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Forum: Digitale Signalverarbeitung / DSP DSP-Einstieg

Autor: Jannis L. (jannis)
Datum: 20.11.2008 23:33

Hallo,

Ich habe vor mich in der nächsten Zeit mit DSPs zu beschäftigen und mein
langfirstiges Ziel ist, einen SPDIF-Decoder zu bauen.
Ich habe mich bis jetzt nur mit AVRs beschäftig und nun ist meine Frage,
mit welchem DSP ich einsteigen könnte. Ich habe nur ein Programmiergerät
für AVRs und ich will nicht viel Geld für ein neues Programmiergerät
ausgegeben.
Desweiteren habe ich bis jetzt nur mit PDIP Gehäusen gearbeitet doch ich
befürchte dass es keine DSPs in PDIP gibt.

Es wäre schön wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet.

Danke schon mal im Voraus.

Jannis
Autor: Josef (Gast)
Datum: 21.11.2008 14:43

Marktfuehrer in dem Bereich ist TI. Mit der C2000 Familie ist eigentlich
einiges abgedeckt.
http://focus.ti.com/paramsearch/docs/parametricsea...

Aber zum Audio (z.B. SPDIF Dekoder) gibt's auch fertige Loesungen

http://focus.ti.com/apps/docs/appcategory.tsp?appI...
Autor: Jannis L. (jannis)
Datum: 21.11.2008 18:37

Aber die Chancen einen DSP in einem PDIP-Gehäuse zu finden ist
hoffnungslos, oder?
Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite
Datum: 21.11.2008 18:39

dsPIC vielleicht, aber keine fuer Audio geeigneten DSPs.
Autor: Jannis L. (jannis)
Datum: 21.11.2008 18:52

hmm so ein Ärger. Aber danke an euch beiden für eure Hilfe!
Autor: Strubi (Gast)
Datum: 21.11.2008 18:58

Hi,

warum auf PDIP festlegen? Graut Dir vor SMD? Wenn Du deine eigene
Platine machen wolltest, koenntest Du auch gleich mit Core-Modulen
arbeiten. Da sparst Du dir schon mal die ganzen EMV-Aspekte.
Zum Blackfin koennte ich einige Core-Module empfehlen:

- CSP Minotaur (www.camsig.co.uk): 25x25mm grosses Core-Modul (ca. 140
Euro), wird einfach auf die Platine geschraubt (Gummiverbinder).
Footprints hab ich im Eagle und Kicad-Format und geb' sie auch her :-).
Meiner Meinung nach ein sehr robustes Modul, hat einige heftige
Beschleunigungen ueberstanden.

- Bluetechnix (www.tinyboards.com): Diverse Blackfin-Varianten mit
Mini-Steckverbindern. Habe ich noch nicht integriert, aber gelten als
bewaehrte Module. Duerften auch um die 140 Euro liegen.

Von den Folgekosten duerften die Blackfins bei den generell verfuegbaren
DSPs am guenstigsten liegen, eine komplette Entwicklungsumgebung kriegt
man mit etwas Gebastel ab 100 Euro dazu - allerdings muss man sich mit
GNU-Software anfreunden (m.E. ist der GCC auf dem Blackfin sowieso der
robustere Compiler).

Gibt hier ein paar Links zu diversen tools, einfach mal die Suche
bemuehen.

Gruss,

- Strubi
Autor: Josef Warta (josefwa)
Datum: 23.11.2008 19:35

Zum Thema DIP Gehaeuse:
Es gibt von TI standardisierte Module, sogenannte ControlCards. Da ist
alles drauf und es gibt unterschiedliche Module vom High-End Controller
28335 (mit FPU) bis runter zum kleinsten PICCOLO. Und preisguenstig.
Ein Experimenterboard nur mit Sockel und Anschluesse gibt's auch noch.

http://focus.ti.com/mcu/docs/mcuprodtoolsw.tsp?sec...
Autor: Frickler (Gast)
Datum: 11.12.2008 13:02

