www.mikrocontroller.net

Forum: Ausbildung, Studium & Beruf "Elektroinventur" - Was soll das?


Autor: Jürgen R. (hobbyloeter)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo zusammen!

"Und sucht vergeblich Ihr den Sinn - Bemüht Euch nicht, denn es ist auch 
keiner drin!"

Ich arbeite seit einiger Zeit in der Hardwareentwicklung.
Anfangs dieser Woche erschien ein Herr in grauem Arbeitskittel bei uns 
in der Abteilung und beklebte sämtliche "elektrischen Betriebsmittel" 
mit lustigen bunten Kleberchen. Die "ortsfesten" eckig und die 
"beweglichen" rund. Sehen so ähnlich wie die TÜV-Plaketten aus. Darauf 
steht etwas von "Prüfung nach BGV A3".
Aber geprüft hat er eigentlich doch garnicht, nur alles beklebt. Also 
nur so'ne Art Inventur.
Als ich Ihm sagte, daß mein Multimeter vor geraumer Zeit schon den Geist 
aufgegeben hat, meinte er nur: "Das ist nicht mein Job. Ich bin nur für 
die Sachen mit Netzanschluß zuständig."

Was soll also der Sinn einer solchen "Prüfung" sein???

Autor: TommyS (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vielleicht hat er neulich Nachts schon mal heimlich geprüft und macht 
jetzt nur noch die Kleber drauf...?

Okay, Spaß beiseite. Das scheint - meiner Meinung nach - eine stark 
verkürzte Form der "Prüfung" zu sein: Aufkleber drauf, fertig...

Grüße,
TommyS

Autor: Paul Baumann (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das wird die turnusmäßige Überprüfung sein:
http://www.pr-o.info/bc/uvv/4/5.htm

Da kannst Du auch lesen, was der Sinn sein soll.

MfG Paul

Autor: Scaliger (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Das war die Kontrolle des ordnungsgemäßen Zustandes (Sichtprüfung), 
durchgeführt durch eine Elektrofachkraft (im Unterschied zum 
Elektromeister).
Also alles im grünen Bereich.

Autor: andi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
bei uns wurden sogar Stromkabel von Oszis, Netzteilen etc. eingezogen 
und bekamen alle einen aufkleber

Autor: Schlauberger (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Elektrofachkraft (im Unterschied zum Elektromeister)

Ist nicht der eben gerade der Meister kraft seiner 
Ausbildung/Meisterprüfung Elektrofachkraft?

Autor: Gast (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
mh; Sichtprüfung reicht aber nicht aus. Die Prüfung umfasst aber auch 
die Sichtprüfung. Theoretisch muss alles mit Netzstecker überprüft 
werden. Jedes Netzteil. Jede Verlängerung.

Alibiprüfung! Die Plaketten (BGV A3) dürften so nicht aufgeklebt werden.

Autor: Chris W. (squid1356)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die BGV-A3 Prüfung ist Pflicht für Betriebe (ich mache gelegentlich 
solche Prüfungen). Doch außer einer Sichtprüfung sollten die Geräte auch 
elektrisch überprüft werden. Dazu gibt es spezielle Prüfgeräte, die die 
Ergebnisse speichern. Der Kunde bekommt später eine Zusammenfassung der 
Ergebnisse und die Aufkleber. Insbesondere werden zB auch 
Kaltgerätekabel geprüft, hauptsächlich auf korrekte Erdung.

Nur Sichtprüfung ist übrigens Pfusch!

Gruß
C.

Autor: Ich (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Alles nach VDE 0701/0702, wenn es richtig gemacht wird.

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Gilt das eigentlich für alle nichtprivaten Betätigungen? Auch z.B. für 
den Kleinunternehmer, der eventuell nur sich als Mitarbeiter hat?


Gruß -
Abdul

Autor: info-elo (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Da sieht man mal wieder deutlich, wie in der deutschen Hochkultur der 
Elektrotechnik mit ihren sämtlichen Bestimmungen und Verordnungen VDE / 
DIN / ISO 900... am Ende nur alles oberflächlich beschönigt wird.
Auf die Pläperli kannste einen lassen, da sind die vom FA (Pfandsiegel) 
noch 1000 mal mehr wert, und sagen noch viel weniger aus.
Es würde ganz sicher viele von uns hier auch interessieren, in welcher 
Region und welcher Firma (so weit wie man das äußern darf, ohne sich 
selbst zu gefährden) solcher Schwachsinn getrieben wird.
Ich selbst kenne so etwas ähnliches noch aus den Achtzigern auf einer 
berüchtigten Baustelle in Lpzg (Runde Ecke/ Ditrichring Gr. 
Fleischergasse) da wurden uns (FM-Elektro VEB) alle 
Baustromverlängerungen auf Holztrommeln während der Arbeit einfach 
eingezogen, von dem Auftraggeber der Baustelle (MfS). Und unser 
Bauleiter konnte nur grinsen und hat neue aus dem Bauwagen geholt, wir 
mußten ja weiterarbeiten (können).
Da hat man dann auch einen gewissen Sinn drin gesehen, 
Betriebssicherheit.
Aber in dem Fall hier würde ich mal zum Betriebsrat gehen, wenn ihr so 
etwas habt. Denn sollte ein Unfall passieren, wird wohl der Geschädigte, 
der Dumme sein (Unachtsamkeit,Fehlbedienung). Den Vorwurf wird man dann 
ganz schnell hören!
Euer Chef und sein ausführender Elektroverantwortlicher haben sich das 
schön einfach gemacht, hätte ja sonst wohl auch einiges an Arbeit und 
Zeit, eventuell noch Material gekostet. Oder es wäre zum Vorschein 
gekommen, daß der ausführende Fachmann weder die Fähigkeiten/Kenntnisse 
noch das Prüfzeug für die Umsetzung seiner Arbeit hat.
Aber das sind alles nur Spekulationen, die Wahrheit wird irgendwo 
dazwischen liegen. Und so lange wie Nichts passiert, liegen alle auf der 
richtigen Seite.

