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Forum: Platinen Gewindebohrer aus CU-Block rausholen


Autor: Ich armer Wicht (Gast)
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Habe nach vielen Gewinden jetzt doch noch einen M3 Bohrer abgebrochen.
Er steckt in einem reinen Kupfer-Block. Gibt es irgendwas was das Teil
auflöst und das Kupfer ganz lässt? Das Kupferteil hat schon sehr viel
Arbeit gemacht und ist somit schon etwas teuer.
Danke

Autor: Ich armer Wicht (Gast)
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(Schule denk.. lange ist es her) geht da Salzsäure??

Autor: David ... (volatile)
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Mann kann den Bohrer anbohren und einen Ausdreher benutzen. Ob man die 
so klein bekommt und ob du eine Chance hast, den Bohrer anzubohren weiss 
ich nicht.

Autor: Ich armer Wicht (Gast)
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>Mann kann den Bohrer anbohren und einen Ausdreher benutzen. Ob man die
>so klein bekommt und ob du eine Chance hast, den Bohrer anzubohren weiss
>ich nicht.

nein nein das ist zu klein. Das geht bei ca. M10 und größer.

Autor: Bernd O. (bitshifter)
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Ich armer Wicht schrieb:
> Habe nach vielen Gewinden jetzt doch noch einen M3 Bohrer abgebrochen.
> Er steckt in einem reinen Kupfer-Block. Gibt es irgendwas was das Teil
> auflöst und das Kupfer ganz lässt? Das Kupferteil hat schon sehr viel
> Arbeit gemacht und ist somit schon etwas teuer.
> Danke
Sieht schlecht aus, da Kupfer viel weicher ist als der gehärtete Stahl 
des Gewindebohrers.
Dir wird wohl nicht viel anderes übrig bleiben als neben dem 
abgebrochenen Bohrer so viel Kupfer abzutragen bis du den Gewindebohrer 
wieder greifen kannst um ihn auszudrehen. Ich habe in einem ähnlichen 
Fall mal einen Knipex Miniknips (ca. 18€) geopfert. Damit kannst Du 
vielleicht den Gewindebohrer noch greifen und rausdrehen. Da aber viel 
Kraft nötig ist, kann es gut sein, dass die Zange dabei stirbt.

Ansonsten noch ein allgemeiner Tip zum Gewindeschneiden:
Nach ein paar Umdrehungen immer wieder etwas zurückdrehen um die Späne 
zu brechen.

Gruß,
Bernd

Autor: Franke Michael (appletree)
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Puhh, ich werfe mal vorsichtig nen Vorschlag in die Runde.
Ausdehnungskoeffizient.
Entweder mit Stickstoff herrunterkühlen um ein wenig Platz zwischen den 
beiden Metallen zu bekommen.
Oder einmal richtig einheitzen, bis das Kupfer glüht.Da Sthahl eindeutig 
härter ist sollte er bei der Ausdehnung den Kupfer beiseite drücken.
Das wird aber nicht reichen damit er von selber raus fällt :-)
Wenn dann noch langsam abgekühlt wird, kann man vieleicht die Härte des 
Bohrers senken.

Autor: AndreasH (Gast)
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Hallo,

es gibt für M3 "Gewindebohre Auszieher" z.B. von der Walton Company 
(www.waltontools.com) in Deutschland über Hahn und Kolb oder Inha zu 
beziehen.
Sie sind aber nicht billig.

Andreas.

