Datum: 09.10.2008 23:56
Hallo, macht aus der Sicht eines "alten Hasen" die o.g. Versicherung für einen Soft- und Hardwareentwickler Sinn?? Ich meine, selbst mit abben Beinen bin ich in der Lage, zu entwickeln. Mein Nachbar hat eine Form der multiplen Sklerose, und auch der führt seinen Job als Ingenieur von zuhause weiter aus. Aktuell fällt mir eigentlich nur Erblinden, abbe Hände oder geistiges Nachlassen ein, und dann ist man doch fast schon Pflegefall. Spar ich mir das Geld, oder ist so eine Versicherung sinnvoll? Bekäme ich, wenn ich die nicht in Anspruch nehme, meine "Einlagen" dann wieder? Gruß Mr.Green
Datum: 10.10.2008 00:26
Nein, ich hab auch keine solche Versicherung. Allenfalls fuer andere Berufe, die gefaerdeter sind. Solange ich einen Wissensvorsprung habe, hab ich was zu verkaufen.
Datum: 10.10.2008 08:22
ich habe es kombiniert mit der LV... du bekommst auch Teilrenten für 'abbe Bein'...
Datum: 10.10.2008 09:28
Inzwischen überdenke ich meine meinung. Früher dachte ich, ICH bin Kopfarbeiter, berufsunfähig werde ich durch Kopfschuss, na und als Volldebiler ist es mir egal in welchem Dreck ich lebe. (Makaber aber wahr) Jetzt sehe ich das ein wenig anders, es hat Fälle von Schlaganfall im Bekanntenkreis gegeben. Das macht Dich berufsunfähig bei vollem bewusstsein. Eine versicherung dagegen habe ich aber auch immer noch nicht ... Aber es waren ja meinungen gefragt ...
Datum: 10.10.2008 10:17
Reine Abzocke bei nicht gefahrgeneigten Berufen. Unfallversicherung habe ich. Schlaganfall (mit Folgen) ist doof, die schlimmsten Folgen werden aber von der PV gedeckt. Devise ist: so leben, dass die Wahrscheinlichkeit für Infarkte aller Art minimal ist. Bin auch nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert, da selbständig. Risiko macht das Leben erst spannend. Außerdem: wenn du die Versicherung brauchst, ist sie infolge der dann gerade aktuellen Finanzkrise ohnehin gerade pleite.
Datum: 10.10.2008 10:22
Einlagen bekommst du nicht wieder. Jedenfalls nicht bei den mir bekannten Versicherern. Ist wie KFZ-Haftpflicht eine Risikoversicherung. Nur bei Rentenversicherungen und Lebensversicherungen gibt es in manchen Fällen vielleicht was zurück (Sparversicherung).
Datum: 10.10.2008 10:27
>Bin auch nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert, da selbständig.
Biste wohl und nennt sich Hartz 4 (früher Sozialhilfe)
Wer Berufsunfähig wird kann auch von dieser sozialen Hängematte
aufgefangen werden. Einziger Nachteil: Man darf nur ein geringes
Schonvermögen haben. Was darüber hinaus geht muß erst aufgebraucht
werden.
Bei ner Berufunfähigkeitsversicherung gibt es diese Beschränkung
meines Wissens nicht. Kritisch ist, das die Versicherungen sehr
Leistungsunwillig sind und jede auch noch so kleine verschwiegene
Vorerkrankung gnadenlos für sich nutzen um nicht zahlen zu müssen.
Das Leid des Betroffenen ist denen dann wurscht.
