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Forum: HF, Funk und Felder Zulassung einer Funk LED Unterwasserbeleuchtung ink. Fernbedienung


Autor: Hermann U. (Firma: !www.pcb-devboards.de) (gera82)
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Guten Abend,

///Vorab, sorry für den Doppelpost


Ich baue zur Zeit verschieden LED-Leuchten (12-24VDC), wie z.B
LED Laminatbeleuchtung
LED Decken/Bodenbeleuchtung

Kann mir BITTE mal einer helfen oder erklären. Ich hab die Led-Leuchten 
soweit fertig entwickelt. Und habe vor die Leuchten inc. Fernbedienung 
(433Mhz) zuzulassen. Das Problem ist ich bin Privatperson, eine 
Zulassung als Privatperson ist praktisch nicht möglich. Oder? muss also 
ein Gewerbe anmelden.

Ich habe Kunden (privat) und Firmen die sich für meine entwickelte
LED-Leuchten interessieren.

Vor kurzem ist ein Test bei einer Firma (Schwimmbad-Technik) gelaufen.
Nachdem die Testphase erfolgreich gelaufen ist und alles ohne
Schwierigkeiten läuft, will die Firma bei mir die LED-Leuchten praktisch
einkaufen. Also externe Produktion bei mir.

Wer ist für die Zulassungen in Hessen zuständig??? TÜV-Hessen oder?

Ich muss dazu sagen das der Funk-Transceiver eine FCC Zulassung hat.
Welche Zulassungen benötigen die "Funk-LED-Unterwasserleuchten" oder
"LED Laminatbeleuchtung" inkl. Fernbedienung???

Wie hoch sind die Prüf- und Zulassungskosten???
Hat schon mal einer sowas oder ähnliches durchgezogen??? :-)

Gruß

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Hermann U. wrote:

> Kann mir BITTE mal einer helfen oder erklären. Ich hab die Led-Leuchten
> soweit fertig entwickelt. Und habe vor die Leuchten inc. Fernbedienung
> (433Mhz) zuzulassen. Das Problem ist ich bin Privatperson, eine
> Zulassung als Privatperson ist praktisch nicht möglich. Oder? muss also
> ein Gewerbe anmelden.

Es gibt keine ,,Zulassung''.  Du bist als Produzent (oder Vertreiber,
der sogenannte ,,Inverkehrbringer'') dafür zuständig, eine
Konformitätserklärung zu erstellen.  In dieser bestätigst du die
Einhaltung aller zutreffenden Bestimmungen, als äußerliches Zeichen
dafür bringst du ein CE-Symbol an.  Welche Bestimmungen für dich
zutreffen, musst du bereits selbst wissen, und auf welchem Wege du
dich vergewissert hast, dass sie eingehalten werden, ist mehr oder
weniger dir überlassen.  In aller Regel ist das eine Messung in
einem akkreditierten Messlabor (deren Bestätigung dann praktisch
für dich als Beweis der Konformität gewertet werden kann).  Es sind
aber auch andere Varianten denkbar.  Wenn du beispielsweise für den
HF-Teil eine fertige Baugruppe benutzt, von der selbst nachgewiesen
ist, dass sie vollständig konform mit den zutreffenden Regularien
ist, und du dir sicher bist, dass du beim Einbau keinen ihrer
HF-Parameter so beeinflusst hast, dass dadurch die Konformität
gefährdet wird, dann kann man durchaus auf eine erneute Messung des
Gesamtgerätes verzichten.  Allerdings bestätigt deine Koformitäts-
erklärung wiederum die Einhaltung weiterer zutreffender Bestimmungen;
das können Bestimmungen über Spielzeug, über die Berührungssicherheit
sowie über weitere mögliche Gefahrenquellen sein.  Was genau -- das
musst du selbst eruieren.

> Ich muss dazu sagen das der Funk-Transceiver eine FCC Zulassung hat.

Das ist zwar ein Indiz, aber hier komplett irrelevant.  Beispielsweise
gibt es in der Region 2 (Nord- und Südamerika) ein ISM-Band bei 910
MHz.  Ein Funktransceiver kann also dort eine Zulassung besitzen,
wäre aber in Europa nirgends und unter keinen Umständen konform, da
dieser Frequenzbereich bspw. in der BRD für GSMR (Rail-GSM) benutzt
wird.  Auch in anderen Frequenzbereichen haben die USA teilweise von
Europa abweichende Bestimmungen.

Autor: Gast (Gast)
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Als Privatmann ist es nahezu aussichtslos. Allein die Überprüfung der 
EMV-Konformität ist so teuer, dass man als Privatman in den seltensten 
Fällen genug Gewinn mit dem Produkt machen kann um die Kosten 
hereinzuholen. Von den anderen Prüfungen, die die CE-Konformität noch 
verlangt ganz zu schweigen. Natürlich kannst du dich , wie der Vorposter 
schon sagte, einfach darauf verlassen dass du alle Kriterien erfüllst. 
Falls jedoch ein Konkurent mal was an deinem Produkt auszusetzen hat und 
bei einer Überprüfung festgestellt wird das dein Produkt das CE-Zeichen 
zu Unrecht trägt bist du in den Arsch gekniffen. Die Strafen sind so 
hoch das sie in der Regel den finanziellen Ruin für einen Privatmann 
bedeuten.

Autor: Gerd Vg (gerald)
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@ Hermann U.

lass Dich nicht verrückt machen, so schlimm ist das Ganze wirklich 
nicht.
Eines meiner Geräte brauchte eine EMV-Prüfung, die kostete genau 2500 DM 
damals und fertig war die Suppe.
Frage beim zuständigen TÜV  oder beim VDE nach, welche Prüfungen Du für 
Dein Projekt brauchst.
Die IHK kann Dir auch weiterhelfen.
Dann entscheidest, wo Du was machen lässt.
Lasse Dir aber mehrere Angebote machen, sonst zahlst drauf.

