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Forum: HF, Funk und Felder Spule für KW-Anpassgerät


Autor: Randy (Gast)
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Hallo,

ich will ein L-Anpassgerät für Kurzwellenantennen bauen. Dazu habe ich 
schon Anleitungen gefunden, die alle eine Luftspule mit Anzapfungen 
benutzen. Da das dann recht groß wird überlege ich ob nicht eine Spule 
auf einem Ringkern kleiner werden würde. Ich habe einen T200-2 
rumliegen:
http://www.reichelt.de/?;ARTICLE=19973
Da ich mit mit Sättigung und ähnlichem nicht allzu sehr auskenne: Ist 
das ein passender Kern für das unterfangen? Oder brauche ich was mit 
Luftspalt? Würde der Kern für ca. 50W bei 7-30MHz ausreichen?
Ich habe gesehen dass die Luftspule in einem Anpassgerät ab der 
variablen Anzapfung kurzgeschlossen wurde. Wird da nicht vom aktiven 
Teil der Spule kräftig Strom induziert? Wäre es nicht besser den 
inaktiven Teil der Spule ab der Anzapfung offen zu lassen? Oder was hat 
es mit dem Kurzschließen auf sich?

Vielen Dank
Randy

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Luftspulen sind linearer, erzeugen also weniger Oberwellen. Außerdem 
kann man sie nicht sättigen, höchstens abbrennen. Leider brauchen sie 
auf den unteren MHZ-Frequenz viel Platz. Daher findet man sie eher ab 
50MHz.


Persönlich habe ich vor kurzem einen Ringkern T37-6 von micrometals 
erfolgreich so verwendet. Allerdings brauchte ich nur einige mW Leistung 
übertragen. Daher habe ich mir mehr Gedanken über die erreichbare 
Induktivität und Wickeltechnik als zur Leistungsbegrenzung gemacht.

Modellieren des Anpassgerätes mit SPICE und etwas rumrechnen anhand der 
Unterlagen vom bevorzugten Kernhersteller sollte reichen. Etwas 
experimentieren ist auch gut für die Erkenntnis. Wenn das Teil merklich 
warm wird, mal die Oberwellen kontrollieren.


Ich weiß nicht, ob der erwähnte Kurzschluß so eine gute Idee ist. 
Andererseits ist die interne Kopplung in einer Luftspule wesentlich 
schwächer als auf einem ferromagnetisch aktiven Kern. Von daher sollte 
es nicht zur kleinen Katastrophe führen. Die wäre dann Induktivität nahe 
Null :-)


Ein richtiger Tuner oder nur ein L-Glied?


Bei micrometals.com finden sich auch diverse interessante Unterlagen zum 
Lesen.



Gruß -
Abdul

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Randy wrote:

> Da das dann recht groß wird überlege ich ob nicht eine Spule
> auf einem Ringkern kleiner werden würde.

Na klar wird sie das.  Praktisch alle geometrisch klein aufgebauten
Antennenanpassgeräte machen das so.

> Da ich mit mit Sättigung und ähnlichem nicht allzu sehr auskenne: Ist
> das ein passender Kern für das unterfangen?

Klingt erstmal so, könnte für 50 W sogar noch kleiner gehen.

> Oder brauche ich was mit
> Luftspalt?

Luftspalt wäre ja nur gegen eine Gleichstromvormagnetisierung, die
hast du hier nicht.  Aber die Eisenpulverkerne haben sowieso eine
recht weiche Sättigungskurve (auf Kosten eines kleinen A[L]-Wertes).

> Ich habe gesehen dass die Luftspule in einem Anpassgerät ab der
> variablen Anzapfung kurzgeschlossen wurde.

Das wundert mich allerdings.  Bei mir ist das eine Rollspule, und
die wird nicht kurz geschlossen.  Kurzschluss kann man sich
eigentlich nur bei nicht miteinander koppelnden Spulen leisten
(bspw. indem man mehrere Ringkernspulen hintereinander geschaltet
hat).

Bauanleitungen für sowas sollten sich auch und gerade in Amateurfunk-
kreisen finden lassen, teilweise aber halt auch in den einschlägigen
Zeitschriften.

Autor: Karl (Gast)
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Vergiss das mal mit dem Kern. Die Nichtlinearitäten machen dir alles 
kaputt.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Karl wrote:
> Vergiss das mal mit dem Kern. Die Nichtlinearitäten machen dir alles
> kaputt.

Klar, darum sind ja auch alle Spulen in der Welt Luftspulen, nicht
wahr?

Autor: Karl (Gast)
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Ja sorry, war doof :(

Autor: Randy (Gast)
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[T200-2]
> Klingt erstmal so, könnte für 50 W sogar noch kleiner gehen.

In Bauanleitungen wird von ca. 20-30uH für die Spule ausgegangen, das 
wären auf dem Kern 40-50 Windungen. Wie würde man die Abgriffe wählen? 
Äquidistant in der Induktivität ? Oder in der Windungszahl? Der 
Schaltplan suggeriert dass die Abgriffe nicht gleichmäßig auf den 
Windungen verteilt sind:
http://www.mfjenterprises.com/man/pdf/MFJ-941E.pdf
Ich habe zwei 60pF Luft-Drehkos. Sollte ich, so wie im Schaltplan, 200pF 
brauchen, auf welche Kriterien muß ich achten wenn ich Keramik-Cs zum 
Parallelschalten aussuche? Ich hab mal einen 2m/70cm Diplexer aufgemacht 
der 100W abkönnen soll, der hatte überraschend klein aussehende 
Keramik-Cs in den Filtern.

Schon mal vielen dank für die bisherigen Tipps.

Randy

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Randy wrote:

> Wie würde man die Abgriffe wählen?
> Äquidistant in der Induktivität ? Oder in der Windungszahl?

Habe ich mangels eigener Erfahrungen keine Idee.  Vielleicht findest
du ja noch irgendwo eine Bauanleitung (da würde ich jedenfalls auch
zuerst suchen).

> Der
> Schaltplan suggeriert dass die Abgriffe nicht gleichmäßig auf den
> Windungen verteilt sind:

Mit MFJ hast du ja zumindest einen der bekannten Hersteller für
solche Geräte gefunden.

> Ich habe zwei 60pF Luft-Drehkos. Sollte ich, so wie im Schaltplan, 200pF
> brauchen,

Der MFJ-Tuner geht wohl bis 1,8 MHz herunter, wenn ich den Text
richtig deute.  Du sprichst von 7 MHz, da könnten die 60 pF ja
vielleicht schon genügen.

> auf welche Kriterien muß ich achten wenn ich Keramik-Cs zum
> Parallelschalten aussuche?

Spannungsfestigkeit.

> Ich hab mal einen 2m/70cm Diplexer aufgemacht
> der 100W abkönnen soll, der hatte überraschend klein aussehende
> Keramik-Cs in den Filtern.

Der muss aber auch nur gegen 50 Ω arbeiten.  Ein Tuner dagegen kann
schon auch mal in die Verlegenheit geraten, gegen 600 Ω zu arbeiten,
mit entsprechend höheren resultierenden Spannungen.

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