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Forum: Platinen Herstellung Platinen - Was brauche ich ?


Autor: ka-long (Gast)
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Hallo,

ich habe mir auch mal überlegt, Platinen selber herzustellen.

Ich habe in diesem Forum viel gelesen, was ich kurz zusammenfassen
möchte, bitte korregiert mich :-)
(Es geht mir um die chemische Seite)

Entwickeln:

* Natriumhydroxid (NaOH) , auch Ätznatron genannt
  (Zu beziehen bei Conrad ein Päckchen für 1l, so ist die richtige
   Konzentration sicher gestellt)

Da die Lösung frisch sein soll, immer nur soviel ansetzen wie benötigt
wird.
Im Anschluss an die Entwicklung Platine unter Wasser gut abspühlen.
Lösung kann ins Klo geschüttet werden. Die Schale natürlich auch gut
abspühlen.


Fragen:
* D.h. z.B. ein halbes Päckchen für 1/2 Liter und das Pulver für
  das nächste mal aufbewahren ?!? Oder immer 1l machen und Rest
  wegkippen ?
* Der Entwickler kann in eine Glas- oder PVC-Schale ? Keine Temperatur
?
* Schutzbrille, Kittel und Gummihandschue ? Oder: Wie gefährlich ist
der Entwickler ?
* Greift man dann mit den Gummihandschuhen nach der Platine ?!?

Ätzen:
Wasserstoffperoxid (H2O2) und Salzsäure (HCl) scheint favorisiert zu
sein. Das Mischungsverhältnis dabei sehr unterschiedlich.
Ich würde mich für eine langsamere ruhige Ätzung entscheiden.
Würde es da 5% 250ml H2O2 und 5% 250ml HCl tun für einen halben Liter
zum Äzen ?
Gesundheitlich ist das recht unbedenklich, nur stark
bleichend/oxidierten....für Umwelt wegen Kupfersalze schlecht.

Nach dem Ätzen dann über einen Trichter in einen Benzinkanister, den
man wenn er voll ist,abgibt ?
Schale und Platine gut abspühlen im Waschbecken ?
Ansonsten gleiche Fragen wie beim Entwickler:
* Schutzbrille etc. ? Tempatatur ? Gefahren ?
* Gummihandschuhe ausreichend ?
* Gibt es dabei Probleme mit dem Fotolack ?

Was brauche ich an Utensilien noch außer ?
Ich kaufe ja:
1 Päckchen Ätznatron
1 HCl im Gefäß
1 H2O2 im Gefäß
Brauche:
Entwickler: 1 Schale
Ätzen: 1 Schale
(Schutzbrille, Kittel, Gummihandschuhe)
1 Benzinkanister und ein Trichter

Fließend Wasser oder reicht eine Schale mit Wasser oder 2 Schalen
(jeweils nach Entwickeln und Ätzen ?

Danke und Gruß ka-long

Autor: ka-long (Gast)
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Noch ein paar Sachen:

Atemschutz ? Soweit ich weiss nur wen man es mit der Konzentration
übertreibt....

Ergiebigkeit: Sollte man die Ätzlösung direkt in den Benzinkanister
kippen oder ist die mehrfach verwendbar ?


Raumbelüftung reicht ?  Ist die Konzentration gering, reicht das...

Autor: error41 (Gast)
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Zitat: [ Lösung kann ins Klo geschüttet werden. ]
Natriumhydroxid?!
Ins Klo schütten?
Behandle es lieber genauso wie die Ätzlösung!
Ich Bewahre die verbrauchte Lösung in Glasbehältern auf,
da ich mir nicht sicher bin ob der Kunststoffbehälter
damit klar kommt. (wollte es noch nicht ausprobieren ;-))

Einen Kittel kann ich nur empfehlen, dennoch wirst du, wenn
du mit der Salzsäure Ätzt einige auch große löcher nach dem
Waschen darin finden.
(Ich ätze lieber mit Feinkristall. Is mir irgendwie unstressiger.)

Kunststoffpinzetten in größerer Ausführung nehme ich anstatt der
Gummihandschuhe.
Sind vom Conrad und für sowas ausgelegt.
-> Keine probleme mit Photolack
Hatte mal meine Fingerspitzen insgesamt ca. 15 Min. in einer GUT
angemischten Entwicklerlösung. Nicht zu empfehlen! ;-)

Gute Belüftung kann ich nur empfehlen! Kellerfenster auf und
einen Lüfter mindestens.
Es ist dann auf jedenfall angenehmer zu arbeiten.

c ya, error41

Autor: Sven (Gast)
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Alle hier dargestellte Informationen kommen aus eigene Erfahrungen.
Also der Reihe nach :)
->Natriumhydroxid (NaOH) , auch Ätznatron genannt (Zu beziehen bei
Conrad ein Päckchen für 1l, so ist die richtige Konzentration sicher
gestellt)

Wenn man keine Möglichkeit hat den Entwickler genau auszumessen, sollte
man zu den fertigen Beuteln greifen. Wenn man jedoch die Möglichkeit
hat den Entwickler abzuwiegen, macht eine solche Lösung nicht wirklich
Sinn, da es sündhaft teuer ist. Wenn du gleich 250gr NaOH kaufst ist es
erheblich billiger.

