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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Analoger Frequenzgenerator Eigenbau


Autor: David Röder (curtain)
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Hi zusammen!

Habe schon etwas im Forum gestöbert, komme jetzt aber nicht mehr weiter.

Ich möchte als Facharbeit im Fach Physik einen Frequenzgenerator bauen, 
am liebsten einen analogen.

Der sollte eigentlich nichts weiter können, als eine Sinusspannung mit 
Frequenzen von 1Hz-1KHz auszugeben, Rechteck und Sägezahn wären kuhl 
aber nicht erforderlich. Sinn der Facharbeit ist es zu zeigen, dass man 
es schafft mit Bauteilen wie Kondensator und Spule saubere Schwingungen 
hervorzurufen, deswegen sollte das ohne Microchip funktionieren.

Vom Physikalischen Standpunkt her weiß ich, wie es funktionieren würde, 
ich besitze aber leider keinerlei Vorkenntnisse auf dem Gebiet der 
Elektrotechnik, vor allem entzieht sich mir die Bedeutung der 
Bezeichnungen der Bauteile in einschlägigen Elektronikversandhäusern 
(Conrad, Reichelt...), deswegen baue ich ganz auf eure Hilfe.

Der Schwingkreis sollte mithilfe einer Meißnerschaltung ungedämpft 
gehalten werden (außer ihr wisst ne bessere Schaltung) und da fängt 
schon das Problem an:

- Wo bekomme ich 2 induktiv gekoppelte Spulen auf einem Ringförmigen 
Eisenkern her? Wenn ich die selbst baue, hab ich ja keine Ahnung ob die 
Induktivität passt? Treten mit Eisenkern Wirbelströme auf? Ist Ferrit 
besser?

- Ich möchte außerdem die Frequenz über einen Trimmbaren Kondensator 
einstellen können, habe auch welche gefunden, die von 5-90pF gehen... 
wenn ich das mal ausrechne mit der Thomson-Formel komme ich für die 
Induktivität für 1 Hz auf ca. 25 mio Henry... was kann man da machen? 
Starke Kondensatoren in Reihe schalten?


Wäre nett, wenn mir jemand, der sich auskennt, ein paar hilfreiche 
Ratschläge, vor allem was die Bauteile angeht, mitgeben könnte. Ich 
finde nämlich immer nur Drosselspulen... ich will aber nix drosseln!!

Liebe Grüße

David

Autor: karadur (Gast)
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Hallo

mit LC direkt wird das wohl nix. Jedenfalls nicht abstimmmbar über den 
Bereich.

Such mal nach Wien-Brücke. Aber auch da ist ein Abstimmbereich in einem 
Durchgang 1:1000 eher nicht. Wenn du Bereiche umschaltest wird es gehen.

Autor: MaWin (Gast)
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> 5-90pF

Wie willst du mit etwas, was 1:18 regelt, einen Bereich von

> 1Hz-1000Hz

schaffen?

> Vom Physikalischen Standpunkt her weiß ich, wie es funktionieren würde,

Nein. Offenkundig nicht.

> Der Schwingkreis sollte mithilfe einer Meißnerschaltung ungedämpft
gehalten werden

(Sinus-)Oszillatoren haben immer das Problem, dass die Verstaerkung erst 
über 1 liegen muss (damit sie anschwingen) und dann exakt 1 sein muss 
(damit die Amplitude erhalten bleibt und nicht etwa immer größer wird 
bis sie in die Begrenzung kommt, dann ist es nämlich kein Sinus mehr 
sondern ein Rechteck).

Leider verschlechtert jede Regelung die Sinuskurve, wenn du 1Hz machen 
willst, und deine Regelung greift in 1000 Sekunden, hast du schon einen 
Klirrfaktor von 0.1%.

Daher sind Sinusoszillatoren schwer aufzubauen, und die kommerziellen 
verwenden Dreieck und Kurvenformung per Diodennetzwerk, wie XR2206 oder 
MAX038, mit einem nicht besseren Klirrfaktor.

Heute ist das alles überflüssig, man spielt einen Sinuston per CD-Player 
der tausendmal besser ist.

