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Forum: Mikrocontroller und Elektronik LED 8x8 Matrix Schaltplan mit ULN2803 BC337

Autor: Klaus (Gast)
Datum:
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Hallo,

ich habe mich durch die Menge der LED-Matrix Beiträge durchgekämpft und
bin zu einer Schaltung gekommen, bei der ich denke, dass sie
funktionieren könnte.

Wobei ich durch die große Menge der Beiträge und meiner Unerfahrenheit
in großere Mengen LEDs schalten (BC337, MOSFET, PowerMosfet, HighSide
Treiber, spezieller IC...) und besonders den auf den Punkt gebrachten,
meistens wahrscheinlich gerechtfertigten, auf Tutorials und
Datenblättern verweisenden, humorvollen, manchmal gar ironischen
Kommentaren schon etwas verunsichert bin, ob ich denn überhaupt die xte
LED-Matrix-Schaltung posten sollte.

Nun denn.
Die Frage ist also, ob die Schaltung im Anhang so funktioniert, um ein
8x8-Matrixmodul anzusteuern (mit einem Atmega8 der die beiden
Schieberegister ansteuert), mit 1:8 Zeilenmultiplex.

Für die Widerstände habe ich an 20 Ohm bei 5V Versorgungsspannung
gedacht (2V Abfall über den LEDs). Das scheint mir sehr wenig und ist
auch der Punkt wo ich mir am unsichersten bin. Doch MOSFET?

Die Zusatzfrage wäre, ob es auch möglich ist mit dieser Schaltung eine
PWM zu benutzen. Wäre eine tolle Möglichkeit sich in dieses Gebiet
einzuarbeiten und die Theorie aus Tutorial und Beiträgen in Licht
umzusetzen.

Ich bin offen für jeden Kommentar,
ihr dürft mich auch auf die Schippe nehmen, falls der Schaltplan so
unnütz ist, dass ihr euch über die Zeit ärgert ihn euch angeguckt zu
haben bzw. dies hier zu lesen.
Falls der okay ist, würde mich das natürlich auch freuen.

Also, vielen Dank für das darüber gucken
und vielen Dank für das hochinteressante Forum und deren Teilhabenden
Klaus
Autor: TSE (Gast)
Datum:

Hallo,
wenn du 8 fach multiplext und den 8 fachen Strom durch die LED schicken
willst dann achte darauf das diese das auch aushalten.
Die Flusspannung der LED steigt bei solch hohen Strömen auch enorm an!

bezüglich PWM... Rechne dir mal die PWM Frequenz aus die du bei 50Hz 8
fach multiplexing und 8 bit PWM brauchst ;)

evlt noch Widerstände und Dioden in den Basiszweig, Widerstände zur
Strombegrenzung und Dioden zur erhöhung der Schaltfrequenz
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> ich habe mich durch die Menge der LED-Matrix Beiträge durchgekämpft

Wohl nicht aufmerksam genug.

Nehmen wir an, die LEDs brauchen 20mA.
Da sie nur 1/8 der Zeit leucten 160mA (das schafft der ULN2803)
Davon 8 in einer Reihe 1.25A. Killt den BC337. An dessen Stelle wäre eh
ein PNP-Transistor mit Basis-Vorwiderstand besser. Selbst so einer
braucht aber 125mA Basisstrom, also kein HCMOS-Ausgang sondern auch
ULN2803.

Statt der beiden ULN2803 hinter 74HC595 könntest du dann TPIC6B595
nehmen.

Falls du weisse/blaue LEDs verwendest, haben deine Widerstaende R9..
keinen Spannungsabfall mehr, 5V - 1V (ULN2803) - 0.5V (gestättigter
Transistor) - 3.6V (LED) macht 0V übrig.
Damit regeln deine Widerstaende den Strom nicht mehr.

Entweder VCC muss groesser werden, 6V oder 7V, damit 6 oder 12 Ohm
passen, oder du musst effektivere Schalter nehmen, keine ULN2803
Darlingtons  sondern saturated driver, Power-MOSFETs oder LowSat
Bipolartransistoren. (oder eben rote Leuchtdioden).
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

@  Klaus (Gast)

>Für die Widerstände habe ich an 20 Ohm bei 5V Versorgungsspannung
>gedacht (2V Abfall über den LEDs).

Mal Rechnen.

5-1-0,5-2=1,5

I=U/R = 1,5/20= 75mA

Macht bei 8:1 MUX etwa 9mA pro LED. ist OK.

>Die Zusatzfrage wäre, ob es auch möglich ist mit dieser Schaltung eine
>PWM zu benutzen.

Nicht wirklich. Durch die PWM + das Schieberegister wird das alles zu
schnell, als das man es mit einem AVR/uC wirklich hinbekommt, erst recht
nicht als Anfänger.