Autor: Bernd O. (bitshifter)
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Bernd O. schrieb:
> Ich armer Wicht schrieb:
>> Habe nach vielen Gewinden jetzt doch noch einen M3 Bohrer abgebrochen.
>> Er steckt in einem reinen Kupfer-Block. Gibt es irgendwas was das Teil
>> auflöst und das Kupfer ganz lässt? Das Kupferteil hat schon sehr viel
>> Arbeit gemacht und ist somit schon etwas teuer.
>> Danke
Ich habe doch noch eine Idee - keine Ahnung ob sie funktioniert, aber 
besser als Wegschmeißen ist es allemal:
Der Gewindeschneider hat doch von oben gesehen drei Schneiden und damit 
auch drei "Löcher". Wenn es Dir gelingt, gehärteten oder zumindest sehr 
harten Stahldraht tief genug in die Löcher zu bekommen und ca. 10mm 
überstehen zu lassen, dann kannst Du da drauf das andere Ende des 
abgebrochenen Bohrers aufsetzen (Drähtchen wieder in die Schlitze). Wenn 
Du dann die rausstehenden Enden sehr eng und so tief wie möglich an der 
Bruchstelle an das abgebrochene Ende "koppelst", also beispielsweise mit 
Stahldraht umwickelst, gelingt es Dir vielleicht den abgebrochenen 
Stummel rauszudrehen.

Wenn der Stummel nur leicht steckt, könnte das klappen. 
Schlechtestenfalls scherst Du die Drähte ab und hast noch mehr "Müll" im 
Loch.

Gruß,
Bernd

Autor: Franke Michael (appletree)
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Wenn das mit dem Erhitzen nicht funktioniert kann man doch auch den Rest 
der Übeltäters nehmen.
Die Stummel für die Einkerbungen mit einer Flex einmodelieren und ein 
wenig vom Durchmesser weg nehmen.

Autor: Gast? (Gast)
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Erodieren ist da das Mittel der Wahl. Irgendwo im Internet findet sich 
eine Anleitung für ein wirklich einfaches Gerät.
Dieses Gerät spannst du ins Bohrfutter ein und richtest eine kleine 
Elektrode auf den Gewindebohrer, z.B. ein Stück Draht.
Ich weiß nicht mehr genau, wie die Stromversorgung für die Elektro 
aufgebaut war. Vermutlich einfach ein Trafo mit großem Elko...
Die Elektrode wird mit einem Schrittmotor immer wieder gegen den 
Gewindebohrer gefahren, die Funken brutzeln dir den Bohrer irgendwann 
weg.
Mit etwas Glück bleibt sogar das Gewinde benutzbar.
Da alles automatisch läuft, kannst du Kaffee trinken gehen und warten, 
bis sich das Ding durch den Bohrer gefressen hat.
Wenn ich mich nicht irre, hatte irgendwer auf cncecke.de soetwas mal 
vorgestellt und eine PDF verlinkt. Finde ich nur grade nicht...

Autor: MaWin (Gast)
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Richtig, Profis werden erodieren.

Da es ein HSS oder HSS-E Gewindebohrer sein wird,
besteht auch noch die Möglichkeit, ihn mit einem
Vollhartmetallbohrer/fräser auszubohren oder
Bonitrid/Diamant. Damit das gut funktioniert, sollte
man aber eine spielfreien Bohrständer haben, und den
Bohrer mit richtigem Vorschub reintreiben.

Das aufschweissen eines handhabbaren Endes wird
nicht gehen, weil er entsprechend Murphey zu klein
und zu weit unten abgebrochen sein wird.

Wenn hinterher nicht unbedingt ein M3-Gewinde
sein muss sondern auch M4 geht, gäbe es mehrere
weitere Möglichkeiten:
Wenn das Loch eh durchgängig ist: Durchkloppen
mit einem Austreiber, das Kupfer ist viel weicher
als der Gewindebohrer.
Wenn er im Sackloch steckt: Ausbohren mit einem
3.5mm Metallhohlröhrchen mit Schneide vorne.

Beim nächsten mal: Gewindeschneidöl wirkt Wunder.
Warum Leute nie Gewindeschneidöl nehmen, wird mir
auch ewig ein Rätsel bleiben.

Autor: MWS (Gast)
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Vielleicht hilft Dir das, mit Hausmitteln zu machen:

http://www.entdecke-schmuck.com/emaillieren---cloi...