Ich möchte mich auch mal an DSPs versuchen.
In der Firma setzen wir einige ADSP-BF532 und 533 ein; ich hab hier
selber noch paar davon rumliegen. Könnte man damit was machen?
Ich hab noch nie mit nem DSP gearbeitet; aber ich würd, wie gesagt, mich
gerne mal damit befassen. Insbesondere interessiere ich mich für
digitale Filter, da hätte ich auch schon ein kleines Projekt, wo ich
sowas einsetzen möchte.
Taugt der BF532 was für Anfänger? Ich hab ja vorerst keine besonderen
Ansprüche.
Dann noch was: Wie programmiert man so ein Teil am besten? Es gibt da
sicher Programmiergeräte für und JTAG-Adapter, aber die kosten wohl alle
richtig Geld. Zum Basteln hab' ich das nicht.... Also: Wie bringt man
als Bastler das Programm in den DSP?
Und womit könnte ich überhaupt ein Programm erstellen? Gibts ne
Freeware-IDE?
Autor: Martin Strubel (strubi)
Datum: 11.12.2008 17:02

Hi Frickler,

also, ich persoenlich mag die Blackfin-Dinger :-) mache allerdings meist
Video-Kram damit. Google mal hier im Forum nach GNU toolchain, ICEbear,
etc. dann findest Du bestimmt ein paar Antworten.

Gruss,

- Strubi
Autor: Frickler (Gast)
Datum: 11.12.2008 21:19

@Strubi
Danke erstmal für deine Auskunft.
Gibts zut GNU Toolchain auch ne alternative?

Ich nehme an, mit ICEbear kann man über JTAG oder sowas den DSP
programmieren.
Liege ich da richtig?
Gibts die Blackfins auch mit integriertem Bootloader, sodass man sie
über RS-232 programmieren könnte? Das wär schön.

Gruss
Autor: Strubi (Gast)
Datum: 12.12.2008 01:59

Hi Frickler,

Ausser GNU gibt's nur eben Visual DSP++, das deutlich teurer zu Buche
schlaegt. Mit der Version 5.0 soll es zwar nicht mehr so buggy sein,
aber die Kosten finde ich recht dreist. Wenn dich GNU/Linux abschreckt:
Du
kannst Dir auch mit Eclipse ne schicke IDE aufsetzen und fuer den
Blackfin-GNU-Compiler konfigurieren.

Du liegst richtig, der ICEbear benutzt JTAG, und ist ansich eher zum
intensiven Debuggen gedacht (deswegen auch der nicht ganz
hobbykompatible Preis). Die 'light'-Variante nur zum Flashen ist eher
erschwinglich. Es gibt auch noch den gnICE, der deutlich langsamer sein
soll (leider selbst noch nicht getestet).

Wenn Du per RS232 booten willst, guck dir mal die BF53[4,6,7]-Reihe an,
oder die etwas frischeren BF52x-Chips. Mit dem bfin-elf-ldr-Tool kannst
Du direkt einen bootbaren Stream (vorausgesetzt, der Code tut das auch
richtig) erzeugen und den Kaefer hochfahren.
Allerdings weiss ich nicht, obs von dieser Baureihe was in nem von Hand
loetbaren Gehaeuse gibt..

Gruss,

- Strubi
Autor: Frickler (Gast)
Datum: 12.12.2008 12:35

Hoi Strubi,
danke für den Tipp mit Visla DSP++.
Kann das Programm auch digitale Filter implementieren?
Ich hab nämlich noch nie ein digitales Filter realisiert (da ich ja noch
nie mit nem DSP was gemacht habe). Da gibts sicher irgend einen Wizard
oder sowas, der das erstellt, oder muss man da alles von Hand
Programmieren?
Hmm wie programmiert man denn den DSP sonst, wenn der JTAG ja eher fürs
Debuggen gedacht ist?
Noch ne Frage:
Für wie realistisch erachtest du es, selber ein kleines Testboard mit
nem BF532 zu bauen? Der ist noch recht gut von Hand lötbar, und für mich
wäre eine 4Layer-Leiterplatte kein Thema. Ich hab schon mit ARMs und
diversen anderen Mikrocontrollern rumgebastelt, und ich habe (noch)
keine besonderen Anforderungen an den DSP, es macht also nichts wenn der
nicht mit 400 MHz oder was weiss ich läuft. Es soll nur überhaupt mal
laufen und irgendwas rechnen können ;-)
Als erste Anwendung habe ich mir auch schon was ausgedacht. Und zwar
soll es ein digitales Filter werden für ne Audioanwendung, so ne Art
Frequenzweiche. Ich denke sowas sollte noch machbar sein?

Ach ja: Ich hab sonst noch einen, zwei ADSP-21065 (Sharc, nicht
Blackfin) hier rumfliegen. Was kannst du zu denen sagen?

