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Forum: Offtopic Hexennacht am 30. April


Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Wer kennt, bzw. wo gibt es sowas wie die Hexennacht?

Das ist die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Also genau jetzt. 
Westliches Rheinland-Pfalz.

Über den Ursprung, müßte ich mal in Wikipedia suchen. Oder weiß jemand 
was konkretes?

Ich hab das Auto schon mal 1 km raus an den Ortsrand gefahren, in ein 
Industriegebiet, da sich dort keine Jugendlichen verirren. Das ging die 
letzten 3 Jahre gut. Die ziehen nämlich heute abend scharenweise durch 
die Straßen, mit Klopapierrollen, Schuhcreme, Zahnpasta und Rasierschaum 
ausgerüstet, um alles zu verschmieren, was nicht niet- und nagelfest 
ist.

Die Haussprechanlage ist schon getroffen. Der nicht gut 
durchgeschüttelte Rasierschaum ist in einer relativ flüssigen Phase in 
den Lautsprecher gelaufen. Vor 3 Jahren, hatten sie Zahnpasta in 
Schlangenlinien auf mein Auto geschmiert. Das ging nie wieder ab, da am 
Tag danach die Sonne gut brannte.

Aus Erzählungen meiner Eltern, wurden früher in dieser Nacht solche 
Streiche gespielt, wie z.B. den Heuwagen des Bauern auf dessen Hausdach 
gestellt. Und selbst das, ist kein billiger Scherz mehr...

Wo gibt es ähnliches sonst noch?

Autor: Matthias S. (da_user)
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Bei uns,..

Allerdings ist das z.B. in Dorf meiner Freundin relativ harmlos. Da wird 
halt alles was nicht niet und nagelfest ist (Bänke, Blumenkästen,..) an 
nen bestimmten Sammelplatz (z.b. Maibaum, Kapelle vor'm Ort) getragen.

Autor: El Jefe (bastihh)
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wie wäre es mit, auf die Lauer legen, und den Leuten selbst mal ne 
Klobürste(selbstverständlich die gute gebrauchte aus den eigenen 4 
Wänden) oder Zahncremetube ins Gesicht schmieren?

Sowas ist m.E.n vandalismus und keineswegs ein Kavaliersdelik.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Valpurgisnacht heiß die Veranstaltung. Hier wird alles mögliche mit 
Klopapier eingewickelt. Die scheinen das lustig zu finden...

Autor: Thilo M. (Gast)
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Bei uns ist die Klopapier-Zahnpasta- usw-Aktion auch 'üblich'.
Das geht so weit, dass die Jugendlichen das als 'normal' und 'erlaubt' 
empfinden. Das Eigentum Anderer schert sie dabei einen Dreck. Die haben 
gestern abend auf dem hell erleuchteten Parplatz entlang der 
Hauptstraße, unter den Augen der Anwohner und Passanten, Autos mit 
Klopapier eingewickelt und sich dabei fotografiert.
Den Pavillon im Park haben die 'feiernden' älteren Genossen bis ca. 
03:00 laut gröhlend zerlegt (krachendes Holz war lange zu hören, mit 
Rollern wurde besoffen durch den Park geheizt). Die Gemeinde jammert 
immer, wie teuer das Reparieren immer wieder ist. Mein Vorschlag, einen 
Wachdienst in dieser Nacht patroullieren zu lassen, fanden sie zu teuer. 
- OK - dann kümmere ich mich auch icht weiter drum. ;-)

Autor: Gerry E. (micky01)
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Guten Morgen allerseits.

Bei uns hier im Saarland gibt es die Hexennacht auch noch.
Mittlerweile ist die aber zu einem Vergnügen der Kurzen verkommen. In 
der Zeit um 1970 war hier deutlich mehr los als nur Zahnpasta- und 
Klopapierverzierungen. Ausgehängte Tore und Türen, Hollywoodschaukel und 
der vollgeladene Mistwagen auf dem Dach, alles noch erlebt. Irgendwie 
erinnert das an die Stories von Ludwig Thoma.

