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Forum: Platinen Wie fertig geätzte Platinen behandeln


Autor: Thomas W. (thomas0906)
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Hallo

Sorry, das ich mit so vielen Fragen nerve, aber ich arbeite mich gerade 
in die Materie ein.

Wenn ich die Platine geätzt habe, dann habe ich ja das reine Kupfer.

Wie muß ich die jetzt noch weiterbehandeln?
Oder kann man das so lassen, indem man komplett verlötet und dann 
eventuell einen Schutzlack drübersprüht, oder den Lack auch wegläßt?
Schadet es wenn das Kupfer oxydiert? Können Defekte entstehen an den 
Kupferbahnen?


Gruß
Thomas

Autor: Gast (Gast)
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nach dem Ätzen hast du ja noch erst mal den Ätzresist auf dem Kupfer, 
sprich Fotolack oder ähnliches.

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Kaufe Dir eine Spraydose Lötlack und behandele die Platine vor dem
Bestücken damit. Das sieht manierlich aus und es oxydieren die
Leiterzüge nicht.

MfG Paul

Autor: Marcus (Gast)
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Also ich geh nach dem Ätzen immer mit Stahlwolle über die Platine, damit 
der restliche Photolack abgeht, wenn die dadurch entstehenden Spuren auf 
der Platine stören, kann man auch nochmals Belichten und Entwickeln. 
Dann kann man je nach Geschmack gleich löten oder noch Verzinnen. Zum 
Verzinnen gibt es verschiedene Methoden und auch Meinungen, bei 
SMD-Bauteilen würde ich auf jeden Fall verzinnen, bei anderem halte ich 
es nicht für nötig. Die Oxidschicht auf dem Kupfer stört soweit ich weiß 
nicht, solange man schon gelötet hat, beim Löten behindert sie aber. 
Wenn die Platine also paar Tage liegt, würde ich vor dem Löten wieder 
Stahlwolle empfehlen. Nachdem die Platine fertig ist kann man sowas wie 
Plastik darauf sprühen, damit sie etwas geschützt ist und schön bleibt.

Grüße Marcus

Autor: Marco Beffa (Gast)
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Ich bespraye meine Platinen mit Lötlack, direkt nach dem Ätzen. Ist eine 
sehr gute Variante, um Oxidationen zu verhindern. Ansonsten kann das 
Löten echt zum Problem werden, da einfach nichts recht fliessen will..

Autor: El Jefe (bastihh)
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Nach dem ätzen, verzinne ich meine Leiterplatten.

Anschließend benutze ich das Dynamask (grüne Lötstop Folie) von Bungard 
(bei octamex gibts das zu kaufen).

Ist zwar aufwendiger aber man bekommt ne vernünftige Lötstopmaske in 
Platinen-Grün und schaut auch professionell aus :)
Grüße

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Ich behandle meine Platinen wie folgend:
1) Aetzen,
2) Bohren und saubere Entgratung,
3) Entfernung des Resists mit Azeton,
4) Sorgfaeltige Saeuberung und Stahlwollebehandlung,
5) Abreibversilberung der Leiterplatten mit Wattestaebchen.
6) Gruendliche Reinigung mit Wasser und Methylalkohol
7) Lackierung mit SK10 Loetlack

Das Versilberungsmittel gibt es(gab es frueher) ueberall im 
Elektronikfachhandel zu kaufen. (Das Versilberungsmittel ist ueberigens 
sehr giftig - also mit Gummihandschuhen arbeiten). Das Ganze sieht super 
aus und loetet sich wunderbar. Eine Flasche Versilberungsmittel reicht 
fuer zig Jahre.

mfg,
Gerhard

Autor: Dirk Ruffing (dh4ym) Benutzerseite
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Hallo Thomas,

ich verwende Anreibesilber. Ergebnisse dazu siehst du auf meiner 
Homepage. Bin damit sehr zufrieden. Dauert noch keine 5 Minuten und die 
Platine ist richtig versilbert. Das Silber lässt sich nur mit 
mechanischer Gewalt entfernen. Kann dir für den Bezug auch gern einen 
Ansprechpartner nennen.

Gruß Dirk

Autor: Gerhard. (Gast)
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Das Versilberungsmittel das bei mir verwendet wird ist von:

Hersteller:
Dipl.Ing. D. Drewanz
Rheinstrasse 11
D-56412 Holler
Tel: 02602/18888

Das gab es zumindestens frueher noch ueberall in den 
Elektronikgeschaeften in Muenchen in 2000. Wegen gewisser Trends ist es 
fraglich ob es noch heutzutage erhaeltlich ist

Die Qualitaet der Versilberung ist erstklassig solange die Kupferflaeche 
einwandfrei gereinigt und frei von Fett oder Oelrueckstenden ist.