> Wäre eine tolle Möglichkeit sich in dieses Gebiet
>einzuarbeiten und die Theorie aus Tutorial und Beiträgen in Licht
>umzusetzen.

Mach es lieber erstmal mit direkt angesteuerten LEDs. MUX+PWM ist schon
was für höhere Semester.

>Ich bin offen für jeden Kommentar,

Wie Mawin andeutet, sind die Widerstände in den falschen Leitungen. Die
müssen hier an die Emitter der BC337. Dann kann/muss man spaltenweise
muxen, nicht wie in deiner Schaltung geplant zeilenweise. Denn das
halten die BC337 nicht aus. 8x75=600mA schafft der ULN gerade noch so.
Mosfets wären besser, vor allem wie sie eine deutlich geringere
Sättigungsspanung hätten, je nach Typ vielleicht 100mV und weniger. Der
ULN hat etwas mehr als 1V, weil es ein Darlington ist.

@TSE (Gast)

>Die Flusspannung der LED steigt bei solch hohen Strömen auch enorm an!

Wohl wahr.

>evlt noch Widerstände und Dioden in den Basiszweig, Widerstände zur
>Strombegrenzung und Dioden zur erhöhung der Schaltfrequenz

Nein, das ist eine Kollektorschaltunf, da hat ein basiswiderstand nix
verloren.
Siehe Transistor.

@  MaWin (Gast)

>Da sie nur 1/8 der Zeit leucten 160mA (das schafft der ULN2803)
>Davon 8 in einer Reihe 1.25A. Killt den BC337. An dessen Stelle wäre eh
>ein PNP-Transistor mit Basis-Vorwiderstand besser. Selbst so einer
>braucht aber 125mA Basisstrom, also kein HCMOS-Ausgang sondern auch
>ULN2803.

Naja, bei solchen Strömen nimmt man heute sowieso lieber MOSFETs.

MfG
Falk
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

> Wie Mawin andeutet, sind die Widerstände in den falschen Leitungen. Die
> müssen hier an die Emitter der BC337. Dann kann/muss man spaltenweise
> muxen, nicht wie in deiner Schaltung geplant zeilenweise.

Auf die Idee bin ich eigentlich gar nicht gekommen, für mich war klar,
dass die Widerstaende auch die Mux-Richtung vorgeben.

Aber auch wenn man die Mux-Richtung umdreht, kommt man nicht aif 20mA
pro LED sondern wie du (unter gnadenvoller Dehung der Datenblattwerte)
errechnest nur 9mA.

Wenn die LEDs bei 9mA schon hell genug wären, kann man das natürlich
machen.
Autor: Vlad Tepesch (vlad_tepesch)
Datum:

TSE schrieb:
> Hallo,
> wenn du 8 fach multiplext und den 8 fachen Strom durch die LED schicken
> willst dann achte darauf das diese das auch aushalten.
> Die Flusspannung der LED steigt bei solch hohen Strömen auch enorm an!
>
> bezüglich PWM... Rechne dir mal die PWM Frequenz aus die du bei 50Hz 8
> fach multiplexing und 8 bit PWM brauchst ;)
>
> evlt noch Widerstände und Dioden in den Basiszweig, Widerstände zur
> Strombegrenzung und Dioden zur erhöhung der Schaltfrequenz

50Hz ist svhon unangenehm.
du brauchst 150Hz, wenns wirklich gut aussehen soll
Ich hatte das schon mal woanders erklärt:

>100Hz PWM ist bei LEDs grenzwertig.
>150 sollten es schon sein.
>
>Begründung:
>leds haben keine engbaute Trägheit. das heißt sie glühen nicht nach.
>wenn eine LED mir weniger als 150 Hz pulst und man bewegt seinen Kopf,
>gibt es den so genannten "Perlenschnureffekt".
>Besonders oft bemerkt man dies bei LED-Rückleuchten von Fahrzeugen.
>wenn die Nachts vor einem Fahren und man schaut nach rechts oder links,
>ist das bei älteren LED-Leuchten enorm störend.
>
>Das kommt daher, das normalerweise das Auge (eigendlich das Gehirn) das
>Licht über eine Weile integriert, wodurch man das flackern ab ca 100Hz
>nicht mehr sieht.  Bewegt sich dieses Objekt aber im Gesichtsfeld
>funktioniert das nicht mehr so gut.
>Auch an manchen Beamer fällt das auf, wenn man direkt auf die
>Projektionsöffnung schaut (wenn man daneben, nicht davor, sitzt), sieht
>man einfach weißes Licht. Schaut man aber im Raum hin und her, nimmt man
>oft einen Regenbogen war.
Autor: Sven Stefan (stepp64) Benutzerseite
Datum:

Wenn es nicht so sehr auf den Preis ankommt, könntest du auch einen
MAX7219 nehmen. Du würdest dir die ganzen zusätzlichen Bauteile sparen
und könntest die Helligkeit der gesamten(!) Anzeige in 16 Stufen regeln.

