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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Produktion in Asien - Erfahrungen? - Wie vorgehen?


Autor: Hans (Gast)
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Hallo Leute,

ich habe eine kleine Elektronik entworfen. Einen Prototypen habe ich 
gebaut. Ich habe jede Menge anfragen und daher habe ich mir überlegt, ob 
ich das Teil nicht evtl. in Serie produzieren soll. (Will es evtl. als 
Werbegeschenk vertreiben)

Jetzt ist die Frage, wie kann man sowas in Masse produzieren. Hat jemand 
hier im Forum schon mal etwas ähnliches gemacht und bereits Erfahrung 
mit Firmen in Asien, die das ganze (inkl. Gehäuse) produzieren. 
Irgendwelche Empfehlungen, Links zu Firmen die sich um alles kümmern 
CE-Zerifizierung etc.

Danke für Eure Tips.

Viele Grüße

Hans

Autor: Gast 57 (Gast)
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Produktion in Asien????????????????? NEIN!

Wenn das Teil komplett SMD ist, lohnt das kaum noch,
Sofern die Losgrößen stimmen, ist es egal wo der
(Bestückungs/Spritz-)automat steht.

EMV-Prüfung etc. würde ich nur hier machen (lassen)
bei einem zertifizierten Betrieb in der Nähe.

Ich würde zwar auch nicht gerade zum erst besten Bestücker
in meiner Umgebung gehen, Anfragen bei mehreren loht immer.

Schon unverhandelte! Angebote können, wie ich aus jüngster
Zeit weiß, um 25% und mehr auseinanderliegen.

Bedenke ein Trip nach Asien kann schon teuerer sein sein als
der Preisvorteil gegenüber einer Fertigung in good old Germany.
(von den Arbeitsplätzen ganz zu schweigen)

Wird noch Handarbeit nötig kann es ggf. noch etwas billiger
sein, dann hast Du aber die Gefahr "China-Schrott" zu erhalten.
Ob der Ärger dann die Ersparnis wert ist?????
(Habe da so meine Erfahrungen)

Autor: LordZiu (Gast)
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Erfahrung noch nicht. Aber ich denke dass dir die Botschaft oder andere 
Vertretungen deines Ziellandes sicher weiterhelfen können.

Autor: Omega G. (omega) Benutzerseite
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Bisher habe ich nur Platinen in Asien fertigen lassen, allerdings kann 
ich da nur Positives berichten. Schnelle Fertigung, super Support, 
schnelle Antworten auf Emails, gutes Englisch (!), perfekte Qualität.

Einziger Nachteil: Die Überweisungskosten und Zollkosten.

Autor: oszi40 (Gast)
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Schau erst mal was die nötigen Dienstreisen + Zoll kosten.
Dann überleg ob es noch rentabel ist.

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Ja, hab mal meine Projekte in China betreut und die Migration dorthin.
1. Lohnt erst ab richtigen Stückzahlen, also satt 5-Stellig bei 
aufwändigen Sachen.
2. Qualität kostet ebenfalls
3. Mentalität ist anders. Um einen Auftrag zu bekommen macht der Chinese 
fast alles. Hat sich alles Eingeschwungen dann werden dir die 
Daumenschrauben angelegt. Hier: Verbilligung während der Laufzeit.
4. Kommunikation. Kaum etwas läuft so wie du es dir vorstellst
5. Zertifizierung etc.: Vergiß es. Das mußt du machen, nicht dein 
Auftragsfertiger. Wenn was ist kannst du dich nicht hinter dem 'Chinese 
Engeneering' Bapperl aus Wuhan verstecken.

Fazit: Such dir einen guten Bestücker in deiner Nähe und verhandle hart. 
Das hat eher Aussicht auf Erfolg.

Autor: MaWin (Gast)
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> Jetzt ist die Frage, wie kann man sowas in Masse produzieren.

Was heisst Massen ?

1 Mio Stück ?

Das kann in China lohnen. Aber darunter? Nein, nicht mal ein
Flug ist damit bezahlbar.

Unter 1000 Stück ?
Vergiss es, da lohnt nicht mal die Erlangung der CE/WEEE/VerpackVO
Grundlagen in Deutschland.

Ab 1000 Stück wird langsam die kundenspezifische Anfertigung
eines Kunstoffgehäuses sinnvoll.

Autor: Hans (Gast)
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Bei der Menge sollte es sich so um 25.000 und 50.000 Stück am Anfang 
handeln. Wenn das ganze gut läuft dann soll es natürlich in die höhe 
gehen.

