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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Plattenspielermotor läuft nicht & Schaltplan ist irgendwie seltsam


Autor: Der kleine Niels (Gast)
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Servus mal wieder,

ich hab hier von unserer Nachbarin einen lustigen Plattenspieler der 
Firma Philips. UFO heißt das Gerät falls es jemandem von euch was sagt 
und ist ein Reise-Plattenspieler. Sau Witzig das Ding.

Zum Problem:
Der Motor des guten Gerätes läuft seltenst an. Also egentlich nur wenn 
am rechtesten (auf dem Schaltplan) Transitor C-E kurzzeitig 
kurzgeschlossen wurde (da muss er ja laufen), dann springt er komischer 
weiße ein paar mal sogar an. Aber ruht das Teil mal 2 Minuten ists 
wieder vorbei, dann läuft er wieder nicht mehr.

Jetzt frage ich mich, was kann das sein und warum?
Und warum funtioniert das überhaupt???
Der TS 412 klaut doch direkt von Anfang an dem TS413 den Basisstrom! 
Warum kann der Motor also überhaupt anlaufen???


In der Anlage sind 2 Bilder, wobei das eine nur der entsprechende 
Ausschnitt des Kompletten Schaltplans ist.

Ich danke schonmal.
lg
Niels

Autor: Der kleine Niels (Gast)
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ja die Bilder....

Autor: Andreas M. (elektronenbremser)
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Ich finde in der Anlage den Transistor nicht, ich finde keinen 
Transistor, ich finde die Anlage nicht.

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Was stört dich an der Gegenkopplung?

Autor: Der kleine Niels (Gast)
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Michael X. schrieb:
> Was stört dich an der Gegenkopplung?

Was?
Kannst du (oder auch jemand andres) vielleicht mal erläutern was da so 
nach dem Spannung anlegen so passieren sollte damit der Motor Strom 
bekommt?

Autor: MaWin (Gast)
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Die Schaltung bewirkt eine Drehzahlstabilisierung.

Normalerweise bekommt der Motor volle Spannung über den AC187, bei 
ausreichend hoher Motorspannung (über 100 Ohm Poti) wird runtergeregelt 
falls der Motor nicht noch viel Strom braucht (5 Ohm).

Ich halt's für unwahrscheinlich, daß der AC187 kaputt ist, obwohl, wenn 
der Motor klemmt, könnte sogar das sein.

Zum Test kannst du ihn gegen einen NPN Silizium-Transsitr wie BD135 
ersetzen, aber damit alles wieder so wie früher ist würde ich schon den 
alten Germanium  nachrüsten, falls er sich als defekt herausstellt.

Schau also, ob der Motor frei dreht, oder schon festgerostet ist.

Ist der 1000uF Elko platt, was man beim hohen Alter als erstes annehemn 
sollte, wird vielleicht die Netzspannung nicht ausreichend gefiltert.

Geht er mit Batterie, war der Elko schuld.

Gut, daß so kranke Schaltungen nicht mehr üblich sind, aus China kommt 
so ein Müll nicht, immerhin sind die Bauteile heute auch viel billiger.

Autor: wir (Gast)
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Motor vorsichtig zerlegen reinigen und ölen.

Autor: fhsfhn (Gast)
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>Gut, daß so kranke Schaltungen nicht mehr üblich sind, aus China kommt
>so ein Müll nicht, immerhin sind die Bauteile heute auch viel billiger.

So krank finde ich das gar nicht, immerhin hat es ja viele Jahre seinen 
Zweck erfuellt.

Heute kommen nur deswegen Schaltungen mit IC's aus China, weil die IC's 
weniger kosten als damals Transistoren und IC's weniger Loetstellen 
verursachen.

Gast

Autor: MaWin (Gast)
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> So krank finde ich das gar nicht

Doch, denn sie regelt alles mögliche, aber nicht die Drehzahl, sondern 
nur indirekt und damit unzureichend.

Quartstabil mit Technics SL1200 war dann ab 1972 das (gerechtfertigte) 
Ende für solchen Murks.

Autor: bratz (Gast)
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MaWin schrieb:

> Quartstabil mit Technics SL1200 war dann ab 1972 das (gerechtfertigte)
> Ende für solchen Murks.

