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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik suche Transistortypen


Autor: Bastelkönig (Gast)
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Hallo!

Ich suche die Vergleichstypen zu zwei Transistoren mit den Aufschriften:

MBC 485 B

und

MBC 486 B.

Leider habe ich diese Transistoren nirgendwo in einer Vergleichstabelle 
gefunden.

Kann mir hier ggf. jemand die passenden Vergleichstypen nennen?

Die Transistoren sind in einem Ortofon MCA-10 MC-Vorverstärker verbaut.

Vorab vielen Dank!

Gruß
Bastelkönig

Autor: Ulrich (Gast)
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Ich würde man vermuten, das das M am Anfang auf den Hersteller schleißen 
läßt. Dann wären das BC485 und BC486.
Die könnte im original finden, oder ein Ersatz BC636 / BC635.

Autor: eaehavelich (Gast)
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Hallo,

dem kann ich mich anschließen, der BC485B wird ausgewiesen als 
Kleinsignaltransistor mit 45V, 500mA, Hfe = 40-160, Hersteller Micro 
Electronics Ltd., HongKong.

Für den Signalweg im Schneidkennlinienentzerrer würde ich einen 
rauscharmen BC414B/BC416B bevorzugen. Kann zwar nur 100mA, soll aber für 
die Signale immer reichen.

siehe www.datasheetcatalog.com

Gruß Andreas

Autor: Bastelkönig (Gast)
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Danke erst einmal für Eure Hilfe!

Kurzer Einschub:
Der Ortofon MCA-10 MC-Vorverstärker hat noch keine Entzerrung nach RIAA, 
die käme erst in der Folgestufe am Verstärker selbst. Der MCA-10 hebt 
das Signal lediglich von MC- auf MM-Niveau an, so daß es an jeden 
beliebigen MM-Phonoeingang angeschlossen und erst dann über einen 
Schneidkennlinienentzerrer geführt wird. Anders würde das doppelt 
ablaufen, was klanglich eher nachteilig wäre. Deshalb haben diese 
Vor-Vorverstärker i.d.R. keine Schneidkennlinienentzerrer verbaut. Aber 
ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren.

Aber genauso gut müßte ich die rauscharmen Transistortypen doch auch 
schon im MCA-10 verbauen können, ohne daß ich dadurch Nachteile im 
restlichen Signalweg habe, oder was meint Ihr dazu?

Gruß
Bastelkönig

Autor: Den man nicht sperren kann (Gast)
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Hi folks
Klare Sache. Der 485 ist ein AUSGANGStransistor der 414 sehr rauscharm 
mit ca 1dB noise figure.

Autor: Bastelkönig (Gast)
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...also kann ich die Typen 485 und 486 problemlos austauschen und dafür 
die rauscharmen Typen 414 und 416 verbauen, ohne das es da Nachteile 
gibt?

So 100%-ig sicher bin ich mir da nämlich noch nicht...

Gruß
Bastelkönig

Autor: Ulrich (Gast)
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Ein paar Informationen zur Schaltung sollte man schon haben. Wenigstens 
die VErsorgungsspannung und der ungfähre Strom.

Es ist nöhmlich möglich mit einem etwas größernen Transistor als sonst 
üblich, und ziehmlich viel Betreibsstrom einen sehr raucharmen 
Verstärker für niederohmige Signalquellen zu bauen. Dann könnte der 
BC414 eventuell schon zu klein sein oder doch stärker Rauschen als der 
BC485.  Eine bekannte Lösung für sehr rauscharme verstärker sind 
Transistoren wie BC337 bei Strömen von etwa 5-10 mA.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Ulrich wrote:
>
> ...  Eine bekannte Lösung für sehr rauscharme verstärker sind
> Transistoren wie BC337 bei Strömen von etwa 5-10 mA.


Da wäre es nett, wenn Du mal einen Link postest. Der BC337 ist 
eigentlich nicht als sehr rauscharm beleumundet.

MAT-02 und MAT-03 fallen mir da eher auf als sehr rauscharm.

Immer vorausgesetzt wir reden über ausreichend niedrige 
Quellwiderstände, bei denen Bipolar-Ts noch vor FET kommen 
(Rauschmäßig).

Autor: Bastelkönig (Gast)
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...zum Strom kann ich wenig sagen. Die Betreibsspannung liegt bei 3V. 
Gespeist wird der Verstärker aus zwei Babyzellen, weshalb er absolut 
brummfrei arbeitet. Jeder Versuch da mit einem Gleichspannungsnetzteil, 
i.V.m. Siebelko zu arbeiten brachte bisher nur Verschlechterungen. Also 
bin ich beim Batteriebetrieb geblieben, mit dem man immerhin gut 60 
Stunden Musik hören kann.

Das Teil stammt von Ortofon aus dem Jahr 1982 und dient ausschließlich 
dazu, die sehr niedrige Ausgangsspannung meines Ortofon MC-15 Super II 
MC-Tonabnehmers (0,34mV) auf das höhere Niveau des MM-Phonoeingangs am 
Verstärker (z.B. 3mV bis 6mV o.s.ä.) anzuheben. Ich meine sogar die 
Ausgangsspannung liegt bei 3mV/1kHz o.s.ä., weiß das aber nicht mehr 
genau.

Die 6 2200µF Elkos in dem Teil habe ich kürzlich alle getauscht, weil 
einer Kurzschluß hatte. Das die anderen dann auch irgendwann aufgeben 
ist ja bei dem Alter nur noch eine Frage der Zeit.