Also trenne dich von dem Durchstimmbereich, du müsstest auch die 
regelung mitabstimmen, und trenne dich von der Meissner-Schaltung, die 
ist für eher hohe Frequenzen, und leg deinen pF-Drehko bei seite (dso 
eine grosse Drossel bei trotzdem geringem Drahtwiderstand findest du 
nämlich nicht, bzw. willst du nicht bezahlen).

Die Herren Hewlett und Packard haben z.B. ihren Namen und ihre Millionen 
mit einem durchstimmbaren Sinusoszillator mit geringem Klirrfaktor 
gemacht, bis sie sich ihre Firma von der fachlich dämlich inkompetenten 
Carly Fiorina haben gründlich ruinieren lassen. Nun sind sie tot.

Die haben es mit einem Wienbrückenoszillator geschafft:

http://www.kennethkuhn.com/hpmuseum/dating/vintage...

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Ich finde immer nur Drosselspulen... ich will aber nix drosseln!!
Dann denk dir das Wort Drossel einfach weg. Übrig bleibt eine Spule.

> 1Hz-1KHz
Drei Dekaden wirst du kaum ohne Bereichsumschaltung schaffen.

> 5-90pF ... 1Hz ... 25 mio Henry... was kann man da machen?
Du solltest wohl erst mal ein Gefühl für erhältliche Bauteile bekommen.
5-90 pF sind gut für Kurzwelle und höher.

> 1Hz
Macht man (üblicherweise) nicht mehr mit Schwingkreisen.

BTW:
Spulen mit hoher Induktivität werden gern elektronisch mit einer 
Gyratorschaltung nachgebildet. Diese Induktivität kann dann (je nach 
Schaltung) auch mit einer Steuerspannung verändert werden.
Siehe den Beitrag "Gyrator mit Mosfet"

Autor: David Röder (curtain)
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MaWin schrieb:
>> 5-90pF
>
> Wie willst du mit etwas, was 1:18 regelt, einen Bereich von
>
>> 1Hz-1000Hz
>
> schaffen?
>
>> Vom Physikalischen Standpunkt her weiß ich, wie es funktionieren würde,
>
> Nein. Offenkundig nicht.



:D offenkundig. Danke, dass du mich darauf hinweist.

Ich wollte die Meißnerschaltung halt in meiner Facharbeit behandeln, 
deswegen hab ich gefragt. Dass die für niedrige Frequenzen nicht 
geeignet ist, hab ich nicht gewusst, ist insofern, dass der Generator 
nicht funktionell sondern nur anschaulich eingesetzt werden soll, auch 
egal.

Vielen Dank für die Antwort!

Liebe Grüße

David

Autor: David Röder (curtain)
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Lothar Miller schrieb:
>> Ich finde immer nur Drosselspulen... ich will aber nix drosseln!!
> Dann denk dir das Wort Drossel einfach weg. Übrig bleibt eine Spule.
>
>> 1Hz-1KHz
> Drei Dekaden wirst du kaum ohne Bereichsumschaltung schaffen.

Das ist mir schon klar, ich wollte das schon über eine 
Bereichsumschaltung realisieren
>
>> 5-90pF ... 1Hz ... 25 mio Henry... was kann man da machen?
> Du solltest wohl erst mal ein Gefühl für erhältliche Bauteile bekommen.
> 5-90 pF sind gut für Kurzwelle und höher.

mit den 5-90pF wollte ich nur ausdrücken, dass ich keinen passenden 
Trimmkondensator finde
>
>> 1Hz
> Macht man (üblicherweise) nicht mehr mit Schwingkreisen.

muss mir wohl einen anderen Frequenzbereich überlegen^^

> BTW:
> Spulen mit hoher Induktivität werden gern elektronisch mit einer
> Gyratorschaltung nachgebildet. Diese Induktivität kann dann (je nach
> Schaltung) auch mit einer Steuerspannung verändert werden.
> Siehe den Beitrag "Gyrator mit Mosfet"


Danke für die Antwort!

Liebe Grüße

David

Autor: ... (Gast)
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@Autor:  David Röder (curtain)

Was soll das ? Ein Tages- bis Wochenprojekt eines Elektronikers als 
Facharbeit auf Physik verkloppen ? Sowas von Minimalismus...

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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MaWin schrieb:
> Heute ist das alles überflüssig, man spielt einen Sinuston per CD-Player
> der tausendmal besser ist.

