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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Als Dipl. Ing. in eine Gewerkschaft beitretten


Autor: Cimbom Gs (cimbomgs)
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Hallo,

da ich neu im Berufsleben bin, habe ich noch nicht viel Erfahrung.

Ich würde gerne wissen, ob es sinnvoll ist als ein Dipl. Ing. in eine 
Gewerkschaft beizutreten.

Welche Vorteile hätte ich?
Gibt es auch Nachteile?

Wie ist es so bei euch, wie ist eure Erfahrung?


Danke
Cimbom

: Gesperrt durch User
Autor: Peter Pan (Gast)
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Hi,

Wenn du Tariflich verdienst dann hat diesen Vertrag die Gewerkschaft 
ausgehandelt und wenn dein Arbeitgeber mal keine Tariferhöhung bezahlen 
will und die Gewerkschaft sagt es wird gestreikt dann kannst du daran 
nur teilnehmen wenn die Gewerkschaft dich vertritt( Mitglied sein ).

Während der Zeit die gestreikt wird zahlt dann die Gewerkschaft jedem 
Mitglied sein Gehalt und sorgt dafür das der Arbeitgeber dich nicht 
kündigen kann.

Zusätzlich kann man über die Gewerkschaft auch Rechtsbeistand bekommen ( 
Arbeitsrechtschutz )

Ob sich das lohnt mußt du selber entscheiden kostet ja immerhin 1% 
deines Einkommens.

Aber wenn keiner Mitglied wird werden in zukunft kaum Arbeitskämpfe 
organisiert werden. Da der Arbeitgeber weiß das z.B. 70% seiner 
Belegschaft nicht Streiken dürfen weil sie kein Mitglied sind, dann hat 
er nichts zu befürchten.

gruß

P.Pan

Autor: A. K. (prx)
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Peter Pan wrote:

> will und die Gewerkschaft sagt es wird gestreikt dann kannst du daran
> nur teilnehmen wenn die Gewerkschaft dich vertritt( Mitglied sein ).

Liest sich in http://de.wikipedia.org/wiki/Streik#Allgemeines etwas 
anders: Demnach muss der Streik von einer Gewerkschaft organisiert, aber 
der Streikende kein Mitglied sein. Der Unterschied liegt im Geld 
währenddessen.

Autor: Cimbom Gs (cimbomgs)
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danke für die Infos..

nun wenn ich aber kein Tariflohn erhalte, würde es für mich auch kein 
Sinn ergeben Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden?!.. ODER??

Ingenieur haben doch generell kein Tariflohn denke ich...

Autor: A. (Gast)
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>Ich würde gerne wissen, ob es sinnvoll ist als ein Dipl. Ing. in eine
>Gewerkschaft beizutreten.

Nein. Du solltest nur nicht streiken, dann bekommst du auch Dein Geld 
von der Firma und brauchst keine Streikkasse. Das Streiken besorgen 
schon die die Arbeiter in der Werkshalle für Dich. Sie können echt etwas 
lahm legen und bekommen dann auch einen Ersatz. Du solltest brav 
weiterentwickeln, weil du mit einem Streik sowieso keinen Druck ausüben 
kannst. Du kannst statt Streik, Druck mit Gehaltsforderung machen.

Autor: Matthias (Gast)
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> Ingenieur haben doch generell kein Tariflohn denke ich...

Witzigkeit kennt keine Grenzen...

Autor: Cimbom Gs (cimbomgs)
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Matthias wrote:
>> Ingenieur haben doch generell kein Tariflohn denke ich...
>
> Witzigkeit kennt keine Grenzen...

und was ist da so witzig :-D


ich muss sagen, ich bin bis jetzt nicht schlauer geworden :-(

Autor: Matthias (Gast)
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grob gesagt ist alles bis 60k Tarifgehalt. Und die 60k-Grenze muß 
erstmal durchbrochen werden... Als Berufsanfänger brauchst Du Dir über 
soetwas keine Sorgen zu machen.

Autor: Kai Walz (walle79)
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Matthias wrote:
> grob gesagt ist alles bis 60k Tarifgehalt. Und die 60k-Grenze muß
> erstmal durchbrochen werden... Als Berufsanfänger brauchst Du Dir über
> soetwas keine Sorgen zu machen.

Wobei eine tarifliche Bindung des Arbeitgebers vorausgesetzt wird!

Also gerade bei kleinen Firmen ist eine Gewerkschaftsmitgliedschaft 
total verschenktes Geld.

Autor: Cimbom Gs (cimbomgs)
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Ka We wrote:
> Wobei eine tarifliche Bindung des Arbeitgebers vorausgesetzt wird!

heißt das, dass der Arbeitgeber entscheidet ob er Tariflohn zahlen will 
oder nicht?!

Wenn ich tariflich gebunden bin oder Tariflohn erhalte, warum kann ich 
dann über mein Gehalt haldeln? Im Tariflohn ist doch genau festgelegt 
wer wieviel bekommt.

