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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Leistungsaufnahme 220V erkennen


Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Hallo Forum,

ich möchte gerne eine Schaltung bauen mit der ich auf einfache Art 
erkennen kann wann ein Gerät (220V, Stromaufnahme unbekannt, aber nicht 
mehr als 2A) eingeschaltet ist. Ich muß nicht wissen wieviel dieses 
Gerät verbraucht, nur die Zeiten loggen wann es eingeschaltet ist.

Mein Ansatz war jetzt so einen Stromsensor zu kaufen wo der Leiter 
durchgeführt wird der zum Gerät geht. Ein solcher war schnell besorgt 
(AC1005) und nun steh ich da und weiß nicht so recht weiter.
Die Daten des Sensors klangen ganz gut:
Nennstrom....................5 A
Übersetzungsverhältnis.......1000 : 1
Volt per Ampere bei 5A.......0,100 V/A (@ 100 Ohm Last)
DC-Wicklungswiderstand.......41,8 Ohm @ 20°C

Nun zu meiner Frage: Wenn ich Wechselspannung durch den Wandler schicke, 
wird ja wohl auch Wechselspannung am Lastwiderstand anliegen.
Meine Idee war nun die Spannung am Lastwiderstand zu messen, aber damit 
wird der ADC eines AVRs wohl nicht klarkommen. Gibt es eine Möglichkeit 
diese Wechselspannung, die ja dann im Millivolt Bereich liegt, noch 
gleichzurichten? Oder hab ich da schon nen prinzipiellen Denkfehler 
drin?

Ich häng mal das Datenblatt an, vielleicht kann mir da ja jemand nen 
Tipp geben ...

Gruß
  Jens

Autor: Olli R. (omr) Benutzerseite
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Jens Krause schrieb:

> ich möchte gerne eine Schaltung bauen mit der ich auf einfache Art
> erkennen kann wann ein Gerät (220V, Stromaufnahme unbekannt, aber nicht
> mehr als 2A) eingeschaltet ist.

Wir haben in D schon seit Jahren 230V.

Ich wuerde einen Messwandler nehmen. Dann ist das auch galvanisch 
getrennt.

Autor: Olli R. (omr) Benutzerseite
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Jens Krause schrieb:

> Meine Idee war nun die Spannung am Lastwiderstand zu messen, aber damit
> wird der ADC eines AVRs wohl nicht klarkommen. Gibt es eine Möglichkeit
> diese Wechselspannung, die ja dann im Millivolt Bereich liegt, noch
> gleichzurichten? Oder hab ich da schon nen prinzipiellen Denkfehler
> drin?

Ja. Die Spannung ist zwar evtl. minimal, hat aber ein unfreundliches 
Potential.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Jens Krause schrieb:
> Hallo Forum,
>
> ich möchte gerne eine Schaltung bauen mit der ich auf einfache Art
> ...
> Ich häng mal das Datenblatt an, vielleicht kann mir da ja jemand nen
> Tipp geben ...
>



Ja. Nennt sich aktiver Gleichrichter. Also im wesentlichen 2 OPV mit 2 
Dioden .

Schau mal mit diesem Suchbegriff, Schaltungen gibt es zu hauf.


So mal abgeschätze anhand Deiner Angaben: 200mV == 288mV pk nach dem 
Gleichrichter @ 2A.
Potentialtrennung hast Du ja mit dem Meßwandler AC1005 1000:1.

Damit sollte man dann sicher arbeiten können.


hth,
Andrew

Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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warum 2 OPs? Einweggleichrichtung reicht auch.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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@Andrew Taylor: Danke für den Anstoß mit dem aktiven Gleichrichter, das 
ist wohl genau dass was ich brauche.

So hab ich dann die Möglichkeit die Stromaufnahme des Gerätes irgendwann 
doch zu messen (bzw. zu errechnen) und mit zu speichern. Erstmal soll es 
dem späteren Benutzer nur anzeigen wann das Gerät gelaufen ist.

Vielen Dank schonmal!

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
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>Danke für den Anstoß mit dem aktiven Gleichrichter, das
>ist wohl genau dass was ich brauche.

