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Forum: Platinen Frage zum Platinen ätzen


Autor: Harald S. (harri)
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Hallo zusammen,

ich hab das Forum schonmal nach diversen Infos abgegrast und bin auch 
fündig geworden. Trotzdem bleiben noch ein paar Fragen offen.

Vorhanden ist ein Starterset mit Natriumpersulfat als Ätzmittel, ich 
wollte erstmal die Tonertransfermethode probieren. Ätzmittel wird im 
Wasserbad auf 40-50°C erwärmt.

Verstanden habe ich folgendes:
- NaPS kristallin kann in einem fest verschlossenen Behälter 
(Glas/Plastikflasche) trocken und luftdicht gelagert werden
- in Wasser gelöstes Ätzmittel gast aus und darf deshalb nicht fest 
verschlossen gelagert werden

Fragen:
- was genau gast denn da aus? Ist das Gas agressiv oder kann ich die 
Flasche in der Werkstatt neben Farbdosen stellen? Oder gammelt mir dann 
auch das ganze Werkzeug in dem Raum an, so wie es irgendwo mit Salzsäure 
beschrieben wurde?
- spricht neben der Bruchgefahr nochwas gegen eine Glasflasche? Wird 
Glas von NaPS angegriffen?
- zieht kristallines NaPS auch Wasser oder betraf das nur den Entwickler 
NaOH?
- entstehen beim ätzen auch irgendwelche Dämpfe, die eine besondere 
Belüftung des Arbeitsraumes benötigen? Irgendwas ungesundes dabei?
- ein Metalldeckel auf der Glasflasche ist vermutlich suboptimal. Geht 
das trotzdem so lange das Ätzmittel den Deckel nicht benetzt?

mfg
Harri

Autor: Schwups... (Gast)
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- was genau gast denn da aus?
ich meine, Sauerstoff
>Ist das Gas agressiv oder kann ich die
>Flasche in der Werkstatt neben Farbdosen stellen?
Kannste machen aber wie hoch der Druck wird kann dir keiner
sagen und ob das Behältnis explodiert schon gar nicht.
Ich würde es in den Wäschekeller oder bei der anderen
Haushaltschemie stellen wo Kinder nicht drankommen
und natürlich ordentlich BESCHRIFTET.
>Oder gammelt mir dann auch das ganze Werkzeug in dem Raum an,
>so wie es irgendwo mit Salzsäure beschrieben wurde?
Das hängt ja auch von der Belüftung des Raums ab.
Bei Säuren werden Ionen freigesetz die Metalle in der Nähe angreifen
können. Die Entwicklerlösung ist definitiv eine Lauge (also basisch)
und somit keine Säure. Bei der Ätzlösung bin ich nicht sicher, aber
ich vermute das das auch ne Base ist.
>spricht neben der Bruchgefahr nochwas gegen eine Glasflasche? Wird
>Glas von NaPS angegriffen?
Gegen Glas spricht nichts, aber wenn der Verschluß aus Metall ist
dürfte das nicht all zu lang halten.
>zieht kristallines NaPS auch Wasser oder betraf das nur den Entwickler
>NaOH?
Beides nimmt Wasser auf, ist ja schließlich wasserlöslich.
Typisch ist, das bei der Wasseraufnahme beim Entwickler Hitze
freigesetzt wird. Beim Ätzmittel weiß ichs leider nicht.
>- entstehen beim ätzen auch irgendwelche Dämpfe, die eine besondere
>Belüftung des Arbeitsraumes benötigen?
Belüften sollte man immer
>Irgendwas ungesundes dabei?
Hängt davon ab was du unter ungesund verstehst. Also ungesund fürs Auge,
die Haut, beim verschlucken oder die Nase.
Reizen tut alles, das eine weniger, das andere mehr. In Salzsäure würde
ich meine Finger nicht stecken. Bei den erwähnten Chemikalien spürt man
ein Jucken auf der Haut und man hat das Verlangen sich die Hände zu 
waschen. Ist aber von Individum zu Individium unterschiedlich.
Ich empfinde die Reizwirkung dieser betrachteten Chemikalien als
gering ein, aber man kann trotzdem vorsichtig sein.
Ein simple Hautcreme sollte man nach der Anwendung zum Wohle seiner
Haut benutzen. Eine Augenspülflasche sollte man vorsichtshalber immer
griffbereit haben, aber am Wasserhahn kann man sich notfalls auch die
Augen Spülen wenn man mal einen Spritzer ins Auge bekommt.
Vorsichtsmaßnahmen sollte man ruhig vornehmen, im eigenen Interesse.
Ist angenehmer und einfacher als ein Termin beim Facharzt wahrzunehmen.
>ein Metalldeckel auf der Glasflasche ist vermutlich suboptimal. Geht
>das trotzdem so lange das Ätzmittel den Deckel nicht benetzt?
Kann so nicht verbindlich zugesichert werden aber eine Folie als
ätzfeste Zwischenlage zögert das ganze lange hinaus.

