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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Bleiakku kurzschließen


Autor: Valentin Buck (nitnelav) Benutzerseite
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Hallo,
ich habe hier einen Bleiakku von Pollin 12V 1.3Ah rumliegen.
Nun habe ich da einen Tamya-Stecker(Begriff richtig?) rangelötet und am 
Ende zwei Litzen mit ca. 3mm Durchmesser.
Nun habe ich durch einen Zufall herausgefunden, dass wenn beide ein 
Stück Alufolie berühren, jeweils an den Berührungstellen die Alufolie 
verdampft wird.
Könnte man das "Ding" mit einer Kroko-Klemme an ein Ende der Alufolie 
klemmen und dann das andere Ende mit einem dicken Kupferdraht versehen, 
um damit an einzelnen Stellen Alufolie von einem Gipsblock zu 
verdampfen? Oder macht der Akku das nicht mit?
mit freundlichen Grüßen,
Nitnelav

Autor: Gast (Gast)
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Nimm nen kurzschlussfestes Netzteil und nen Fetten Eleko (>10.000µF)

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Valentin Buck schrieb:

> Oder macht der Akku das nicht mit?

Du würdest dich auf ziemlich dünnem Eis bewegen.  Bleiakkus können
teilweise für kurze Zeit große Ströme ab, aber wenn man das nicht
genau steuern kann, kann es schnell kritisch werden.  Es gibt
Berichte darüber, dass Auto- oder sogar Gabelstaplerbatterien es
zu einer Explosion gebracht haben, weil sich ein runtergefallener
Schraubenschlüssel auf den Polen verschweißt hatte.  Das wird zwar
eher keine Knallgasexplosion sein sondern ,nur' durch Wasserdampf
verursacht, aber das ist dir am Ende egal, wenn du dir die herum-
fliegende Schwefelsäure aus deinen Augen wäschst...

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Jörg Wunsch schrieb:
> ... Es gibt
> Berichte darüber, dass Auto- oder sogar Gabelstaplerbatterien es
> zu einer Explosion gebracht haben, weil sich ein runtergefallener
> Schraubenschlüssel auf den Polen verschweißt hatte.  Das wird zwar
> eher keine Knallgasexplosion sein sondern ,nur' durch Wasserdampf
> verursacht,


Nein, in solchen Fällen ist es tatsächlich eine Knallgasexplosion. Das 
Phänomen hat man bei solchen Akkus in diesem extremen Betriebszustand 
sehr schnell.


> aber das ist dir am Ende egal, wenn du dir die herum-
> fliegende Schwefelsäure aus deinen Augen wäschst...

Die genannten 12V/1.3Ah Akkus sind Blei-Gel Typen. Explosion ist da 
extrem selten, und die Schwefelsäure ist gebunden.

Dennoch, dieser Alufolie- "Britzel"-Betrieb ist wenig sinnvoll und 
"killt" den Akku recht schnell.

Autor: Valentin Buck (nitnelav) Benutzerseite
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Und die Idee mit dem Elko?
Welche Kapazität bräuchte ich da denn so, um ungefähr die Leistung des 
Blei-Akkus zu haben? Reichen das so 20x4700µF = 94mF?
Und kann ich das mit einer Schaltung aus 24VTrafo und 4-A-Gleichrichter 
laden, wenn ich 25V-Elkos habe?
mit freundlichen Grüßen,
Valentin Buck
PS:Danke für die Antworten!

Autor: ich (Gast)
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Das wird nichts. Wenn der Trafo 24V Ausgangspannung hat, dann ist das 
der Effektivwert. Die Spitzenspannung, auf die sich die Elkos aufladen 
ist um den Faktor Wurzel 2 größer, also ca. 24V, dazu kommt noch dass 
die Trafospannung im Leerlauf höher ist. Die 25V Elkos würden dir das 
ziehmlich übel nehmen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Andrew Taylor schrieb:

> Nein, in solchen Fällen ist es tatsächlich eine Knallgasexplosion.