Autor: Siggi (Gast)
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>>> Also gerade bei kleinen Firmen ist eine Gewerkschaftsmitgliedschaft
>>> total verschenktes Geld.

Ja, das ist die richtige Einstellung. In den letzten 8 Jahren sind die 
Reallöhne um 0,8 % in der BRD gesunken, in Frankreich um 7.5 & und in GB 
um 26,1 % gestiegen.

Und das muß so bleiben.


Ihr Arbeitgeberverband

Autor: Klugscheißer (Gast)
Datum:

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Was du bist und was du tust, können unterschiedlicher Natur sein.
Beispiel: Du bist Dipl.Ing. und arbeitest als Taxifahrer.
Da ist dein Qualifikationsgrad belanglos.

Vorteile der Gewerkschaft: -Beschäftigungsbedingungen beim Arbeitgeber
                           für die Belegschaftsmasse durchzusetzen.
                           -Automatisch Rechtsschutz bei Streitigkeiten
                           im Arbeitsverhältnis
                           -Tarifvertragsbedingungen gelten für
                           Mitglieder und Nichtmitglieder
                           (Gleichheitsgrundsatz)
                           -Möglichkeit des Aufstiegs (durch Wahl)
                           zum Betriebsrat oder Betriebsratsvorsitzenden
                           mit Kündigungsschutz.
                           -Div. Kostenvorteile (z.B. Autoclub)

Nachteil der Gewerkschaft: -Individuelle Probleme des Mitglieds lassen
                           die Gewerkschaft gewöhnlich kalt.
                           Ansprechpartner wäre ohnehin der Betriebsrat
                           (Nichtmitglieder und Mitglieder).
                           -Gewöhnlich 1% Beitragshöhe ohne das man
                           direkt (außer Arbeitsrechtsschutz) was
                           davon hat.

Kommentar: In Konzernen mit hohere Beschäftigtenzahl und einem Mix
verschiedener Qualifikationen machen Gewerkschaften durchaus Sinn.
Allerdings ist die Gewerkschaft nur dann stärker, wenn viele Mitglieder
ihren Beitrag leisten. Momentan verlangt die Metallgewerkschaft 8% mehr 
Lohn ohne das man seinen Vorgesetzten von seiner Leistungsfähigkeit
überzeugen oder um Lohnerhöhung anbetteln muß. Nur eine starke
Gewerkschaft kann dies für alle durchsetzen.
In machen Betrieben ist die Mitgliedschaft bei Eintritt in die 
Beschäftigung Pflicht. Kann aber frühstmöglich ohne Nachteile
fristgerecht gekündigt werden.
Als Ingenieur, der ohnehin AT verdient dürfte eine Mitgliedschaft
entbehrlich sein und Rechtsschutz kann man Privat auch zum Festpreis
bei der Assekuranz abschließen.
Wenn deine Gewerkschaft streiken will oder muß, erhalten die
Streikenden Streikgeld, das geringer als der Normalverdienst ist.
Wenn der Betrieb ohne die Streikenden nicht aufrecht gehalten werden
kann, kann der Arbeitgeber sämtliche Beschäftigte kalt aussperren was
meines Wissens in Deutschland bisher äußerst selten war, weil
so die Gefahr erheblicher finanzieller Einbußen für den AG bestand.

Autor: Dipl-Werkschafter (Gast)
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-Ein Tarifvertag ist nützlich.
-In manchen Firmen gilt der nur für Gewerkschafter und andere müssen 
einzeln dafür verhandeln oder klagen...
-Frag einfach Deine Kollegen in welcher Gewerkschaft sie sind
-Manchmal gibt es auch schöne Veranstaltungen
-Es gibt auch ATs in der Gewerkschaft

Autor: IGBT (Gast)
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Eigentlich hat die "Lehmschicht"
nichts in der Gewerkschaft zu suchen....

(Ist der Satz zu provokativ?)  ;-)

Autor: Cimbom Gs (cimbomgs)
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auf was beziet sich 1% Gewerkschaftsgebühren?
Auf das Neto oder Bruto?

ist 1% nicht unfair? je mehr man verdient umso mehr zahlt man :-(...

Autor: gast (Gast)
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je mehr man verdient, umso höher ist die gehaltssteigerung.

5% von 2000 ist 100
5% von 4000 ist 200

das ist ungerecht

Autor: gast (Gast)
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wenn du jetzt 1% bezahlen mußt ist das bei

2000 20 rest 80
4000 40 rest 160

doppelte gehaltssteigerung

Autor: Simon (Gast)
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>>je mehr man verdient, umso höher ist die gehaltssteigerung.
>>5% von 2000 ist 100
>>5% von 4000 ist 200
>>das ist ungerecht

ist ja wohl logisch... meine gäbe es bei gehalserhöhungen nur eine 
steigerung um jeweils einen fixen betrag, würden in x-jahren alle 
gleichviel verdinen...