Hier nochmal, mit expliziter Erwähnung von Stahl als ätzbaren Stoff:

http://www.lawrence.co.uk/fact_sheets/pdfs/Edinbur...

Wird natürlich auch das umgebende Kupfer angreifen, also Oberfläche 
abdecken, vorher alles entfetten.

Wird auch nicht notwendig sein, das abgebrochene Teil komplett 
aufzulösen, sonder nur soweit anzulösen, bis man's rauspulen kann.

Kleiner Diamantkugelfräser 1,5-2mm per Handdremel könnte auch hinhauen, 
dauert aber. Und immer gut mit Wasser kühlen, sonst arbeitet es die 
Diamanten auf.

Autor: Michael Sauron (Gast)
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MaWin schrieb:
> Warum Leute nie Gewindeschneidöl nehmen, wird mir
> auch ewig ein Rätsel bleiben.

Wollte letztens 100 ml Schneidöl im Bauhaus kaufen, aber als die da 15 
EUR für haben wollten, hab ich dankend verzichtet. Somit kostet ein 
Liter Öl 150 EUR

Autor: Ich (Gast)
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Wieso Bauhaus? Hier bekommst du für 6,90 (inkl Versand) 500ml Schneidöl:
Ebay-Artikel Nr. 150400824910

(nein das ist nicht von mir)


Aber mal ehrlich 100ml reichen doch für den Privatgebrauch auch eine 
ganze weile...

Zurück zum Thema:

Ich würde das mal mit den Drähten probieren ob mans damit rausdrehen 
kann. Vlt reichts ja ein U zu biegen und in zwei der drei "Löcher" zu 
stecken und dann von Hand zu drehen. Evt Öl reinleeren und Vibrieren 
(Ultraschall könnte auch helfen) wenn sich das ganze einmal gelöst hat 
müsste es leicht herausgehen.

Man sollte aber nicht zulange warten (Kaltverschweißung)

Autor: MaWin (Gast)
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> Wollte letztens 100 ml Schneidöl im Bauhaus kaufen, aber als die da 15
> EUR für haben wollten, hab ich dankend verzichtet. Somit kostet ein
> Liter Öl 150 EUR

Selbst unsere Apotheke liefert billiger:
http://www.conrad.de/goto.php?artikel=887252

Das, was ich habe, kostet 20ct/Liter, was immer noch teurer wäre als ein 
paar Prozent Öl in Wasser emulgiert, korrodiert aber wenigstens nicht 
die Eisenteile an.

Autor: Ich armer Wicht (Gast)
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Kupfer ist edler als Eisen, Gibt es denn keinen Chemiker hier?
Erodieren ist natürlich das Beste aer bevor ich hier jemanden gefunden
habe und das Zeug hin und her geschickt habe läuft mir die Zeit weg.
Zumal man da auch Schaden anrichten kann.

Autor: dgsg (Gast)
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>Wollte letztens 100 ml Schneidöl im Bauhaus kaufen, aber als die da 15
>EUR für haben wollten, hab ich dankend verzichtet. Somit kostet ein
>Liter Öl 150 EUR

Bei dem Preis wuerde ich mir auch lieber die Bohrer abbrechen...

Gast

Autor: Mechanikus (Gast)
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>Somit kostet ein Liter Öl 150 EUR

Zum Gewindeschneiden tut's doch normales Motoröl genau so gut.

Autor: Billy de Bastler (Gast)
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Um noch mal auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:

Salzsäure löst Stahl auf, Kupfer wird nicht angegriffen. Das Problem 
dabei ist aber, dass durch das Auflösen des Gewindebohrers auch 
Eisen(III)-Chlorid entsteht und das wird ja bekanntlich zum 
Platinenätzen verwendet.

Du müsstest also das Bohrloch z.B. mit kleiner Spritzflasche dauernd 
spülen und frische Salzsäure nachliefern, dann sollte sich der 
Gewindebohrer auflösen und das Kupfer unbeschädigt bleiben. Ich würde 
das Bohrloch auch vorher mit Aceton entfetten.

