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Forum: Platinen Heißluft Lötkolben selbst bauen?


Autor: Holger (Gast)
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Hallo!

Hat schon mal jemand einen Heißluft Lötkolben selbst gebaut?

Dachte an ein Metallrohr, das über den vorderen Teil des Lötkolbens
gestülpt wird. Luftzufuhr über einen Schlauch von einer
Aquarium-Luftpumpe...

Was meint ihr?

Autor: Steffen (Gast)
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Wenn der Lötkolben genügend Leistung hat sollte das kein Problem sein.
Ich habe hier einen gekauften, da höngt auch nichts anderes als eine
Aquarienpumpe dran. Der Lötkolben sollte auf jeden Fall regelbar sein.

Steffen

Autor: Konrad Heisig (Gast)
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Was ist eigentlich ein Heißluftlötkolben und wozu braucht man sowas?

Autor: Holger (Gast)
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@Konrad: Die benutzt man zum berührungslosen Löten, meist im
Zusammenhang mit Lötpaste statt Lötzinn. Für kleine SMD Bauteile
geeignet. Im Prinzip funktioniert das wie ein Heißluftfön, natürlich
mit weniger "Wind"!

Autor: Konrad Heisig (Gast)
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Wie kontrolliert man dabei aber die Temperatur - ist das nicht etwas
riskant bei Halbleitern?

Autor: Steffen (Gast)
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Die Temperatur sollte natürlich einstellbar sein. Wenn die LP schwarz
wird und Blasen wirft, dann war es entschieden zu heiß.

Für den Hobbybereich benötigt man einen Heizluftlötkolben eher nicht.
Es sei denn man hat für seine SMD-Schaltung auch die Maske für das
Aufbringen der Lotpaste oder eine ordentliche Dosiereinrichtung.

Einfach mit der Spritze eine Wurst über alle Kontakte, Bauteil
aufgesetzt und warm gemacht (hat letztens tatsächlich ein
professioneller Bestücker fertiggebracht) funktioniert nicht. Die
überschüssige Lotpaste schmilzt dann gern zu einer Kugel zusammen die
unter den Schaltkreis bzw. das Bauteil geblasen wird --> Kurzschlüsse.
Wird die Lotpaste nicht komplett aufgeschmolzen, ergeben sich
leitfähige Strukturen, die auch durch einfaches Reinigen mit Spiritus
oder Atceton nicht beseitigt werden können. Da wundert man sich dann,
warum auf den eigentlich potentialfreien Relaiskontakten eine Spannung
zu messen ist auch wenn der Rest der Schaltung funktioniert.

Recht gut verwendbar ist das Ding aber um kurzzeitig das Lot an den
Anschlüssen nochmals aufzuschmelzen. Sieht dann aus als wenn die
Platine durch den Bestückungsautomaten gelaufen ist.

Steffen

Autor: Armin Kniesel (Gast)
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>Wenn die LP schwarz wird und Blasen wirft, dann war es entschieden
>zu heiß

Dazu muß man lange heizen, bis die Platine hinüber ist.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Lötkolben die Luft so erwärmen
kann. Im Geschäft nutze ich eine Heißluft, nur drehe ich die immer bis
450°C hoch, damit es was bringt!

Autor: Steffen (Gast)
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Doch, das geht schneller als man denkt. Ich habe hier das Teil von
Conrad. Laut Scala geht die Temperatur bis 425°C. Wenn ich den auf
Maximal stelle, dann verbrennt er regelrecht die LP.

Was ich noch vergessen habe oben zu erwähnen, damit lassen sich recht
gut kleinere bis mittlere SMD-Bauteile (Schaltkreise) entlöten. Es gibt
auch direkte Vorsätze, die geziehlt die Heißluft auf die Anschlüsse
leiten. aber wie gesagt für den Hobbybereich in der Anschaffung zu
teuer.

Steffen

Autor: Holger (Gast)
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> ...aber wie gesagt für den Hobbybereich in der Anschaffung zu
> teuer.

