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Forum: Platinen Flussmittel: Iopropanol + Kolophonium - welches Verhältnis?


Autor: Gast (Gast)
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Es gibt zwar schon ein paar Threads dazu, allerdings habe ich keine 
Mengenverhältnisse gesehen. Daher:

Wieviel Kolophonium auf z.B. 100 ml Alkohol?

: Verschoben durch Admin
Autor: Aehh (Gast)
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Es wird einfach immer duenner. Probiers doch mal aus. Aber nicht mit dem 
Alkohol anfangen, sondern mit dem kolophonium

Autor: Gast (Gast)
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Ich weiss aber nicht, wieviel K ich kaufen muss. Nicht zuviel, nicht 
zuwenig. Für 100 ml ?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Gast (Gast)

>Ich weiss aber nicht, wieviel K ich kaufen muss. Nicht zuviel, nicht
>zuwenig. Für 100 ml ?

Da reicht eine der kleinen (20g?) Dosen locker.

MFG
Falk

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Und wenn du das Geklebe dann von allen Fingern, Werkzeugen, Arbeits-
tisch etc. wieder sauber bekommen hast mit dem zweiten Liter Iso-
propanol, dann kaufst du das nächste Mal ganz freiwillig fertiges
Flussmittel. ;-)

Autor: Gast (Gast)
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Danke für die Hinweise.

Autor: Ollz (Gast)
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Oder du nimmst das fertige Flussmittel aus der Küche 
http://images.google.de/images?q=citrovin Das gibt der Platine 
zusätzlich einen netten Duft :-)

Autor: El Jefe (bastihh)
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Ich gebe Jörg völlig recht.
Ich habe nun endgültig die Nase voll (im wahrsten Sinne) von 
Kolophonium.

Weiß einer wie das Flussmittel FL88 (zB bei Reichel) ist?

Grüße

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Eines der wirksamsten Flußmittel ist sicherlich Zinkchlorid.

Nach dem Löten muß dann allerdings die Platine gewaschen werden, da es 
immer Reste der Säure HCl enthält. Schwache Natronlauge wäre zur 
Neutralisation wohl geeignet, da das entstehende Salz NaCl gut 
wasserlöslich ist. Eine Mischung mit Aceton (was in Wasser beliebig 
mischbar ist), kann den Trocknungvorgang unterstützen.
Nitroverdünnung (enthält große Menge Aceton) ist mit Vorsicht zu 
genießen. Ist zwar ca. 30% billiger als Aceton. Könnte mir aber 
vorstellen, daß die anderen Inhaltsstoffe außer Aceton diverse 
Bauelemente angreifen: Polycarbonat wäre so ein Kandidat für 
entsetzliche Schreie des Bastlers.

Ich habe das gerade beschriebene Hexengebräu noch nicht ausprobiert!


Gruß -
Abdul

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Abdul K. schrieb:
> Eines der wirksamsten Flußmittel ist sicherlich Zinkchlorid.

Igitt. ;-)  Das war früher als sogenanntes ,,Lötwasser'' üblich,
einfach etwas Zink in Salzsäure reingeworfen, der HCl-Überschuss
stört dann auch nicht weiter.

Das mag für einen Klempner zum Löten einer Dachrinne OK sein, für
die Elektronik ist es einfach zu aggressiv (wegen der von dir schon
genannten Langzeitwirkung).  Selbst kolophoniumhaltige Flussmittel
sind da schon drastisch genug: so ziemlich das erste Stück Kfz-
Elektronik, das ich mir seinerzeit für die MZ gebaut habe, waren
zwei Reed-Relais zur Stromflussüberwachung von Schluss- und Brems-
leuchte.  Ist ja einfach aufgebaut, kleine Platine unter die Sitzbank
gepackt, da war noch genug Platz.

Hat wohl ein Jahr oder zwei gehalten.  Danach hat die Kombination aus
Flussmittelresten, permanenter Feuchtigkeit der Umgebungsluft und
während der Fahrt ständig an der Platine anliegender Spannung die
35 µm Kupfer der Platine aufgefressen.  Nicht nur ein Loch oder ein
Haarriss, da fehlte fast 1 cm² an Platinenfläche.

Mittlerweile gibt es sogenannte "no clean"-Flussmittel, bei denen
diese Eigenschaft minimiert sein sollte.  Das ist aber ein wenig
Sich-selbst-in-die-Tasche-Lügen: ein Flussmittel muss reduzierend
sein, da es ja (bei Löttemperatur) die Oxidschicht lösen soll.  Bei
Einsatztemperatur jedoch soll es dann plötzlich keinesfalls mehr
irgendwelche chemischen Reaktionen eingehen?  Das kann nur sehr
begrenzt funktionieren, denn dazwischen liegt lediglich die Verdoppe-
lung der Reaktionsgeschwindigkeit pro 10 K Temperaturanstieg...