Autor: Tobi (Gast)
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ich bin gerade etwas enttäuscht von der IGM.
Mit dem neuen Entgeldsystem ERA wird Geld aus den oberen Lohngruppen 
gestrichen, um die "unteren" Lohngruppen anzuheben.
Und auch in der Firma bekommt man von den Kollegen aus der Fertigung oft 
zu spüren, dass die Ingenieure ruhig etwas abgegen sollen...
Also wenn dann Gewerkschaft, dann eine die Ingenieure auch vertritt! Ich 
kenne keine, also sollte man eine Gründen!! Wer macht mit??

Autor: Klaus (Gast)
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Zum Gründen einer Gewerkschaft sind wir bezogen auf den Gesamtanteil der 
anderen halt zu wenig.

Das Problem sind nicht die Firmen die zu wenig zahlen, sondern der 
Steuersatz.

Wenn du Brutto von der Firma 4000 bekommst, muss die Firma ca. 5000 
zahlen. Du bekommst aber nur 2200 Netto raus. Der Rest landet beim Staat 
(Gesundheitsfonds, Lohnsteuer, Soli, Rentenversicherung (von der ich nix 
mehr bekommen werde wenn ich alt bin))

Autor: Matthias (Gast)
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@Tobi:
Die Gewerkschaften vertreten Ingenieure kaum oder gar nicht, weil die 
Ingenieure ihrerseits nicht in Gewerkschaften mitarbeiten.
Und ja, ERA ist ein Umverteilungsprogramm. Aus Sicht der unteren 
Lohngruppen ist jeder Ingenieur ein Bonze, auch wenn Du vielleicht nur 
40-45k verdienst....

Autor: Neuwähler (Gast)
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Gewerkschaftsmitglied sein UND auf der Karriereleiter stehen schließen 
sich gegenseitig aus.

Autor: A. K. (prx)
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Aber nicht doch - bei den Gewerkschaften gibt's auch so eine Leiter.
http://www.berlin.de/imperia/md/images/bacharlotte...

Autor: Neuwähler (Gast)
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Genial!
Ich bin schon bei der 5.Sprosse angekommen, aber irgendeiner will mich 
überholen - nix da, runter mit dir!

Autor: A. K. (prx)
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Mehr dazu siehe http://www.peter-lenk.de, unter Konstanz.

Autor: thorsten (Gast)
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Als Ingenieur ist man in der Gewerkschaft fehl am Platz! Die tun nichts 
für einen!

Beitrag "Gewerkschaft für Ingenieure"

Autor: Max M. (xxl)
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Gewerkschaften sind auch nur für die Masse der Gewerkschafter da.
Tariflöhne bekommen auch Ingenieure bei Eintritt ins Unternehmen
oder eben AT wenn die besonders gut und begehrt sind. Später ist
das dann alles Verhandlungssache. Daher ist ein Beitritt nicht
sinnvoll.

Autor: Onkel Metall (Gast)
Datum:

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Wenn Ihr dann alle ausgetreten seid,

beklagt Euch bitte nicht, wenn keiner einen Tarifvertrag, 
Urlaubsansprüche usw. verhandelt. Auch ein AT hat Anspruch auf Urlaub 
und Geld lt. Tarivertrag + x €€€€

Autor: Yaro (Gast)
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Man kann einen Anzug tragen und dabei trotzdem finden, dass Leute, die 
in der Werkshalle arbeiten einen Anspruch auf einen angemessenen Lohn 
haben.
Ohne Gewerkschaften hätten wir hier immer noch Verhältnisse von 1920, wo 
einfache Arbeiter rücksichtslos ausgebeutet wurden.
Ohne Gewerkschaften hat der einfache Mann den Arbeitgeberverbänden, die 
ihr Bestes tun, um noch mehr in die eigene Tasche zu bekommen, nichts 
entgegenzusetzen.
Klar hat man als einfacher Arbeiter deutlich mehr von der Gewerkschaft, 
sollte aber auch als Besserverdiener nicht überheblich werden und 
meinen, dass die Angelegenheiten der Breitn Masse einen nichts Angehen.

Gruß, Yaro

Autor: ING_IGM (Gast)
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Ich kann denn Leuten von der IGM nicht mehr zuhören.

Auf jeder Betriebsversammlung wird über die Ingenieure (bzw. allgemein 
über die "white color" Mitarbeiter) hergezogen.

Unsere Arbeit findet nun mal für den "normalen" Bandarbeiter im 
Verborgenen statt. Es wird i.a. nich daran gedacht, welche Produkte für 
die nächsten 5 Jahre schon jetzt am entstehen sind.

Wir können auch die Entwicklung schließen, die Ingenieure rausschmeißen 
und dann in zwei Jahren auch die Produktion zu machen, weil keiner mehr 
die alten Produkte will!

