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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Design eines Labornetzteils


Autor: Marko (Gast)
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Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem Labornetzteil für meine 
Elektronikbasteleien. Dabei bin ich auf ein Netzteil gestoßen welches 
nach dem angehängten Design aufgebaut ist. Es hat folgende Technische 
Daten:

Eingangspannung:  230V, 50 Hz
Ausgangsspannung:  0-30V DC stufenlos regelbar
Ausgangsstrom:  0-5A stufenlos regelbar
Lastregulierung:   CV <1x10-4 +2mV, CC <5x10-3 +10mA
Restwelligkeit:   CV <1mV (rms), CC <5mA (rms)
Einstellgenauigkeit:   CV <1x10-4 +0,5mV, CC <3x10-3 +10mA
Anzeigegenauigkeit:  Spannung: 1% +2 Digits, Strom: 2%+2 Digits

Was haltet ihr davon?

mfg
Marko

Autor: Aha (Gast)
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Ein Laborpowersupply sollte man kaufen, nicht basteln...

Autor: Peter Roth (gelb)
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Das ist das solide Design der 1970er Jahre. 2N3055 als 
Leistungstransistor, uA741 als OP etc.

Kann man nehmen, lässt sich ggf. auch gut reparieren. Es kommt aber auch 
auf die Ansprüche an, wichtig ist oft, dass Ausgangsstrom und -Spannung 
gut angezeigt werden (Digital, Strom mit 1mA Auflösung). Das ist hier 
eher nicht der Fall.

Grüße, Peter

Autor: Marko (Gast)
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@Aha

Richtig. Ich will es für meine Elektronikbasteleien kaufen und nicht 
nicht basteln.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Wenn/Falls Du es dann gekauft hast, ersetze die 2N3055 durch 2N3772.
Die Spannungs- bzw. Stromregelpotis durch Zehngang-Ausführungen.
Den deutlich zu klein dimensionierten 4700 uF Kondensator durch 10000uF 
63V.
Bei der Gelegenheit direkt vor dem Brückengleichrichter einen 0.1 Ohm 5 
Watt Widerstand einfügen, um dem knapp dimensionierten Trafo ein 
längeres Leben zu gönnen.


Sowie die 4x 1N5402 durch einen B80C10000 Brückengleichrichter 
ersetzen(sofern diese Dioden nicht gleich beim ersten Voll-Lastversuch 
nach kurzer Zeit abgefackelt wurden).

Die 2 nicht benutzen OPs des LM324 kannst Du dann für einen 
temperaturabhängig gesteuerten Lüfter nutzen (damit dem Wärmestau im 
Gerät vernünftig entgegengewirkt wird) sowie eine 
Übertemperaturabschaltung.

Und dann wird das ein hübsches Gerät werden.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Ach ja, und wenn Du schon das Gerät geöffnet hast und dieses vermurkste 
Design korrigierst:

Für V25 und V26 noch jeweils an der der B-E-Strecke eine Diode 
antiparallel (1N4148 reicht), bevor die negative Ausgangsspannung der 
OPs diese Transistoren killt.
Sonst hast Du das Problem das viele Besitzer dieses Gerätes nach einiger 
Zeit  haben.

Für V15 und V16 in Serie je eine Diode (1N4148 reicht) ist auch nicht 
schlecht, da die LEDs sonst in Sperr-Richtung grenzwertig strapaziert 
werden.

Der Innenwiderstand des Amperemeters geht bei Belastung voll ein, d.h 
wird nicht ausgeregelt. Na ja, ist ja nicht schlimm wenn die 
Ausgangsspannung stark lastabhängig ist ;-)
Ich geh mal eher davon aus, dass der Schaltplan fehlerhaft ist un der 
negative Pol von C4 nicht an R12/R10 hängt sodnern direkt an der 
plus-Ausgangsklemme. Dann paßt das eher mit den obigen "Qualitätsdaten" 
des NT.


Ich glaube wenn ich noch eine Weile draufschaue, finde ich die übrigen 
Designfehler auch noch ,-)

Autor: Alexander I. (daedalus)
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Eine gute Möglichkeit günstig an "gescheite" Labornetzteile zu kommen 
sind Insolvenzverkäufe aus Elektronikbuden und manchmal Ebay. Ich habe 
z.B. ein Gerät mit 2x5A und max 24V stufenlos regelbar und wunderbar für 
sämtliche Schandtaten auf dem Basteltisch. Zuletzt kalibriert in 
11/2004, Baujahr 1989. Für 40 Euro.

Da lohnt selber basteln meiner Meinung nach nicht, da die Bau- und 
Gehäuseteile schon meistens um die 30 Euro kosten.

Autor: Marko (Gast)
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Vielen Dank für eure Hinweise. Werde wohl mit dem Kauf eines Netzteils 
warten und was vernünftigeres suchen.

mfg
Marko

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Du kannst auch das was Du Dir schon ausgeguckt hast kaufen und die 
Modifikationen durchführen. Du weißt ja nun, wo und was Du tun 
bauteilemäßig solltest.

bye,
Andrew

Autor: gast (Gast)
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Das ist doch das allseits beliebte 1730 aus China. Zumindest kommt mir 
der schaltplan sehr bekannt vor.