Autor: Michael Lenz (hochbett)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Jürgen,

wahrscheinlich handelt es sich um eine kombinierte
- Sichtprüfung (z. B. ob das Kabel verschmort ist u. ä.)
- Messung des Schutzleiterwiderstandes (sofern vorhanden)
- Messung des Isolationswiderstandes (eigentlich immer vorhanden)

Gelegentlich werden die Prüfer fündig, aber natürlich nur, wenn sie 
messen.

Eine reine Sichtprüfung ist nicht sinnvoll. Wenn Du Dich beschweren 
willst, mach es sofort, damit solche Unsitten nicht einreißen. Wenn die 
Leute sich erstmal dran gewöhnt haben, die Prüfung schlampig zu machen, 
ist der Knatsch viel größer, als wenn Du sofort reagierst. Von alleine 
tut sich erst etwas, wenn ein Unfall passiert ist. Dann heißt es "Es tut 
uns schrecklich leid - aber Sie sehen doch, das Gerät wurde geprüft".

Ansprechpartner sind der Betriebsrat und die Berufsgenossenschaft. Dort 
kannst Du auch in Erfahrung bringen, ob vielleicht wirklich nur eine 
Sichtprüfung beabsichtigt war. Ich glaube es aber kaum.
Ob der Vorgesetzte Teil des Problems oder Teil der Lösung ist, kannst Du 
am besten selbst beurteilen. Er ist prinzipiell auch Ansprechpartner.



Gruß,
  Michael

Autor: oszi40 (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Sehr erfreulich, wenn in Eurer Firma regelmäßig geprüft wird.

In der Vergangenheit habe ich schon einige besucht, die etwas zu 
"großzügig" mit ihren Elektrogeräten umgegangen sind. Herausgerissene 
Zugentlastungen, Isolationsfehler, verpolte Schutzleiter usw. sind 
selten, aber trotzdem gefährlich.

Es gibt immer mal was zu sehen z.B.
http://www.produktrueckrufe.de/2009/02/bauhaus-rue...

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
"verpolte Schutzleiter " - Huch, war das nicht Wechselstrom? ;-)

Nicht zu vergessen: die tolle Edison-Gewinde-Fassung. Defektgegangene 
Birne aus Tischlampe rausschrauben, unachtsam eingeschaltet lassen 
(leuchtet ja nix). Und dann die Kleinkinder auf Entdeckungstour gehen 
lassen...

Edison: Der Mann, der den elektrischen Stuhl erfand (...)



Gruß -
Abdul

Autor: Jürgen R. (hobbyloeter)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> - Sichtprüfung (z. B. ob das Kabel verschmort ist u. ä.)
Ja, gut. So kann man es nennen.

> - Messung des Schutzleiterwiderstandes (sofern vorhanden)
> - Messung des Isolationswiderstandes (eigentlich immer vorhanden)
Nein, hat er nicht gemacht. Hatte ja nicht mal eine Prüfgerät dabei.

Mir sind die einschlägigen Vorschriften der VDE 0100 auch bekannt. 
Deshalb wundert mich ja dieser (fahrlässige?) Umgang damit ja auch sehr.

In dem Betrieb, in dem ich seinerzeit meine Ausbildung gemacht habe, 
gab's für diese Prüfungen (PE und Isolation) extra ein spezielles 
Prüfgerät, so ne Art Wandaufbau mit allen möglichen Stecker- und 
Buchsentypen. Da hat man einfach das zu prüfende Gerät rangehängt und 
per Schalterstellung die verschiedenen Prüfverfahren ausgewählt. Haben 
wir sogar immer dann gemacht, wenn wir auch nur einen Stecker an einem 
Kabel umkonfektioniert hatten. Unser Altmeister war da sehr hinterher. 
Gut, in der Firma ging's auch um etwas höhere Spannungen. Energietechnik 
eben.
Bin "von Hause aus" eher ein "Dickstromer"...

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.