Autor: ftf (Gast)
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Natriumpersulfat selbst (auch kristallin) würde ich nicht komplett 
luftdicht lagern, denn ein wenig feuchtigkeit ist immer drin und es kann 
nie ganz sicher davon ausgegangen werden dass nicht doch ein wenig was 
zerfällt und dadurch druck erzeugt.

Wasser zieht es auf jeden Fall an, dann verklumpt es ein wenig.

Ich lass mein Ätzmittel meist offen bzw. abgedeckt in irgendwelchen 
Tupperwareschalen  oder ähnlichem rumstehen.

Auf jeden Fall aber aufpassen, dass dir davon nix an die Kleidung kommt, 
das macht dann nämlich die Farbe kaputt!

Autor: Michael L. (michaelx)
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Das NaPS aus dem Starterset wirst du schon komplett für den ersten 
Ansatz brauchen, sind ja meist nur 100g drin. Danach bestellst du das 
NaPS sinnvollerweise in größeren Gebinden von 0,5 - 1 kg, das kommt dann 
bei den richtigen Versendern auch in geeigneten Kunststoff-Flaschen.

Erwärmen im Wasserbad geht, aber man braucht schon recht viel heißes 
Wasser, um die Ätzlösung auf Betriebstemperatur zubringen.

Seit kurzem arbeite ich auch mit dem Tonertransfer, habe mich dazu recht 
umfangreich ausgelassen:
Beitrag "Erfahrungen mit der Toner-Transfer-Methode"

Autor: Harald S. (harri)
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Hallo zusammen,

ich hab's geschafft. Danke für eure Unterstützung.

Tonertransfermethode mit Brother HL-760 auf Papier aus einem 
Pollin-Katalog. Transfer hat beim dritten Versuch geklappt. Bügeleisen 
Stufe 3, ein Brett auf dem Bügeltisch als Unterlage, ein altes 
Stofftaschentuch als Zwischenlage zum Bügeleisen. Einmal ist mir das 
Papier auf der Platine verrutscht, ich hab es dann als Tasche gefaltet 
und die ganze Platine reingesteckt. Funzt.

Geätzt hab ich mit 50gr. NaPS in 250ml Wasser, also nur das halbe 
Starterset benötigt. Statt der mitgelieferten eckigen Schale hab ich 
einfach ein kleines Plastiktöpchen in eine größere Schüssel gestellt und 
so mein Wasserbad erhalten. Ging ganz gut, ich musste aber mehrmals 
Wasser nachfüllen/austauschen, weil es zu kalt geworden ist.

Das angesetzte Ätzmittel lagere ich jetzt in einer leeren 
Domestos-Flasche, die hat oben ein kleines Loch im Deckel. Das 
unbenutzte Ätzmittel steht in einer Pastikdose (auch mit Loch) daneben, 
aus dem originalen Aluminiumtütchen hab ich es rausgenommen. Das ganze 
steht in der Werkstatt neben diversen Kanistern Motorenöl und 
Scheibenreiniger. Die sollten sich eigentlich vertragen.

Wer hab sich eigentlich solche SMD-Gehäuse einfallen lassen? Ist meine 
erste selbst geätzte Platine und dann noch so ein Fummelkram drauf. 
Bildchen anbei.
Die Kratzer in der Massefläche kommen daher, dass ich diese Fläche 
einfach mit Edding gemalt hatte und dann die Pinzette den Edding 
verkratzt hat. Ist aber nur ein Schönheitsfehler. Vom ätzen hatte ich 
eine Unterbrechung und zwei winzige Kurzschlüsse, alles reparabel.

mfg
Harri

Autor: Schwups... (Gast)
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>Einmal ist mir das
>Papier auf der Platine verrutscht, ich hab es dann als Tasche gefaltet
>und die ganze Platine reingesteckt. Funzt.
Kann man auch mit Klebefilm auf der Leiterplatte fixieren ohne 
verrutschen.

>Ging ganz gut, ich musste aber mehrmals
>Wasser nachfüllen/austauschen, weil es zu kalt geworden ist.
Oder stellst das ganze in ein Wasserbad auf den Herd bei kleinster 
Flamme.
Außerdem sollte man das ganze während des Prozesses beaufsichtigen.

>Das angesetzte Ätzmittel lagere ich jetzt in einer leeren
>Domestos-Flasche
Hauptsache beschriftet, damit keiner auf die Idee kommt damit das Klo
reinigen zu wollen.