Bitte sei aber vorsichtig und benutze Schutzbrille, Gummihandschuhe und 
gute Lüftung. Ausserdem sind Salzsäuredämpfe sehr korrosiv, sämtliche 
Eisen-und Stahlgegenstände in der näheren Umgebung werden rosten (auch 
die aus rostfreiem Stahl!). Die Aktion sollte also nicht gerade in der 
Nähe deiner Maschinen stattfinden. Als säurefestes Gefäss tut's irgend 
ein Kunststoffbehälter aus Polypropylen oder ein ganz normaler 
Haushaltseimer.

Dieser Vorschlag erfolgt ohne Garantie, Durchführung auf eigene Gefahr.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Billy de Bastler schrieb:

> Salzsäure löst Stahl auf, Kupfer wird nicht angegriffen.

Dürfte allerdings ziemlich lange dauern.

Ich würde wohl auch versuchen, das Teil mit einem Hartmetallbohrer
so weit wegzubohren, dass man dann den Rest rausbröseln kann.

Kupfer ist insgesamt halt ziemlich eklig zu bearbeiten.  Selbst mit
Ölen ist da nicht viel geholfen (das funktioniert am besten bei
Stahl).

Autor: Billy de Bastler (Gast)
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>Dürfte allerdings ziemlich lange dauern.

Wenn das nicht gerade ein Gewindebohrer aus hochlegiertem Super-HSS war, 
geht das ziemlich schnell. Ein Eisennagel überlebt nicht ein mal eine 
Minute in konzentrierter Salzsäure. Selbst hochlegierte 
Chrom/Nickel-Stähle lösen sich in konzentrierter Salzsäure auf, bei 
denen dauert's dann halt schon etwas länger.

Autor: Pezi (Gast)
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Hallo zusammen!

Ich weiß ja nicht warum ihr da so kompliziert denkt.
Als ich "...chemisch rauslösen..." gelesen hab musste ich erstmal 
schmunzeln. In welcher Zeit und welcher Konzentrieter Säure wollt ihr 
das anstellen?
Wir reden hier ja über gehärteten Werkzeugstahl.

Einfach den Gewindebohrer wieder rausdrehen und zwar mit folgenden 
Trick:

1. Man nimmt eine Karosseriescheibe (übergroße Beilagscheibe) mit dem 
Lochdurchmesser vom rauszudrehenden Gewindebohrer. In diesem Fall M3.

2. Die Karosseriescheibe wird genau über dem abgebrochenen Gewindebohrer 
gelegt.

3. Mit einem Schweißgerät verschweisst man nun, über das Loch in der 
Mitte, Scheibe und Gewindebohrer fest miteinander.

3a) Bei so kleinen Durchmessern empfielt es sich eine weitere größere 
Scheibe draufzuheften.

4. Dann nimmt man eine Mutter die gut auf die Scheibe passt und schweißt 
die ebenfalls fest. Am besten in der Mitte aufschweißen und aussen mit 
ein paar wenigen Punkten anheften.

5. Zu guter Letzt, mit dem passenden Gabelschlüssel, das ganze 
rausdrehen.

Voila, Der Bohrer ist aus dem Kupferblock. :)

Noch ein kleiner Zusatztipp. Noch im warmen Zustand rausdrehen, da das 
Kupfer stärker ausdehnt als der Stahl vom Gewindebohrer.

Einziger Nachteil wird beim Kupfer sein, dass an der Stelle wo 
geschweißt wurde, Verfärbungen auftreten können.

Und beim nächsten mal unbedingt schmieren. Zur Not geht auch Rostlöser!
Ausserdem immer den Gewindebohrer vor der Verwendung reinigen.
Dann klappts auch mit dem Kupferblock. ;)

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Pezi schrieb:

> In welcher Zeit und welcher Konzentrieter Säure wollt ihr
> das anstellen?