Gruss

PS: Gibts zum Einrichten der Eclipse-IDE für die DSP-Programmierung vlt.
ein Tutorial oder ne sonstige Anleitung? Ich hab noch nie mit Eclipse
gearbeitet.
Autor: Tobias Plüss (hubertus)
Datum: 16.12.2008 07:06

@strubi
Na, also wie das mit dem JTAG funktioniert würde mich auch mal
interessieren. Gibt es da vlt. eine selbstbau-Lösung? (vlt. ähnlich
ICEbear? Das Dingens ist bisschen teuer, wenn man nur basteln will.)
Ich möchte mal mit einem BF-532 anfangen. Dazu wäre es schön, wenns was
gäbe, womit ich den DSP zu VisualDSP++ connecten kann, das ich mir
mittlerweile als 3monatige Testversion gezogen hab. Dann könte man Code
runterladen und debuggen. Aber wie das im grossen und ganzen
funktioniert, weiss ich eben auch nicht. Irgendwie sind die Dinger nicht
so Einsteigerfreundlich.
Kann man denn per JTAG auch ein am SPORT-angeschlossenes DataFlash
programmieren? Der DSP (BF-532) kann ja von einem solchen booten.
Autor: Strubi (Gast)
Datum: 29.12.2008 00:28

Hi Tobias,

es gibt auch noch eine Billig-Loesung namens gnICE (siehe
blackfin.uclinux.org). Ist allerdings ziemlich lahm, und die Software
dem Preis entsprechend. Ist leider nicht einfach, ein gutes
Low-Cost-Programmiertool zu machen (auch die um 1000 Euro teuren ICEs
haben ihre Berechtigung). Ehrlich gesagt, ist der Blackfin fuer "mal
eben basteln"  zu komplex, ausser, man bekommt das ganze Board supply
package mit einem ueblichen Core-Modul.
Wenn du mit Klickibunti-tools a la VDSP "mal eben" loslegen willst,
wuerde ich ein EZKIT empfehlen. Da ist der JTAG-Debugger fuer die
Evaluation schon mit drin.
Du meinst wahrscheinlich SPI-Flashes - die Programmierloesung dafuer
waere der bfloader (zum ICEbear / ICEbear light). Aber den gibt's halt
nun mal nicht unter 90 Euro.

Gruss,

- Strubi
Autor: Strubi (Gast)
Datum: 29.12.2008 00:46

Frickler:
mal linear durch die Fragen durchgehn...

> Kann das Programm auch digitale Filter implementieren?

Nee, dafuer gibts wieder andere Tools wie Matlab und Simulink, und wie
sie alle heissen. Ich wuerde mir fuer die ueblichen FIR- und IIR-Filter
mal den Beispielcode und die Libraries von Analog Devices anschauen.

> Hmm wie programmiert man denn den DSP sonst, wenn der JTAG ja eher fürs
> Debuggen gedacht ist?

Per JTAG geht so ziemlich alles, Programme reinladen, starten, Pins
toggeln - kurz gesagt: die gesamte CPU fernsteuern. Also auch Flash
chips programmieren, usw.

> Für wie realistisch erachtest du es, selber ein kleines Testboard mit
nem BF532 zu bauen?

Klar, das sollte nicht zu schwer sein, den BF532 kriegt man gut mit
etwas Affenpopel (Flussmittel aus Geigenkolophonium und Brennsprit oder
Alkohol) geloetet :-)
Google sonst mal nach "BlackStamp", da hat einer schon so'n einfaches
Board gemacht.


> Ach ja: Ich hab sonst noch einen, zwei ADSP-21065 (Sharc, nicht
> Blackfin) hier rumfliegen. Was kannst du zu denen sagen?

Wenig, sind halt eher reine DSPs, die genauen Specs weiss ich nu auch
nicht mehr. Besagte Frequenzweiche kriegst Du auf jeden Fall mit den
Dingern hin. Musst Dir halt im klaren werden, was genau an I/O ranmuss,
wie das Ding programmiert wird, usw.

Im Endeffekt war fuer mich der Blackfin trotz etwas ueberdimensionierter
Power immer die erste Wahl, nicht zuletzt wegen des hochwertigen
Gnu-Ports, sondern auch vom Verhaeltnis Nutzen/Gesamtkosten.
Aber braucht halt etwas Einarbeitungszeit..

Gruss,

- Strubi

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