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Forum: HF, Funk und Felder HF-Relais, Schaltungsrealisierung


Autor: Manuel (Gast)
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Hallo,

Ich habe einen Network Anaylizer mit dem ich im Bereich zwischen 50 und 
300 MHz arbeite.
Nun möchte ich mir eine Art automatischen Messplatz aufbauen, mit dem es 
möglich sein soll, die Ports auf verschiedene Probes und HF-Sonden zu 
schalten.
Es geht also konkret darum den Port1 (S11) automatisch auf je einen von 
5 Messabgriffen zu schalten, und Port2 (S21) auf einen von je 8 
abgriffen zu schalten.
Bisher habe ich immer an die 12 Koaxkabel auf meinem Tisch liegen 
gehabt, und das jeweils zu messende signal an den Port des Analyzers 
angeschlossen.

Das soll sich nun ändern, was ich am Ende gerne hätte - einen Messaufbau 
mit dem man per Tastendruck wählen kann welches Signal am Messgerät 
gerade anliegt.
Ich kenne mich leider noch nicht so gut mit Microstrip-Leitungen und 
HF-Relais aus, doch bin gerade dabei mich ein wenig einzulesen.
Ich habe vor, den Port2 mit 8 HF-Relais zu verbinden und die anderen 
Kontaktanschlüsse des Relais mit dem jeweiligen Messignal.

Nun zum Problem:
Es soll immer nur eines von den 8 Relais geschlossen sein, deshalb habe 
ich ein wenig befürchtung, das sich die anderen 7 Relais, bzw. die 
Leiterbahnen bis dahin irgend eine Störung einfangen.
Die Messungen die ich mit S21 mache gehen teilweise bis ins rauschen auf 
-100dB. Es ist also nicht viel Störung nötig um mein Messignal zu 
beeinflussen.

Hat vielleicht schon irgendjemand erfahrungen mit soetwas sammeln 
können, und ein paar Tipps für mich auf Lager?
Über empfehlungen für HF-Relais wäre ich auch dankbar.

Autor: Jochen Fe. (jamesy)
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Um die Sache reproduzierbar und "sinnvoll" zu machen, empfehle ich 
Koaxrelais mit einem Ein/Ausgang und 6 schaltbaren "anderen Enden", 
vielleicht gibt es die auch mit 8 beim E-3-2-1. Damit ist die 
Leitungslänge immer definiert un ddie Isolation gewährleistet. Sind 
nicht sooooo teuer....
Haben meist SMA-female Verbinder dran.

Autor: Manuel (Gast)
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Ja, das klingt gut und wäre mir auch am liebsten.
Das darf dann gerne auch ein wenig kosten, doch leider konnte ich 
soetwas bisher nicht finden.
Was ich bisher gefunden habe hat maximal 1 Eingang und 2 Ausgänge.
Ich werde nochmal ein wenig Suchen, denn das erscheint mir wirklich am 
sinnvollsten.
Falls du schonmal irgendwo so etwas gesehen hast wäre es schön wenn du 
mir einen Tipp geben könntest.

MfG
Manuel

Autor: Wolfgang M. (womai)
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Solche Relays - bis 1:12-Fanout - gibt es von etlichen Anbietern. Suche 
mal z.B. bei Narda oder Dowkey. Ich habe eher Erfahrung mit deren 
Top-Modellen (fuer > 10 GHz), die kosten ganz ordentlich (ca. $2000 fuer 
ein solches 1:12-Modell), aber die haben sicher auch preiswertere 
Modelle. Coto oder Teledyne waeren weitere Moeglichkeiten. Kannst ja 
auch mal bei Ebay nach gebrauchten Stuecken suchen.