Wie Billy eben schrieb, dauert das wohl mit HCl nur Minuten (und
die gibt's nur bis 38 % Konzentration, mehr geht nicht).  Hatte
ich auch nicht mehr ganz so in Erinnerung.

> 3. Mit einem Schweißgerät verschweisst man nun, über das Loch in der
> Mitte, Scheibe und Gewindebohrer fest miteinander.

Hast du schon mal einen Gewindebohrer in Kupfer abgebrochen?

Der bricht irgendwo unten in der Schneide ab, da guckt nichts mehr
raus, an das man etwas anschweißen könnte.

Autor: Billy der Bastler (Gast)
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Lieber supergescheiter Pezi

Wenn der Gewindebohrer IM BOHRLOCH abgebrochen ist (das tut er in 99% 
der Fälle), dann ist da nichts mehr mit Anschweissen. Da hilft nur mehr 
erodieren. "Ich armer Wicht" hat aber keine Möglichkeit oder keine Zeit, 
das Teil funkenerodieren zu lassen.

Weil in diesem Fall das Werkstück aus Kupfer ist und Kupfer von 
Salzsäure nicht angegriffen wird, wäre herausätzen eine vernünftige 
Methode.

P.S.: es ist völlig egal, ob das gehärteter Werkzeugstahl oder ein 
weicher Eisennagel ist, mit konzentrierter Salzsäure ist beides in 
kurzer Zeit aufgelöst. Bei legierten Stählen dauert's halt länger, es 
gibt aber keinen Stahl, der Salzsäure über langere Zeit widerstehen 
würde. Schlimmstenfalls muss man die Säure halt anwärmen.

Dass die Arbeit mit Salzsäure ziemlich gefährlich ist und die Umgebung 
in Mitleidenschaft zieht, habe ich ja schon erwähnt. Das muss der 
Originalposter selber wissen, ob er sich das antut.

Autor: Pezi (Gast)
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Kann mir nicht vorstellen, dass das in wenigen Minuten getan ist.

Jörg Wunsch schrieb:
> Hast du schon mal einen Gewindebohrer in Kupfer abgebrochen?
>
>
>
> Der bricht irgendwo unten in der Schneide ab, da guckt nichts mehr
>
> raus, an das man etwas anschweißen könnte.

Ja ich hab leider Gottes in meiner beruflichen Karriere schon einiges in 
Kupfer und Alu abgebrochen. Das passiert halt, aber weiter als 1cm 
unterhalb vom Loch hab ich es noch nicht geschafft.
Mit nem Schutzgasschweißgerät lässt sich das eigentlich ganz gut machen.
Evtl. braucht man halt ein paar Anläufe. Funktioniert hats letztendlich 
immer.

mfg Pezi

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Jörg.

> Kupfer ist insgesamt halt ziemlich eklig zu bearbeiten.  Selbst mit
> Ölen ist da nicht viel geholfen (das funktioniert am besten bei
> Stahl).

Richtig. Aber es gibt auch Alulegierungen, die schmieren und kleben.

Das Problem beim (Hand)gewindeschneiden ist, das die Weichheit des 
Materials dazu verleitet, schneller zu drehen, als dem Material des 
Bohrers gut tut. Insbesondere wenn man eigentlich meistens Stahl 
verarbeitet .......
Hier hilft nur viel Selbstdisziplin und Vorsicht.

Öl ist auch grundsätzlich beim Gewindeschneiden eine gute Idee. Es muss 
nicht zwangsläufig Schneidöl sein. Gewöhnliches "Allzwecköl" (Parafinöl 
technisch) tut es hier auch. Bei so langsamen sachen wie 
Handgewindeschneiden sollte es ruhiger auch etwas dickflüssiger sein.