Ich glaube, das wird nicht nötig sein. Ich hab mir mal das DB vom AC1005 
angesehen. Entscheidend ist, das der Sekundärkreis möglichst 
kurzgeschlossen ist.

Warum richtest du den nicht einfach mit vier Dioden gleich und führst 
das über einen Shunt. Den kannst du in deiner Schaltung einseitig mit 
Masse verbinden und ggf noch filtern.

Etwa so:

 Ipri
  |         .---.
  |         |   |
  |   .-----|~  |                           |
  |   |     |  +|-----o--[Rfilter]--o-------|Ain
   ) (      |   |     |             |       |
   ) (      |   |   Rshunt       Cfilter    | µC
   ) (      |   |     |             |       |
  |   |     |  -|-----o-------------o-------|Agnd
  |   '-----|~  |     |                     |
  | AC1005  |   |    ###
            '---'    GND

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Matthias Lipinsky schrieb:
> Warum richtest du den nicht einfach mit vier Dioden gleich und führst
> das über einen Shunt.

Laut Datenblatt sollte der 100 Ohm Lastwiderstand ja direkt am AC1005 
sein. Wenn ich dann "normal" gleichrichte, gibt es doch an den Dioden 
einen Spannungsabfall, oder nicht?

Gruß
  Jens

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Jens Krause schrieb:

> Laut Datenblatt sollte der 100 Ohm Lastwiderstand ja direkt am AC1005
> sein. Wenn ich dann "normal" gleichrichte, gibt es doch an den Dioden
> einen Spannungsabfall, oder nicht?

Ja, aber da dich nur der Strom interessiert (der mit dem 100 Ohm 
Widerstand in eine Spannung umgewandelt wird), ist der Spannungsabfall 
(mehr oder weniger) egal. (Wenn der Spannungsabfall aber zu hoch wird, 
kommt der Kern des Übertragers in die Sättigung. Laut Datenblatt ist das 
irgendwo bei 25V der Fall. Die Schaltung wird dadurch Kurzschlussfest, 
denn der Kern begrenzt die übertragene Spannung.)
Mit der Schaltung von lippy bekommst du daher das sauber 
gleichgerichtete Signal, ohne dass sich der Spannungsabfall irgendwie 
auf das Ergebnis auswirkt.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Ja super, dann werde ich mich mal mit der Schaltung beschäftigen. Wollte 
den Stromwandler schon mit nem Multimeter (auf AC gestellt) testen, aber 
das ist wohl nicht empfindlich genug ...

Also ran ans Steckbrett :-)

Danke nochmal
 Jens

Autor: Spess53 (Gast)
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Hi

>Ja. Nennt sich aktiver Gleichrichter. Also im wesentlichen 2 OPV mit 2
>Dioden .

Geht auch mit einem OV und einer Diode. S.16,FIGURE 18. Mit dem 2. OV 
kannst du dann in Ruhe verstärken.

MfG Spess

Autor: Steven () (ovular) Benutzerseite
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Du hast dir doch ne Stromzange gekauft!?!
Dann schließ den Ausgang an ein Komparator an der bei ein Paar Millivolt 
in die Sättigung geht und dann bekommst du schonmal ne LED zum Leuchten.

Man kanns sichs ja auch schwer machen.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Steven W. schrieb:
> Du hast dir doch ne Stromzange gekauft!?!

Nein, nur einen Stromwandler, das was alles noch in einer Stromzange 
drin steckt, will ich ja (vereinfacht) nachbauen.

> Dann schließ den Ausgang an ein Komparator an der bei ein Paar Millivolt
> in die Sättigung geht und dann bekommst du schonmal ne LED zum Leuchten.

Du meinst jetzt zum Testen oder wie? Funktioniert ein Komparator mit 
Wechselspannung?

Jens

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Wenn es nur darum geht festzustellen ob ein Geraet eingeschaltet ist 
oder nicht kann man das auch mit einem Optokoppler und 4 etwas dickeren 
Dioden loesen.