Datum: 10.10.2008 12:26
Das ist dummes Zeug! Hier steht's : http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7.html gez. Katapulski
Datum: 10.10.2008 13:05
Früher habe ich auch gedacht, dass ich das nicht brauche. Heute mit Haus und Familie sehe ich das anders. Ich möchte schon sichergestellt wissen, dass wir im Fall der Fälle das Haus halten können und die Kinder zur Uni können. Das wird zwar mit den BU-Auszahlung auch schwer, aber nicht unmöglich. Man sollte nur ein paar Dinge beachten. 1. Parallel eine Rechtsschutzversicherung bei einem anderen Versicherer. Die Flexibilität bei der Auszahlung der BU Rente steigt doch erheblich, wenn die wissen, dass Dich Prozesskosten nicht jucken brauchen. 2. Ausreichende Höhe: Wenn man wegen der Kosten nur für 500€ abschliesst sollte man es lassen. 500€ gibt es auch Sozialhilfe, mit Kindern sogar mehr. Alles unter 1500€ Rente/Monat ist sinnlos. 3. Auf keinen Fall mit einer Lebensversicherung koppeln (allenfalls mit einer Risikolebensversicherung). Gruss Axel
Datum: 10.10.2008 13:52
Ne Tante hat eine solche Versicherung abgeschlosse und wurde dann tatsächlich berufsunfähig - nun erhält sie eine satte Rente und kann glücklich in einer großen Wohnung leben ohne sich Sorgen machen zu müssen.
Datum: 10.10.2008 19:56
>erhält sie eine satte Rente und kann >glücklich in einer großen Wohnung leben ohne sich Sorgen machen zu müssen. Herr, laß Hirn regnen! Wie glücklich hätte sie erst sein können, wenn sie durch eine Krankheit/Unfall nicht berufsunfähig geworden wäre. Nur mit einem verstauchten Ohrläppchen passiert das nämlich nicht. :-(( gez. Katapulski
Datum: 10.10.2008 20:21
> 3. Auf keinen Fall mit einer Lebensversicherung koppeln (allenfalls > mit einer Risikolebensversicherung). Wieso?
Datum: 11.10.2008 07:24
Weil dann die Beiträge wesentlich höher sind. Wenn man dann mal in finanzielle Engpässe kommt, kann man nicht nur den (teuren) Kapitallebensversicherungsteil kündigen, sondern muss die ganze Versicherung kündigen. Und je nach Alter nimmt einen eine andere Versicherung dann nicht mehr oder nur zu hohen Beiträgen, wenn es denn dann finanziell besser geht. Daher nur eine getrennte BU bzw. eine mit "kleiner" Risikolebensversicherung. Dann sind die Monatsbeiträge niedrig.
Datum: 11.10.2008 07:27
@Katapulski: >Herr, laß Hirn regnen! Kann ich verstehen, Du brauchst welches... >Wie glücklich hätte sie erst sein können, wenn sie durch eine >Krankheit/Unfall nicht berufsunfähig geworden wäre. Nur mit einem >verstauchten Ohrläppchen passiert das nämlich nicht. :-(( Das ist sicherlich richtig, aber die BU-Versicherung zahlt schon bei 50% BU und nicht erst, wenn man sabbernd im Rollstuhl sitzt. Vielleicht war die Tante Sekretärin und hat jetzt eine leichte Arthritis in der linken Hand? Dann sind das schon 50% für ihren Beruf. Und mal ehrlich: Wenn ich dann netto von der BU-Versicherung das bekomme, was ich vorher hatte, dann nehme ich eine leichte Arthritis hin. Dafür dann viel Freizeit, das Leben geniessen, etc.
Datum: 11.10.2008 12:41
>zahlt schon bei 50% und nicht erst, wenn man sabbernd im Rollstuhl sitzt.
"Das will ich sehen", sprach der Blinde. Du hast offenbar keine
Erfahrung
mit dem Ernstfall gemacht. :-(
gez. Katapulski
Datum: 11.10.2008 13:45
Die Tante sitzt tatsächlich nicht im Rollstuhl. Sie ist aber eben nicht fähig belastende Arbeiten durchzuführen, weil sie dann Kopfschmerzen bekommt. Klar: Natürlich ist es absolut unschön berufsunfähig zu werden. Aber wenn es passiert, ist man mit Versicherung wesentlich besser drann als ohne.
Datum: 11.10.2008 14:04
Im übrigen wird die BU-Versicherung von allen anerkannten Institutionen - wie z.B. Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest, Zeitschriften wie Capital, Wirtschaftswoche, etc. - zu den drei wichtigsten Versicherungen gezählt, neben Krankenversicherung und Haftpflicht.