Viel Erfolg

Gerd

Autor: Gast (Gast)
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@Herrmann U
Es sind hier aus meiner Sicht mehrere Handlungsstränge abzugrenzen:
1. Geschäftliches
Wenn Du etwas herstellst und verkaufst, benötigst Du den korrekten 
gewerberechtlichen und steuerrechtlichen Rahmen. Unter Umständen wollen 
Deine Kunden ja Rechnungen von Dir, wo die Umsatzsteuer ausgewiesen ist, 
vielleicht hast Du auch so viel an Vorprodukten einzukaufen, dass Du die 
Vorsteuer geltend machen willst. Du wirst nicht umhin kommen, Dich dazu 
etwas zu belesen und ggf beraten zu lassen (IHK, Finanzamt, 
Steuerberater...) und mal drüber zu kalkulieren. In Deine Marge musst Du 
ja nicht nur Vorkosten und Arbeitskosten, sondern auch Gewinn und 
Gewinnsteuer einrechnen...Das ganze ist nicht so spannend, wie es oft 
dargestellt wird. Ein paar Abende im WWW und ein paar Gespräche mit den 
richtigen Leuten können da oft Wunder wirken.
2. Regulatorisches
Du brauchst wie in den Vorposts dargestellt eine klare Einschätzung der 
erforderlichen "Zulassungen". Also mindestens CE (kostet bei uns für 
Industrie-PC etwa 2500,- netto pro Typ bei einem EMV-Labor), je nach 
Versorgungsspannung auch noch VDE Prüfung, u.U. UV-Anteil des Lichts, 
max. Oberflächentemperatur usw. Da wirst Du in einer Bibliothek auch mal 
nach den entsprechenden Normen schauen müssen. Absolut machbar, Aufwand 
ist überschaubar.
Dann noch WEEE usw.
Generell ist es besser, wenn Du an einen Inverkehrbringer (Firmenkunde) 
verkaufst, der sich in seinem Markt auskennt und die nötigen Prüfungen 
und Bescheinigungen schon öfters beigebracht hat. Der hat dann 
vielleicht schon die passende WEEE angemeldet usw.
Stell Dir selbst viele Fragen:
Was passiert, wenn ein Endnutzer an die Lampe fasst oder drunter jeden 
Tag 8h pennt? Kann er sich verbrennen, einen gewischt kriegen, Hautkrebs 
kriegen? Wer weisst dem dann auftauchenden Staatsanwalt nach, dass ich 
gut gearbeitet habe? Muss ich das nachweisen, oder kann ich dann ein 
Zertifikat hochhalten, das mir bescheinigt: Das war scheisse so, aber an 
mir lags nicht!
Unternehmerisches Handeln ist immer mit Risiko verbunden, aber Du 
solltest besser Dein Risiko gut kennen, damit Du weisst, worauf Du Dich 
einlässt...

Wenn Du ein gutes Produkt hast, für das es Kunden gibt, dann gehe es an! 
Viel Glück und viel Erfolg!

Autor: Hermann U. (Firma: !www.pcb-devboards.de) (gera82)
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Hallo,

vielen Dank für eure Hilfe.
Ich werde erstmal bei IHK und TÜV-SÜD anrufen und anfragen.
2500,- für eine CE-Prüfung ist noch akzeptabel....
Meine Entwicklungskosten belaufen  sich mittlerweile  auf ca. 10000,-.
Das hat angefangen mit Basteleien für Eigengebrauch..
Das ist ja schon viel zuviel für Basteln  :-)

Gruß

Autor: Gast (Gast)
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Kleiner Tip: Es gibt kleinere EMV-Prüflabore, die haben meist auch 
kleinere Stundensätze als die technischen Überwacher...

Autor: Hermann U. (Firma: !www.pcb-devboards.de) (gera82)
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Hallo,

Danke für den TIPP.
Können diese kleinere EMV-Prüflabore auch Zertifikate ausstellen, oder 
nür prüfen??


Ich hab jetzt ganz andere Frage:
 Laut Datenblatt Micrf113 
(http://www.micrel.com/page.do?page=/product-info/p...) 
ist "Output Power" bis zu 10dBm einstellbar (R7=0R), das sind dann ja 
10mW Sendeleistung, also lizenzfreie Nutzung.
Jetzt habe ich vor eine Antenne 
(http://www.antennafactor.com/documents/ANT-433-SP_...) an 
MICRF113 anschließen/anlöten. Laut Dateblatt ist keine Verstärkung 
zusehen.
Bleibt die Sendeleistung bei ca 10dBm/10mW??? Oder steigt die 
Leistung???

Gruß

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Das Datenblatt der Antenne ist dürftig. Gehe mal bei der Größe von einem 
negativen Antennengewinn aus.

Du kannst natürlich nie mehr rauskriegen als reingesteckt wurde. 
Allenfalls durch Resonanz langfristig Energie sammeln und diese 
kurzfristig abrufen ("Schwingkreis").

Am Ende kommen also nur ein paar mW raus.


Gruß -
Abdul

Autor: 8421 (Gast)
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>Können diese kleinere EMV-Prüflabore auch Zertifikate ausstellen, oder
>nür prüfen??

Auch groessere Prueflabore koennen nur-Pruefen. Ueblicherweise kosten 
die Tests einen gewissen Betrag, und die Zertifikate auch. Wenn man mit 
den Tests zufrieden ist, kann man moeglicherweise auf die Zertifikate 
verzichten, oder spaeter anfordern.
Mir genuegen zB die Tests, um guten Gewissens das CE draufzukleben.

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