Das kurze zurückdrehen des Bohrers um den Span zu brechen wurde ja schon 
erwähnt. Das führt zwar zu höherem "Verschleiss" des Bohrers, mindert 
aber die Gefahr, ihn komplett abzubrechen. Wenn es nicht wie in einer 
Maschienenfabrik in Massenfertigung auf lange Standzeiten wegen der 
Rüstkosten ankommt, besser also kurz mal zurückdrehen. (Für viele 
Vollblutdreher ist das nähmlich ein "No go")

Bei sehr tiefen Löchern mal den Bohrer rausholen, und die Spannuten 
säubern. Nicht das sich da was festkeilt.

Den Bohrer nach getaner Arbeit im Kupfer besonders gut reinigen. Keiner
möchte in einem Bohrloch in Stahl am Grunde einen Kupferspan, und das 
noch in feuchter Umgebung.....
Es gibt Puristen, die benutzen einen Bohrer, mit dem Kupfer bearbeitet 
wurde, nie mehr für Stahl, wegen der Kontamination.....manchmal meine 
ich, das hat was für sich.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de


Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Bernd Wiebus schrieb:
> Keiner
> möchte in einem Bohrloch in Stahl am Grunde einen Kupferspan, und das
> noch in feuchter Umgebung.....

Dau-Frage: Was hat das für Folgen?

Autor: Pezi (Gast)
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Bernd Wiebus schrieb:
>
>> Keiner
>
>> möchte in einem Bohrloch in Stahl am Grunde einen Kupferspan, und das
>
>> noch in feuchter Umgebung.....
>
>
>
> Dau-Frage: Was hat das für Folgen?

Durch den elektrochemischen Effekt rostet der Stahl sehr schnell.

Jedes Metall fängt zu korrodieren an wenn es mit einem edleren Metall 
verbunden wird.

Autor: Kupferkopf (Gast)
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Ich weiß nicht wie dein Block aussieht, evtl. kannst du einfach mit 
einem Plasmabrenner ganz kurz in das Loch halten, so mache ich es immer 
wenn mal ein Gewindebohrer tiefer abbricht, danach kannst du den Rest 
vom Bohrer einfach rausprökeln.

Weil Du in Kupfer arbeitest kannst du gut thermische Verfahren 
verwenden, wie auch den obigen Trick mit der Scheibe!

Das Zertrümmern mittels Hammer und Dorn wird bei Kupfer vermutlich nicht 
gehen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Pezi schrieb:

> Kann mir nicht vorstellen, dass das in wenigen Minuten getan ist.

Ich mir schon.  Ich glaube mich zu erinnern, in meiner Jugend das
Experiment mit dem Eisennagel schon mal gemacht zu haben.

> Das passiert halt, aber weiter als 1cm
> unterhalb vom Loch hab ich es noch nicht geschafft.

Und da schweißt du bei einem M3-Bohrer (also 2,4 mm Kernbohrung!)
noch eine U-Scheibe dran?  Das möchte ich sehen...

Autor: David ... (volatile)
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Pezi schrieb:

> Jedes Metall fängt zu korrodieren an wenn es mit einem edleren Metall
> verbunden wird.

Der alte "Kupfernagel in Nachbarns Regenrinne"-Trick :D

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Bernd Wiebus schrieb:

> Richtig. Aber es gibt auch Alulegierungen, die schmieren und kleben.

Dort geht aber Spiritus gut als Schmiermittel.  Keine Ahnung, ob das
bei Kupfer auch besser geht als Öl, hab' ich noch nicht probiert.

Autor: Nick Müller (muellernick)
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Das muss ja ein wertvolles Teil sein! So lange rumzudiskutieren, Ab in 
die Tonne damit, neu machen und mit ordentlichen GeBos (!= Baumarkt) und 
Schneidöl (= Jokisch ist sehr gut) arbeiten.

Und am universellsten (wenn auch nicht stabilsten) sind GeBo für 
Sacklöcher. Da kommt der Span dann rückwärts raus.
Für Durchgangslöcher und Grobmotoriker welche mit Schälanschnitt kaufen.