Gruss Helmi

Autor: Olli R. (omr) Benutzerseite
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Helmut Lenzen schrieb:

> Wenn es nur darum geht festzustellen ob ein Geraet eingeschaltet ist
> oder nicht kann man das auch mit einem Optokoppler und 4 etwas dickeren
> Dioden loesen.

Nette Idee, gleich mal gespeichert. Dem angeschlossenen Geraet sollten 
die 2,1V Spannungsabfall eher nichts ausmachen. Allerdings wuerde ich 
das nicht fuer grosse Stroeme verwenden, immerhin verheizt man da 
4*0.7V*I.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Helmut Lenzen schrieb:
> Wenn es nur darum geht festzustellen ob ein Geraet eingeschaltet ist
> oder nicht kann man das auch mit einem Optokoppler und 4 etwas dickeren
> Dioden loesen.

Mhm, klingt gut, also der "Eingang" links kommt also parallel zum 230V 
Gerät? Wie "dick" sollten die Dioden denn dann sein? Doppelte oder 
besser vierfache Netzspannung?

Ich wollte die gesammte Schaltung hinterher in so ein Gehäuse packen:
<http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=2;GROUP=C716;...

Also brauch ich ja auch noch 5V für den Controller und die restliche 
Schaltung. Nun hab ich viel gelesen über Nachteile des 
Kondensatornetzteils, gibt es wohl so kleine Trafos die in so ein enges 
Gehäuse passen damit ich n "normales" Netzteil bauen kann?

Gruß und danke nochmal für die vielen Ideen
  Jens

Autor: Olli R. (omr) Benutzerseite
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Jens Krause schrieb:

> Mhm, klingt gut, also der "Eingang" links kommt also parallel zum 230V
> Gerät? Wie "dick" sollten die Dioden denn dann sein? Doppelte oder
> besser vierfache Netzspannung?

Quark. Serienschaltung :-) An jeder Diode fallen nur 0,7V ab. Die 
muessen allerdings den gesamten Strom aushalten, also bei Dir dann 2A.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Olli R. schrieb:
> Quark. Serienschaltung :-) An jeder Diode fallen nur 0,7V ab. Die
> muessen allerdings den gesamten Strom aushalten, also bei Dir dann 2A.

Muß die Diode denn nicht eine Vorwärtsspannung im angepeilten 
Spannungsbereich + Reserve haben? Elektrotechnik LK ist schon so lange 
her, werd mich da wohl mal wieder einarbeiten müssen ...

Jens

Autor: Olli R. (omr) Benutzerseite
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Jens Krause schrieb:

> Muß die Diode denn nicht eine Vorwärtsspannung im angepeilten
> Spannungsbereich + Reserve haben? Elektrotechnik LK ist schon so lange
> her, werd mich da wohl mal wieder einarbeiten müssen ...

LK? Da tut es ein Grundkurs. Reihenschaltung. Die Diode ist in Reihe zur 
Last geschaltet. An jeder Sperrschicht fallen ca. 0.7V ab.

Das ist ja gerade der Witz an der Schaltung, dadurch bekommt der 
Optokoppler eine Spannung von 2.1V (die ueber den drei Dioden abfaellt) 
zugefuehrt.

Der Nachteil ist wie gesagt, dass Du einiges an Leistung verbraten 
wirst.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Jens Krause schrieb:
> Olli R. schrieb:
>> Quark. Serienschaltung :-) An jeder Diode fallen nur 0,7V ab. Die
>> muessen allerdings den gesamten Strom aushalten, also bei Dir dann 2A.
>
> Muß die Diode denn nicht eine Vorwärtsspannung im angepeilten
> Spannungsbereich + Reserve haben?

Tja, und wie hoch ist der "angepeilte Spannungsbereich"?


Richtig. 3 x 0.7V

>  Elektrotechnik LK ist schon so lange
> her, werd mich da wohl mal wieder einarbeiten müssen ...

Yes, you have to. If you can.