Nun habe ich im Dual-Board gelesen, daß ein Austausch der Transistoren 
eine weitere Verbesserung bringen soll. Das wollte ich auf diesem Wege 
in Angriff nehmen und je rauschärmer, desto besser, so meine Vermutung. 
Aber genau da bin ich mir eben nicht sicher.

Gruß
Bastelkönig

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Schau dir mal den 2SC3329 / 2SA1316 von Toshiba an, die sind speziell 
für diesen Zweck gemacht. Ein Mittel, um das Rauschen noch weiter zu 
reduzieren, wäre das Parallelschalten mehrerer Verstärkerstufen, zum 
Beispiel vier Stück für 6 dB mehr Rauschabstand.

Autor: Ulrich (Gast)
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Wenn man für eine babyzelle etwa 3 Ah annimmt, komme ich bei 60 Stunden 
auf einen Strom von rund 50 mA. Das ist eine Menge und Spricht dafür, 
das da tatsächlich durch viel Strom das Rauschen des Transistors gesenkt 
wird. Dann braucht man auch schon einen Transsistor für etwas mehr 
Strom, damit die internen Widerstände klein genug sind. Der BC337 ist da 
relativ gut, aber halt nur bei Strömen über etwa 1 mA. Die BC414 usw. 
sind mehr was für kleine Ströme.

Wenn es denn Batteriebetrieb bleiben soll, dann sollte man aber sehen 
das man mit weniger Strom auskommt. Normalerweise sollte man mit etwa 5 
mA - vielleicht 10 mA auskommen. Der 2SC3329 oder eventuell auch ein 
LM394 wären dann die richtige wahl für den NPN. Der PNP Transistor ist 
vermutlich gar nicht so wichtig fürs Rauschen.

Autor: eaehavelich (Gast)
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Hallo Bastelkönig,

wenn Du mit dem 27 Jahre alten Verstärker eigentlich zufrieden bist, 
dann gönne ihm doch einfach weitere 27 Jahre bis zum nächsten 
Elko-Wechsel - so wie er ist.

Ich habe viele Vorverstärker ausprobiert (Parallelschaltung von bis zu 
12 Transistoren zwecks angeblicher Rauschminderung, immer die neuesten 
und rauschärmsten OP´s) und kann sagen: einfach ist einfach besser. Ich 
habe selbst einen zwei Transistor Vorverstärker im Einsatz, im 
HF-dichten Gehäuse direkt im Plattenspieler montiert.

Ortofon wird sich bei der Entwicklung schon was gedacht haben.

Gruß - Andreas

Autor: Bastelkönig (Gast)
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...da hast Du nicht ganz Unrecht, das habe ich mir heute auch schon 
überlegt. Unter Umständen "verschimmbesser" ich da nur unnötig etwas, 
was bisher ganz gut funktioniert hat.

Hinzu kommt, daß ich bei der Suche nach den Typen 414 und 416 kaum 
fündig geworden bin. Die meisten Anbieter haben die gar nicht im 
Programm, sondern eher die 635 und 636. Aber ob ich damit eine 
Verbesserung erziele...

Autor: Oliver Döring (odbs)
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Die meisten hier erwähnten Transistoren stammen ja auch aus der 
Steinzeit.

Es wird leider zunehmend schwieriger, hochwertige (Einzel-)Transistoren 
zu bekommen, da diskrete Analogschaltungen nur noch für 
Spezialanwendungen entworfen werden. Gerade im Audio-Bereich wird heute 
das meiste digital gemacht, und der typische Schaltungsentwickler 
schafft es gerade noch, seine Analog-Probleme mit 
Operationsverstärker-Kochrezepten zu lösen. Der Audio-Designer mit 
Anspruch nimmt dann statt des NE5532 einen sündhaft teuren Edel-OP für 
10€ das Stück. Wenn ich das sehe, denke ich mir immer, was man für 
dieses Geld mit guten Transistoren hätte machen können!

Es gibt noch von einigen wenigen Herstellern eine Palette guter 
"Audio"-Transistoren, vom "MC head amplifier" bis hin zum 
Ausgangstransistor für Endstufen. Toshiba ist einer davon. Die meisten 
dieser Produkte tauchen aber in offiziellen Katalogen gar nicht mehr 
auf. Sie werden nur auf Anfrage produziert, entsprechende 
Mindeststückzahlen sind dann abzunehmen.

Zwar werden viele der alten Typen noch über die Versender angeboten, 
sehr oft sind das aber umgelabelte Fakes aus China, die über diverse 
Zwischenhändler in das Lager gekommen sind. Ich habe jedenfalls schon 
ganze Rollen entsorgt, weil die technischen Daten nicht mit dem 
Datenblatt übereinstimmten.

Dazu kommt noch die Problematik, daß bedrahtete Bauteile generell 
sterben. Der berühmte wunderbare 2SK389, ein Dual-JFET für Audiozwecke, 
ist beispielsweise daran gestorben, daß das Gehäuse nicht mehr gefertigt 
werden konnte. Man hat das Bauteil dann komplett eingestellt. Dieses 
Schicksal erleiden viele beliebte Audio-Transistoren. Nachfolger in 
SMD-Gehäusen werden aufgrund der heute geringen Stückzahlen dann nicht 
mehr entwickelt.

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