Naja, zu jenen Zeiten gab es ja auch noch keine Mobilgurken, und nur 
zwei Fernsehprogramme, die spätestens um Mitternacht abschalteten. Und 
schon garkeine PCs incl. Internet, mit denen "Mann" sich rund um die Uhr 
vergnügen kann :-)

Autor: Vlad Tepesch (vlad_tepesch)
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In der Gegend wo ich her komme (Oberlausitz), gibts einen Brauch 
"Hexenfeuer".

Es wird in den Wochen vorher jede Menge Holz auf geeigneten Plätzen 
angeschleppt und zu einem großen Haufen aufgeürmt. Oben drauf wird dann 
eine Hexenpuppe gesetzt und am Abend dann angezündet.
Halt einfach ein nettes großes Besäufnis.

Die Tage vor dem Hexenfeuer wird dann versucht, die Haufen andererDörfer 
schon im voraus abzubrennen, wesegen es die sogenannte Feuerwache gibt, 
die das verhindern soll.

Autor: David ... (volatile)
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Alter, ich dreh am Rad. Seit mehr als 12 Stunden kommen aus der Wohnung 
unter mir wummernde Baesse. Um 4 konnte ich gestern schlafen, und das wo 
ich frueh ins Bett wollte weil ich krank bin, und jetzt um 10 bin ich 
schon wieder wach.
Ich bin auch daemlich dass ich denen keine Cops geschickt habe -.-

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Vlad Tepesch schrieb:
> Die Tage vor dem Hexenfeuer wird dann versucht, die Haufen andererDörfer
> schon im voraus abzubrennen, wesegen es die sogenannte Feuerwache gibt,
> die das verhindern soll.

In Südbaden zelebriert man die selben Festivitäten mit dem 
Fastnachtsfeuer schon deutlich früher im Jahr.

Finde ich besser, weil die keine "Hexen" ver-, sonden dem Winter 
einheizen.

Autor: El Jefe (bastihh)
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Uhu Uhuhu schrieb:

> Finde ich besser, weil die keine "Hexen" ver-, sonden dem Winter
> einheizen.

Wäre dafür nicht eigentlich das klassische Osterfeuer vorgesehen?

Autor: David ... (volatile)
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Und die Nachbarn feiern immer noch :-|

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Basti B. schrieb:
> Wäre dafür nicht eigentlich das klassische Osterfeuer vorgesehen?

Nein. Das ist die badische Fastnacht.

Das Kokeln scheint doch nicht nur auf Kinder eine große Anziehungskraft 
auszuüben und die Leute sind sehr kreativ in der Erfindung von Anlässen.

Aber letztlich verbergen sich hinter all diesen Anlässen sowieso nur 
Balzgelegenheiten und die Badenser sind als echte Südländer eben etwas 
feuriger...

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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Solange nichts im See versenkt oder sonstwie kaputt gemacht oder 
übermässig verdreckt (>5 minuten Putzaufwand) wird, fällt es bei mir 
noch unter die Kategorie "Spaßig/Nervig".
Absolut inakzeptabel sind aber Sachbeschädigungen, egal ob Privat oder 
Gemeinde und Verschmutzungen gröbster Art.

Mir wurde schon mein Auto zerkratzt und eine Beule reingetreten.
Einem Kumpel mal der Spiegel abgebrochen.
Einem Nachbarn wurden Farbbeutel an die Hauswand geschmissen.
So was geht zu weit und hat mit irgendwelchen Bräuchen aus vergangenen 
Tagen auch nichts zu tun!

Die sache mit dem Klopapier ist auch nur Lustig wenns nicht regnet bis 
mans merkt...

Diejenigen die sich an Sachbeschädigungen beteiligen, bei denen sollte 
man auch mal mit dem Baseballschläger durch die Wohnung durch, bzw auch 
mal an den Autos vergreifen. Vielleicht wachen die dann mal auf!

