www.mikrocontroller.net

Forum: Offtopic E Technik Studium = Mathe Studium


Autor: Umfrage (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo die Damen und Herren,

mich würde mal interessieren, was ihr von der Aussage haltet "E Technik 
Studium an der Uni ist nahezu ein Mathematik Studium"

Ich hatte leider noch nicht die möglichkeit mich in eine Mathematiker 
Vorlesung zu setzen und natürlich belegen diese neben Mathe auch noch 
andere Kurse...

Trotzdem war es an meiner Uni bis vor kurzem noch so, das Physiker und E 
Techniker gemeinsam Höma 1-4 hatten und langläufig sagte man hier immer, 
dass diese Vorlesung eine Stufe unter der der Mathematiker steht.


Falls ihr da irgendwelche Referenzen habt, würde es mich ja sehr 
interessieren, was ihr dazu sagt.


Gruß

Autor: Johann L. (gjlayde) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Es ist sinnvoll, wenn mathemathische Grundlagen wie Analysis, Algebra, 
praktische Mathematik, Funktionentheorie etc. auch Studenten von Physik, 
Chemie, Informatik, E-Technik, ... etc. vermittelt wird.

So war das zu meinen Zeiten noch: alle hörten diese Vorlesungen und bis 
zum Vordiplom, auch für Lehramt.

Inzwischen gibt's aber wohl abgespeckte Versionen davon, heisst dann 
"Mathe für Köche" ;-)

Johann

Autor: milkyway (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Naja, es ist schon richtig dass ein Großteil des Lernens im 
E-Technikstudium was mit Mathe zu tun hat. Daher ist es schon ein halbes 
Mathestudium. Im Vergleich zum Mathestudium stehen aber ganz andere 
Schwerpunkte im Vordergrund. Von daher ist es eben auch kein 
Mathestudium. Treffend könnte man es eventuell als abgespecktes 
Mathegrundstudium bezeichnen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Unser Mathe-Dozent hat uns das mal so ausgedrückt: ,,/Sie/ müssen
wissen, dass null mal null gleich null ist.  Ich muss es Ihnen
auch beweisen können.''

Autor: Detlef (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Moin

Mathematik ist ein Werkzeug, welches u.a in der Physik verwendet wird.
Im Elektrotechnik-Zweig der Physik ist es eben so, dass sehr viele 
verschiedene mathematische Methoden verwendet werden (verwendet werden 
müssen). Sicher mehr als in den meisten anderen Bereichen der Physik. 
Von daher kann man schon sagen, dass ein E-Technik-Studium ein halbes 
Mathe-Studium ist.

Wer sich für ein E-Technik Studium vorbereiten möchte, der sollte sich 
mit höherer Mathematik beschäftigen. Das erleichtert den Einstieg sehr.
Habe ich auch so gemacht. Hat mir einige Vorteile verschafft.

Ist in vielen Bereichen so: Wer das Werkzeug kennt, ist auf dem besten 
Weg


Gruß
Detlef

Autor: yalu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> mich würde mal interessieren, was ihr von der Aussage haltet "E
> Technik Studium an der Uni ist nahezu ein Mathematik Studium"

Nichts ;-). Schau dir einfach mal die Vorlesungstitel, insbesondere die
der höheren Semester an. Das, was man in ET in ein paar Vorlesungen HM
hört, ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was die Mathematik
insgesamt zu bieten hat. Was für den E-Ingenieur im Wesentlichen von
Bedeutung ist, sind komplexe Zahlen, lineare Algebra, Analysis,
Differentialgleichungen, Fourier- und Laplace-Transformation und
Numerik. Diese Themen sind zwar nicht immer leicht, aber trotzdem noch
einigermaßen überschaubar, und für die Mathematiker sind das eher die
langweiligen Teilgebiete. Schon die Bezeichnung "Höhere Mathematik" sagt
aus, dass es hier um Grundlagenfernes, also viel Konkretes und wenig
Abstraktes geht, was ja beim Ingenieursstudium auch das Wichtigere ist.

> Trotzdem war es an meiner Uni bis vor kurzem noch so, das Physiker und
> E Techniker gemeinsam Höma 1-4 hatten und langläufig sagte man hier
> immer, dass diese Vorlesung eine Stufe unter der der Mathematiker
> steht.

Mag schon sein, aber diese Stufe ist ziemlich hoch. Je nach Uni liegt
die Mathe der Informatiker und Physiker noch ein Stück näher bei den
Mathematikern, aber auch da ist der Abstand noch groß. Bspw. wurden in
Stuttgart früher die Informatiker für die Vordiplomsmathevorlesungen zu
den Mathematikern gesteckt. Da gab es dann neben Analysis und LA noch
eine Vorlesung mit dem trivial anmutenden Titel "Grundlagen der
Mathematik", wo es u.a. um tiefbohrende Mengentheorie und mathematische
Strukturen (Gruppen, Körper, Räume, Algebren usw.) ging, was schon viel
mehr den Hauch des "Mathematischen" hatte als bspw. die Analysis.