Auch diese andauernde Gleichmacherei geht mir gewalltig auf den Keks. 
Warum soll man nicht für eine bessere Ausbildung (Studium) auch besser 
Entlohnt werden. Schließlich ist man viel Flexiebler einsetzbar, kann 
sich schnell in neue Themengebiete einarbeiten und trägt auch für das 
Produkt, und somit letztlich auch für die Arbeitsplätze der Kollegen, 
eine größere Mitverantwortung. Jeder ist für seine Berufswahl 
(Ausbildungsweg) selbstverantwortlich. (Frei nach einem Ex-Prof: "Die 
Intelligenz ist bei 98% der Menschen gleich, die Motivation sein 
Potential auch auszuschöpfen mit nichten!")

Sorry das musste jetzt mal raus. Auch wenn das viele bestimmt anders 
sehen. Aber das ist leider mein Eindruck von den IGM-Parolen der letzten 
Jahre.

Autor: ... ... ... (Gast)
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ING_IGM schrieb:
> Auf jeder Betriebsversammlung wird über die Ingenieure (bzw. allgemein
> über die "white color" Mitarbeiter) hergezogen.
Es heisst "White-Collar" und "Blue-Collar", denn Collar steht für Kragen 
und nicht für Farbe.
Und nein, so etwas habe ich noch nie von der IG Metall und Co. gehört. 
Im Allgemeinen sind Gewerkschafter (und auch Betriebsräte) auf die 
Langlebigkeit eines Unternehmens aus und wissen, dass das ohne 
Weiterentwicklung nicht geht.

Autor: ING_IGM (Gast)
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@... ... ...
Ohh Ja! Schande auf mein Haupt! Narürlich muss es "Collar" heißen. Ist 
wohl schon zu spät für mich. Ab ins Bett.

>Und nein, so etwas habe ich noch nie von der IG Metall und Co. gehört.
>Im Allgemeinen sind Gewerkschafter (und auch Betriebsräte) auf die
>Langlebigkeit eines Unternehmens aus und wissen, dass das ohne
>Weiterentwicklung nicht geht.

Die meistem meiner Ing-Kollegen haben leider den selben Eindruck. Wir 
haben uns schon oft darüber aufgeregt und diskutiert.

Autor: Otto Normal (Gast)
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Es gab mal eine Zeit in den 80er Jahren, da waren Gewerkschaften 
machtvolle Organissationen, die auch mal gerne mit überhöhten 
Forderungen (beispielsweise 35 Std. Woche bei vollem Lohnausgleich) 
selbst den ein- oder anderen nachdenklichen Arbeitnehmer verprellt 
haben. Zu diesem Zeitpunkt war Lohndumping im Vergleich zu heute ein 
absolutes Randthema. Die Arbeitswelt war gewissermaßen noch "in Ordnung" 
und Betriebe haben sogar noch Beschäftigte integriert, von denen jeder 
(im Betrieb) wußte, dass diese Spezies die Firma eigentlich mehr kostet, 
als dass sie Einnahmen erbrächten. Große Betriebe steckten das aber 
locker weg udn der Betriebsfrieden war eine heilige Kuh. Dennoch wurde 
allen ein ordentliches, wenn auch meist nicht besonders hohes Einkommen 
bezahlt - die Produktivität gab das her. Heutzutage dürfen sich 
Gewerkschaften mit von den Arbeitgebern (und der INSM) selber 
gegründeten Scheingewerkschaften wie im Fall Schlecker herumschlagen. 
Gegen Firmenverkäufe sind Gewerkschaften nahezu machtlos (wie im Fall 
Nokia) - da bleibt meist nur hinterher den Scherbenhaufen in Form eines 
einigermaßen hinzunehmenden Sozialplans zusammenzukehren - und das ist 
schon viel heutzutage! Nach meiner Auffassung sind ECHTE Gewerkschaften 
(jeder kennt sie) heutzutage WICHTIGER DENN JE und überhaupt die 
einzigen Organisationen, die den weiteren Verfall an Arbeitnehmerrechten 
noch wenigstens ausbremsen können und das auch tun. Insgesamt gilt, nie 
waren Gewerkschaften so schwach wie heute und nie waren sie so wichtig 
wie heute (mal abgesehen von der Zeit, als wir uns noch im 
Steinzeit-Kapitalismus befanden, zu dem gewisse gesellschaftliche 
Gruppen gerne wieder hin wollen, weil da der Arbeitnehmer mit Null 
Rechten ausgestattet einen Dreck galt und wenn er laut aufmuckte, er 
seine Kündigung bereits im Briefkasten hatte).

Also unterstützt bitte Gewerkschaften, auch wenn man nicht mit jeder 
Auffassung immer konform geht. Der soziale Friede im Land ist zunehmend 
in Gefahr.

Autor: zwieblum (Gast)
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Dem kann ich voll zustimmen - auch wenn ich vom gegnerischen Verein 
komme. Da gibt's die selben Organisationen, nur mit anderen Zielen (in A 
der Wirtschaftsbund, zB, der findet eas ganz toll wenn sich 
Gewerkschaften auflösen).