Autor: Ingolf O. (headshotzombie)
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Andrew Taylor wrote:

> Ich geh mal eher davon aus, dass der Schaltplan fehlerhaft ist un der
> negative Pol von C4 nicht an R12/R10 hängt sodnern direkt an der
> plus-Ausgangsklemme. Dann paßt das eher mit den obigen "Qualitätsdaten"
> des NT.
>
Für meine Begriffe ist C4-Minus am Pluspol wie auch an R10/R12 geklemmt!
Wo ist ein 4700µF-Elko, der auf 10000µF erhöht werden soll? Meinst Du 
etwa C20, der hat doch gar nur 470µF?
Übrigens kenne ich die Faustregel je 1A sind 1000µF empfohlen...
Die Brückendioden durch einen Brückengleichrichter ersetzen, halte ich 
für einen ungeeigneten Tausch! Ist ein ziemliches mechan. Problem, daher 
ist der Tausch gegen 1N5625, EGP50B oder STRP520D (Pollin) angebrachter.

> Ich glaube wenn ich noch eine Weile draufschaue, finde ich die übrigen
> Designfehler auch noch ,-)

Ja, mach mal ruhig weiter, Andrew!

P.S. Die Potis sind alle Mehrgangausführungen!

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Ingolf O. wrote:
> Andrew Taylor wrote:
>
>> Ich geh mal eher davon aus, dass der Schaltplan fehlerhaft ist un der
>> negative Pol von C4 nicht an R12/R10 hängt sodnern direkt an der
>> plus-Ausgangsklemme. Dann paßt das eher mit den obigen "Qualitätsdaten"
>> des NT.
>>
> Für meine Begriffe ist C4-Minus am Pluspol wie auch an R10/R12 geklemmt!


Das Amperemeter hängt zwischen Pluspol (Plusklemme Ausgang) und R12/R10.
Und so ein Amperemeter hat einen Innenwiderstand.

Und genau das ist das Problem. Eben dieser Innenwiderstand wird nicht 
ausgeregelt. Zumindest, wenn der Schaltplan so umgesetzt wurde wie er 
gezeichnet ist.

> Wo ist ein 4700µF-Elko, der auf 10000µF erhöht werden soll?

Der C6

> Übrigens kenne ich die Faustregel je 1A sind 1000µF empfohlen...

Da frage ich mich warum Gossen, HP, Kepco, etc. 2000 bis 3000uF je 
Ampere haben.

Wennn man mal nachrechnet, weiß man das der höhere Wert Sinn macht.
Faustregeln sind sicher hilfreich, ersetzen aber in gutem Design nicht 
alles.

> Meinst Du
> etwa C20, der hat doch gar nur 470µF?

Nein, den meine ich nicht.

> Die Brückendioden durch einen Brückengleichrichter ersetzen, halte ich
> für einen ungeeigneten Tausch! Ist ein ziemliches mechan. Problem, daher
> ist der Tausch gegen 1N5625, EGP50B oder STRP520D (Pollin) angebrachter.

Es ist generell ein ziemliches mechanisches Problem ein China-NT so 
lange zu modifizieren, dass es als (einigermaßen) gutes Labor-NT endet.

Das fängt schon damit an den 10000uF statt des 4700u unterzubringen.
Da ist der Einbau eines Brückengleichrichters mit Kühlkörper nicht mehr 
das Schlimmste.

Die Frage ist eher: Will man sich das antun.
Der Threadstarter hat richtig erkannt: Es lohnt den Aufwand nicht.

>
>> Ich glaube wenn ich noch eine Weile draufschaue, finde ich die übrigen
>> Designfehler auch noch ,-)
>
> Mach ruhig mal weiter, Andrew!

Nun, die 22 uF Kondensatoren an den beiden Schmitt-Triggern würde ich 
nicht nur im Schaltplan umpolen.

> P.S. Die Potis sind alle Mehrgangausführungen!

Na, dann kann man sich diesen Arbeitsschritt schon mal sparen.

Ich vermute richtig:  Du hast dieses Gerät das ein Stolz der VRC ist?

Es bleibt trotzdem noch genug zu tun.

bye,
Andrew

Autor: Ingolf O. (headshotzombie)
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Ja, allerdings in der DUAL-Ausführung mit separatem 5P-Zweig!
Meinst Du mit 22uF-Kondensatoren C15 und C17? Die haben 2,2µF im Plan.
Wenn Du oben geschrieben hättest, das das C4-Minus nicht an R10/12 geht, 
sondern direkt an die Plusbuchse, hätte ich gleich kapiert...

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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(headshotzombie) wrote:

> Wenn Du oben geschrieben hättest, das das C4-Minus nicht an R10/12 geht,
> sondern direkt an die Plusbuchse, hätte ich gleich kapiert...

Sag mal, ist Dein Name hier Programm?

Es steht oben, dass ich einen Fehler im Plan vermute und C4 -Minus pol 
nur an der Plusbuchse Sinn macht.

Autor: Ingolf O. (headshotzombie)
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Andrew Taylor wrote:

> Sag mal, ist Dein Name hier Programm?

Wenn dein Englisch genauso wie dein Deutsch ist, dann vergelt´s Gott...

plonk

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