Autor: Rüdiger Knörig (sleipnir)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Die Ingenieurswissenschaft ist die Anwendung der Naturwissenschaft in 
der Praxis; wer die Tochter ehelichen will muß also erst einmal an der 
Schwiegermama vorbei.

Tröste Dich - später wirst Du dieses Wissen als äußerst nützlich 
empfinden!

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Den Ingenieur-Studenten ist die Theorie suspekt und den Mathematikern 
die Praxis.

Entsprechend sind die Studiengänge strukturiert ;-)

Autor: Matthias Lipinsky (lippy)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Unser Mathe-Dozent hat uns das mal so ausgedrückt: ,,/Sie/ müssen
>wissen, dass null mal null gleich null ist.  Ich muss es Ihnen
>auch beweisen können.''

Genau:
"Es gibt keine größere und keine kleinere Hälfte, aber das wird die 
größere Hälfte von Ihnen sowieso nicht verstehen."



>Tröste Dich - später wirst Du dieses Wissen als äußerst nützlich
>empfinden!

Sehe ich auch so. Als Inschenööör kann man garnicht genug Mathe 
beherschen. Damit meine ich die Anwendung von schon genannten Gebieten 
(DGL, Laplace, ..). Die Herleitung interessiert uns weniger...

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Matthias Lipinsky schrieb:
> Sehe ich auch so. Als Inschenööör kann man garnicht genug Mathe
> beherschen. Damit meine ich die Anwendung von schon genannten Gebieten
> (DGL, Laplace, ..). Die Herleitung interessiert uns weniger...

Sie gehört schließlich zu dem Wissen, dessen Halbwertszeit größer ist, 
als die Lebenszeit.

Autor: Jörg S. (joerg-s)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Matthias Lipinsky schrieb:
>>Tröste Dich - später wirst Du dieses Wissen als äußerst nützlich
>>empfinden!
> Sehe ich auch so. Als Inschenööör kann man garnicht genug Mathe
> beherschen. Damit meine ich die Anwendung von schon genannten Gebieten
> (DGL, Laplace, ..). Die Herleitung interessiert uns weniger...
Na ja, kommt schon auf den Bereich an wo man arbeitet. Bis auf das 
Newton Verfahren hab ich glaub ich noch nix aus der Mathe Vorlesung im 
Beruf benötigt.

Autor: Daniel R. (daniel_r)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>>Bis auf das Newton Verfahren hab ich glaub ich noch nix aus der Mathe 
>>Vorlesung im Beruf benötigt.

Und das lernt man schon in der 13. Klasse...

Autor: Jörg S. (joerg-s)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
>Und das lernt man schon in der 13. Klasse...
Wenn man eine hat.

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wenn man in der Gymnasialen Oberstufe in Mathe aufgepasst hat, dann 
fällt einem ein Ingenieur-Studium an einer FH seht leicht.
An einer Uni sieht das schon etwas anders aus.
Da besucht man teilweise als cand. Ing. die Vorlesung von 
Dipl.-Mathematikern.
Dafür hat das Unistudium aber auch einen eher "theoretischen" Inhalt.
Beim FH-Studium geht es darum, die Mathematik anzuwenden ("Rechnen").
Wie es an einer TU u.dergl. aussieht kann ich nicht beurteilen. Die Uni 
habe ich nach vier Semenstern (und einer schweren Operation) verlassen, 
um dann irgendwann ein FH-Dipl-Ing zu machen.

Autor: mr.chip (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ja, das stimmt schon. In den ersten zwei Jahren ist ungefähr ein drittel 
aller Fächer reine Mathe (Analysis, Lineare Algebra, Komplexe Analysis, 
Stochastik, Numerik, ...). Und der Rest der Fächer - auch in höheren 
Semestern - arbeitet dann mit den dort gelernten Methoden. Man wird also 
auch da tagtäglich auf Formeln, mathematische Herleitungen und Beweise 
stossen.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
mr.chip schrieb:
> Ja, das stimmt schon. In den ersten zwei Jahren ist ungefähr ein drittel
> aller Fächer reine Mathe (Analysis, Lineare Algebra, Komplexe Analysis,
> Stochastik, Numerik, ...).

Wobei das für reine Mathematiker schon wieder mit dem Hintergedanken der 
Anwendbarkeit kontaminiert und damit unbedingt abzulehnen ist.

Autor: Daniel R. (daniel_r)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@mr.chip

Hört sich nach nach einem ETH E-Technik Stundenplan an ;) Genau diese 
Fächer stehen nämlich in meinem Stundenplan drin und haben wohl auch in 
Deinem gestanden. Der gute alte Blatter (Analysis und Komplexe Analysis) 
dürfte Dir dann auch bestens bekannt sein ;)

Gruäss uus Züri

Daniel

Autor: Gast (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Je nach Uni liegt
> die Mathe der Informatiker und Physiker noch ein Stück näher bei den
> Mathematikern

An der TH-Darmstadt haben zumindest vor knapp 10 Jahren die Informatiker 
im Grundstudium nichts von komplexen Zahlen gehört. Sonst war es fast 
gleich.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail, Yahoo oder Facebook? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen | Mit Yahoo-Account einloggen | Mit Facebook-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.