Datum: 04.09.2008 08:35
Hallo, ich habe hier gerade einen Schrittmotor aus einem alten Drucker ausgebaut, er funktioniert auch (macht kleine Schritte, wenn ich abwechselnd Spannung an die 4 Kontakte anlege). Was ich nicht verstehe ist die kleine Schrittweite. Ich hab mich mal belesen bei http://de.wikipedia.org/wiki/Schrittmotor Da steht etwas von einer Schrittweite von 3,6 bzw. 1,8 Grad. Wieso so klein? Wie geht das mit 4 Kontakten? Ich hab mir dann einen angebotenen Link angeschaut, den verstehe ich, aber da ist der kleinste (Halb-)Schritt 45 Grad? http://de.nanotec.com/page_static__schrittmotor_an... Klärt mich mal bitte auf :-)
Datum: 04.09.2008 08:53
Die Animation sagt schon sehr viel aus. Vergleich jetzt mal die Grafik mit den vier Spulen von Nanotec mit dem Foto vom Wikipedia. Du wirst sehen, dass die Spulenwicklungen sehr viel komplizierter sind als auf dem Schema. Dadurch kann eine genauere Auflösung erreicht werden. Und dann gibt es noch bei der Animation rechts unten die Modi "Halbschritt" und "Vollschritt". Das heißt du kannst den Rotor zwischen zwei Spulen positionieren um noch mehr Schritte zu bekommen. Die Aussage 3.6 bzw 1.8° ist sehr "interessant". Es gibt Schrittmotoren mit Schrittauflösung weit unter 1°! /hannes
Datum: 04.09.2008 09:00
Ok, auf dem Foto sind mehr als 4 Spulen. Aber wie kommt mein Motor dann mit 4 Anschlüssen aus? Oder hat so ein Motor dann soviele Anschlüsse wie Spulen? Nee, geht ja auch nicht.. ?
Datum: 04.09.2008 09:15
Der Stator wird von Spule zu Spule weitergereicht. Deswegen hängen viele Spulen parallel. Das führt aber auch dazu, dass ein Schrittmotor, wenn man ihn zu schnell ansteuert oder er mit der Last nicht klarkommt, springen kann. Dann ist er genau um 4 Schritte versetzt zur Sollposition.
Datum: 04.09.2008 09:19
Das Stichwort hilft mir nicht so richtig weiter in meiner Vorstellungskraft. Also ok, man kann mehr als 4 Spulen haben. Ich beziehe mich auf den zweiten Link. Also sagen wir 8 Spulen, zwischen jeder abgebildeten noch eine. Wie kommt man dann mit 4 Kontakten aus bzw. wie sind die 4 zusätzlichen Spulen dann angeschlossen?
Datum: 04.09.2008 09:25
Parallel oder in Reihe ( intern verschaltet ).
Datum: 04.09.2008 09:46
Gut, also ich schalte zu den 4 Spulen je eine parallel und platziere sie daneben. Da würde ich mal behaupten, es ändert sich überhaupt nichts, oder?
Datum: 04.09.2008 09:56
Vielleicht kannst Du damit was anfangen...
Datum: 04.09.2008 09:56
Wenn doppelt soviele Spulen, zyklisch verschaltet, aufeinanderfolgen, läuft das Drehfeld halb so schnell, ergo ist der Schrittwinkel halb so gross: Beispiel Synchron-Drehstrommotor: 2-polig d.h. Polpaarzahl=1 hat 3 Spulen => 1 Periode des Wechselstroms bewirkt 360° Umdrehung, 4-polig d.h. Polpaarzahl=2 hat 6 Spulen => 1 Periode des Wechselstroms bewirkt 180° Umdrehung, usw. usw. Schrittmotor hat eben noch grössere Polpaarzahl.
Datum: 04.09.2008 10:03
Das ganze funktioniert hauptsächlich deshalb, weil die beiden Rotorpole um eine halbe Zahnteilung gegeneinander verdreht sind.
Datum: 04.09.2008 10:15
Der Witz des Schrittmotores ist dass er innen einen Pol weniger hat als Aussen...
Datum: 04.09.2008 10:22
>Das ganze funktioniert hauptsächlich deshalb, weil die beiden >Rotorpole um eine halbe Zahnteilung gegeneinander verdreht sind. Das benoetigt man um das Rastmoment wegzumachen, wenn man Mikroschritte fahren will.
Datum: 04.09.2008 10:27
Also ich stell mir mal den Rotor wie im Link oben mit 2 Magneten vor, der von den Spulen angezogen wird. Die Spulen (wieviele auch immer) sind immer abwechselnd angeordnet, und im Rotor oder in den Spulen ist ein kleiner Versatz, so daß die Magnetfelder nicht genau gegenüber sind (sonst wäre nicht klar, in welcher Richtung sich der Motor dreht). Im Prinzip gäbe es jetzt viele mögliche Stellungen für den Motor (wo er stehen bleiben würde), aber er dreht sich nur bis zur nächstliegenden, da diese im Moment die stärkste Anziehungskraft ausübt - richtig?
Datum: 04.09.2008 11:50
Step wrote: > stehen bleiben würde), aber er dreht sich nur bis zur nächstliegenden, > da diese im Moment die stärkste Anziehungskraft ausübt - richtig? Er dreht sich immer so, dass die Feldlinien möglichst wenig durch Luft, sondern mehr durch das Eisen gehen (und somit die Feldlinien den kürzest möglichen Verlauf nehmen). D.h., der effektive Luftspalt wird minimiert. Und der Luftspalt ist dann minimal, wenn Rotor- und Statorzähne fluchten. 3374 wrote: > Der Witz des Schrittmotores ist dass er innen einen Pol weniger hat als > Aussen... Finde ich gar nicht so witzig. Das ist aber nur ein Aspekt... > Das benoetigt man um das Rastmoment wegzumachen, wenn man Mikroschritte > fahren will. Aber nicht nur. Den Versatz hatten Schrittmotoren schon, als die Leute, die das Microstepping erfunden haben, noch in die Windeln geschissen haben.
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