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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Gibt es Zählerbausteine mit seriellem Ausgang?


Autor: Be Bo (bebo)
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Hallo,

da der von mir verwendete Mikrocontroller (PIC32 64Pin) nur einen 
Zähleingang hat und dieser auch noch wegfällt, wenn man die 
Real-Time-Clock verwenden will, frage ich mich, ob es externe ICs gibt, 
die Zählen können (sagen wir bis 10Mhz oder so) und die von einem 
Mikrocontroller dann seriel ausgelesen werden können. Sozusagen eine Art 
externer Counter. Die Zähler sollen mindestens 16 Bit haben, er darf 
aber auch größer sein.

Gibt es sowas? Oder muß ich mir einen 2. Mikrocontroller zum Zählen 
nehmen. Würde natürlich auch gehen, aber ein Zählerbaustein wäre 
einfacher zu handhaben denke ich.

Autor: A. K. (prx)
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Dumm gelaufen. Da hast du dir den wohl einzigen aktuellen 32-Bitter 
ausgesucht, der trotz immerhin 64 Pins kaum zählen kann.

Aber RTC extern ist erheblich einfacher als solcher Zähler extern. Es 
sei denn das ist ein Development-Board bei dem du keine Wahl hast.

Autor: Be Bo (bebo)
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Na ja, die 100 Piner haben theoretisch 5 Counter, aber wenn man die 
Timer für andere Dinge verwenden will, nützt einem das auch nichts. 
Schön wäre natürlich, wenn man einen Chip hätte, der gleich mehrere 
Zähler hätte. Ich denke mal, daß andere Mikrocontroller, selbst wenn sie 
mehr Eingänge haben, spätestens an den Timern scheitern.

Die 100 Piner haben dummerweise nur ein 0,4er Pitch. Da wirds dann etwas 
unzuverlässig mit dem selber ätzen. Wenn sich also kein externer Zähler 
Chip findet, würde ich mich mal unter den kleinsten Mikrocontrollern 
nach einem umschauen, der möglichst viele Zähler hat und wenns geht noch 
einen UART. Wäre bestimmt auch nicht schlecht.

Nur mal so nebenbei, wieviele Zähler haben den so andere 32-Bitter bei 
64-Pins?

Autor: Olaf (Gast)
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> Zähler hätte. Ich denke mal, daß andere Mikrocontroller, selbst
> wenn sie mehr Eingänge haben, spätestens an den Timern scheitern.

Hm...ein M16C hat 16 oder mehr Timer.

Olaf

Autor: Be Bo (bebo)
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Gut 9 Timer gegen 6 Timer.

Aber ich habe nicht vor ins Cortex M3 Lager zu wechseln. Für Microchip 
habe ich alles, IDE, Compiler, ICD..., für Cortex M3 garnichts :-(

Autor: A. K. (prx)
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STM32 64pin (high density line):
- 2 komplexe Timer mit 3x Motor-PWM, die extern zählen können.
- 4 komplexe Timer mit 4x normaler PWM, die extern zählen können.
- 2 sehr einfache Timer für zyklische Interrupts (und DAC)
- 1 RTC
- 1 Systimtimer vom CM3 Core.

Autor: A. K. (prx)
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Be Bo schrieb:

> Gut 9 Timer gegen 6 Timer.

Die schiere Zahl macht es nicht aus. Aber dass bei Verwendung der RTC 
ein 64er PIC32 überhaupt nicht extern zählen kann verblüfft mich etwas. 
Da hatte Microchip mit den PIC24 endlich das ewige und bei den PIC30 
etwas kulminierende Pin-Dilemma gelöst, indem solche Funktionen über 
eine Crossbar laufen. Und stolpert beim PIC32 wieder in die Falle.

Nun ja, dein Problem erinnert mich etwas an Gerhard in
Beitrag "Re: Welchen Cortex M3?", der die LM3 dafür 
pries, dass es nur soviele Funktionen gibt, wie ohne Doppelbelegung auf 
die Pins passen ;-).