Autor: Paul (Gast)
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>Insgesamt gilt, nie waren Gewerkschaften so schwach wie heute

Und warum? Weil die, die die Kraft der Gewerkschaft bitter bräuchten 
wegen den dümmlichsten Gründen ausgetreten sind. Weil sie Geschwätz 
glauben, das von der Gegenseite über die Gewerkschaften verbreitet 
worden ist. Außerdem wird m. E. zu viel über den Betriebsrat 
abgewickelt. Der hat nicht annähernd den Schneid wie eine Gewerkschaft 
mit ihren professionellen Rechtskenntnissen.

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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Paul schrieb:
> Außerdem wird m. E. zu viel über den Betriebsrat
> abgewickelt. Der hat nicht annähernd den Schneid wie eine Gewerkschaft
> mit ihren professionellen Rechtskenntnissen.

Ähm, im Betriebsrat sitzen doch zu einem nicht geringen Teil 
Gewerkschafter?

Autor: Wählerfrage (Gast)
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Hallo Mark,
es kann nur das gewählt werden, was da ist. Wenn Ihr Euch die Richtigen 
aussucht, habt Ihr genau den Bertiebsrat, den Ihr gewollt habt.

Vorteil einer gewissen Gewerkschafterbeteiligung ist, daß die 
Gewerkschaft den Überblick über viele Betriebe hat und somit aus 
Fehlern/Sünden der Vergangenheit gelernt hat und schon einige 
Erfahrungen mitbringt, die der frische BR erst noch sammeln müßte.

Man sollte aber wissen, daß Gew. und BR nicht immer die selben Ziele 
haben.

Autor: Martin (Gast)
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... 1% Beitragshöhe ...

Das ist ein Witz von einem Beitrag, wenn man bedenkt, daß man damit eine 
kampfstarke Organisation an seiner Seite hat(Rechtsbeistand bei einer 
Kündigung, Streik, Probleme im Betrieb, wie Mobbing, etc). Wer in der 
Kirche ist sollte einfach austreten. Denn die Kirche nimmt so um die 8 - 
9 % der festgesetzten Einkommensteuer und die Vorteile liegen in der 
Nähe von 0.

Autor: Hans (Gast)
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Die Kirchensteuer sind maximal 3% vom Brutto, teilweise 3,3% - da gibt 
es einen Deckel. Ok, immerhin das Dreifache des GW-Beitrags.

Ich mache das so und addiere beide Zahlen. Dann habe ich 4% gespart (bei 
mir immerhin 3000,- im Jahr). Da brauche ich weder Kirche, noch 
Gewerkschaft.

Die Gewerkschaft hat uns ERA gebracht. Weg damit!

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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Martin schrieb:
> Denn die Kirche nimmt so um die 8 - 9 % der festgesetzten Einkommensteuer
> und die Vorteile liegen in der Nähe von 0.

Wenn man leugnet, dass die Kirchen viele sinnvolle Institutionen 
betreiben wie z.B. Altenheime, Kindergärten, Sozialstationen - dann mag 
die Rechnung so aufgehen.

Autor: yannik (Gast)
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das ist so nicht ganz richtig - für diese organisation erhalten sie 
zuschüsse
und diese organisation haben dafür einige (m.E.) nicht berechtige 
vorteile (zb sind teilweise besondere arbeitsverhätnisse möglich)

Autor: Jens (Gast)
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Ich denke es hängt schon stark von den handelnden Personen ab.
In einer Bude wie z.b. Airbus hast Du auch im Betriebsrat Ingenieure. 
Und ein Betrieb in dem es Arbeiter, Angestellte und Ingenieure gibt, da 
wird sich jedes Betriebsratsgremium über Ingenieure freuen die 
mitmachen.

Die IG Metall und auch andere Gewerkschaften sind ja keine Firmen oder 
Versicherungen, die einfach eine bestimmte Leistung für eine Gebühr 
anbieten. Ganz im Gegenteil verfolgen sie primär keine wirtschaftlichen 
Interessen und formieren sich demokratisch aus den eigenen Reihen, mit 
dem Zweck die eigenen, die Arbeitnehmerinteressen, warzunehmen.

Ob Du nun Mitglied wirst oder nicht. Primär wird sich nichts ändern. 
Sekundär stärkst Du mit Deiner Mitgliedschaft Deine Interessen.

ERA ist übrigens in vielen Betrieben ein Erfolg. Bei Airbus z.B. gibt es 
grade für junge Ingenieure besser Entwicklungschancen dank ERA. Außerdem 
haben 75% der Kolleginnen und Kollegen teilweise deutlich höhere 
Eingruppierungen erhalten und nicht einer hat mit ERA weniger.

Es könnte daran liegen, dass in den Betriebsräten und IG Metall Gremien 
der Airbus-Standorte viele Ingenieure und Techniker vertreten sind...

Autor: Marx W. (Gast)
Datum:

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Mark Brandis schrieb:
> Wenn man leugnet, dass die Kirchen viele sinnvolle Institutionen
>
> betreiben wie z.B. Altenheime, Kindergärten, Sozialstationen - dann mag
>
> die Rechnung so aufgehen.