Wegen der Giftigkeit bitte die Gebrauchsvorschriften genau lesen und 
beachten. Bei vernuenftigen Gebrauch ist da keine echte Gefahr. Auf alle 
Faelle nicht in die Kanalisation schuetten und von Nahrungsmitteln 
fernahlten und die Haende nach Gebrauch gut waschen - Also mit Verstand 
arbeiten;-)

Man sollte uebriegens am Besten silberhaltiges (2%) Lot verwenden weil 
normales bleihaltiges Lot das Silber durch Ionenmigration aufloest und 
es um den Rand der Loetstelle dann einen rosaroten schamlen Rand gibt. 
Bei dem Silberhaltigen Lot passiert das nicht.

MIT SK10 Loetlack verhindert man Fingerabdruecke und Sulfierung der 
Versilberung.

mfg,
Gerhard

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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Alternative zu Lötlack ist übrigens Plastikspray von Kontakt. gibt es 
bei CSD-Electronics beispielsweise.

Autor: Dirk Ruffing (dh4ym) Benutzerseite
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Hallo Gerhard,

genau dieses Anreibesilber verwende ich. Herr Drewanz ist oft auf 
Messen, u.a. auf Amateurfunkmessen, anzutreffen (z.B. AMTEC 
Saarbrücken). Auf seiner Homepage hat er zumindest in den letzten Jahren 
angekündigt, auf welchen Messen er vertreten ist.

Das Anreibesilber per Post zu versenden ist extrem teuer laut seiner 
Aussage, da "Gefahrengut".

Bin damit auch hoch zufrieden.

Gruß Dirk

Autor: Pete K. (pete77)
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Kann man, wenn man die geätzte und gereinigte Platine dann mit Plastik 
eingesprüht hat, noch löten ? Oder geht das dann nicht mehr so gut ?

Autor: Gerhard. (Gast)
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Hallo Dirk,

vielen Dank fuer Deine Antwort. Da ich im VE6 Land lebe, ist die 
Importierung noch ein groesseres Problem fuer mich oder zumindestens 
eine kostenspielige Angelegenheit. Habe mich bei frueheren Reisen nach D 
damit gruendlich eingedeckt. Zum Glueck kann man damit sparsam arbeiten 
und es hat warscheinlich eine unbegrenzte Haltbarkeit. Die Versilberung 
ist natuerlich bei Mikrowellenprojekten sehr wichtig und guenstig.

Habe mir uebrigens Deine schoene Web Seite angesehen. Finde ich sehr 
interessant. Habe frueher alle meine UKW/UHF Funkgeraete selber gebaut. 
Leider komme ich aus Berufsgruenden nicht mehr oft dazu, obwohl es viele 
neue Technik gibt die dem Selbstbau zugute kommt. Falls Du uebrigens auf 
Google nach "Ham Radio Corner" suchst, findet sich auch von mir etwas.

Gruss,
Gerhard

Autor: Gerhard. (Gast)
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Halle Pete,

warscheinlich nicht sehr gut. Es gibt bestimmt haessliche Raender um die 
Loetstellen.  Frueher habe ich auch geruchlosen Haarspray verwendet. Ist 
aber auch nicht das beste.

Ich bevorzuge SK10 da sich damit schoen loeten laesst. Leider ist SK10 
etwas Fingerabdruckempfindlich so dass amn beim Loeten der Platine und 
herumhantieren aufpassen muss. Da ich im Ausland lebe ist mir leider 
nicht bekannt ob SK10 Loetlack immer noch hergestellt wird.

Gruss,
Gerhard

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Also ich nutze nach dem Ätzen und Entschichten immer Chemisch-Zinn, da
kann man die Platinen ewig liegen lassen. Danach meistens noch 
Dynaresist.

Torsten

Autor: Gerhard O. (gerhard_)
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Hallo Torsten,

meine Erfahrungen mit chemischer Verzinnung sind da eher negativ. 
Zumindestens bei den Produkten (M.G. Chemicals) die mir zugaenglich 
sind, ist die Loetbarkeit zeitlich sehr begrenzt. Versilberung sieht 
auch besser aus.

Was ist Dynaresist? Ist das ein Loetstopplack?

Gerhard

Torsten Schwalm wrote:
> Also ich nutze nach dem Ätzen und Entschichten immer Chemisch-Zinn, da
> kann man die Platinen ewig liegen lassen. Danach meistens noch
> Dynaresist.
>
> Torsten

Autor: Arno H. (arno_h)
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Internetfund aus einem mir unbekannten Werk, scheint nicht so giftig zu 
sein.
Mangels Notwendigkeit habe ichs noch nicht selbst ausprobiert.

Arno

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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@Gerhard O.
ich habe bisher das Chemisch Zinn von Octamex benutzt, mische es mir 
jetzt aber selber. Wie definiert man lange? Ich habe Platinen auch schon
mal ein halbes Jahr liegen lassen, ging genauso zu löten. Könnte aber
auch an verschiedenen Flussmitteln im Zinn liegen.
Das Dyna ist der Lötstoppresist von Octamex. Mit dem bin ich eigentlich
sehr zufrieden.

