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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Diplomstudiengänge werden vereinzelt fortgeführt

Autor: Michael Lenz (hochbett)
Datum: 06.02.2010 03:26

In Sachsen wird es in einigen Fächern weiterhin Diplomstudiengänge
geben:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1098682/
Autor: Mark Brandis (markbrandis)
Datum: 06.02.2010 03:42

Wir befinden uns im Jahr 2010 n. Chr. Ganz Deutschland ist von den
Bachelor/Mastern besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen
Sachsen bevölkertes Territorium hört nicht auf, den Bologna-Prozesslern
Widerstand zu leisten. Die fröhlichen und rauflustigen Sachsen fürchten
sich eigentlich nur vor einem - richtiges Hochdeutsch zu sprechen.

(frei nach René Goscinny)
Autor: Michael Lenz (hochbett)
Datum: 06.02.2010 04:04

> Wir befinden uns im Jahr 2010 n. Chr. Ganz Deutschland ist von den
> Bachelor/Mastern besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen
> Sachsen bevölkertes Territorium hört nicht auf, den Bologna-Prozesslern
> Widerstand zu leisten. Die fröhlichen und rauflustigen Sachsen fürchten
> sich eigentlich nur vor einem - richtiges Hochdeutsch zu sprechen.
>
> (frei nach René Goscinny)

Hallo Mark,
so ist es sicherlich nicht. In Ostdeutschland kommen zurzeit die
geburtenschwachen Jahrgänge an die Universitäten.

Gruß,
  Michael
Autor: Gastino G. (gastino)
Datum: 06.02.2010 11:43

Michael Lenz schrieb:
> In Sachsen wird es in einigen Fächern weiterhin Diplomstudiengänge
> geben:
> http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1098682/

Ja, warum auch nicht? Selbst mit der Einführung dieser unsäglichen
Bologna-Umstellung ist das weiter erlaubt. Man muss nur halbwegs
intelligente Politiker in der Landesregierung haben, die solche
Vereinbarungen nicht zu 208% übererfüllen, sondern den Rahmen bei ihrer
Gesetzgebung entsprechend der Vereinbarungen auch breit zulassen.
Autor: Delete Me (skywalker)
Datum: 06.02.2010 11:56

> "Es gibt eine Identität in Sachsen: Wir sind ein Land der Ingenieure.
> Das wird sehr breit getragen. Und der Ingenieur wird gegenwärtig sehr
> stark einfach mit dem 'Diplom-Ingenieur' identifiziert."
Nur schade, dass das der Gesetzgeber nicht so sieht, sonst hätte er das
Sächsische Ingenieursgesetz mal auf aktuellen Stand gebracht. Aber was
soll man von der Politik auch erwarten.
Autor: Gastino G. (gastino)
Datum: 06.02.2010 12:04

Martin F. schrieb:
> Nur schade, dass das der Gesetzgeber nicht so sieht, sonst hätte er das
> Sächsische Ingenieursgesetz mal auf aktuellen Stand gebracht.

Inwiefern?
Autor: Delete Me (skywalker)
Datum: 06.02.2010 14:29

Gastino G. schrieb:
> Martin F. schrieb:
>> Nur schade, dass das der Gesetzgeber nicht so sieht, sonst hätte er das
>> Sächsische Ingenieursgesetz mal auf aktuellen Stand gebracht.
>
> Inwiefern?

Man hätte just und einfach auf die Besonderheiten von Bachelor und
Master eingehen müssen. Gesetzeslage ist momentan für Bachelor- und
Masterabschlüsse unklar, wie auf der sächsischen Prorektorenkonferenz
letztes Jahr festgestellt wurde. Konsequenz ist, dass viele Hochschulen
das Wort "Ingenieur" in den Bachelor- und Masterzeugnissen scheuen. Die,
welche das nicht scheuen, bewegen sich auf rechtlich dünnem Eis, was
fatale Konsequenzen haben kann, falls das mal eindeutig gesetzlich
gegenteilig geregelt wird (es ist noch nicht absehbar was kommt). Man
kann ja nun herrlich darüber streiten (und um ihre Existenz bangende
Dipl.-Ing.'s tun dies auch regelmäßig) ob sich auch ein Bachelor mit 6
Semestern Ingenieur nennen darf oder nicht. Aber in Sachsen gehts darum,
dass selbst beim Masterabschluss rechtlich nicht eindeutig ist, dass der
sich Ingenieur nennen darf. Ich finde das unter aller Sau, dass es bis
heute hier keine klaren Regelungen gibt.

(Ich werd mir jetzt nicht die Mühe machen Gesetzestexte zu ergooglen und
mit juristischen Laien Wortinterpretationen vornehmen. Diesen
Kenntnisstand habe ich durch ein intensives Gespräch mit unserem
Prorektor vor einigen Monaten erlangt. Man nehme das so zur Kenntnis
oder auch nicht.)
Autor: Ein Hannes (Gast)
Datum: 06.02.2010 17:17

Martin F. schrieb
> [eine Scheißhausparole]

Denn es gibt im entsprechenden Ingenieurgesetz keine Festlegung auf
Diplomstudiengänge:

> § 1 Berufsbezeichnung "Ingenieur"
>
> (1) Die Berufsbezeichnung "Ingenieur", allein oder in einer
> Wortverbindung darf führen,
>
>   1. wer
>         a. das Studium einer technischen oder naturwissenschaftlichen
>            Fachrichtung an einer deutschen universitären Hochschule, an
>            einer deutschen Fachhochschule oder an einer deutschen
>            Berufsakademie im tertiären Sektor oder
>            ...
>         d. ... mit Erfolg abgeschlossen hat.

Zusätzlich gibt es haufenweise weitere Berechtigte.
Autor: Gastino G. (gastino)
Datum: 06.02.2010 19:50

Martin F. schrieb:
> Ich werd mir jetzt nicht die Mühe machen Gesetzestexte zu ergooglen und
> mit juristischen Laien Wortinterpretationen vornehmen.

Wäre aber wohl besser gewesen...
Autor: Malte (Gast)
Datum: 07.02.2010 23:03

Moin,
auch in Bremen wird noch der alte Dipl.Ing in Etechnik angeboten. Es
gibt also noch ausnahmen :-)

Gruß
Malte
Autor: Paul (Gast)
Datum: 08.02.2010 14:26

>Nur schade, dass das der Gesetzgeber nicht so sieht, sonst hätte er das
>Sächsische Ingenieursgesetz mal auf aktuellen Stand gebracht. Aber was
>soll man von der Politik auch erwarten.

Die Möglichkeit, weiterhin den alten Dipl.-Ing. bzw. Dipl.-Ing. (FH)
anzubieten, hatten alle Länder. Außer Sachsen sind aber alle übrigen
Länder wie die Lemminge den Kultusheinis hinterhergerannt. Interessant
finde ich v. a. die Lösung in Chemnitz. Dort bietet die TU den Bachelor
und Master an, die Hochschule Zwickau - weiterhin den Dipl.-Ing. (FH).
Die FH hat sich damit einen Wettbewerbsvorteil geschaffen. Die Studenten
haben eine Möglichkeit den ungeliebten Bachelor zu umgehen, können aber
im Anschluß an der TU den Master draufsetzen. Ich finde, eine clevere
Kombination von FH und Uni.

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