Hat nichts mit den Hexennächten zu tun:

Vor 2 Wochen wurden hier auf einer Jugendfarm/Abendteuerspielplatz 
einige Hühner Nachts zum "Spaß" totgeschlagen/getreten, tausende Euro 
Sachschaden verursacht. Die Karnickel hatten Glück, da sind die Irren 
nicht durch die Türe gekommen.

kann mir mal einer erklären was daran toll sein soll?

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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So, bin wieder zurück, habe das Auto gerade vom Ortsrand abgeholt. 10 
Minuten Spaziergang sind mir lieber, als 30 Minuten Spuren beseitigen, 
und auf Restspuren sitzen zu bleiben. Mein Nachbar mit dem chicen teuren 
Benz-Sportwagen, schaute vorhin auch böse aus der Wäsche. Den haben sie 
auch nicht verschont. Auf den Straßen hier sieht es müllmäßig ein wenig 
aus wie nach einem kleinen Rosenmontagszug.

Ich bin ja hier in der Nähe in einem kleinen Eifeldorf aufgewachsen. Da 
gibt es den Brauch, einen richtig schönen großen gepflegten Maibaum 
zentral im Ort aufzustellen. Gut 20m hohe Fichte o.ä., schön mit 
abgeschälter Rinde, und buntem Kranz auf der Spitze. Der soll 
normalerweise bis Ende Mai stehen bleiben. Leider sind die benachbarten 
Ortschaften immer ein klein wenig verfeindet. Es gilt also, den Maibaum 
des Nachbarortes in der Hexennacht abzusägen. Manche haben natürlich 
Nachtwachen vor Ort, mit einem Kasten Pils als Sitzhocker... Ein
abgesägter Baum, muß als Trophäe dann den ganzen Monat an dieser Stelle 
liegen bleiben. Das wird auch so akzeptiert. Das kann aber auch böse 
enden: Ein Bekannter fand sich mal in der Hexennacht auf der 
Polizeiwache wieder. Er hatte jedoch nichts beschädigt, und sie ließen 
ihn wieder laufen: In einem weiteren Ort fiel nämlich der Baum beim 
Absägen in die Energieleitung, und richtete größeren Schaden an. Die 
Polizei war sofort mit Mannschaftswagen in mehreren Orten, und kassierte 
alle Leute ein. Und diejenigen, die es wirklich waren, durften auch den 
vollen Schaden zahlen. Immerhin mehrere tausend Euro pro Mann plus den 
Einsatz. Das spricht sich per Mundpropaganda herum, und bedarf keiner 
Medien.

Basti B. schrieb:

>wie wäre es mit, auf die Lauer legen,
>und den Leuten selbst mal ne Klobürste
>(selbstverständlich die gute gebrauchte
>aus den eigenen 4 Wänden) oder Zahncremetube
>ins Gesicht schmieren?

Wenn schon, dann die Bürste aus der Firma, aus 2 Toiletten für 100 
Mitarbeiter...

Nee, dann kann man wahrscheinlich als Spielverderber aus dem Ort 
ausziehen, allen Ernstes. Die Kids werden doch von den Eltern mit dem 
Material ausgerüstet, und bekommen zu entsprechender Uhrzeit die 
Plastiktüte in die Hand gedrückt: So, Kleiner, und jetzt geh mal schön 
die Nachbarn ärgern...

Thilo M. schrieb:

>Die Gemeinde jammert immer, wie teuer
>das Reparieren immer wieder ist.

Das sind sie teilweise selbst schuld. Hier an meinem Ort, wurde vor 2-3 
Jahren die Jugendarbeit aus Kostengründen gestrichen. Exakt seit diesem 
Zeitpunkt beschweren sie sich, daß neuerdings die Telefonzelle an einem 
zentralen Ortsplatz ständig verwüstet ist. Selbst schuld. Für jeden 
Prestige-Firlefanz ist Geld da, aber nicht für die Arbeit mit 
Menschen...