Torsten

Autor: Sascha S. (dec)
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Wüsste jetzt auch nicht, warum nach dieser Beschreibung dieses 
Anreibesilber so hochbrisant sein sollte.
Habe auch gerade noch in ein paar Quellen nachgeschaut und sie sind 
nahezu identisch. (Stoffe sind komplett identisch)

Silberchlorid hat auch keine Gefahrenstoffkennzeichung
(http://de.wikipedia.org/wiki/Silberchlorid)
Weinstein und Kochsalz ist auch nicht giftig.
Das einzige ist das Silbernitrat, welches zur Herstellung des Chlorids 
benötigt wird aber eigentlich nur noch in Spuren vorhanden sein dürfte.

Hat jemand zufällig das Sicherheitsdatenblatt zu dem Anreibesilber?

Gruß

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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Pete K. wrote:
> Kann man, wenn man die geätzte und gereinigte Platine dann mit Plastik
> eingesprüht hat, noch löten ? Oder geht das dann nicht mehr so gut ?

Ja, das Plastik Spray von Kontakt Chemie ist durchlötbar. Steht auch 
drauf.

Autor: Geniesser (Gast)
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Torsten Schwalm (torstensc) wrote:

> @Gerhard O.
> ich habe bisher das Chemisch Zinn von Octamex benutzt, mische es mir
> jetzt aber selber.

Lohnt sich das? Was kosten die Chemikalien? Woher beziehst du den 
giftigen Thioharnstoff?

Autor: Torsten Schwalm (torstensc)
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Na ja, so giftig ist Thioharnstoff nun auch wieder nicht. Er wird als
Karzinogen der Stufe 3 geführt, d.h. es gibt Anhaltspunkte die darauf
hindeuten das er Karzinogen wirken könnte. Also mit normalen Maßnahmen
wie Handschuhen usw. ordentlich sicher zu verarbeiten.

z.B. hier:

www.carl-roth.de      9531.3
www.vwr.de            8.18591.0500

oder in der Apotheke.
Bei der begrenzten Lagerfähigkeit von Chemisch-Zinn macht der
Selbstansatz schon Sinn. Meistens ist die Suppe ja zerfallen wenn man
sie braucht. Mit einer ordentlichen Waage kann man sich dann auch mal
nur 100ml ansetzen wenn man nur mal ein oder zwei Europlatinen hat.

Torsten

Autor: Norgan (Gast)
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Vielleicht sollte man dem OP nochmal auf den Weg geben, dass es je nach 
geplantem Verwendungszweck (zum Beispiel einfache Elektronikspielereien, 
nicht gerade HF) und Komplexität ganz ohne Zusatzbehandlung wie 
Verzinnen geht. Vor dem Löten wird die Platine ordentlich abgeschruppt 
(Topfkratzer), beim Löten wird ordentlich Flussmittel verwendet. Danach 
wird die Platine von Flussmittelresten gereinigt. Fertig.

Im Laufe der Zeit oxidiert die Kupferoberfläche, wird hässlich und 
verändert durch die Oxidation ihre elektrischen Eigenschaften etwas. 
Eine ausgelaufene Batterie kann böse Schäden anrichten. Wenn man das 
weiß und nicht für die Ewigkeit bauen will, dann geht blankes Kupfer für 
viele einfache Hobbyschaltungen.

Autor: Winfried (Gast)
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Ich nehme immer selbst hergestellten Lötlack: Einfach Kolophonium in 
Isopropanol auflösen und damit einpinseln. Weil Kolophonium auch 
Flussmittel ist, lässt sich wunderbar löten. Kolophonium gibt es 
kiloweise recht billig bei kremer-pigmente.de (Kolophonium hellst 1Kg = 
5,83 Euro).

Autor: Steffen (Gast)
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Hallo

Immer wieder interessant, welch Informationen in manchen Foren (so wie 
dieses) stecken.

Hat jemand eventuell auch einen Tipp, wie man Durchkontaktierungen 
selber machen könnte? Hatte es mal mechanisch mit den 
Durchkontaktierungen von Bungard versucht. Hat zwar funktioniert, musste 
sie aber trotzdem noch verlöten um sicher zu stellen, dass nicht 
irgendwann das Kupfer drunter oxidiert.

Autor: Sucher (Gast)
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Kolophonium hellst :

Aktueller Preis auf obiger Webseite :
Einzelpreis 2.98 EUR
29.80 EUR pro kg


Inflation ????????

Autor: Johannes S. (demofreak)
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Auf 1kg umschalten. Wenn du nur 100g bestellst, isses teuer.

/Hannes

Autor: ... (Gast)
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>  Aktueller Preis auf obiger Webseite :
>  Einzelpreis 2.98 EUR
>  29.80 EUR pro kg

>  Inflation ????????

richtig hinsehen !!     ;-)))

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