>Wer hab sich eigentlich solche SMD-Gehäuse einfallen lassen?
Na, die Elektronikgerätehersteller, z.B. Handyhersteller
die gern die Wünsche Ihrer Kunden erfüllen und alles noch
kleiner haben wollen. Also selbst schuld.

>eine Unterbrechung und zwei winzige Kurzschlüsse, alles reparabel.
Daher nennt man das auch Bastelei.

Autor: Michael L. (michaelx)
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Na siehste, geht doch. Mach die Massefläche beim nächsten Mal gleich mit 
im Layoutprogramm, da kannst du viel NaPS sparen. Mit dem Edding hat man 
die Fläche auch nie richtig deckend, da sind auch ohne kratzen immer 
wieder Risse und Löcher drin. :-(

Autor: Tim S. (Firma: Germany) (timex09)
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HCL (Salzsäure) gast nicht aus
nur bei einer reaktion mit einem Metall

z.B.:

Mg + 2 HCL --->  MgCl2 + H2^

in dem fall gast nur das H2 aus...

wenn es sonst darum steht kann nicht mit dem umleigend teilen passieren 
wenn diese kein umittelbaren kontakt mit dieser Flüssigkeit haben.

Wichtig schutzbrille und Handschuhe (Bei allen Säuren!)

Ich benutz am liebsten FE3CL (Eisen3 Chlorid) und entwickel von 
Photoplatinen Natriumhydoxid (NaOH) ist glaub das beste nach meiner 
erfahrung brauch dabei nur die richtige technik....

Autor: Schwups... (Gast)
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in dem fall gast nur das H2 aus...

Wohl eher 2 H, sprich zwei Wasserstoffatome(ist nämlich nicht mehr 
gebunden).

Wenn die sich nicht mit Sauerstoffatomen binden (was man auch Knallgas 
nennt)
und ein Zündfunke das Gemisch reagieren läßt ist es sicher 
(theoretisch).

>wenn es sonst darum steht kann nicht mit dem umleigend teilen passieren
>wenn diese kein umittelbaren kontakt mit dieser Flüssigkeit haben.

Für Flüssigkeiten ist das zutreffend, aber für Gase und Dämpfe?

>(Bei allen Säuren!)
Bei allen Gesundheitgefährdenden Kennzeichnungsflichtigen
Stoffen wäre die politisch korrekte Antwort.

>Ich benutz am liebsten FE3CL (Eisen3 Chlorid) und entwickel von
>Photoplatinen Natriumhydoxid (NaOH) ist glaub das beste nach meiner
>erfahrung brauch dabei nur die richtige technik....

Für brauchbare Ergebnisse ist die Tauch- oder Schaumtechnik im 
Hobbybereich
geeignet.
Für gehobene Anprüche ist die Sprühtechnik optimaler. Ist in der 
Industrie
Stand der Technik, ob gleich Eisen III Chlorid dort selten genutzt wird.
Da kommen optimierte alkalische Ätzmittel zum Einsatz.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Harald S. schrieb:
> Hallo zusammen,
>
> ich hab's geschafft. Danke für eure Unterstützung.

Also da besteht schon noch grosser Verbesserungsbedarf ;) Das Layout ist 
komplett durchloechert und Du hast auch kratzen muessen wegen 
Kurzschluessen (immer nicht so optimal). Aber keine Angst, Uebung macht 
den Meister.

Autor: Silver69 (Gast)
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Hallo!

Durch Zufall bin ich auf diesen Thread gestoßen. Ist ja noch nicht sooo 
alt, und habe hierzu sowohl eine Frage, als auch eine Anregung.

Anregung: Mit einem umgebauten Laminator, funktioniert die TDM erheblich 
besser als mit den Bügeleisen. Von den Platinchen (siehe Anhang) habe 
ich 3 Stück geätzt... auf keiner war weder eine Unterbrechung, noch ein 
Kurzschluss.

Frage: Ich ätze auch immer mit diesem Natriumpersulfat. Allerdings 
wusste ich nicht, dass man damit mehrmals ätzen kann. Ich löse immer 50 
Gramm in 250 ml Wasser auf und entsorge das dann nach dem ätzen.

Wie oft kann man das den wieder verwenden?

Autor: gast (Gast)
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"angesetzt" Feb 09 ca 0,7-1L übliches verhältnis(was man so findet ca 
inner mitte) 2x 160x100 einlagig 4x160x100 doppellagig un paar kleine 
schnipsel. Ätzdauer hat sich von anfangs ca 6min auf 8 verlängert bei 
der letzten Platine vor ner woche. Die Ätzlösung steht seit Ansatz in 
der Eigenbau Ätzküvette. Silikon sieht wie am ersten Tag aus.

so Gutes Nächtle
gast

Autor: Schwups.... (Gast)
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@Silver69
>entsorge das dann nach dem ätzen.

Wohin? Doch wohl nicht in den Ausguss?

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