Gibt's da eine Theorie, wie das entsteht?  Normalerweise sollte sich
das Wasser ja nur beim Laden in seine Bestandteile zersetzen, nicht
beim Entladen.

> Die genannten 12V/1.3Ah Akkus sind Blei-Gel Typen. Explosion ist da
> extrem selten, und die Schwefelsäure ist gebunden.

Ob die Schwefelsäure nun flüssig ist oder klumpig, ist doch ziemlich
egal für deren Ätzwirkung.  Gut, die Ströme, die dort fließen, sind
nicht ganz so extrem, aber dennoch jenseits dessen, wofür ein
Hersteller irgendwelche Garantien übernehmen würde.

Zurück zum Thema: es gibt Leute, die einen alten Mikrowellenofen-
trafo zu einem Trafo für ein Punktschweißgerät umgebaut haben.  Die
haben die Sekundärwicklung (die ein paar kV bringt, mit der würde
ich keinesfalls irgendwelche Spielchen machen!) mechanisch in kleinen
Stücken entfernt (das Zeug ist alles vergossen) und dann stattdessen
ein paar Windungen dicken Drahts eingezogen.  Das sollte für den
gewünschten Einsatzzweck auch brauchbar sein.

Autor: Stromer (Gast)
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Abend,

hatten wir vor zwei Wochen gehabt. Batterieklemme war gebrochen, aber 
das Stromaggregat musste laufen. Also Kollege nimmt eine Wapu-Zange und 
drückt die Batterieklemme zusammen und leitet den Startvorgang ein.

Es ist ein 24V System, also zwei Batterien in Serie mit je 180Ah und der 
Anlasser hat 5,7kW Leistung, es flisst genug Strom. Nur der 
Übergangswiderstand am Pol war wohl doch zu viel, der Anlasser brachte 
nicht die Leistung um den Motor zu Starten.

Nach sechs versuche lässt der Kollege die Zange los um am Panel den 
Startvorgang abzubrechen, in dem Moment wird der Anlasser von der 
Steuerung betätigt. An der losen Batterieklemme funkt es und im 
anschluss BUMMM. Der obere Teil der Batterie in drei teilen im Raum 
verteilt, piepen in den Ohren und etwas Batteriesäure an den Klamotten.

Das schöne dieses mal, es gab nur Löcher in der Hose. Weil, dem Kollege 
ist vor 2Jahren schon mal eine Batterie explodiert, damals musst er mit 
acht Stichen am Auge genäht werden.

Bei starker Belastung sind Blei-Akkus reine Gasgeneratoren!

Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
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Jörg Wunsch schrieb:

> Gibt's da eine Theorie, wie das entsteht?  Normalerweise sollte sich
> das Wasser ja nur beim Laden in seine Bestandteile zersetzen, nicht
> beim Entladen.

...hab' gerade mal in die "Bibel" (*) geschaut, aber da steht zum Thema 
Entladen mit hohen Ströme bzw. Kurzschlüsse nicht soo viel drin (außer, 
dass man es vermeiden soll)...


(*) W. Garten: Bleiakkumulatoren, Varta Fachbuchreihe, Band 1
(schon lange nur noch antiquarisch erhältlich)

Autor: Ben (Gast)
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eine autobatterie hat mit alufolie und impulsen keine probleme. sehr oft 
kurz hintereinander dickeres blech oder dauerkurzschluß -> **boom** ;)

auf jeden fall eine dickere batterie nehmen als nötig dann brennen 
zuerst die kabel weg bevor die batterie schaden nimmt. förderlich wird 
es für die lebensdauer der batterie aber in keinem fall sein.

Autor: faustian (Gast)
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"Ob die Schwefelsäure nun flüssig ist oder klumpig, ist doch ziemlich
egal für deren Ätzwirkung."


Klumpig macht mir eigentlich eher mehr Angst!

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