Gerry E. schrieb:

>In der Zeit um 1970 war hier deutlich
>mehr los als nur Zahnpasta- und
>Klopapierverzierungen. Ausgehängte Tore
>und Türen, Hollywoodschaukel und der
>vollgeladene Mistwagen auf dem Dach,
>alles noch erlebt.

Na ja, man reagierte damals auch nicht so empfindlich wie heute. In Geld 
ausgedrückt, waren diese Schäden nicht wirklich hoch. Einen 
empfindlichen Autolack hatte man mangels Auto auch nicht. Und 
Hausanstriche, Materialien, das war damals alles einfachst.

Vlad Tepesch schrieb:

>Die Tage vor dem Hexenfeuer wird dann
>versucht, die Haufen anderer Dörfer
>schon im voraus abzubrennen, wesegen
>es die sogenannte Feuerwache gibt,
>die das verhindern soll.

Das ist ähnlich wie hier mit dem Absägen des Maibaumes. 
Winteraustreibung, dafür werden hier eine Woche nach Fastnacht auch in 
allen 4 Himmelsrichtungen um den Ort herum sehr hohe, mit Stroh 
umwickelte Holzkreuze aufgestellt. Und schließlich abgebrannt. Danach, 
gibt es bei irgendeiner Familie, die ausreichend Platz hat, noch eine 
Feier. Dafür werden vorher in der Nachbarschaft Lebensmittel (auch 
flüssige) gesammelt.

David schrieb:

>Alter, ich dreh am Rad. Seit mehr als
>12 Stunden kommen aus der Wohnung
>unter mir wummernde Baesse. Um 4 konnte
>ich gestern schlafen, ...

Keine Ahnung, wo du her kommst. In Köln und Umgebung ist die Hexennacht 
auch ganz nett. Eine Menge Lokale bieten dort "Tanz in den Mai" an. Und 
notfalls auch etwas flüssige Medizin...

Uhu Uhuhu schrieb:

>Aber letztlich verbergen sich hinter
>all diesen Anlässen sowieso nur
>Balzgelegenheiten und die Badenser sind
>als echte Südländer eben etwas
>feuriger...

Ja, das muß ja auch sein. Früher, war das mit den Balzgelegenheiten hier 
im Lande aber nicht viel anders als bei den Türken, obwohl wir da gerne 
die Nase rümpfen: Der Bauer mit den meisten Kühen, und dem größten 
Landbesitz, bekam die schönste (oder fleißigste) Tochter im Ort. Und die 
eine oder andere Magd... Versprochen ist versprochen!

@Bernd T.:

Deine Ausführungen klingen auch nur rein nach Randale. Sowas ist schade. 
Tiere unsinnig töten, pfui Teufel. Sowas geht gar nicht! Man müßte die 
Energien in sinnvolle Bahnen leiten. Die Leute für etwas begeistern. 
Geht heute alles unter. Für Jugendarbeit kein Geld mehr da. Hab ich oben 
schon beschrieben (Telefonzelle randaliert).

So ein Brauchtum finde ich persönlich ja ganz amüsant. Leider klingen 
diese jahrhunderte alten Traditionen seit dem Höhepunkt der 
Wirtschaftswunderzeiten allmählich ab, bzw. werden durch Randale und 
Schmierereien ersetzt. Das war ja auch Jugendarbeit, wenn auch anders 
als heute.

Na denn, bis nächstes Jahr!

Autor: Thilo M. (Gast)
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> So ein Brauchtum finde ich persönlich ja ganz amüsant. Leider klingen
> diese jahrhunderte alten Traditionen seit dem Höhepunkt der
> Wirtschaftswunderzeiten allmählich ab, bzw. werden durch Randale und
> Schmierereien ersetzt. Das war ja auch Jugendarbeit, wenn auch anders
> als heute.