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Olli R. schrieb:
> Helmut Lenzen schrieb:
>
>> Wenn es nur darum geht festzustellen ob ein Geraet eingeschaltet ist
>> oder nicht kann man das auch mit einem Optokoppler und 4 etwas dickeren
>> Dioden loesen.
>
> Nette Idee, gleich mal gespeichert. Dem angeschlossenen Geraet sollten
> die 2,1V Spannungsabfall eher nichts ausmachen. Allerdings wuerde ich
> das nicht fuer grosse Stroeme verwenden, immerhin verheizt man da
> 4*0.7V*I.

Fast richtig .
Richtig sind 3 x 0.7V xI , und das noch mal durch 2. Dazu addieren wir 
0.7V x I/2.
Und man versaut sich den Breich um den Nulldurchgang, was wieder nette 
Oberwellen liefert.
Sieht man recht schön z.B. mit dem Oszi.

Da ist der Stromwamdler schon die technisch bessere Lösung.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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@ Andrew

Das Netz ist ohnehin schon ziemlich versaut. Da macht das bisschen auch 
nichts mehr aus. Wenn er dahinter ein Geraet mit Netzgleichrichter 
betreibt ist es dem wahrscheinlich egal ob der Nulldurchgang etwas 
verzerrt ist. Dafuer ist die Loesung sehr preiswert.

Autor: Abacus (Gast)
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Quark.

Autor: G. L. (glt)
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Warum keine Spule und nen Reedkontakt?

Den Schaltzustand des Reeds könntest Du ganz einfach dedektieren und der 
Spannungsfall/Leistungsverlust über die Spule (ein paar Windungen) kann 
man wohl vernachlässigen.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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>Warum keine Spule und nen Reedkontakt?

Was macht den ein Reedkontakt mit einer von Wechselstrom durchflossenen 
Spule ?

Je nachdem wie schnell der Kontakt ist tut er nichts oder flattert.

Autor: H.Joachim Seifert (crazyhorse)
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Und es gibt auch Relais mit 230V Erregerspannung.

Autor: G. L. (glt)
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mea culpa - sind ja bei 230/50 - dann würd ich denn Halleffekt zunutze 
machen.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Hallo Leute,

ich wollte heute, besser spät als nie, mal das Problem angehen. Wenn ich 
mein Multimeter im ACV Modus an den Rshunt anschliesse, kann ich schön 
die Spannung ablesen und somit auf den Strom schliessen ... 149mV = 
1,49A ... Ist also schön. Nun komm ich aber nicht mit der 
dimensionierung des RC-Filters klar, kann mir da jemand helfen?

Matthias Lipinsky schrieb:
> Etwa so:
>
>  Ipri
>   |         .---.
>   |         |   |
>   |   .-----|~  |                           |
>   |   |     |  +|-----o--[Rfilter]--o-------|Ain
>    ) (      |   |     |             |       |
>    ) (      |   |   Rshunt       Cfilter    | µC
>    ) (      |   |     |             |       |
>   |   |     |  -|-----o-------------o-------|Agnd
>   |   '-----|~  |     |                     |
>   | AC1005  |   |    ###
>             '---'    GND

Wie müssen R und C dimensioniert sein wenn ich als max. Spannung am 
Rshunt eine Spannung von 0,5V erwarte (das ist das Maximale was der 
Stromwandler bei 5A "wandelt").

Gibt es da vllt. nen online-Rechner für, den ich mit Tante google noch 
nicht gefunden habe?

Gruß
 Jens

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Jens Krause schrieb:
> Wie müssen R und C dimensioniert sein wenn ich als max. Spannung am
> Rshunt eine Spannung von 0,5V erwarte (das ist das Maximale was der
> Stromwandler bei 5A "wandelt").

Mit deiner Spannung an Rshunt hat das nichts zu tun. Vielmehr must du 
den Ripple deiner Messspannung glaetten. Du hast dort bei einem 
Brueckengleichrichter eine Brummspannung von 100Hz. Das heist dein 
Filter sollte die unterdruecken und daraus den Mittelwert bilden. Also 
muss die Eckfrequenz deines Filters kleiner als 100Hz sein. Damit deine 
Restwelligkeit der Spannung unter der Aufloesung des ADC kommt must du 
schon einen Tiefpass mit einer Grenzfrequenz von kleiner 1Hz 
vorschalten.

fg = 1 / (2  PI  R * C).