Eben. Deswegen hab ich diesen Thread gepostet. Hatte noch niemand die
Idee sich einen Heißluft-Lötkolben selbst zu bauen? Gerne auch
Erfahrungen aus gescheiterten Projekten ;-)

Autor: Steffen (Gast)
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Ich denke mal das Problem sollte es nicht sein. Das Teil was ich hier
liegen hab hat eine Heizleistung von 70W.
Der Aufbau ist recht simpel.

Als Grundlage diehnt so wie es aussieht ein "stink-normaler"
Lötkolben mit "normalem" Heizeinsatz. Über den Stab mit dem
Heizeinsatz ist im Prinzip ein Rohr mit etwas größerem Innendurchmesser
wie der Stab "geschoben" und wird hinten mittels einer Überwurfmutter
befestigt. Am vorderen Ende des Rohres ist ein Innengewinde zum
AufSchrauben der Düsen. Die Luft wird seitlich über ein angescheißtes
Röhrchen zugeführt.

Wenn es hilft, kann ich ein paar Fotos davon machen.

Noch was, der eingestzte Lötkolben sollte einen am Heizeinsatz
integrierten Sensor haben.

Der Aufbau des Heißluftlötkolbens ist übrigens recht ähnlich dem
Lötkolben der Lötstation ELV-LS50 (recht günstig aber ganz gut, gibt´s
auch bei Conrad oder Reichelt). Der hat zwar nur 48W ist aber ganz gut
regelbar. Wenn der Luftstrom nicht zu groß ist reichen die 48W evtl..
Die Lötspitze wird dort ebenfalls mit einem Rohr und einer
Überwurfmutter befestigt. Lässt man die Lötspitze weg, montiert vorn
eine Aufnahme für die Düse und bringt noch irgendwie die Luftzufuhr an,
dann hätte man einen günstigen Heißluftlötkolben.

Steffen

Autor: Holger (Gast)
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Steffen, sehr Hilfreich! Den Eigenbau habe ich mir genau so vorgestellt
wie du dein professionelles Gerät beschrieben hast!

Habe mir gerade den LS50 angesehn. Denke auch dass diese Lötstation die
ideale Basis für den Umbau wäre (wegen der aufschraubbaren Hülse).
Seitlich noch eine Befestigung für den Luftschlauch anzubringen halte
ich für nicht schwierig.

Allerdings habe ich im Datenblatt gelesen, man solle auf keinen Fall
den Lötkolben ohne Lötspitze betreiben.  Wie ernst würdet ihr diese
Warnung nehmen?

Autor: Steffen (Gast)
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Ich würde sie schon "etwas" ernst nehmen. Es könnte sein, das sich der
Lötkolben ohne Spitze zu schnell erwärmt, da nicht genügend Wärme vom
Heizelement abgeführt wird.

Warum aber nicht die Originalspitze im Lötkolben lassen und über der
gesammten Hülse eine zweite etwas längere montieren? Damit währe das
Problem beseitigt und man kann auch sicherstellen, das genügend Luft
durchkommt. Ich hatte eben auch mal den LS50 auseinandergenommen. Es
ist zwar noch etwas Luft zwischen dem Stab mit der Heizpatrone aber
viel ist es nicht.

Wenn Du das mal ausprobierst, dann bin ich auf jeden Fall an deinen
Erfahrungen interessiert.

Steffen

Autor: Leichenschänder (Gast)
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Steffen schrieb:

> Für den Hobbybereich benötigt man einen Heizluftlötkolben eher nicht.
> Es sei denn man hat für seine SMD-Schaltung auch die Maske für das
> Aufbringen der Lotpaste oder eine ordentliche Dosiereinrichtung.
>

So ein Heisluftlötkolben ist schon praktisch, denn damit kriegt man auch
kaputte ICs mit mehr als 2 Beinchen wieder spielend von der Platine.
Mit einem normalen Lötkolben ist das ein Krampf bzw. bei sehr vielen 
Beinchen (ab ca. 6) unmöglich.