Ein ehemaliger Lehrer von mir mit dem ich noch in Kontakt bin sagte, wir 
wären damals (1980) schlimm gewesen, aber im positiven Sinn. Die Schüler 
heute hätten keine Werte und keine Perspektiven mehr. Auch der Respekt 
vor Mitmenschen und deren Eigentum gehe gegen null. Bei dem, was ich so 
mitkriege (wohne neben einem Kinderspielplatz am Rand eines Parks) kann 
ich das sehr gut nachvollziehen. :-/
Kein Wunder dass die alten Traditionen aussterben. Heute weiß "man" 
leider nicht mehr, wo schluss ist!

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Thilo M. schrieb:
> Kein Wunder dass die alten Traditionen aussterben. Heute weiß "man"
> leider nicht mehr, wo schluss ist!

Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück. Wenn man den Jungen 
vormacht, daß der, der auf alle Regeln scheißt, den größten Erfolg hat, 
dann werden sie es ihm nachtun, denn sie wollen auch Erfolg haben.

Und wenn die Perspektiven, die junge Leute haben, so bescheiden sind, 
wie das heute der Fall ist, dann vergrößert sich die Risikobereitschaft.

Beides zusammen gibt eine höllische Mischung. Darüber zu klagen, können 
wir uns sparen. Es war abzusehen und gewollt...

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Uhu Uhuhu schrieb:

> Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es zurück. Wenn man den Jungen
> vormacht, daß der, der auf alle Regeln scheißt, den größten Erfolg hat,
> dann werden sie es ihm nachtun, denn sie wollen auch Erfolg haben.

Ich bin auch der festen Meinung, dass diese 
Volksverdummungs-Casting-Shows einen Anteil daran haben. Wer sich oft 
genug vom 'Dieter' zur Sau machen lässt, durch 8 oder 10 Shows 
durchträllert, der wird Superstar!

Sorry. Aber so funktioniert das Leben nicht. Ausser bei denen mit Beruf 
'Sohn' fällt niemandem etwas leicht in den Schoss.

> Und wenn die Perspektiven, die junge Leute haben, so bescheiden sind,
> wie das heute der Fall ist, dann vergrößert sich die Risikobereitschaft.

Da muss ich dir leider zustimmen.
In meiner Jugend war es ganz normal, dass wir uns tagsüber im Ort 
rumgetrieben haben. Auch als 6 jährige - man geht ja schliesslich schon 
zur Schule. "Wenn es dunkel wird bist du zu Hause" war die Devise. 
Natürlich haben wir auch jede Menge Unsinn angestellt, aber das 
Verständnis dafür war einfach anders. Klar gabs einen Rüffel und so 
manche Beschwerde, aber wenn man genau hinsah, dann hatte die Nachbarin, 
wenn sie sich bei Mama beschweren kam immer dann ein wissendes Lächeln 
auf den Lippen, wenn die Kleinen gerade nicht hinschauten. "Sind halt 
Kinder, ist im Grunde schon ok. Kommens dann nachher auf einen Kaffe 
rüber?"

Wenn du vom Lehrer ein gekriegt hast, dann gabs zu Hause noch eine 
drauf, denn du wirst es dir schon verdient haben (natürlich nicht fest, 
mehr symbolisch). Eltern waren grundsätzlich meistens auf der Seite des 
Lehrers. Hausaufgaben wurden zu Hause kontrolliert und wenn sie nicht 
schön geschrieben waren, dann wurden sie noch einmal geschrieben.

Wenn ein Lehrer heute jemanden nachsitzen lässt, zerren ihn die Eltern 
vor den Richter.
Wenn ein Kind eine Strafaufgabe bekommt, benötigt es anschliessend 
psychologische Betreuung und hat einen Knacks fürs Leben weg - drum 
machen wir das auch nicht mehr.
Wenn deine Kinder heute in den Wald spielen gehen, kriegst du eine 
Anzeige vom ortsansässigen Jäger.
Wenn Kinder heute Fussball spielen, werden die Rotzgören verjagt.