Die lassen sich in der BRD Alles vom Staat bezahlen!

Autor: MaWin (Gast)
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> gäbe es bei gehalserhöhungen nur eine steigerung um jeweils einen
> fixen betrag, würden in x-jahren alle gleichviel verdinen...

Die Realität zeigt dir, es ist andersrum,.
die besserverdienenden erhöhen ihren Abstand.

Da wäre es nicht verkehrt, öfter mal absolute und keine prozentualen 
Lohnerhöhungen zu verlangen.

> überhöhten Forderungen (beispielsweise 35 Std. Woche bei
> vollem Lohnausgleich)

Richtig, 14% Lohnsteigerung.
Aber was sind schon 14%, wenn die Arbeitgeber es inzwischen
schaffen, der Lohn auf die Hälfte abzusenken ?

Selbst mit 14% mehr kommen wir nicht an die Löhne unserer
alteuropäischen Nachbarn ran.

Und so lange es so ein massives Überangebot an Arbeitskräften gibt, bei 
INgenieuern werden beispielsweise 40% gar nicht in ihrem Fach eingesetzt 
sondern als billige Lückenstopfer, z.B. Taxifahrer verwendet, wäre eine 
bessere Aufteilung der zu leistenden Arbeit auch nicht verkehrt: Nicht 
einer 70 Stunden (hier wird doch von unseren high performern so gerne 
über die freillig geleisteten Überstunden geredet) und der andere gar 
nichts, sondern beide 35 Stunden.

Stattdessen:
Wochenarbeitszeitdurchschnitt Tarif/Real
1965 (40-42/42) und
2003 (35-40/44,9) Stunden

Beitrag #1929854 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Holzmichl (Gast)
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>70 Stunden
Ich kenne echt welche, die das machen :-)

>hier wird doch von unseren high performern so gerne
>über die freillig geleisteten Überstunden geredet)

Das machen die, der Karriere wegen. Wer am meisten ranklotzt, macht 
Karriere. Dabei geht es nicht um mehr Geld - relativ haben die viel 
weniger - sondern einfach darum, den besseren Job zu bekommen. Viele 
wollen nicht ewig in der Entwicklung hängen, sondern aufsteigen.

Deshalb investieren sie soviel Zeit.

Die Firmen sehen das sehr gerne und nutzt diese Typen aus. Am Ende 
kriegt er nur einer von drei Ranklotzern den Job. Die anderen gucken in 
die Röhre.

Da mache ich z.B. nicht mit. 40h reichen


>sondern beide 35 Stunden.

Schöne Theorie, aber wenn du nicht bereit bis, ab und an etwas mehr zu 
machen, dann kriegst Du teilweise gar keinen Job, denn Deine Rechung 
geht für die Firmen nicht auf:

Wenn die 2 "35er" bezahlen müssen, statt einem 70er, dann zahlen  sie 2x 
volle Krankenkasse und Rentenversicherung, da der 35er voll unter den 
Grenzen liegt. Der 70er liegt mit 40% seines Gehalts darüber, ergo wird 
da nicht mehr fällig. Ausserdem zahlen sie so für 2 Leute Fortbildung, 
Büro und Facility.

-> http://www.ig-ing.de/html/artikel_mehrarbeit.htm

Dann hat man noch das Problem der Arbeitsübergabe, weswegen 2 nicht 
doppelt so effektiv sind, wie einer !

Real ist es so, das 2 Leute mit 50h Wochenarbeitszeit etwa 40h arbeiten, 
der mit 35 aber nur 27!

Man kann also mit 2 "50ern" dasselbe erreichen, wie mir 3 "35ern", 
nämlich 80h netto Arbeit.

Der 50er kostet aber nicht 50/35 brutto, sondern z.B. nur 75/60.

Die beiden 50er kosten also 150/60, die 3 35er hingegen 3x60/60!

Die Firma muss also schon brutto 18/15 = 20% mehr ausgeben.

Hinzu kommen für einen Mann die Bürokosten, die Lizenzen, die 
Fortbildung, die Sicherheitsunterweisungen ....

Autor: austeiger (Gast)
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Hallo,

ich bin schon seit der Berufsausbildung in der IG Metall, nun noch 
Studium drauf gesetzt.

Aber ich frage mich momentan ob es als Ing noch Sinn macht.

Die kleinen Leute z. B. Facharbeiter sehen uns auf Wolke 7 schweben und 
der ERA Tarif ist der reinste Witz.

Was mich bis jetzt immer noch bei der Stange hielt, war die Chance bei 
einem schlechten Zeugnis, dies mit Hilfe der IG Metall an zu fechten.

Aber bei uns ist die IG Metall sehr arbeitgeber-freundlich, weshalb ich 
starke Zweifel hege, dass die im akuten Fall auf meiner Seite stehen.