Allerdings schwingt dein Filter dann auch nur mit dieser Zeitkonstante 
ein.
Eine Messung waere dann erst nach ca. 1 .. 2 Sek. richtig.

Gruss Helmi

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Hallo Helmut, erstmal danke für Deine Antwort ...

> Mit deiner Spannung an Rshunt hat das nichts zu tun.

Aber wieso nicht? Da liegen doch max. 0,5V AC, also mit 50Hz 
(Netzfrequenz) schwingend, an. Und genau die interessieren mich ja. Ich 
möchte also am liebsten die Innerei des Multimeters nachbauen, die die 
Wechselspannung messen, da das aber wahrscheinlich zu kompliziert wird, 
würde mir das mit dem RC-Filter reichen ... Auch wenn ich nur alle 1 - 2 
Sekunden eine Messung machen kann.

Jens

Autor: LiDa (Gast)
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Hallo!

Ich hätt da mal eine Zwischenfrage: Ich könnte mich auch täuschen aber 
kann der Gleichrichter überhaupt mit so einer niedrigen Spannung 
berieben werden? Die Schleusenspannung einer Diode ist doch schon höher 
als die 0,5V am Ausgang.
Hast Du da die 149mV nach dem Gleichrichter am Shunt gemessen?

Gruß, LiDa!

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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LiDa schrieb:
> Hast Du da die 149mV nach dem Gleichrichter am Shunt gemessen?

Was fürn Gleichrichter?? Da wird nix gleich gerichtet, es ist immernoch 
Wechselspannung die am Sekundärkreis des Stromwandlers anliegt. Und ja, 
die 149mV Habe ich direkt am Rshunt gemessen ... Also quasi so:

>  Ipri 230V/50Hz
>   |         .---.
>   |         |   |
>   |   .-----|~  |
>   |   |     |  +|-----o-----------o1
>    ) (      |   |     |
>    ) (      |   |   Rshunt
>    ) (      |   |     |
>   |   |     |  -|-----o-----------o2
>   |   '-----|~  |
>   | AC1005  |   |
>             '---'

An 1 und 2 hing das Multimeter.

Jens

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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LiDa schrieb:
> Ich hätt da mal eine Zwischenfrage: Ich könnte mich auch täuschen aber
> kann der Gleichrichter überhaupt mit so einer niedrigen Spannung
> berieben werden?

Ja kann er in diesem Fall. Du hast dort einen Stromwandler also eine 
Stromquelle. Und die treibt dir durch den Shunt einen Strom. Der 
Spannungsabfall an den Dioden faellt dabei raus. (Die Spannung an der 
Sekundaerseite steigt dann um den Spannungabfall de Dioden an).

Jens Krause schrieb:
> Aber wieso nicht? Da liegen doch max. 0,5V AC, also mit 50Hz
> (Netzfrequenz) schwingend, an. Und genau die interessieren mich ja. Ich
> möchte also am liebsten die Innerei des Multimeters nachbauen, die die
> Wechselspannung messen, da das aber wahrscheinlich zu kompliziert wird,
> würde mir das mit dem RC-Filter reichen ... Auch wenn ich nur alle 1 - 2
> Sekunden eine Messung machen kann.

Weil es in erster Linie um die Daempfung deines Ripples geht. Also den 
unterschied zwischen Eingang und Ausgang des Filters. Und der hat nichts 
mit der absoluten hoehe der Spannung zu tun. Bei einem RC-Tiefpass 
erster Ordnung hast du eine Daempfung von 20dB / Dekade. Nehmen wir mal 
an dein ADC hat 10Bit Aufloesung. Das entspricht einem Dynamikumfang von 
60dB. Dein Frequenz liegt bei 100Hz. Um jetzt deinen Ripple kleiner als 
ein Bit zu bekommen muss du die Grenzfrequenz deines Tiefpass jetzt so 
ansetzten das du bei 100Hz deine Brummspannung um 60dB gedaempft hast. 
Also liegt dann deine Grenzfrequenz bei kleiner 1Hz. Man kann jetzt 2 
RC-Glieder in Reihe schalten dann haettes du 40dB / Dekade. Koenntes 
also deine Grenzfrequenz hoeher ansetzen.