Autor: Johann L. (radiostar)
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Steffen schrieb:
> Die Luft wird seitlich über ein angescheißtes
> Röhrchen zugeführt.

Es heißt 'angeschissenes'! Also echt, immer diese Rechtschreibfehler...

Autor: Wolfram L. (amazon)
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Also ich verwende einen Heissluftfön von Steinel (HL 2010 E), da kann 
man die Luftmenge und Temperatur separat einstellen.
Dafür gibts auch kleine Aufsätze passend, die super zum Ein oder 
Auslöten sind...

Autor: Sascha S. (dec)
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Hallo,
Ich würde statt der originalen Lötspitze eine aus Kupfer nachfertigen, 
welche vorne einen größeren Durchmesser hat in welchem axiale Nuten drin 
sind. Dann muss die Luft auf dem Weg nach vorne also durch die kleinen 
Nuten und wird dort erwärmt. Dies erfordert natürlich aber auch ein 
anderes Rohr.
Gute Idee, vor allem, da ich im Besitz einer LS50 bin. Das werden ich 
mal antesten.

Falls man die Beschreibung nicht versteht, bitte kurz melden, dann mal 
ich eine Skizze.



Gruß

Autor: herbert (Gast)
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Ein Problem sehe ich  an der Stelle wo der Luftschlauch mit dem Heißen 
Rohr verbunden ist.Da käme wohl nur ein Silikonschlauch in Frage aber ob 
der das aushält??Silikon ist gut hitzebeständig aber wie hoch?? Heißluft 
ist gerade beim auslöten das ideale weil es wenig Stress für die 
Leiterplatte bedeutet.Gerade SMD Platinen mit dünnsten Leiterbahnen sind 
recht empfindlich.Es gibt aber schon günsige Kombistationen ...hab ich 
schon gesehen.Weller und Co sind sauteuer und wohl nur zum Geld 
verdienen gedacht.

Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
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Holger schrieb:
> Hallo!
>
> Hat schon mal jemand einen Heißluft Lötkolben selbst gebaut?

Ich denke, das lohnt sich nicht. Es gibt ja schliesslich für wenig Geld
fertige Heissufterzeuger (Ich meine diese Dinger, die aussehen wie ein
Haarfön). Da muss man dann nur ein dünnes Röhrchen anschliessen.
Gruss
Harald

Autor: herbert (Gast)
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Harald Wilhelms schrieb:
> Ich denke, das lohnt sich nicht. Es gibt ja schliesslich für wenig Geld
> fertige Heissufterzeuger (Ich meine diese Dinger, die aussehen wie ein
> Haarfön). Da muss man dann nur ein dünnes Röhrchen anschliessen.
> Gruss
> Harald

Da wird aber der Überhitzungsicherung dauernd ansprechen wenn das Ding 
nicht das was er ansaugt nicht wieder los wird.So einfach geht es nicht. 
Da muß man sich was überlegen.Außerdem dürfte der Luftstrom um einiges 
zu heftig sein.Dann...so ein großes Ding...ich hab ja einen ist auch 
nicht sehr handlich...

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Harald schrob:
>Da muss man dann nur ein dünnes Röhrchen anschliessen.

Mein Kollege hat diese Idee in die Tat umgesetzt, aber: Durch den 
Staudruck
wurde das Biest so schnell heiß, daß das Gehäuse dem nicht standhielt.

Ich weiß aber nicht mehr, was das für ein Fabrikat war.

MfG Paul

Autor: alex (Gast)
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Hallo,

ich bin auch dabei, mir den Heißluftlötkolben selbst zu bauen.

Für das Heizelement habe ich Widerstandsdraht(Der Draht schmilzt 
angeblich erst bei über 900°C) genommen und zu einer Spirale  Wendel  
Feder gedreht. Als Experiment habe ich auf ca. 15cm Länge der Wendel 
einen Widerstand von 10 Ohm.