Was meint ihr, lohnt es sich überhaupt noch jeden Monat der Gewerkschaft 
dass Geld in den Rachen zu schmeissen, wenn diese bei hart-auf-hart 
wahrscheinlich zum AG halten wird?

Ich habe auch eine Rechtschutzversicherung, habt ihr da schon 
Erfahrungen hinsichtlich Zeugnis anfechten, etc?

Autor: Martin (Gast)
Datum:

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Yaro schrieb:
> Man kann einen Anzug tragen und dabei trotzdem finden, dass Leute, die
> in der Werkshalle arbeiten einen Anspruch auf einen angemessenen Lohn
> haben.
> Ohne Gewerkschaften hätten wir hier immer noch Verhältnisse von 1920, wo
> einfache Arbeiter rücksichtslos ausgebeutet wurden.
> Ohne Gewerkschaften hat der einfache Mann den Arbeitgeberverbänden, die
> ihr Bestes tun, um noch mehr in die eigene Tasche zu bekommen, nichts
> entgegenzusetzen.
> Klar hat man als einfacher Arbeiter deutlich mehr von der Gewerkschaft,
> sollte aber auch als Besserverdiener nicht überheblich werden und
> meinen, dass die Angelegenheiten der Breitn Masse einen nichts Angehen.

Vollzitat, weil das manche Leute ruhig noch ein zweites Mal lesen 
sollten.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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Mitglied bei einer Gewerkschaft zu sein, heißt die Gewerkschaften beim
Kampf um Arbeitsplätze insbesondere bei Verhandlungen um Löhne und
Gehälter zu unterstützen. Nicht-Mitglieder bekommen in der Regel
das gleiche Einkommen wie Mitglieder bei gleicher Qualifikation
(Gleichbehandlung).
Das Individuum hat in der Regel wenig von der Mitgliedschaft
weil der Fokus der Gewerkschaften auf die breite Masse an
Arbeitnehmern eines Betriebes oder einer Branche gerichtet ist.
Ingenieure zahlen da natürlich am meisten (1% vom Brutto, wie alle).
Der Nutzen ist dann oft am geringsten weil die Ings. meist
ohnehin den höchsten Tarif nach dem Tarifvertrag oder AT bekommen.
Streiks betreffen Ingnieure eher selten weil deren Tätigkeit meist
in den Geisteswissenschaften anzutreffen und somit nicht immer
messbar ist, im Gegensatz zur Produktion wo die Arbeitsleistung,
bzw. die Produktivität, sehr wohl messbar ist.
Vorteilhaft ist, das man als Gewerkschaftsmitglied automatisch
Rechtsschutzversichert ist, allerdings sind die Kosten vor einem
Arbeitsgericht im Streitfall ohnehin nicht so hoch wenn die
Rechtslage nicht außergewöhnlich problematisch ist.
Allerdings könnte bei den üblichen Einkünften eines Ingenieurs
eine private Rechtsschutzversicherung günstiger sein.
Ich habe mal gehört das man in manchen Betrieben Pflichtmitglied
wird, wenn man eingestellt wird, aber man nicht auf Dauer bleiben
muss. Ob es stimmt, weiß ich nicht.

Autor: kyb (Gast)
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Gewerkschaften haben natürlich eine wichtige Funktion für Arbeitnehmer, 
da sie deren Verhandlungsmacht bündeln und so für eine gewisse 
Waffengleicheit sorgen. Zustände des frühen Industriezeitalters gehören 
nicht zuletzt deswegen der Vergangenheit an.

Gewerkschaften repräsentieren klassischerweise den kleinen Mann, der im 
Jargon der Kaufleute wahlweise als Ressource oder Betriebsmnd ein 
geführt wird.Zwar fallen mit einer zunehmenden Vergeistlichung der 
Arbeit längst auch akademische Berufe unter diese Klassifizierung. In 
der Mitgiedschaftsstruktur der Gewerkschaften spiegelt sich dies aber 
nicht wieder, wofür es auch gute Gründe gibt.
Die Sprache der Gewerkschaften ist nach wie vor proletarisch 
kämpferisch; während der Arbeiter darauf anspricht, fühlt sich der 
Ingenieur von den Parolen intellektuell abgestoßen und sucht eher die 
Abgrenzung.
Die Rollenverteilung bei Akademikern ist diversifizierter und für 
Streiks weit weniger geeignet, da nicht ein eindeutiger Schaden durch 
ein streikendes Kollektiv messbar wird, wie es etwa bei 
Produktionsprozessen der Fall ist. Ein Ingenieur hat seine individuelle 
Rolle in bestimmten Projekten; eine Streikteilnahme würde meist nicht 
unmittelbar Wirkung zeigen, sondern er riskiert zu einem späteren 
Zeitpunkt zum kritischen Pfad seines Projekts zu werden. Also viel 
Stress und Karriererisiken, wenn der Arbeitskampf längst vorbei ist. Und 
wenn er als Konsequenz den Streik arbeitend im Home Office bestreitet, 
so hat der Arbeitgeber größten Grund zur Freude.

