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Forum: Platinen Einige Fragen zum Ätzen (schon wieder.)

Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:
Angehängte Dateien:

Hallo!
Ja, ich weiss, ich bin nicht der erste der fragt, trotzdem hoffe ich auf
Hilfe.
Das Bild im Anhang ist von meinem Ersten Ätzversuch.
Komponenten:
Bungard Material, 4*15W Gesichstbräuner, NaOH Lösung (1TL auf 125ml),
NaPS (120g auf 0,5l)

Zum Ablauf: Ich habe auf Tintenstrahlfolie gedruckt, war auch gegens
Licht gehalten sehr lichtdicht!
Vorlage mit Glasscheiebe auf die Platine gelegt und unters Licht
geschoben.
Belichtungszeit war 90sec.
Dann sofort in den Entwickler gelegt, der hatte auch schön 26°C.
Da konnte ich allerdings keine violetten Wölkchen sehen, aber nach
kurzer Zeit was das Layout sehr gut zu erkennen und gelblich verfärbt.
Dann ab ins Ätzbad. Und da lag sie dann, eine ganze Stunde unter
ständiger Bewegung.
Temperatur lag zu Anfang bei genau 40°C. Leider hat das Wasserbad nicht
den gewünschten Effekt gezeigt, also habe ich die Schale auf ein Gitter
über einem Kochtopf gestellt. Bei leicht köchelndem Wasser habe ich so
konstante 49°C in der NaPS Lösung erreicht.
Die einzigen Abätzungen habe ich am Rand bekommen und irgendwann hat es
dann schon die Leiterbahnen angegriffen.

Also wo liegt der Fehler am eheseten? Im Bild rechts sieht man gut den
Zustand nach dem Entwickeln. Die Temps waren OK, die Entwicklerlösung
denke ich auch.

Das NaPS hat sich auch leicht bräunlich gefärbt, ist aber mittlerweile
wieder fast klar, ich habs jetzt mal abgefüllt, und da wollte ich fragen
ob ich das nochmal verwenden kann.

Ich frage eben deshalb weil es für mich als Anfänger nicht ersichtlich
ist wo genau der Fehler liegt, ein Experte kann mir da vielleicht eher
einen Tip geben...

Mit freundlich Grüßen
M. Keller
Autor: Uwe ... (uwegw)
Datum:

Sieht unterbelichtet aus, und wahrscheinlich auch nicht lange genug
entwickelt. Bei ungrad-Material kann man die Platine ruhig etwas länger
drin lassen. Wenn sei fertig aussieht, noch ne halbe Minute warten.
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Danke schonmal! Ich werde dann wohl doch mal einen Teststreifen machen,
die Zeit hatte mir jemand so gesagt.
Ich meld mich wieder wenn ich genaueres rausgefunden habe.

MfG
M. Keller
Autor: Dirk Ruffing (dh4ym) Benutzerseite
Datum:

Hallo Maximilian,

ich fange mal von hinten an. Also deine Ätzlösung scheint relativ ok
(abgesehen von deinem Verfahren :-), sonst wäre an dem Rand nichts
weggeätzt worden. Dein Layout hat sich auch mehr oder weniger gut durch
das Belichten und Entwickeln abgebildet. Ich vermute mal, dass auf den
freien Kupferflächen, also die Flächen die geätzt werden sollen, sich
immer noch ein wenig Fotolack befindet.

Die Platine MUSS vor dem Ätzvorgang an den zu ätzenden Stellen blank und
fettfrei sein. Das Kuper muss richtig schimmern.

Dazu empfehle ich dir mit einem Pinsel (komplett aus Kunststoff) während
des Entwicklungsvorganges über die Platine zu streichen.

Hier beende ich mal meine Ausführungen und hoffe auf ein kurzes
Feedback.