->Im Anschluss an die Entwicklung Platine unter Wasser gut abspühlen.
Lösung kann ins Klo geschüttet werden. Die Schale natürlich auch gut
abspühlen.

Hier streiten sich gerne die Experten. Ich persönlich bewahre die
Entwicklerlösung auf, und gebe sie beim lokalen Abfallunternehmen
kostenlos ab. Ob du nur dein Ätzmittel oder auch noch den Entwickler
abgibst ist also egal, weil es dadurch die Entsorgung nicht teurer
wird. Und eine fachgerechte Entsorgung ist natürlich besser als das
runterspülen im Klo. Iformiere dich einfach bei deinem lokalen
Abfallunternehmen wo du dein zeugs loswerden kannst. Die private Abgabe
ist meistens kostenlos!

->* D.h. z.B. ein halbes Päckchen für 1/2 Liter und das Pulver für das
nächste mal aufbewahren ?!? Oder immer 1l machen und Rest wegkippen ?
Nun, du solltest so viel anmachen wie du brauchst. Die entwickelte
Platine sollte dabei gut vom Entwickler umspült sein. Mehr Entwickler
anmachen macht nur Sinn, wenn du mehrere Platinen hintereinander
entwickeln willst. Wenn du die Möglichkeit hast den Entwickler
auszuwiegen, würde ich nicht auf diese kleinen Beutel zurückgreifen, da
dieser Spass auf die Dauer doch recht teuer ist.

->* Der Entwickler kann in eine Glas- oder PVC-Schale ? Keine
Temperatur ?

Glas oder Kunststoffbehälter halten es aus. Zimemertemperatur ist ok.
Wobei es wichtiger ist, dass der Entwickler immer die gleiche
Temperatur hat (z.b.Zimmertemperatur), da ich die Erfahrung gemacht
habe, dass warmer deutlich aggresiver wirkt.

->* Schutzbrille, Kittel und Gummihandschue ? Oder: Wie gefährlich ist
der Entwickler ?
Nun, ich persönlich setzt während dem ganzen Ätzvorgang immer eine
Schutzbrille auf. Ich muss sagen dass ich nicht weiss, was für
Auswirkungen Natriumpersulfat auf meine Augen hat, aber bestimmt keine
heilende. Da ich im sowieso im Besitzt einer Schutzbrille setzte ich
sie auf. Getreu nach dem Motte: Schaden kann es nicht. Einen Kittel
halte ich für unnötig. Achte lieber darauf dass du alte Kleider anhast.
Wenn es mal ein bisschen mehr sabbert dringt die Lösung eh durch den
Kittel. Wenn du deine Hände in den Entwickler reinhällst überlebst du
das. Ich benutzte dafür jedoch Einweghandschuhe aus der Apotheke. 7.50
Euro 100 Stück. Pro Ätzvorgang (Entwickeln/Ätzen) benötigen ich einen
Handschuh, so dass ein solches Päckchen doch recht lange hält. Die
Handschuhe verfärben sich zwar ein wenig, wurden bisher aber noch nie
undicht. Ein wie ich finde relativ billiger Schutz.

->* Greift man dann mit den Gummihandschuhen nach der Platine ?!?
Kein Problem. Du kannst natürlich auch eine Plastikpinzette verwenden.
Allerdings finde ich persönlich das Handling mit den Handschuhen
besser.

->Nach dem Ätzen dann über einen Trichter in einen Benzinkanister, den
man wenn er voll ist,abgibt ?
Auf jeden Fall. Kippe die Lösung unter keinen Umständen einfach weg.
Ich persönlich bewahre meine Chemikalien in 5 Liter Kanistern auf, die
ich im Baumarkt für 1.50 Euro kaufen (Destilliertes Wasser). Diese
Behälter haben bisher noch keine Probleme bei 2 monatige Lagerung
gemacht (länger brauche ich nicht bis einer voll ist und ihn abgebe).
Zwar benutze ich als Ätzmittel Natriumpersulfat, aber ich denke dass
dürfte bei Salzsäure nicht anders sein.

-> Schale und Platine gut abspühlen im Waschbecken ?
Spricht eigentlich nichts dagegen, da die Konzentration dadurch sehr
schwach ist.