Fuer die Suche hilfreich sind die englischen Fachbezeichnungen:

Anzahl der parallelen Verbindungen = poles
Anzahl der moeglichen Stellungen = throws

also z.B.

ein Eingang auf 2 Ausgaenge = single pole double throw, abgekuerzt SPDT

2 Eingaenge auf jeweils 2 Ausgaenge = double pole double throw (DPDT)

Was Du suchst, ist ein Eingang auf 8 Ausgaenge, also single pole 8-throw 
(SP8T) oder 12 Ausgaenge (SP12T).


Gruss,

Wolfgang

Autor: Manuel (Gast)
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Hallo,
und vielen Dank für den Tipp mit der Fachbezeichnung. Ich habe schon 
einiges gefunden.
Da du vermutlich öffter mit solchen Relais gearbeitet hast möchte ich 
dich fragen, ob du es für möglich hälst eine HF-Messung durch solche 
Relais zu machen.
Es steht zwar in den Datenblättern von so ziemlich jedem HF-relais, das 
es für Messgeräte verwendet wird, aber irgendwie hab ich da noch 
befürchtungen.

Ich messe z.b. das Minimum, das zwischen einem Frequenzsplit entsteht, 
und das geht wirklich bis ins absolute rauschen.
Das minimale Rauschen stell ich dann auf eine Frequenz +-100kHz ein, und 
ich habe schon oft gemerkt, das da minimale Einfluss die Frequenz 
verschiebt.

Würdest du sagen, ein solches Relais kann unter 300MHz annähernd wie ein 
durchgängiges Kabel angesehen werden?

MfG
Manuel Weikert

Autor: Matthias (Gast)
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Telemeter hat Koaxialschalter und Halbleiterschalter. Der Aufwand Deines 
Vorhabens liegt eher in der Kalibrierung...

Autor: Wolfgang M. (womai)
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Fuer ein gutes HF-Relay sind 300 MHz noch Gleichstrom :-) Ich verwende 
solche Relays in meinen Hochfrequenzaufbauten im Labor bis ca. 20 GHz 
Bandbreite, und es gibt Modelle, die noch deutlich weiter raufgehen. 
Nachdem so ein Relay keine aktiven Teile (z.B. Verstaerker) im 
HF-Signalpfad hat und auch nur verschwindend geringen Widerstand, traegt 
es auch zum Rauschen nichts bei.

Wolfgang

Autor: Manuel (Gast)
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Vielen dank, ihr habt mir sehr geholfen.
Ich habe derzeit ein Relay von DowKey-Microwave im Auge.
Eine Frage hätte ich noch, die sich für mich nicht ganz klar aus dem 
Datenblatt herauslesen lässt.
Bei solchen Relays wird ja zumindest die Seele des Kabels geschalten, 
das ist mir klar.
Aber wird denn auch der Koax-Schirm geschalten, oder liegen die alle auf 
einem gemeinsamen Potential?

MfG
Manuel Weikert

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Ich verwend noch gerne DIL Reed Relais bis etwas ueber 100MHz. Bei 
300MHz muesste man mal ein paar Messungen machen. Es gibt auch solche 
Typen mit einem Schirm um das Roehrchen, und die gehen sicher noch 
einiges drueber.

Autor: Jochen Fe. (jamesy)
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Für einen Netzwerkanalysator nicht brauchbar. Da will man eine saubere 
Schalterei mit 50 Ohm Nennwiderstand, definiert und absolut gut 
reproduzierbar.
Um die Frage zu beantworten: Die Mehrfach-Koaxrelais haben ein solides 
Metallgehäuse, und natürlich hängen alle Massen des Koaxsteckers da 
dran, nur der Innenleiter wird geschaltet.
Achtung: Es gibt noch eine Falle dabei! Es gibt 2 Typen, eine 50 
Ohm-Leitung zu schalten, einmal terminiert (abgeschlossen it 50 Ohm, 
wenn nicht geschaltet) oder reflektierend (eben offen, keine 50 Ohm da 
wenn nicht geschaltet).
Diese Relais sollte man gebraucht kaufen, neu sind die so richtig teuer 
- aber halt auch gut ;-))))

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