Sven
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Du wolltest sagen:

> Wenn es nicht so sehr auf

die Helligkeit

> ankommt ...

> in 16 Stufen regeln

zwischen dunkel, ganz dunkel und duster.
Autor: RABIS49 (Gast)
Datum:

MAX 7219, wär doch auch was, oder ?

Gruß
RABIS49
Autor: Klaus (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Moin,

vielen Dank für die schnellen und zahlreichen Antworten und Kommentare.

Dann werde ich mir direktes PWM später angucken.

Die speziellen ICs (MAX7219) sind mir etwas zu kostspielig, trotzdem
Danke für den Hinweis.

Anbei ein geänderter Schaltplan.
Hier sollen jetzt die Spalten gemultiplext werden.
Um auf Nummer sicher zu gehen und höhere (Puls-)Ströme verwenden zu
können kommen nun Mosfets zum Einsatz. IRF7104 für Zeile und IRF7103 für
die Spalte, die Infos dazu habe ich größtenteils aus diesem Thread
Beitrag "12x12 LED Matrix"

Bei der Berechnung der Widerstände bin ich mir allerdings nicht so
sicher.
Aus dem Datenblatt ist mir nicht ganz klar wieviel Spannung über den
Mosfets abfällt. Max 1,2V, bzw. ca. 0,8V bei 1A? (IRF7103ipbf)

Angenommen ich  will einen Strom von 120mA fließen lassen (entspricht
durchschnittlich 120mA/8 = 15mA), dann fallen ca. 0,7V ab.
Also (5V-0,7V-2V-0,7V)/ 120mA = 13 Ohm
Passt dies?

Vielen Dank nochmal
Grüße
Klaus


PS: gibt es eigentlich so einen Standard-Schaltplan wie in dem
LED-Matrix Artikel, nur für die Problematik mit höheren Strömen? So wie
er dort ist funktioniert er doch nur mit der dortigen Anzahl an LEDs,
bzw. Low-Current-LEDs, oder? Könnte man diesen, wenn er denn erfolgreich
(praktisch) funktioniert dort reinstellen, um den nächsten ähnlich
Unerfahrenen direkt die Infos bereitzustellen?
Autor: MaWin (Gast)
Datum:

Die IRF7104 sind falschrum angeschlossen.
Am 7103 fallen bei 1A so 0.16V ab, am 7104 bei 120mA so 0.036V, bleiben
bei 2V LEDs also 2,8V für den Widerstand, der für 120mA also 24 Ohm
bekommen sollte. Diese 2.8V sind genug, damit auch Schwankungen der
Spannung und vom Spannungsbedarf von LED und MOSFETs zu nicht zu grossen
Schwankungen des LED-Stroms führen. Passt also.
Allerdings sind bei 120mA die MOSFETs Overkill, nimm an der Stelle
TPIC6B585 und spare die 8 MOSFETs. (Leider musst du dazu die
Spalten/Zeilenrichtung wieder ummdrehen).

LED-Matrix Artikel: Boh, da hast den den falschen Schaltplan her. Ja,
Emitterfolger sind zweifelhaft, viel zu hoher Spannungsverlust, für
blaue/weisse LEDs reicht das nciht mehr. Ähnlich dem dort genannten
UDN2981. Die 68 Ohm führen zu 22mA und damit ist die Schaltung nur für
low current LEDs brauchbar. Das sollte man mal überarbeiten, 5*20mA sind
100mA und 800mA für die BC337 Spalten - zu viel, auch zu viel
Basisstrom, da reichen dann die 470 Ohm nicht, nicht mal 20mA aus dem
595, sondern es müssten Darlingtons (wieder Spannungsverlust) oder eben
MOSFETs her. leider ist auch dein Schaltplan noch nicht ideal.
Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

@  Klaus (Gast)

>preview image for matrix_mosfet.png

Passt soweit, ausser den verdrehten P-Kanal MOSFETs.

>PS: gibt es eigentlich so einen Standard-Schaltplan wie in dem
>LED-Matrix Artikel, nur für die Problematik mit höheren Strömen?

Nein, weil das von vielen Faktoren abhängt.

> So wie er dort ist funktioniert er doch nur mit der dortigen Anzahl an LEDs,
>bzw. Low-Current-LEDs, oder?

Ja.

> Könnte man diesen, wenn er denn erfolgreich
>(praktisch) funktioniert dort reinstellen, um den nächsten ähnlich
>Unerfahrenen direkt die Infos bereitzustellen?

Mach mal.

MFG
Falk

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