Autor: Nelson (Gast)
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> Die schiere Zahl macht es nicht aus. Aber dass bei Verwendung der RTC
> ein 64er PIC32 überhaupt nicht extern zählen kann verblüfft mich etwas.
> Da hatte Microchip mit den PIC24 endlich das ewige und bei den PIC30
> etwas kulminierende Pin-Dilemma gelöst, indem solche Funktionen über
> eine Crossbar laufen. Und stolpert beim PIC32 wieder in die Falle.

Man sollte das PIClige Gelumps halt in Frieden ruhen lassen.

Autor: A. K. (prx)
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Nelson schrieb:

> Man sollte das PIClige Gelumps halt in Frieden ruhen lassen.

Sachte. Die erwähnte Crossbar, die bei den PIC24/dsPIC33 viele 
Funktionen frei wählbar auf die Pins abbildet, an Stelle von fest 
3,4,5-fach belegten Pins mit den unvermeidlichen Konflikten, ist eine 
geniale Sache. Habe ich nirgendwo sonst gesehen. Wohl ein Ergebnis 
diesbezüglicher Missgriffe bei manchen dsPIC30.

Der Core vom PIC32 ist zudem alles andere als Gelump (ist allerdings 
auch nicht von Microchip, das könnte es erklären ;-).

Autor: Nelson (Gast)
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> Habe ich nirgendwo sonst gesehen.
Weil der Rest der Welt scheinbar auch gut ohne auskommt.

> Ergebnis diesbezügliche Missgriffe
Die Firmengeschichte von M*c*oschipp ist voll davon.
Mich gruselt noch von der Beschreibung in der Elektronik
Anfang der 80ger Jahre. Da hat wohl die Marketingabteilung
bezüglich des Releasedatums mehr zu sagen gehabt haben als
die Designer...
Seitdem ist das Zeug bei mir unten durch. Und da bleibt es auch.

Autor: Thomas R. (tinman) Benutzerseite
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A. K. schrieb:

> Die erwähnte Crossbar, die bei den PIC24/dsPIC33 viele
> Funktionen frei wählbar auf die Pins abbildet, an Stelle von fest
> 3,4,5-fach belegten Pins mit den unvermeidlichen Konflikten, ist eine
> geniale Sache. Habe ich nirgendwo sonst gesehen.

kenne den pic24 nicht, die funktion "klingt" aber wie Cypress PSOC.

Autor: Olaf (Gast)
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> Sachte. Die erwähnte Crossbar, die bei den PIC24/dsPIC33 viele
> Funktionen frei wählbar auf die Pins abbildet, an Stelle von fest
> 3,4,5-fach belegten Pins mit den unvermeidlichen Konflikten, ist eine
> geniale Sache.

Stimmt, auch wenn ich aus Prinzip keine PICs nutze. Genauer gesagt 
seitdem ich vor 15Jahrem mal das Datenblatt von so einer Gurke gelesen 
habe, aber obiges ist genau die Funktionalitaet die ich bei 'meinen' 
Prozessoren immer vermisst habe.

Olaf

Autor: Be Bo (bebo)
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Also hat keiner einen Vorschlag für einen externen (mehrfach) Zähler mit 
seriellem Ausgang?

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Ich wuerd da einen EPM3064 im TQFP44 Gehaeuse nehmen. Mit 64 Flipflops 
kann man damit einen gelatchten 32 bit Zaehler bauen oder fast.

Autor: asda (Gast)
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nimm doch einfach einen anderen mikrocontroller der Zählen kann als 
Zählerbaustein...

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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10MHz mit Gate oder Latch ? Eher nicht.

Autor: Olaf (Gast)
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> Also hat keiner einen Vorschlag für einen externen (mehrfach) Zähler mit
> seriellem Ausgang?

Da es jede Menge Microcontroller gibt die soetwas enthalten gibt es
keinen Grund fuer irgendeinen Hersteller soetwas zu bauen. Es mag 
vielleicht noch ein paar exotische Spezialanwendungen geben, aber da 
nimmt man dann halt einen FPGA oder CPLD.