Wenn du Fit in digitaler Signalverarbeitung bist kanst du das ganze auch 
nach dem ADC in Software erledigen. Damit koenntes du anstatt der 
Mittelwertbildung durch den Tiefpass eine richtige RMS (Effektivwert) 
Messung machen.
Also Eingangswerte quadrieren, integrieren und Wurzel bilden.
Ist in Software kein grosses Problem.

Gruss Helmut

Autor: LiDa (Gast)
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Hi!

Dachte nur weil in Deiner Zeichnung das Teil zwischen Stromwandler und 
shunt aussieht wie ein Gleichrichter.

Und helmut hatte vorher auch was von einem Brückengleichrichter und 
100Hz Brummspannung geschrieben. Deshalb war ich etwas verwirrt!

gruß, LiDa!

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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>Was fürn Gleichrichter??

Das Kaestchen zwischen Trafo und Shunt mit ~~+- dran. Sieht fuer mich 
wie ein Brueckengleichrichter aus.

Autor: LiDa (Gast)
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hi!

@ helmut: Alles klar, daran hab ich nicht gedacht.
Danke für die Antwort.

LiDa

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Helmut Lenzen schrieb:
>>Was fürn Gleichrichter??
>
> Das Kaestchen zwischen Trafo und Shunt mit ~~+- dran. Sieht fuer mich
> wie ein Brueckengleichrichter aus.

Hehe, jo, jetzt seh ichs auch. Also nein, ich hatte nur den AC1005 drin, 
ohne das ~~+- Ding.

> Wenn du Fit in digitaler Signalverarbeitung bist kanst du das ganze auch
> nach dem ADC in Software erledigen. Damit koenntes du anstatt der
> Mittelwertbildung durch den Tiefpass eine richtige RMS (Effektivwert)
> Messung machen.
> Also Eingangswerte quadrieren, integrieren und Wurzel bilden.
> Ist in Software kein grosses Problem.

Schafft das n Mega8 wenn er noch ein LCD ansteuern muß und so viele ADC 
Messungen machen muß?

Autor: Klaus (Gast)
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Hi Helmut,

wie kommst du auf die 1Hz? 60dB entsprechen doch 1000 und 100/1000=0,1.

Klaus

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Klaus schrieb:
> wie kommst du auf die 1Hz? 60dB entsprechen doch 1000 und 100/1000=0,1.

Ich schrieb kleiner 1Hz. Dann kann man je nachdem kleine Kompromisse 
eingehen.

Jens Krause schrieb:
> Schafft das n Mega8 wenn er noch ein LCD ansteuern muß und so viele ADC
> Messungen machen muß?

Doch das schafft der. Das LCD ansteuern ist doch nicht die Welt. Habe 
das ganze schon mal mit 5000Samples/Sec.  gemacht und nebenbei auch noch 
IIR Filter berechnet. Das ganze in 24Bit aufloesung (Festkomma format).
ATMega 88 mit 16MHz Takt.

Autor: LiDa (Gast)
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Hi!

Könnte man die 0,5 V Brummspannung nicht einfach versuchen nur zu 
glätten wie bei einem Netzteil? Dann hätte man bei sagen wir 1% nur 
einen Brumm von 5mV und man braucht nur einen Kondensator.

Laut Datenblatt fließt ein Strom von 5mA bei 0,5V.

Daraus den Kondensator berechnen: C= I*1,2 / 2*PI*f*Ubrumm

Weiß nicht ob das reicht aber einen Versuch ist es ja wert.

Gruß, LiDa!

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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LiDa schrieb:
> Könnte man die 0,5 V Brummspannung nicht einfach versuchen nur zu
> glätten wie bei einem Netzteil? Dann hätte man bei sagen wir 1% nur
> einen Brumm von 5mV und man braucht nur einen Kondensator.
>
> Laut Datenblatt fließt ein Strom von 5mA bei 0,5V.
>
> Daraus den Kondensator berechnen: C= I*1,2 / 2*PI*f*Ubrumm
>
> Weiß nicht ob das reicht aber einen Versuch ist es ja wert.