Klar gibt es auch pitchbare CD-Player, aber ich glaube nicht dass man 
damit große Frequenzbereiche "durchwobbeln" kann?

Autor: David Röder (curtain)
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... schrieb:
> @Autor:  David Röder (curtain)
>
> Was soll das ? Ein Tages- bis Wochenprojekt eines Elektronikers als
> Facharbeit auf Physik verkloppen ? Sowas von Minimalismus...

Ich bin aber kein Elektroniker und brauche auch schon länger als eine 
Woche.

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

@MaWin (Gast):
>Daher sind Sinusoszillatoren schwer aufzubauen, und die kommerziellen
>verwenden Dreieck und Kurvenformung per Diodennetzwerk, wie XR2206 oder
>MAX038, mit einem nicht besseren Klirrfaktor.

Es gab auch eine Zeit vor den integrierten Schaltkreisen...

Wien-Robinson-Brücke in ihrer Urform, am schönsten mit Röhre und 
Glühlampe zur Amplitudenregelung.

Für gute Daten und Transistoren mal den Schaltplan des GF22 befragen.

Alternative: Schwebungssummer
Ein fester Generator auf z.B. 1000khz und ein durchstimmbarer von 
1000khz bis 1001kHz. Mischer und Tiefpass dahinter.
Stammt auch schon aud en 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts...

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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David Röder schrieb:

> Ich wollte die Meißnerschaltung halt in meiner Facharbeit behandeln,
> deswegen hab ich gefragt. Dass die für niedrige Frequenzen nicht
> geeignet ist, ...

Nicht die Schaltung an sich, die hat mit dem Frequenzbereich nicht
viel zu tun.  Die Schwingkreiselemente sind dafür einfach zu
unhandlich.  Es gibt natürlich Kondensatoren im Mikrofarad-Bereich,
aber die sind dann nicht veränderbar.

Du könntest aber einen Schwebungssummer bauen: einen Meißner-
Oszillator mit vielleicht 1 MHz, daneben noch einen 1-MHz-
Quarzoszillator.  Beide Ausganssignale mischst du, sodass die
Frequenzdifferenz als NF-Ton hörbar wird.  (Die Frequenzsumme
entsteht auch, aber lässt sich einfach von der NF trennen.)

Wenn du das konsequent weiter baust, hast du eine Theremin-Orgel. ;-)

Autor: B e r n d W. (smiley46)
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Anderer Vorschlag:

Kondensator nicht veränderbar.
Induktivität veränderbar durch verschiebbaren Kern.

C = 1µF (Folie)
L = 11 - 25mH
F = 1000 - 1500Hz

Mfg, Bernd

Autor: David (Gast)
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Ja! Induktivität regelbar wäre genial!

Weißt du zufällig wo man so eine herkriegt? Ich werde auf Conrad, 
Reichelt & Co einfach nicht fündig!

Wie kann ich damit dann die indukt. Kopplung machen?

Besten Dank!

Autor: Arno H. (arno_h)
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http://www.national.com/mpf/LM/LM13700.html
Harro Kühne hat mehrere Oszillatoren damit in elrad, elektronik & Co 
veröffentlicht. Frequenzvariation bis zu 1:10000 wird damit erreicht.

Arno

Autor: karadur (Gast)
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Hallo David

Theorie in der Physik und Machbarkeit in der Technik sind 2 Paar Schuhe.

Such lieber mal nach XR2206.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Arno H. schrieb:

> Harro Kühne hat mehrere Oszillatoren damit in elrad, elektronik & Co
> veröffentlicht.

Ach, den Herrn gibt's noch?  Schön.  Der hat schon vor mehr als zwei
Jahrzehnten interessante Bücher zu derartigen Themen verfasst.

Autor: David (Gast)
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@Caradur:
Ja, da hast du wohl recht, das hab ich als erstes auch bemerkt, als ich 
angefangen hab, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Es geht mir 
andererseits aber auch nicht darum, einen genialen Frequenzgenerator zu 
bauen- ich will nur eine einigermaßen einstellbare Sinusschwingung in 
irgendeinem Frequenzbereich mithilfe der Sachen, die wir in der Schule 
gelernt haben hinkriegen und das ganze hinterher physikalisch 
untersuchen. Meinst du das funktioniert irgendwie oder soll ich doch 
lieber eine moderne Schaltung nehmen?