Gruß,
Nick

Autor: Steffen Warzecha (derwarze)
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Ich benutze bei Alu und Kupfer immer Spiritus stat Öl, auch beim Bohren. 
Habe so noch nie Probleme mit festhängenden Spänen gehabt, und seit 
vielen Jahren keinen Gewindebohrer abgebrochen (von M2 ab). Den Tip mit 
dem Spiritus hat ich mal von meinem Lehrmeister. Übrigens bei 
Kunststoffen und Plexiglas funktioniert Wasser (kann etwas Spülmittel 
rein) bestens.
Ich mehme zum Gewindeschneiden immer einen kleinen Akkuschrauber geht 
besser als mit dem Windeisen bei kleinen Durchmessern.
Das abgebrochene Teil würd ich versuchen mit HCl rauszulösen (gut Lüften 
und nachspülen!). Aus 2,5er Rundmaterial könnte mann einen Ausdreher 
bauen, ein Teil mit drei Spitzen die in die Kehlen des Bohrers greift.

Autor: Ich armer Wicht (Gast)
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!!!!!!!!Der Bohrer ist raus!!!!!!!!!!!!!!


Mit einer Proxon die Spitze des Gewindebohrer-Rest im Loch
vorsichtig abgeschliffen. Dann mit einen Hammer und einen
Stiftdorn den Rest vorsichtig ausgetrieben. Dannach auf 3,2 aufgebohrt
und M4 Gewinde geschnitten. Kühlmittel bei ALU und CU wie immer Schnaps.
Der Gewindebohrer wurde wie (immer) mit der Maschine geschnitten.
 Der Multiwatt hat dann auch noch ein 4 mm Loch bekommen.
(Leider hatte wir keinen Gewindeformer  M3 )

AN ALLE DANKE

Autor: Franke Michael (appletree)
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Jehaaaaa Baby.
Was ne Geburt.
Meine Glückwunsch.
Michael

Autor: Chris (Gast)
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>Dann mit einen Hammer und einen
>Stiftdorn den Rest vorsichtig ausgetrieben. Dannach auf 3,2 aufgebohrt
>und M4 Gewinde geschnitten.

Das eine Zerstörung des Gewindes erlaubt ist, hättest du zu Beginn ruhig 
erwähnen können. Dass die Methode in weichem Kupfer bei solch zierlichen 
Gewinden funktionieren würde war doch klar ...

Autor: Gast? (Gast)
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Du sollst das Ding auch garnicht irgendwo hinschicken, sondern dir eine 
Erodier-Apparatur selber bauen!

Links:
http://home.arcor.de/hadwin/edm.html
http://home.earthlink.net/~a_wake/
http://home.earthlink.net/~a_wake/EDMController.pdf

Autor: Karl (Gast)
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Weil das ja auch an einem Tag klappt... ;)

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Du (jetzt nicht mehr) armer Wicht.

 schrieb:
> !!!!!!!!Der Bohrer ist raus!!!!!!!!!!!!!!
>

Herzlichen Glückwunsch!

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de


Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

Autor: siegmar (Gast)
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Schade......schon draußen...
Ich hätte ihn mit ner kräftigen Laserdiode ausgebrannt !
Quatsch ist nur ein Spaß.
Spaß bei Seite.
Hab mal stundenlang einen abgebrochenen Gewindebohrer mit einem  etwa 
3mm dicken diamantbeschichteten Kugelfräser rausgeschliffen.( war ein 
Sackloch)
Hat ein paar Stunden und einige Fräser gekostet !
Hat geklappt, aber Sch..arbeit!
Ich hatte ihn aber nicht abgebrochen, kam nur dazu und half.

Ich fand Eure Beiträge toll und lehrreich !!!
Und das in einem Elektronik bzw. Mikrocontroller Forum !

Wünsche allen noch einen schönen Abend und weiß jetzt was ich alles 
machen kann, wenn mir mal wieder ein Gewindebohrer abbrechen sollte.
Gruß
Siegmar

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