Datum: 11.10.2008 16:46
<Im übrigen wird die BU-Versicherung von allen anerkannten Institutionen <- wie z.B. Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest, Zeitschriften wie <Capital, Wirtschaftswoche, etc. - zu den drei wichtigsten Versicherungen <gezählt, neben Krankenversicherung und Haftpflicht. NaJa die dritt wichtigste Versicherung, kann auch die am wenigsten unwichtige sein... haftpflicht und Krankenversicherung ist klar, weil da auch mal Millionen fällig werden können. Aber statt Berufsunfäigkeitsversicherung ist doch eine gesunden lebensweise und früher Vermögensaufbau zu empfehlen. Vielleich noch ne Unfallversicherung...
Datum: 13.10.2008 21:29
Datum: 14.10.2008 10:57
>Aber statt Berufsunfäigkeitsversicherung ist doch >eine gesunden lebensweise und früher Vermögensaufbau zu empfehlen. Wieso anstatt? Beides wäre angebracht. Aber viele werden eben nicht durch ungesunde Lebensweise berufsunfähig. Ein Zeckenbiß und schon kann es das gewesen sein... Und gerade den Vermögensaufbau möchte man doch absichern, wenn man eine Immobilie erworben hat. Wir haben gerade gebaut. Wenn ich da berufsunfähig werde und keine Versicherung hätte, könnten wir uns den Kredit nicht mehr leisten, also müßten wir aus der Hütte ausziehen und könnten ewig Schulden abzahlen für nix. Für jemanden, der jung ist, keinen Lottogewinn gemacht hat, frisch gebaut oder ein Haus gekauft hat, für den ist eine BUVersicherung sowieso Pflicht... >Vielleich noch ne Unfallversicherung... Nur ein Bruchteil derjenigen, die berufsunfähig geworden sind, hatten einen Unfall. Von daher lieber gleich richtig versichern.
Datum: 14.10.2008 11:43
Als Hard- und Softwareentwickler kannst du berufsunfähig werden, wenn deine Augen nachlassen, so dass du nicht mehr sehen kannst, was du programmierst oder lötest. Dazu muss man nicht gleich erblinden, ein Star reicht schon. Oder wenn deine Hände ihre Beweglichkeit verlieren oder anfangen zu zittern (Muskel- oder Nervenerkrankungen, Gelenkerkrankungen, Parkinson, Rheuma, Arthrose). Oder wenn du nicht mehr einen Tag lang sitzen kannst (Rückenleiden). Es muss nicht immer gleich zum GAU kommen (Hand ab, Augen raus, Rollstuhl, Schlaganfall). Und selbst wenn dir dann alles egal ist - was ist mit deiner Familie? Reichts nicht, wenn der Vater dauerkrank ist, muss auch noch ein massiver sozialer Abstieg dazukommen? Und: Berufsunfähig != Arbeitsunfähig. Je nachdem kannst du bestimmt noch prima Bürgersteige fegen oder Zeitungen austragen, für einen Bruchteil deines Ex-Gehalts. Rente gibts dann keine, du arbeitest ja. Nett, wenn dann eine Versicherung da ist, die den Verlust wenigstens zum Teil kompensiert.
Datum: 14.10.2008 13:52
<Es muss nicht immer gleich zum GAU kommen (Hand ab, Augen raus, <Rollstuhl, Schlaganfall). Und selbst wenn dir dann alles egal ist - <was ist mit deiner Familie? Reichts nicht, wenn der Vater dauerkrank <ist, muss auch noch ein massiver sozialer Abstieg dazukommen? NaJa, wenn Papi berufsunfähig und den ganzen tag zu Hause hockt, muss Mutti halt arbeiten gehen. Und so massiv ist der Abstieg nicht, solange man ein Dach übern Kopf hat.