Vielen Dank!

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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David schrieb:

> Meinst du das funktioniert irgendwie oder soll ich doch
> lieber eine moderne Schaltung nehmen?

Wenn du den Anspruch der verstellbaren Frequenz wegnimmst, bekommst
du den Meißner-Oszillator sicher schon irgendwie mit einem LC-Kreis
hin.  Man muss halt ein wenig mit der Rückkopplung experimentieren,
wie MaWin schon schrieb.  Macht man sie zu fest, gibt es keinen
schönen Sinus mehr, weil der Transistor zu sehr in den Bereich der
Sättigung gefahren wird, macht man sie zu locker, schwingt er nicht
mehr sicher an.

Autor: David (Gast)
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Hab deine Empfehlung befolgt und nach XR2206 gesucht, finde das sieht 
eher machbar aus und da kommt dann hinterher sogar ein funktionierendes 
Gerät raus :) Ist das dann eigentlich noch ein analoger 
Frequenzgenerator? Muss ich diesen Chip dann noch irgendwie 
programmieren oder funktioniert der schon, wenn man ihn richtig 
verschaltet?

Autor: MaWin (Gast)
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Der funktioniert ohne Programmierung,

aber man muss ihn einstellen: Die vielen Trimmpotis, mit denen man die 
Qualität des Sinussignals NACH JEDER FREQUENZÄNDERUNG nachjustieren muß, 
wenn man bestmögliche (0.5%) Ergebnisse haben will, und dazu braucht man 
eine Messmöglichkeit, also eine Klirrfaktormessbrücke.

Schon mit einem Oszilloskop sieht die nicht-eingestellte Sinuskruve eher 
krank aus, zwischen Dreieck und Beule, mit erkennbaren 10% Klirrfaktor.

Achte auch auf eine stabile Versorgungsspannung, denn deren Fluktuation 
geht in das Ausgangssignal ein.

Und achte auf einen Ausgangsverstärker, das Signal aus dem XR ist nicht 
belastbar. Schlechte Ausgangsverstärker machen das Signal noch übler, 
und normale OpAmps oder Leistungs-OpAmps sind bei 100kHz schon deutlich 
dabei, das Signal zu verzerren.


Diese analogen Frequenzgeneratoren wurde abgelöst durch DDS direct 
digital synthesis, also den CD-Player ohne CD. Da sitzt dann ein 
Microcoontroller drin der programmieert werden muß.

Autor: David (Gast)
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Ok. Diese Klirrfaktormessbrücke muss ich dann mit in den Generator 
einbauen oder soll ich da ein externes Messgerät kaufen? Ein Oszi kann 
ich aus der Schule holen um das Signal auszumessen. Bzgl. der 
Versorgungsspannung: Reicht da ein simples Netzteil oder muss das was 
Besonderes sein, dass die Spannung konstant bleibt?

Danke für die vielen Tips!

Autor: Helmut (Gast)
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@David

Lass dir keinen Floh ins Ohr setzen. Du brauchst kein 
Klirrfaktormessgerät!
Ein Oszi reicht und falls da nur ein Lautsprecher dran hängt, dann 
spielt der Klirrfaktor gar keine Rolle mehr für deine Anwendung. Wie 
schon gesagt, nimm einen Oszi zum Einstellen auf kleine Verzerrungen.

Autor: MaWin (Gast)
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Ich wuerde das Netzteil mit einbauen,
und die Klirrfaktormessbruecke aus der Schule ausleihen.

Denn das Netzteil (vermutlich für +10V und -10V, wie ich den XR2206 in 
Erinnerung habe) besteht aus Trafo, Gleichrichter, Siebelkos und 
integrierten Spannungsreglern, ist also einfach zu bauen wenn man
die Grundlagen beachtet

http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9

eine Klirrfaktormessbrücke hingegen ist Messtechnik, also genaue
Bauteile, kompiziert verschaltet, ist also teuer. Die hier kann
noch nicht mal 100kHz:

http://www.pewa.de/DATENBLATT/DBL_HM_HM8027_1004_DEUTSCH.PDF

Für tiefe Frequenzen tut's ein Program auf dem PC an einer guten
(24 bit, 192Ksps) Audiokarte.