Die Funktion ist recht einfach, daher ist die Platine auch nicht so das 
Problem. Auf das Gehäuse kommt es nun an.

Und natürlich muss das ganze auch noch zusammgebaut werden.

Der komplette Stk. (Elektronik+Gehäuse) Preis sollte im Einkauf nicht 
größer als 1,50 Euro sein - sonst kann man das ganze vergessen.

Danke für Eure Infos - Deutschland wäre mir natürlich lieber aber ist 
das bezahlbar?

Autor: Basti (Gast)
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Ich kenn das aus Asien auch anders. Da habe ich einmal ein 1 Layer board 
(MIT SCHRIFT) spiegelverkehrt bekommen.  Sehr geil.

Autor: gnom (Gast)
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> (MIT SCHRIFT)

Tja die haben da nunmal nur Chinesische Schriftzeichen :-P

Autor: Guido Körber (Gast)
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Grundsätzlich ist Produktion in Deutschland machbar und auch preiswert 
zu haben. Es ist halt eine Frage wie viel Automatisierung man in die 
Produktion bekommt. Gut machen sich immer Dinge, die nur SMD enthalten 
und das auch nur auf einer Seite der Platine. Das können die Asiaten 
auch nicht billiger, weil die Kosten für die Maschinen dann wichtiger 
sind als die Arbeitszeit.

Die großen Vorteile von Deutschland sind die kürzeren Wege, keine 
Kommunikationsprobleme und besseres Qualitätsverständnis. Wenn man nicht 
neben dem Chinesen steht und aufpasst was der macht, haut der auch mal 
andere Widerstände oder Kondensatoren auf die Platine weil die halt 
gerade rumlagen und rein mechanisch passten. Selber mehrfach erlebt...

Autor: Hauptschul-Ing. (Gast)
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Ich habe verschiedene Kontakte vom Bestuecken ueber Gehaeuseentwicklung 
bis hin zum Zusammensetzen und Verpacken. Vieles laeuft nur ueber 
persoenliche Schienen.

Was die Produktion in DE angeht muss ich da leider etwas widersprechen. 
Wenn es sich nur um Bestueckung handelt ok, aber wehe jemand muss da mal 
Hand anlegen. Auch die Entwicklungsleistungen sind selbst fuer Firlefanz 
nicht zu bezahlen, erst recht nicht fuer 1.50 Euro Produkte.

Ein paar Hinweise:

1. Entweder weisst du ganz genau was du haben willst, dann musst du auch 
alles super genau spezifizieren. Oder du weisst es nicht genau dann 
musst du Freiraeume geben und auch (sehr) kompromissbereit sein.

2. Niemals die gesamte Entwicklungsleistung auf einmal bezahlen sondern 
nach Arbeitspacketen. Das erhoeht auch den Verhandlungsspielraum enorm 
(siehe 3). Eine gewisse Selbstueberschaetzung der Asiaten ist immer 
vorhanden (Faehigkeiten, Termine, Spezifikationen).

3. Alle Kosten die dir genannt werden muessen immer in Frage gestellt 
werden: a) Entweder grundsaetzlich zu hoch oder b) die Grundlage fuer 
die Kosten ist eine andere als die Grundlage fuer die Anfrage. Worst 
Case a) + b)

4. Du solltest keine Investoren im Nacken sitzen haben. Terminplaene 
werden NIE gehalten.

5. Am idealsten ist es wenn deine Geschaeftspartner nicht verstehen fuer 
was genau das Produkt verwendet werden soll, sonst hast du Version 2 
bereits vom Konkurenten auf dem Markt bevor dein eigenes Teil im Lande 
ist.

Hoffe das hilft dir etwas weiter. Ich koennte auch mal eine 
Kostenschaetzung machen lassen bzw. bei meinen Kontakten nachfragen ob 
die Interesse an der Produktion haben.

Autor: SüßSauer (Gast)
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Hans schrieb:
> Danke für Eure Infos - Deutschland wäre mir natürlich lieber aber ist
>
> das bezahlbar?

Bei den genannten Stückzahlen ist eine Produktion in D durchaus 
Konkurrenzfähig - hängt natürlich von den Details ab, ohne genauere 
Informationen über dein Projekt ist es nicht möglich eine definitve 
Aussage zu treffen. Einen Versuch bei verschiedenen Anbietern 
nachzufragen ist es aber allemal Wert. Dies gilt auch für das Gehäuse, 
frag einfach mal rum, du wirst überrascht sein wie günstig die Dinger 
auch in D hergestellt werden können (die höheren Werkzeugkosten 
relativieren sich bei deinen Stückzahlen).