Datum: 14.10.2008 14:44
> NaJa, wenn Papi berufsunfähig und den ganzen tag > zu Hause hockt, muss Mutti halt arbeiten gehen. Natürlich muss sie. Eine Berufsunfähigkeit wirft die ganze Lebensplanung um, da werden alle Karten neu verteilt. Fraglich ist, ob Muttis Beruf genau soviel einbringt wie Vatis - in vielen Familien ist das nicht so, und um diese Einbuße auszugleichen, schließt man eine Versicherung ab.
Datum: 14.10.2008 20:42
<Natürlich muss sie. Eine Berufsunfähigkeit wirft die ganze Lebensplanung <um, da werden alle Karten neu verteilt. Fraglich ist, ob Muttis Beruf <genau soviel einbringt wie Vatis - in vielen Familien ist das nicht so, <und um diese Einbuße auszugleichen, schließt man eine Versicherung ab. Auf gut deutsch, man schliesst die Versicherung ab, um in Schadensfall weiter Audi statt Fahrrad/Rollstuhl fahren zu können...
Datum: 14.10.2008 20:54
> Auf gut deutsch, man schliesst die Versicherung ab, > um in Schadensfall weiter Audi statt Fahrrad/Rollstuhl > fahren zu können... Im Prinzip ja, wenn es das ist, was einem wichtig ist. Wer sich mit jedem Schicksalsschlag abfindet, der braucht keine Versicherungen.
Datum: 15.10.2008 14:46
Sicher, die Versicherungen sind die Guten, zahlen ohne Bedenken. Und nach 12 Monaten schicken sie einen internen Art vorbei, der die BU aberkennt. BUV ist bekantermaßen der größte Schwachsinn wenn man den Versicherungen keinen Glauen schenkt
Datum: 15.10.2008 15:12
BU ist sinnvoll. Mal geschaut, was du an gesetzlicher Rente bekommst, wenn du nicht mehr arbeitsfähig sein solltest? Vor allem geht es um eine _Berufs_unfähigkeit nicht um eine _Arbeits_unfähigkeit. Also wenn du zB als Ing. nicht mehr arbeiten kannst, warum auch immer. Könntest ja noch Straße fegen... Außerdem gibt es Versicherungen, die zum Ende der Laufzeit (wenn nicht in Anspruch genommen) einen gewissen Betrag(abhängig von der Entwicklung der Finanzmärkte) wieder ausbezahlen. In dem Fall ist das Geld zumindest nicht ganz weg, wenn vielleicht auch nicht die Gesamtheit aller Beiträge zur Auszahlung kommt.
Datum: 16.10.2008 15:59
"Außerdem gibt es Versicherungen, die zum Ende der Laufzeit (wenn nicht in Anspruch genommen) einen gewissen Betrag(abhängig von der Entwicklung der Finanzmärkte) wieder ausbezahlen. In dem Fall ist das Geld zumindest nicht ganz weg, wenn vielleicht auch nicht die Gesamtheit aller Beiträge zur Auszahlung kommt." Und das sind die, von denen man unbedingt die Finger lassen sollte. Denn im Prinzip sind das verkappte Sparverträge, nur, dass man nicht weiss, wie viel gespart, was gespart, wo das Geld landet und wie viel es rausgibt. Man kann allerdings, wenn man ein bischen googelt rausfinden, dass der Versicherungsvertreter, der einem die verkauft, daraufhin seine Frau mindestens auf einen netten Wochenendurlaub ainladen kann. Gruss Axel
Datum: 16.10.2008 16:17
Solange man Strasse fegen kann, kann man auch als Ing. arbeiten!
Datum: 17.10.2008 14:02
> Straße fegen ==> Verweisung
Das Kleingedruckte ist bei einer BU sehr wichtig.
Risiko-LV mit BU könnTe preiswerter +sinnvoll sein.
Datum: 27.10.2008 11:19
Heute in der Zeitung gelesen: "Unfallversicherung: Eher Luxus und fast immer zu teuer ist eine Unfallversicherung. Sie deckt lediglich ein Teilrisiko; das eigentliche Risiko aber heißt Berufsunfähigkeit.[...]" "Berufsunfähigkeitsversicherung: Teuer, aber wichtig ist daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung.[...]"
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