Gruß Dirk.
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Auch dir danke ich schonmal! Das mit dem Pinsel habe ich genauso
gemacht. Könnte auch meine Entwicklerlösung zu schwach  sein? 20g sind
schon nicht leicht abzumessen. Ich habe diese kleinen Kügelchen aus der
Apotheke.
Das mit dem Lack klingt aber plausibel, da das Kupfer im Ätzbad nicht
matt wurde...

MfG
Autor: Hallo1001 (Gast)
Datum:

Hallo!

Ich verwende auch einen Gesichtsbräuner, allerdings in einem
Scannergehäuse eingebaut. So etwas wie der hier:
http://www.meisterkuehler.de/forum/bastelecke/8934...
Als Basismaterial verwende ich Bungard-Basismaterial (z.B. Reichelt: BEL
160X100-1). Die Belichtungszeit stelle ich auf 2,30 Minuten ein. Als
Entwickler verwende ich Natriumhydroxid (z.B. Reichelt: ENTWICKLER 10G).
Bei einer Lösung von 10g Natriumhydroxid auf 1L Wasser, lasse ich die
Platine ca. 1,30 Minuten entwickeln. Danach kommt die Platine ins
Ätzbad. Siehe auch hier:
http://www.meisterkuehler.de/forum/ideen-und-innov...
Je nach Größe der Platine und wie stark das Ätzsalz bereits verbraucht
ist, dauert dann das Ätzen ca. 30 Minuten bis 1 Stunde. Siehe auch hier:
http://www.meisterkuehler.de/forum/ideen-und-innov...
Das Ätzmittel kannst Du aufheben, solange bis es nicht mehr ätzt (sehr
starte Blaufärbung). Der Entwickler ist im Wasser gelöst stark
Lichtempfindlich und verfällt mit der Zeit. Ich lagere den Entwickler
Luftdicht und in einem dunklen Schrank, so hält er sich ca. ein halbes
Jahr.

LG Jens
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Ist das Glas im Scanner eigentlich gut UV durchlässig?
Kannst du mir sagen, wieviel Abstand das Material zu den röhren hat?
Wenn ich mir deine Werte so angucke dann wird mir langsam klar warum das
bei mir nichts geworden ist.
Zum beschweren habe ich leider nur ein Bilderrahmenglas, das sollte
meine Belichtungszeit auch nochmal deutlich verlängern...
Vielen Dank
MfG
Autor: Eike Klopfleisch (klopper)
Datum:
Angehängte Dateien:

ich habe einen Scanner umgebaut. Mit ihm kann man max 80 mm Breite
belichten. Der Abstand zwischen den Lampen sollte nicht größer sein.
Wenn es mehr sein soll, müssen noch UV-Lampen rein. UV-Lampen bei
Reichelt (klein 8W) und die Trafos bei Conrad.
Für die gekauften Fotoplatten (Reichelt) 110 Sekunden Belichtungszeit.
Ich bedrucke mit dem Laserdrucker Pergamentpapier für das Layout! Das
ist wichtig, denn Folie geht schneller, aber ist viel schlechter zu
bedrucken. Dann sofort entwickeln. Es ist sehr viel Übung dabei, denn
die Konzentration der Lösung kann man nicht so genau bestimmen. Aber bei
mir dauert es ca. 5-10 Sekunden. Wenn man einen schwarzen Film sieht
sofort raus und abspülen. Dann gleich ins Ätzbad. Wenn die Entwicklung
nicht ausreicht, kann man noch mal zurück in den Entwickler werfen. Aber
immer schön spülen im Wasserbad.
Autor: Hallo1001 (Gast)
Datum:

Hallo!