Natürlich könnten auch Ingenieure den Arbeitgeber durch Streiks unter 
Druck setzen. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn sich durch einen hohen 
Organisationsgrad viele daran beteiligen. Zum Beispiel in einer 
Ingenieursgewerkschaft, die es aber nicht gibt. Da aber kaum Ingenieure 
in der realen Gewerkschaft sind, würde man als Streikender auffallen und 
es sich mächtig mit allen Vorgesetzten verscherzen. Ohne 
gehaltstechnisch den geringsten Vorteil gegenüber den 
Trittbrettfahrerkollegen zu haben. Da man als halbewegs vernünftiger 
Mensch so etwas nicht macht, fällt das Streikgeld als Hauptgrund für 
eine Gewerkschaftsmitgliedschaft aus. Hinzu kommt, dass ein Ingenieur 
dann überproportional in eine Interessensvertretung einzahlt, die seine 
Interessen aufgrund ihrer Mitgliederstruktur kaum vertritt. Vielmehr 
kann er selbst an der Gehaltsschraube drehen, indem er den Chef in 
Volllastzeiten mit Hinweis auf die Angebote der Konkurrenz freundlich 
um mehr Geld bittet. Sein Arbeiterkollege wäre erheblich leichter und 
schneller zu ersetzen und wird sich mit derartigen Versuchen schwerer 
tun.

@ Cimbom Gs
Als Ingenieur ist ein Gewerkschaftsmitgliedschaft meist 
rausgeschmissenes Geld, nicht zuletzt wegen des geringen 
Organisationsgrades. Streiken wirst du so nie müssen. Die Arbeitgeber 
geben alle von der Gewerkschaft ausgehandelten Errungenschaften auch an 
dich weiter. Nicht zuletzt damit du nicht auf die Idee kommst da 
einzutreten. Eine individuellere Interessensvertretung könnte sicher 
mehr rausholen. Da es die nicht gibt, begnüg dich mit den gesparten 
Gewerkschaftbeiträgen.
Falls wider Erwarten gaanz viel Kollegen aus deinem Umfeld Mitglieder 
sind, so wird man dich früher oder später unter Druck setzen auch 
beizutreten. Bis dahin würd ich abwarten.

Autor: Juppi J. (juppiii)
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ja,ja....immer die Anderen erst einmal !

Autor: Backflow (Gast)
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>...fühlt sich der Ingenieur von den Parolen intellektuell abgestoßen und
>sucht eher die Abgrenzung.

In der stillen Hoffnung durch Anpassung auf die andere Seite wechseln zu 
können.

>...würde man als Streikender auffallen und es sich mächtig mit allen 
>Vorgesetzten verscherzen

Diese erbärmliche Einstellung sagt eigentlich alles.

Autor: Mitarbeiter (Gast)
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kyb schrieb:
> Die Arbeitgeber
> geben alle von der Gewerkschaft ausgehandelten Errungenschaften auch an
> dich weiter.
Nennt man Trittbrettfahren.


In unserem Betrieb haben nur ältere Ingenieure (mit-)gestreikt.
Waren wohl schon vorher bei edeka (ende der Karriere) angelangt...

Es wäre schön, wenn sich Ings nicht als Streikbrecher betätigen würden 
(Urlaub / gelber Schein zum Beispiel).
http://www.reutlingen.igm.de/news/meldung.html?id=26981

Autor: Markus F. (Gast)
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Ein immer wiederkehrendes Thema.

Herz auf die Hand:

Wer von euch ist in der Gewerkschaft?

Gemessen an den Versuchen, eine zu gründen
Beitrag "Interessengemeinschaft der Ingenieure"

können das nicht viele sein :-(

Mitarbeiter schrieb:
> kyb schrieb:
>> Die Arbeitgeber
>> geben alle von der Gewerkschaft ausgehandelten Errungenschaften auch an
>> dich weiter.
> Nennt man Trittbrettfahren.

Viele ältere Ingenieure handeln ihre Vorteile selber aus und haben ar 
kein grosses Interesse, die an die grosse Glocke zu hängen. Wenn es bei 
der Gewerkschaftsverhandlung 3% mehr gibt, erhöht sich bei den meisten 
Ingenieuren nur das Grundgehalt. Für die Steigerung der Zulage muss man 
selber sorgen. Da haben einige gut vorgesorgt und sich eine jährliche 
Steigerung von 5% in die Verträge reinschreiben lassen, sodass die 
Zulage mitwächst und das Gehalt immer weiter steigt.

Gespart wird an den Neulingen, die kein AT mehr bekommen.


Andere Frage:

Wieviel Zulagen habt ihr?

Bei mir sind 70% des Gehaltes Zulage, die jederzeit wegfallen kann, wenn 
die Firma zahlungsunfähig wird und ich wäre fast davon betroffen 
gewesen, da ich fast nicht beim jetzigen Dienstleister, sondern bei 
Reutx unterschrieben hätte.

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