Olaf

Autor: Be Bo (bebo)
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Ok, überzeugt, dann werde ich da hat einen kleinen Mikrocontroller für 
nehmen.

Autor: Jens PICler (picler)
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Olaf schrieb:
> Stimmt, auch wenn ich aus Prinzip keine PICs nutze. Genauer gesagt
> seitdem ich vor 15Jahrem mal das Datenblatt von so einer Gurke gelesen
> habe, aber obiges ist genau die Funktionalitaet die ich bei 'meinen'
> Prozessoren immer vermisst habe.

Dann ärgere dich halt weiter mit den Unzulänglichkeiten und Bugs rum, 
die die von dir bevorzugte Architektur besitzt. Den perfekten 
Mikrocontroller gibt es leider noch nicht, auch wenn die aktuellen PICs 
dem doch sehr nahe kommen.

PS: Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen, so hat Microchip viele 
Macken der Vergangenheit wie das bescheuerte Register-Banking beseitigt 
und interessante neue Sachen (z.B. Crossbar) eingeführt.

Autor: Olaf (Gast)
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> PS: Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen, so hat Microchip viele
> Macken der Vergangenheit wie das bescheuerte Register-Banking beseitigt
> und interessante neue Sachen (z.B. Crossbar) eingeführt.

Dann gibt es jetzt also einen gcc fuer Pics? Das ist naemlich meine
erste Forderung an einen neuen Controller.

Olaf

Autor: A. K. (prx)
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Olaf schrieb:

> Dann gibt es jetzt also einen gcc fuer Pics? Das ist naemlich meine
> erste Forderung an einen neuen Controller.

Microchip verwendet sowohl für die 16-Bit Schiene (PIC24/30/33) als auch 
für die PIC32 höchstselbst GCC als Basis ihres jeweiligen Compilers. Der 
MIPS Core des PIC32 gehört zu den ältesten Zielplattformen vom GCC 
überhaupt.

C30 und C32 sind also grösstenteils der GCC, angereichert um eine 
zusätzliche nicht offengelegte Optimierungstufe (ausgelagert, daher 
legal). Man kommt aber gut ohne diese zusätzliche Optimierung aus.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Jens A: schrieb:
> und interessante neue Sachen (z.B. Crossbar) eingeführt.

Erlaubt die Crossbar wirklich eine wahlfreie Pinzuordnung oder ist sie 
auch so krank, wie bei den Silabs 8051?

Bei denen muß man vor dem Layout schon ganz genau wissen, welche 
Peripherie man benötigt.
Sobald man nämlich daran was ändert, verschieben sich alle nachfolgenden 
um einen Pin nach vorn bzw. hinten, d.h. nichts stimmt mehr.


Peter

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Die PIC mit Crossbar haben im Gegensatz zu den Silabs wirklich eine 
freie Zuordnung, die über config Register programmierbar ist.

Auch solche Scherze wie mehrere Eingangsfunktionen auf einen Pin zu 
legen sind möglich.

Autor: A. K. (prx)
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Peter Dannegger schrieb:

> Erlaubt die Crossbar wirklich eine wahlfreie Pinzuordnung oder ist sie
> auch so krank, wie bei den Silabs 8051?

Ja. Es gibt allerdings Funktionen, die aufgrund bestimmter 
erforderlicher Hardwarechakteristika oder des exzessiven Aufwands wegen 
davon ausgenommen sind. Wie die Analogfunktionen, I2C 
(OpenDrain,Slewrate) und der pinfressende externe Bus. Es sind auch 
nicht alle Portpins an der Crossbar dran, wenngleich bei den von mir 
bisher untersuchten bis 44pin die weitaus meisten.

Über die Crossbar frei zuordnen lassen sich UART, SPI, Timer, CAN, 
Interrupts und dergleichen.

Microchip nennt das übrigens "Peripheral Pin Select", aber funktionell 
entspricht das einem Crossbar-Switch, daher meine Bezeichnung dafür.

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