Irgendwas läuft da kräftig schief.

Aber: Wir wussten wo die Grenzen waren. Das mal etwas passiert kommt 
vor. Aber absichtlich, aus purer Langeweile oder weils so lustig ist, 
wird etwas, was einem anderen gehört, nicht ruiniert.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Karl heinz Buchegger schrieb:
> Wenn Kinder heute Fussball spielen, werden die Rotzgören verjagt.

Das Problem hatte ich auch vor einiger Zeit.
Es ist schon klasse, wenn du Sonntag mittag zum Kaffee im Garten sitzt 
und im viertelstundentakt kommt ein Fußball über die Mauer geflogen.
Sagst du was, wirst du auch noch angepöbelt.
Gott sei dank ist das vorbei seit der Spielplatz dort steht, wo die 
früher gebolzt haben. ;-)

Und nach den drei Bällen im Quartal, die jetzt noch 'rüberkommen, wird 
höflich gefragt und an der Tür geklingelt, nicht einfach in den Garten 
geklettert.

Man muß bei sowas schon differenzieren, das kann mächtig nerven! ;-)

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Thilo M. schrieb:

> Und nach den drei Bällen im Quartal, die jetzt noch 'rüberkommen, wird
> höflich gefragt und an der Tür geklingelt, nicht einfach in den Garten
> geklettert.

Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren

> Man muß bei sowas schon differenzieren, das kann mächtig nerven! ;-)

Schon klar.
Aber du verstehst schon, worauf ich hinaus will?
Es wär früher einfach einfacher Kind zu sein.

In der Schule wurde zwar auch gemobbt (vor allem die Dicken), aber ob 
dein Hemd von XYZ war und die Schuhe von ABCD war sowas von egal. 
Hauptsache man war beim Fussball/Handball/Schwimmen/Zeichnen/... gut. Du 
wurdest (auch) für das repektiert was du kannst und nicht dafür was dir 
deine Eltern kaufen können. Es war gar nicht notwendig 
Sachbeschädigungen zu begehen, denn irgendwas konnte jeder gut. Und wenn 
es nur laut pfeifen war.

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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> @Bernd T.:
>
> Deine Ausführungen klingen auch nur rein nach Randale. Sowas ist schade.
> Tiere unsinnig töten, pfui Teufel. Sowas geht gar nicht! Man müßte die
> Energien in sinnvolle Bahnen leiten. Die Leute für etwas begeistern.
> Geht heute alles unter. Für Jugendarbeit kein Geld mehr da. Hab ich oben
> schon beschrieben (Telefonzelle randaliert).

Nun, an dieser Stelle ist aber Geld da. Da können Jugendliche hinkommen 
und was sinnvolles machen.
Die Tiere waren ja für die Kinder und Jugendlichen da.

Da konnten die wenigstens noch lernen wo die Eier herkommen und es hat 
auch vielen Spaß gemacht mit den Eiern die man eben noch den Hühner 
geklaut hat einen Kuchen zu backen.

Mein Bruder Arbeitet dort, zur Zeit ist er damit beschäftigt den 
kleineren Kinder zu erklären warum die Hühner und Karnickel nicht mehr 
da sind.
Ist halt jetzt nur noch sein altersschwacher Hund da.

Was ich vergessen hatte zu erwähnen ist, das die da gerade am Aufbauen 
von irgendwelchen Holzhütten waren und so was wie Treibhäuser etc.
Die Scheiben für ein paar Hundert Euro die dafür gekauft wurden, haben 
die Randale auch nicht überlebt.
Beim Zusammenbauen hätten sich die Randalemacher auch abreagieren 
können.
Und im Gegensatz zum Tiereschlachten hätten sie sich überall Respekt 
(oder wie die es wahrscheinlich sagen "phätten Respekt") abholen können.

Autor: D. I. (Gast)
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Jo, das fällt dann unter "Du bist Deutschland, das ist deine Zukunft"

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