Das Glas vom Scanner hemmt zwar die UV-Strahlung, aber nach meiner
Erfahrung nicht all zu dolle. Der Abstand der UV-Röhren zu der
Glasplatte beträgt ca. 2 bis 3 cm. Wie stark dass UV-Licht auf die
Platine einwirken kann hängt aber auch stark vom Layout ab. Ich verwende
hier Transparentpapier z.B. so etwas:
Ebay-Artikel Nr. 250410369556
Das Layout bringe ich dann mit einem Laserdrucker auf das
Transparentpapier auf, dass funktioniert sehr gut. Meine ersten
Belichtungsversuche habe ich mit 5 Minuten begonnen. Dass
Bundgard-Basismaterial ist hier sehr sehr benutzerfreundlich. Die
Platine ist „optimal“ belichtet, wenn dass Layout nach 4 bis 5 Sekunden
sichtbar wird, nachdem Du die Platine in den Entwickler gelegt hast…

LG Jens
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Also ich denke mal, dass ich mir morgen mal Transparentpapier kaufen
werde.
Der Entwickler soll ja bei Bungard gerne etwas schärfer sein, da ist
mein nicht gehäufter TL auf 1/4l doch im Ordnung, oder?
Damit werde ich morgen mal eime Belichtungsreihe mit 20 sec Abstand
machen.

MfG
Autor: Hallo1001 (Gast)
Datum:

Hallo!

> Der Entwickler soll ja bei Bungard gerne etwas schärfer sein, da ist mein
> nicht gehäufter TL auf 1/4l doch im Ordnung, oder?

Die Dosierung beim Entwickler sollte schon genau eingehalten werden. Auf
1L Wasser 10g Natriumhydroxid ist hier optimal. Hier ist mehr nicht
wirklich besser. Mit einer genauen und gleichbleibenden Dosierung kannst
Du auch immer gleiche Belichtungszeiten verwenden, dass ist auch nicht
zu verachten. Und die Temperatur vom Entwickler sollte auch nicht all zu
hoch sein, hier reichen 20°C bis 22°C vollkommen aus.

> Damit werde ich morgen mal eime Belichtungsreihe mit 20 sec Abstand machen.

Wie gesagt, Bungard ist hier sehr benutzerfreundlich (man kann das
Basismaterial fast nicht überbelichten), wenn Du hier 30
Sekundenabstände nimmst reicht dass auch vollkommen aus. ;-) Wenn der
lose Lack im Entwickler „lila“ ist, dann ist die Belichtung noch im
grünen Bereich. Wenn der lose Lack „bräunlich“ ist, dann ist die Platine
auf jeden Fall überbelichtet. (Ich lege die Platine nach dem ätzen noch
einmal auf den Belichter und belichte die fertig geätzte Platine noch
einmal (ohne Layout). Damit lost sich dann der gesamte Fotolack an und
nach ca. 2 Minuten im Entwickler ist dann der ganze Fotolack ab.
Leichter bekommt man den Fotolack nicht ab…)

LG Jens
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Danke nochmal für die Tipps, das werde ich beachten und dann von meinen
Ergebnissen  berichten.
Gute Nacht ;)
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:
Angehängte Dateien:

So, dann gebe ich mal Rückmeldung.
Wie man im Anhabg sehen kann war ich erfolgreich! Mein Belichtungstest
hat eine Belichtungszeit von 2:30 - 3:30 ergeben, alle diese drei Felder
wurden schön geätzt. Bahnen bis 0,4mm sind sehr gut durchgekommen.
Dann habe ich mal mein Layout auf den Rest des Materals gelegt und genau
3 Minuten belichtet. Anschliessend sofort in den Entwickler, 10g auf
einen knappen Liter Wasser, und man konnte schön sehen, wie sich der
Lack abgelöst hat. Danach ins vorgewärmte Atzbad, und nach 10-15 Minuten
war alles unerwünschte Kupfer weg.

Also ich muss sagen ich bin sehr Zufrieden mit dem ersten Versuch, habe
nur gemerkt, dass ich das Glas noch runterdrücken muss, da mir doch
minimal Streulich eingefallen ist. Ansonsten muss ich jetzt noch bohren,
löten und hoffen, dass ich das Layout richtig gemachent habe ;)
Ansonsten muss ich das nochmal korrigieren.