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Eben. Zinkchlorid ist nur bei Löttemperatur richtig reduzierend. Was 
soll an Kolophonium besser sein? Es wirkt schlechter und die Harze der 
Kiefern sind sowas von allergiepotent. Vom Geruch mal ganz abgesehen.

Wie gesagt, ich habe keine Langzeitversuche gemacht. Die Neutralisation 
ist wichtig! Und es ist unprofessionell, aber billig und oftmals spart 
man sich die Versandkosten.

Vielleicht hat jemand ne bessere Idee?

Ammoniumchlorid ist ziemlich ähnlich. Gibts auch als Mischung mit 
Zinkchlorid.

Ich persönlich würde mal ein Gel probieren. Das gibt dann viel weniger 
Sauerei.


Dein Vergleich hinkt, da nicht feuchtigkeitsgeschützte Elektronik 
draußen nix zu suchen hat. Da wirst du öfter mal den Taupunkt 
unterschritten haben -> TILT.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Abdul K. schrieb:

> Eben. Zinkchlorid ist nur bei Löttemperatur richtig reduzierend. Was
> soll an Kolophonium besser sein?

Es setzt kein HCl frei.  Wenn ZnCl2 mit Wasser gelöst wird, dann
bildet sich ein Ionengleichgewicht, und ein Teil der Ionen stellt
dabei auch HCl dar.  Diese wiederum ist leicht flüchtig und greift
ziemlich schnell alle Metallteile ihrer Umgebung an.

> Wie gesagt, ich habe keine Langzeitversuche gemacht. Die Neutralisation
> ist wichtig!

Ja, das mag halt für eine Dachrinne funktionieren, für Elektronik
funktioniert es eher schlecht.  Es gibt zu viele Ecken, wohin sich
das Flussmittel verkriechen kann.

Ich plädiere ja auch nicht für Kolophonium, sondern für die fertigen
Flussmittel, die sind auf noch geringere Aggressivität getrimmt.

> Ammoniumchlorid ist ziemlich ähnlich.

Ja, der sogenannte Salmiakstein, mit dem man früher seine Lötspitzen
entzundert hat.

> Dein Vergleich hinkt, da nicht feuchtigkeitsgeschützte Elektronik
> draußen nix zu suchen hat. Da wirst du öfter mal den Taupunkt
> unterschritten haben -> TILT.

Ist aber nicht tragisch, wenn nichts weiter da ist, was mit dem Wasser
in Lösung gehen kann.  Reines Wasser hat ja einen eher geringen
Dissoziationsgrad bei gängigen Temperaturen, wenn die Schaltung nicht
gerade sehr hochohmig ist, dann stört das gar nicht weiter.  Die
späteren Erfahrungen mit der Kfz-Elektronik haben dann gezeigt, dass
es viel wichtiger ist, eine Wasserablaufbohrung gegen Stauwasser
vorzusehen als zu versuchen, alles auf Gedeih und Verderb wasserdicht
zu bekommen: das Wasser, was nämlich dann noch einen Weg hineinfindet,
findet nie wieder raus...

Wer allerdings Schaltungen bauen will, bei dem es auf Stromaufnahmen
im Submikroamperebereich ankommt, der sollte auch bei "no clean"-
Flussmitteln noch überlegen, ob er nicht doch irgendwie alles hinterher
runter bekommt.  Alle Flussmittelreste haben eine gewisse Neigung,
Wasser aufzunehmen, und dann sind schnell einige Mikroampere an
Nebenschlussströmen zusammen.

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Klingt nach praktischem Langzeittest. Werde es mal mit Zinkchlorid 
ausprobieren und wir sprechen uns in einem Jahr.

Mein selbstlasergedrucktes und einlameniertes Namensschild am 
Briefkasten hält sich trotz direkter Sonne ausgezeichnet. Ich liebe 
Experimente.

Gerade in Natronlauge mit bloßen Händen gespielt (40g/l), wenn das 
Schäuble wüßte. Aber irgendwie muß die Bretzen braun werden. Sind echt 
lecker. Und die Hände jetzt ordentlich sauber.
Da gabs auch einen kleinen Zwischenfall. Den darf ich aber erst nach 
Verjährung erzählen.

Ich hoffe, sie entziehen mir nun nicht mein Sorgerecht...


Gruß -
Abdul

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