt. Alle Geräte sind also 110V/60Hz tauglich. Was mich im Moment nur interessiert, ist das Verhalten der Geräte bei 110V und !50Hz!, nicht 60Hz. Denn unter diesen Bedingungen könnte ich die gesamte Anordnung testen. Spielen die 50Hz eine Rolle oder nicht? @oszi40: Höherer Strom bei 110V? I=U/R. I proportional U. Nach meinem Verständnis sollte der Strom kleiner werden. Oder habe ich da einen Denkfehler? Grüße Marcusius
Datum: 29.09.2008 11:20
Um die gleiche LEISTUNG bei halber Spannung zu erreichen braucht man den doppelten Strom. P=U*I Deshalb ist die 110V-Trafowicklung manchmal etwas dickerer Draht und die Sicherung etwas stärker. Ein Auge auf die Sicherungen kann nie schaden! Besonders WICHTIG ist der Blick auf die Spannungseinstellungen wenn Geräte wieder an 230V angesteckt werden!!! Da habe ich schon Berge defekter Netzteile gesehen, weil einer vergssen hatte, den Spannungsumschalter einzustellen. Ob 50 oder 60Hz dürfte keinen Totalausfall zur Folge haben. Ob jedoch die Motordrehzahlen stimmen, kann ich mit der Glaskugel nicht beurteilen. Bei der Auslieferung würde ich deshalb auf jeden Fall alle Stecker gut einpacken und mit 110V beschriften WENN sie schon auf 110 geschaltet sein sollten.
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