Ich lass viel in China produzieren (PCB, Bestückung und Gehäuse), 
allerdings über einen Mittelsmann in den USA. Jegliche Kommunikation 
geschieht über ihn, auch Bauteilbesorgung, Muster, etc. Funktioniert 
einwandfrei. Wie schon von anderen gesagt, ist es ohne persönlichen 
Kontakt sehr, sehr schwierig.


Schau mal hier vorbei: http://www.goldphoenixpcb.biz/hvloum.php
Die haben Preisbeispiele für Platinenherstellung und Bestückung. Guter 
Anhaltspunkt. Nicht vergessen: Oben drauf kommen noch Versand (evtl. hin 
und zurück), Steuern und Zoll.

Autor: Michelle Konzack (Firma: electronica@tdnet) (michellekonzack) Benutzerseite
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Hans schrieb:
> Bei der Menge sollte es sich so um 25.000 und 50.000 Stück am Anfang
> handeln. Wenn das ganze gut läuft dann soll es natürlich in die höhe
> gehen.

Also der Untershied zwischen 25 und 50 ist schon gewaltig.

> Die Funktion ist recht einfach, daher ist die Platine auch nicht so das
> Problem. Auf das Gehäuse kommt es nun an.

Gehäuse habe ich bei BOPLA herstellen lassen.  Wenn ich das mal 
hochrechne dürfte ein Gehäuse, in der ein 4" Touchsrcreen TFT mit 5Ah 
Lipols und ein LPC2478 reinpaßt als gut LxBxH 150x80x20mm so um die 6 
Euro bei 10.000 Stück kosten.

Denn das kunststoff pressen ist nicht teuer, sondern das erstellen der 4 
Formen (für Oberteil und Unterteil benötigst Du ja jewils zwei).  Das 
sind so um die 8.000 bis 20.000 drin.

> Und natürlich muss das ganze auch noch zusammgebaut werden.

Warum nach China gehen, wenn es bei der Kommunalen Arbeitsförderung auch 
1€ Arbeits-Sklaven gibt?

Das hatte ein Bekannte gemacht...  Serienfertigung von irgendwas und hat 
30 von diesen 1€ Arbeitsslaven erworben, in 24 Stunden angelernt und an 
das Fließband gesetzt...

Glaub ja nicht, das da DEUTSCHE am Arbeiten waren...  Alles Ost-Europäer 
die glücklich waren überhaupt was zu arbeit zu haben.

> Der komplette Stk. (Elektronik+Gehäuse) Preis sollte im Einkauf nicht
> größer als 1,50 Euro sein - sonst kann man das ganze vergessen.

USB-Stink-Größe?

> Danke für Eure Infos - Deutschland wäre mir natürlich lieber aber ist
> das bezahlbar?

Unter Umständen ja...

Grüße
Michelle

Autor: Frank B. (frankman)
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Hallo zusammen,
ich lese gerade mit....

Hättet ihr nicht ein paar konkrete Adressen für PCBA´s, die einigermaßen 
was drauf haben?

Ich würde an dieser Stelle auch noch einen Bestücker, egal ob DE oder 
Asien suchen, der preislich o.K. ist.

Autor: SüßSauer (Gast)
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Michelle Konzack schrieb:
> Denn das kunststoff pressen ist nicht teuer, sondern das erstellen der 4
>
> Formen (für Oberteil und Unterteil benötigst Du ja jewils zwei).  Das
>
> sind so um die 8.000 bis 20.000 drin.

Hängt ganz stark von der  Größe und den Anforderungen an die Form 
(Stückzahl) ab. Geht auch für <5000€ in D oder für USD1500-3000 in 
China.
Die eigentlichen Kosten pro Gehäuse liegen im Cent Bereich.

Autor: GKCS (Gast)
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Hallo Hans,

vielleicht kann ich Dir helfen. Ich lebe seit vielen Jahren in Guangzhou 
und betreue hier vor Ort für namhafte europäische Kunden 
Spezial-Projekte.

Kontakt unter gkcsATchina-bizz.com

G.

Autor: Guido Körber (Gast)
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Als preiswerten und zuverlässigen Bestücker in Deutschland kann ich den 
hier empfehlen:
http://www.hotfrog.de/Firmen/Peter-Reschke-EXPRESS...

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