Was anderes macht das RC-Glied ja auch nicht. Nur mit dem Widerstand 
drin kann man den Kondensator kleiner machen.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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LiDa schrieb:
> Könnte man die 0,5 V Brummspannung nicht einfach versuchen nur zu
> glätten wie bei einem Netzteil?

Ich dachte ja dass das der RC-Filter macht ... Deswegen ja die Frage in 
meinem ersten Post von heute wie man R und C berechnet, also nur den 
AC1005 und ein RC-Filter.

Jens

Autor: LiDa (Gast)
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hi!

Helmut Lenzen schrieb:
> Was anderes macht das RC-Glied ja auch nicht. Nur mit dem Widerstand
> drin kann man den Kondensator kleiner machen.

Helmut Lenzen schrieb:
> fg = 1 / (2  PI  R * C).

Ja, hast recht. Das würde bedeuten wenn ich eine Frequenz von 1 Hz 
erreichen will, und ich nehme einen Widerstand von 1k, brauche ich einen 
Kondensator von ca. 160µF.


LiDa

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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LiDa schrieb:
> Helmut Lenzen schrieb:
>> fg = 1 / (2  PI  R * C).
>
> Ja, hast recht. Das würde bedeuten wenn ich eine Frequenz von 1 Hz
> erreichen will, und ich nehme einen Widerstand von 1k, brauche ich einen
> Kondensator von ca. 160µF.

Heißt das dann dass ich 1 Sekunde lang den ADC anlassen muß, eh ich nen 
Wert bekomme? Oder dass ich jede Sekunde einmal messen kann?

Ich bedanke mich auf jeden Fall schonmal für die Beteiligung am Thread 
hier, das hilf mir erheblich weiter ...

Gruß
  Jens

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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LiDa schrieb:
> Das würde bedeuten wenn ich eine Frequenz von 1 Hz
> erreichen will, und ich nehme einen Widerstand von 1k, brauche ich einen
> Kondensator von ca. 160µF.

Ja so isses. Nur ist ein 160uF Elko schon ziemlich gross. Also macht man 
den R groesser und den C kleiner.

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Jens Krause schrieb:
> Heißt das dann dass ich 1 Sekunde lang den ADC anlassen muß, eh ich nen
> Wert bekomme? Oder dass ich jede Sekunde einmal messen kann?

Dein ADC misst nicht ein Sekunde lang sonder macht ein Sample. Das heist 
er tastet die Eingangsspannung in dem Moment ab wo du ihn startest. Das 
mit der Sekunde bedeutet das wenn dein Messwert sich aendert es 1 
Sekunde dauert bis der Tiefpass sich eingeschwungen hat und die Messung 
stimmt.

Autor: Jens Krause (jjk) Benutzerseite
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Helmut Lenzen schrieb:
> Das
> mit der Sekunde bedeutet das wenn dein Messwert sich aendert es 1
> Sekunde dauert bis der Tiefpass sich eingeschwungen hat und die Messung
> stimmt.

Und wenn er sich schneller einschwingen soll muß ich die Werte nur 
erhöhen damit in der Formel für fg mehr als 1 Hz rauskommt?

Also für 5 Hz dann so 795µF und immernoch 1k? Oder hab ich da jetzt nen 
Rechenfehler gemacht?

Jens

EDIT: Nochmal umgestellt müßte die Formel für fg = 5 Hz ja dann so 
aussehen:

C = (1 / (2*pi*1000)) / 5
C = 3,18309886 × 10^5
C = 31,8 µF

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Jens Krause schrieb:
> Und wenn er sich schneller einschwingen soll muß ich die Werte nur
> erhöhen damit in der Formel für fg mehr als 1 Hz rauskommt?


Du must die Werte kleiner machen.
        1
fg = ---------
     2 Pi R C
>
> Also für 5 Hz dann so 795µF und immernoch 1k? Oder hab ich da jetzt nen
> Rechenfehler gemacht?

eher 32 uF bei 1K.

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