Autor: David (Gast)
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Warum muss ich das Signal eigentlich nach jeder Frequenzänderung 
nachjustieren? Gibt es da keine Möglichkeit, das zu vermeiden?

Autor: Michael H. (stronzo83)
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Hallo David,
die Klirrfaktormessbrücke kommt natürlich nicht in dein Gerät, das ist 
ein Messgerät mit dem man überprüfen kann, wie "sauber" das erzeugte 
Sinussignal ist.
Wenn du bei deiner Arbeit etwas über Elektronik lernen möchtest, dann 
bleib ruhig bei der ursprünglichen Idee mit der Meißner-Schaltung und 
sieh' zu, dass du dir Lesestoff zum Thema Oszillatoren besorgst 
(Stichworte, die du verstehen solltest sind z.B: Amplitudenbedingung, 
Phasenbedingung und den Unterschied zwischen Gegen- und Mitkopplung) und 
Transistoren zumindest prinzipiell verstehst.
Für den Anfang könntest du die einfache Schaltung dann mit LTSpice 
(Freeware) zusammenklicken und per Simulation mit den Bauteilwerten 
spielen - das könnte dir beim Verständnis helfen.
Die zwei gekoppelten Spulen kannst du leicht selbst herstellen, indem du 
einen Kern besorgst, zum Beispiel einen Ferritkern. Das zugehörige 
Datenblatt enthält einen Wert (A_L), der dir angibt, wie groß die 
Induktivität pro aufgebrachter Wicklung ist. Die zweite Wicklung kommt 
auf den selben Kern - da der Kern den magnetischen Fluss "einfängt" sind 
die beiden Spulen auf diese Weise recht gut gekoppelt. Zum Wickeln 
nimmst du am besten Lackdraht.

Achja: Wenn du nur irgendwie die Arbeit rumkriegen willst kannst du 
natürlich auch nur ein IC hinklatschen... aber ich hoffe doch, dass auch 
ein bisschen Interesse am Thema besteht und ich mir hier nicht umsonst 
die Finger wundschreibe...

Gruß, Michael

Autor: karadur (Gast)
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Hallo

um das Prinzip zu zeigen geht auch ein Abgleich mit dem Scope. Du willst 
ja keinen Supersoundgenerator bauen. Einen Sinus bekommst du damit schon 
hin und es ist eine analoge Schaltung. Der Generator verwendet zwar 
keine Spule aber einen RC -Oszillator. Rechteck bekommst du auch ohne 
großen Abgleich mitgeliefert. Dreieck kannst du mit dem Scope 
Abgleichen. In einem gewissen Stellbereich bleibt das auch ohne weiteren 
Abgleich so.
Ich denke wenn du den Frequenzbereich von 1-2 kHz nimmst geht das. 
Sollte als Demo auch reichen. Ansonsten frage deinen Lehrer.

Autor: David (Gast)
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Hallo Michael!

Danke, dass du meine ursprünglichen Fragen beantwortet hast! Der Grund 
mir die Mühe zu machen, einen analogen FG zu Bauen war ja, dass ich 
dadurch was über Elektronik lerne. Deswegen habe ich schon überlegt, die 
Arbeit mit einem IC zu machen und privat am analogen rumzutüfteln. Jetzt 
bin ich allerdings wieder motiviert, doch die Meißnerschaltung 
durchzuziehen, den IC kann ich immernoch kaufen, wenn es nicht klappen 
sollte. Soll ich dann die Frequenz mittels Kapazität oder Induktivität 
regulieren?

Mir ist mittlerweile klar geworden, dass ich vermutlich kein 
einsetzbares Laborgerät bekommen werde, aber das ist meinem Lehrer auch 
nicht wichtig bzw. ist nicht die Aufgabenstellung der Arbeit.

Autor: Michael H. (stronzo83)
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Hallo David,
es freut mich, dass du nicht den Weg des geringsten Widerstandes wählst, 
sondern wirklich etwas lernen möchtest.
Wenn ich dir einen Rat geben darf: lass die Überlegungen der variablen 
Frequenz erstmal beiseite und konzentriere dich zunächst auf das 
Verständnis der beteiligten Elemente: Transistoren, die Emitterschaltung 
und deren Arbeitspunkteinstellung, Oszillatoren im allgemeinen (vor 
allem die oben genannten Stichwörter).
Dann erstellst du dir erstmal eine Simulation, so kannst du an der 
Schaltung spielen und sehen, ob du das wirklich verstanden hast ohne 
dass gleich was kaputt geht. Danach sieht man weiter.