Dieses "Heizelement" steckt in einer Keramikröhre.

Exp. 1: Silikonschlauch an die Keramikröhre (Außendurchmesser ca. 16mm), 
Luft durch diesen Schlauch + Heizen (erstmal mit 100W)
Ergebnis: der Luftstrom ist zu kalt (ca. 210°C) und die Keramik wird 
sehr heiss.

Meine Idee ist es nun, die Keramikröhre in ein Metallrohr mit Abstand 
zur Innenwand zu bringen. - Und zwar so, dass ich Vorn am Metallrohr ein 
Lufteinlassloch fuer die kalte Luft habe, Hinten soll das Metallrohr 
abgeschlossen sein.
Wenn nun an dem Lufteinlasslochanschluss kalte Luft in das "Handstück" 
eintritt, strömt diese erstmal außen an der (heißen) Keramik vorbei und 
erwärmt sich. (auf T1) Dann wird sie hinten umgelenkt (weil das 
Metallrohr ja hinten abgeschlossen ist) und wird durch die Keramikröhre 
(vorbei an der Heizwendel) geleitet und erwärmt sich noch mehr.

Soweit meine Idee. Zur Zeit habe ich noch kein geeignetes Außenrohr 
(Innendurchmesser ca. 16-20mm) gefunden, aber ich werde am WE mal den 
Baumarkt aufsuchen.

Positiver Effekt wäre außerdem, dass die Außenseite gekühlt würde und 
damit anfassbar wird.

Folgende Fragen habe ich noch nicht geklärt:
1. Was fuer eine Luftpumpe wäre geeignet? - Lüfter in einem Rohr, oder 
lieber Membranpumpe / Aquarienluftpumpe?
2. Genaue Berechnung, wieviel Leistung man zum Erwärmen von Luftstrom x 
(cm³/s) braucht, und: welcher Luftstrom ist beim Heißluftlöten von 
Nöten? reim

Naja, soweit erstmal meine Ideen und Stand der Entwicklung.

Viele Gruesse

Alex

Autor: Günter (dl4mea) (dl4mea)
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Hi,

such mal in bekannten Quellen "Atten repair". Ich und ein Kollege haben 
dieses Gerät, und sind beide begeistert.

U.a. habe ich damit schon mehreren Beagleboards zu einer wieder 
funktionierenden USB- und Netzwerkschnittstelle verholfen.

Günter (dl4mea)

Autor: alex (Gast)
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Hi Günther,

danke für den Tipp. Naja, bisher bin ich noch zuversichtlich, die Heiße 
Luft selbst erzeugen zu können.
Habe aber mal nachgeschaut, die Station hat 700W. D.h. ich muss mit der 
Spannung hochgehen, wenn ich auch so hohe Temperaturen erreichen will.

Bin gespannt, was der TO zu meinem Weg sagt, oder ob noch wer Ideen / 
Ratschläge zur Verbesserung hat, bzw. wie weit er ist.

Werde weiter berichten - und jetzt gibt's erstmal Pizza!

Mahlzeit

Autor: Axel Schwenke (a-za-z0-9)
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Holger schrieb:
>> ...aber wie gesagt für den Hobbybereich in der Anschaffung zu
>> teuer.
>
> Eben. Deswegen hab ich diesen Thread gepostet.

Für EUR 95,- kriegst du schon eine 1A Heißluftstation (AOYUE 6028 
Sirocco). Das kannst du in dieser Qualität nicht ansatzweise nachbauen. 
Stichwort Temperatur- und Luftstromregelung.

Gibts für noch weniger Geld auch in billiger (was bedeutet: lauter wegen 
Membranpumpe und unhandlicher wegen Schlauch).

Außer zum SMD-Bestücken und -Entstücken eignet sich sowas auch zum 
Vorheizen eines Mehrlagen-Boards (Elkos auf Mainboard tauschen), zum 
Schrumpfschlauch verschrumpfen, zum örtlich beschränkten Erweichen von 
Kunststoff usw. usf.

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