->Ansonsten gleiche Fragen wie beim Entwickler:
->* Schutzbrille etc. ? Tempatatur ? Gefahren ?
->* Gummihandschuhe ausreichend ?
->* Gibt es dabei Probleme mit dem Fotolack ?

Ich behandle die Ätzlösung genauso wie den Entwickler. Woebei ich hier
dringends zum Schutz deiner Hände (Handschuhe) raten würde. Was die
Temperatur beim Ätzen mit Salzsäure angeht kann ich leider nichts
sagen, da ich damit keine Erfahrung habe. Der Fotolack ist sehr
resisdent, da würde ich mir keine Sorgen machen.

->Was brauche ich an Utensilien noch außer ?
->Ich kaufe ja:
->1 Päckchen Ätznatron
->1 HCl im Gefäß
->1 H2O2 im Gefäß
->Brauche:
->Entwickler: 1 Schale
->Ätzen: 1 Schale
->(Schutzbrille, Kittel, Gummihandschuhe)
->1 Benzinkanister und ein Trichter

Du solltest dir noch Gedanken dazu machen, wie du die Platine
entwickeln möchtest. Und dir dementsprechend eine Lösung zulegen. Ich
habe mir ein Belichtungsgerät selber gebaut. Altes Scannergehäuse von
ebay und die elektrischen komponenten vom lokalen Elektriker.
Gesammtkosten ca 30 Euro. Top Ergebnisse.
Eventuell noch ein kleines pinselchen zum Entwicklen.

->Fließend Wasser oder reicht eine Schale mit Wasser oder 2 Schalen
(jeweils nach Entwickeln und Ätzen ?
Fließendes Wasser wäre nicht schlecht, da der Umgang sonst etwas
umständlich ist.

Hoffe ich konnte dir etwas helfen.

Sven

Autor: Henrik (Gast)
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Das Natriumhydrooxid selbst kann man ins Abwasser geben, es wird sogar
als Abflussreiniger verwendet, die Frage ist nur, ob der Entwickler so
umweltfreundlich ist, das er ins Abwasser darf?
Der Kunststoff meines Kanisters hats bisher ohne sichbare Beschädigung
ausgehalten. Das Hydrooxid soll in sehr sehr hoher Konzentration aber
Glas angreifen!

Henrik

Autor: ka-long (Gast)
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Hi,

Danke für Eure schnellen und recht ausführlichen Antworten :-)

200 Euro für ein Belichtungsgerät ist mir natürlich zu teuer. Die Idee
mit dem Scanner halte ich für genial ;-)
Da muss ich mir gleich mal ein paar Sachen zusammensuchen....

Gruß ka-long

Autor: Kalle (Gast)
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Hallo ka-long

etwas weiter unten ebenfalls zu dem Thema Scanner, Röhren etc.:

http://www.mikrocontroller.net/forum/read-6-52359.html

mfg Kalle

Autor: kamil (Gast)
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hi,
die idee mit dem scanner und dem gesichtbräuner ist sehr gut,
da hätte ich mal selbst drauf kommen müssen ;-)

äzt hier jemand mit eisen3chlorid?
zb schaumätze?
damit hab ich gute erfahrung gemacht,
weils auch bei zimmertemperatur zügig geht.
grüsse

Autor: matthias asselborn (Gast)
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hab mir das selbe auch überlegt
anbei Fotos vom Belichter

geht eigentlich pures NaOH aus der Apotheke auch ??
in Perlenform ??

Autor: Michael (Gast)
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Hallo!

Kleiner Tip zur Temperatur beim Ätzen: altes Bügeleisen falschrum in
Schraubstock einspannen und darauf die Ätzlösung erwärmen.
optimale Temp. für NaOH ist 40-43 Grad.
Fe3Cl ätzt auch schneller, wenn es wärmer ist.

Wiederverwendung: Entwickler und Ätzlösungen können mehrmals verwendet
werden, der Entwickler funktioniert auch noch wenn er einiges dunkler
ist, die Ätzlösung am besten austauschen, wenn das Ätzen 2-3mal so lang
dauert, wie beim ersten mal.

Zur Entsorgung: problematisch ist nur das gelöste Kupfer in der
Ätzlösung, also sammeln und beim Wertstoffhof abgeben. Außerdem würde
ich es nicht riskieren, meine Wasserleitungen anzuätzen.

Gruß
Michael

Autor: Marko (Gast)
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Einfach genial hab heute meine Erste Platiene Geätzt und sie wurde genau
so wie ich es mir gewünscht habe und Das Belichtungsgerät hat auch
super Funktioniert Danke für den Tipp (Anhang).

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