Ich möchte mich damit hier nochmal bei allen bedanken, und bin froh,
dass es noch Foren gibt in denen die Leute wirklich hilfsbereit sind!

Falls hier nochmal jemand drüberstolpert fasse ich nochmal zusammen:
- Bungard Basismaterial
- 4*15W Gesichtsbräuner, 5cm Abstand
- Gedruckt auf Transparentpapier mit Laserdrucker
- Beschwert mit Bilderrahmenglas
- 3:00 Minuten belichtet
- 10g NaOH auf einen knappen Liter Wasser
- Entwickelt bis eben kein Lack mehr abgeht
- Geätzt in NaPS Lösung (120g auf 1/2 Liter Wasser)

MfG
Autor: Paul P. (dorpreuss)
Datum:

Hallo,

du hast dein Problem zwar gelöst, aber ich fand Natriumpersulft immer
fürchterlich zum Ätzen. Dauert ewig, Ätzbad heizen, nein Danke! Ich
benutze folgende Mischung:

1 Teil Wasser
1 Teil Wasserstoffperoxid (30%)
1 Teil Salzsäure (30%)

Über die Wassermenge kann man die Ätzgeschwindigkeit einstellen. Mit der
oben genannten Mischung ist eine 160x100 Platine innerhalb von 15
Sekunden gänzlich vom Kupfer befreit. Die Badtemperatur spielt keine
Rolle, die Lösung ist sehr ergiebig und es gibt superscharfe Kanten.


Gruß Paul
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Ja, von der Methode habe ich viel gelesen.
Problem ist nur, dass meine Mutter von der jetzigen Lösung schon nicht
begeistert ist und sie mich garantiert wieder rauswerfen würde wenn ich
mit HCL und H2O2 heimkomme ;)
Von daher bin ich ganz zufrieden :P

MfG
Autor: mmmm (Gast)
Datum:

saut das recht rum oder bleibt das ruhig während dem ätzen?
kann man auch andere säuren (schwefels.) und sowas nehmen?

Das Natriumpersulfat braucht immer ewigkeiten wenn ichs bei mir mache...

wieviel mil schafft man minimal mit der Belichtermethode? Gehen so
10-16mil Breite von den Leiterbahnen noch?
Autor: egal (Gast)
Datum:

Paul P. (dorpreuss) wrote:

> du hast dein Problem zwar gelöst, aber ich fand Natriumpersulft immer
> fürchterlich zum Ätzen. Dauert ewig, Ätzbad heizen, nein Danke!

Wie lange das dauert Ätzen spielt doch gar keine Rolle. Die meiste Zeit
geht sowieso für das Drumherum drauf (oder hast du immer alles schön
parat und einsatzbereit zum ätzen? Ich nicht, baue immer erst alles auf
wenn es ans ätzen geht).

Natriumpersulfat hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber der HCL+H2O2
Ätzerei, man kann es auch in engen wenig belüfteten Räumlichkeiten
verwenden (wenn man möchte kann man auf dem Schreibtisch neben dem Laser
ätzen - kein Problem; mach das mal mit dem HCL Dämpfen, viel Spass ..)
Autor: Maximilian Keller (langerhans)
Datum:

Also auf meinem Teststreifen hab ich 0,4mm schän rausbekommen, da geht
also noch was.
Zum Natriumpersulfat: Wenn man das gut auf Temp hält gehts eigetnlich
auch ganz gut.
Die perfekte Temp bekomm ich, wenn ich meine Plastikschale auf ein
Gitter und das auf einen Topf mit wasser stelle, auf dem Herd leicht
köcheln lassen.
Zum aufwärmen voll aufdrehn, zum Warmhalten unterste Stufe laufen
lassen, der Damf hält das NaPs schön auf Temparatur.

MfG

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