Die Meißnerschaltung lässt sich nicht ohne Weiteres in einem großen 
Bereich durchstimmen. Die gekoppelten Spulen sind dafür nichts, wenn 
dann drehst du an der Kapazität und baust vielleicht eine Umschaltung 
zwischen verschiedenen Drehkondensatoren ein.

Achja: als Spulenkern würde sich ein Ringkern gut eignen, der sieht aus 
wie ein Donut.

Gruß,Michael

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Auch ich finde es gut, dass du wieder bei der einfachen
Meißner-Schaltung rausgekommen bist, diese Antwort trotzdem
noch:

David schrieb:
> Hab deine Empfehlung befolgt und nach XR2206 gesucht, finde das sieht
> eher machbar aus und da kommt dann hinterher sogar ein funktionierendes
> Gerät raus :) Ist das dann eigentlich noch ein analoger
> Frequenzgenerator?

Ja, ist es, aber nach einem völlig anderen Prinzip.  Ein Kondensator
wird mit einem konstanten Strom aufgeladen oder entladen, und jeweils
beim Erreichen einer bestimmten Spannung in jeder der Richtung wird
die Richtung (Aufladen/Entladen) umgeschaltet.  Dadurch ergibt sich
ein Dreiecksignal.  Der Dreieck wird anschließend in einen Verzerrer
gegeben, der eine allmähliche Begrenzung der höheren Amplitudenwerte
vornimmt, sodass diese abgeflacht werden.  Das Ergebnis ist dann eine
Kurvenform, die so ein wenig nach einem Sinus aussieht.

Das, was der Meißner-Oszillator dagegen (im Idealfall) macht, ist
ein tatsächlicher Sinus, der aus einer ständigen Hin- und Herwandlung
zwischen zwei Energieformen entsteht (magnetisches Feld in der Spule
und elektrisches im Kondensator).  Wenn du die diesem zu Grunde liegende
Physik in eine Gleichung packst und auflöst, hast du eine Differential-
gleichung, deren mathematische Lösung eine Sinusfunktion beinhaltet.

Autor: MaWin (Gast)
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> Warum muss ich das Signal eigentlich nach jeder Frequenzänderung
nachjustieren? Gibt es da keine Möglichkeit, das zu vermeiden?

Tja, weil der Chip nicht perfekt ist.

Man kann es einmal versuchen bei den meisten Frequenzen einstellen und 
dann so lassen, wird damit aber nicht die 0.5% Klirrfaktor erreichen, 
sondern vielleicht 3% über den ganzen Bereich.
3% ist auch das, was man auf dem Oszilloskop noch als Abweichung 
erkennen kann.

Autor: David (Gast)
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Also ein Ringkern aus Ferrit, da geht am wenigsten Energie verloren, 
weil das Magnetfeld nicht in den Raum abgestrahlt wird, oder?

Dann fang ich mal an mich weiterzubilden!

Vielen Dank nochmal an alle!!

Liebe Grüße

Autor: Ulrich (Gast)
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Normalerweise reicht bei XR2206 der Abgleich für eine Frequenz. Nur bei 
den hohen Frequenzen ändert sich merklich was.

Wenn man will könnte man sogar eine einfache Schaltung dazubauen, um den 
abgleich auch mit einem Oszilloskop einfach duchzuführen. Ein einfacher 
Notchfilter  (3 Widerständer und 3 Kondensatoren) für eine Frequenz 
reicht aus, um dahinter auch kleinere Verzerrungen des Sinus zu 
erkennen. Das ist dann sozusagen die Klirrfaktormessung light, für halt 
nur eine Frequenz.

Beim LC Oszillator kann man den Kondensator oder die Spule verändern. 
Die verstellbaren Kondensatoren sind aber eher klein, bis etwa 500 pF 
und damit eher was für hohe Frequenzen. Eine varialbe Induktivität ginge 
mit einem variabelm Luftspalt in einem Ferritekern. Wenn es was 
exotisches sein kann eventeuell ein Transduktor, das ist eine Spezielle 
Induktivität die sich über einen gleichstrom verändern kann.

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