... du vergleichst ein DJ-Gerät für 500€ mit einem tragbaren 
Kinderplattenspieler ... nunja ...

Autor: Anja (Gast)
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Das wahrscheinlichste ist daß die Kohlen vom Motor heruntergefahren 
sind. In diesem Fall ist der Motor zu hochohmig -> die Spannung am Motor 
ist zu hoch und genau in diesem Fall stimmt auch die Aussage:

> Der TS 412 klaut doch direkt von Anfang an dem TS413 den Basisstrom!

Gruß Anja

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Der TS 412 klaut doch direkt von Anfang an dem TS413 den Basisstrom!
>Warum kann der Motor also überhaupt anlaufen???

Ganz am Anfang, wenn TS413 noch nicht durchgeschaltet ist, wird die 
Basisspannung von TS412 durch den Spannungsteiler R523, R520 und R521 
heruntergezogen, sodaß TS412 ausgeschaltet bleibt. Erst nachdem TS413 
durchgeschaltet ist, steigt das Potenial am Emitter von TS413 und TS412 
wird aufgesteuert.

Kai Klaas

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Das wahrscheinlichste ist daß die Kohlen vom Motor heruntergefahren
>sind. In diesem Fall ist der Motor zu hochohmig -> die Spannung am Motor
>ist zu hoch und genau in diesem Fall stimmt auch die Aussage:

Das habe ich am Anfang auch gedacht. Aber die anderen Bauteile müßten 
reichen, um TS412 ausgeschaltet zu lassen.
Ich denke das der Schleifer von R520 keinen richtigen Kontakt mehr hat. 
Einfach R520 austauschen.

Kai Klaas

Autor: Route_66 (Gast)
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Hallo!
Der 1000µF Elko ist falschrum gezeichnet.

Autor: oszi40 (Gast)
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>1000µF Elko ist falschrum gezeichnet
gezeichnet schon, aber gelötet hoffentlich richtig, sonst wäre er in den 
letzten 20 Jahren schon durch dicke Backen aufgefallen...

-Nach 30 Jahren könnte auch der Motor/Mechanik einfach schwergängig 
durch verharztes Öl sein. Mal spannungsfrei mit der Hand prüfen!

-Ob zufällig die Abschaltspannung des Motors die Fehlfunktion 
verursacht. Evtl. eine Schutzdiode drüber ?

Autor: Der kleine Niels (Gast)
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So, ich hab mal rumgetestet...
der Motor läuft 1A frei, nicht schwergängig nix.
Und der Elko scheint auch noch ein wenig seinen Dienst zu verrichten, 
die Spannung ist halbwegs glatt.
Komischer Weise funktioniert aber jetzt wieder alles, was weitere 
Fehlersuchen erschwert. Ich vermute jedoch, dass das Poti nicht mehr 
1000% kontakt hat, aber wie sollt ichs testen. Gar nicht.
Ich hab jetzt die Geschindigkeit des Motor mittels des Potis sauber 
eingestellt (Pi*Auge mit nem teuren Plattenspieler verglichen) und jetzt 
läufts.

Einer der beiden (jop sie hat 2, meine Nachbarin) kracht zwar, aber da 
ist vermutlich der Lautsprecher kaputt. So klingts wenigstens und da 
komm ich nicht ran. Und was zerbrechen will ich auch nicht um dann 
festzustellen, dass ich eh keinen passenden Lautsprecher habe.

Trotzdem
Dank an Alle!
Ihr seid Klasse!!!

lg
Niels

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Komischer Weise funktioniert aber jetzt wieder alles, was weitere
>Fehlersuchen erschwert. Ich vermute jedoch, dass das Poti nicht mehr
>1000% kontakt hat, aber wie sollt ichs testen. Gar nicht.
>Ich hab jetzt die Geschindigkeit des Motor mittels des Potis sauber
>eingestellt (Pi*Auge mit nem teuren Plattenspieler verglichen) und jetzt
>läufts.

Dabei hast du den Schleifer über den blinden Fleck geschoben und das 
Problem vorläufig beseitigt. Ich würde das Poti aber dennoch ersetzen.

Kai Klaas

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

MaWin schrieb:
> Die Schaltung bewirkt eine Drehzahlstabilisierung.
>
> Normalerweise bekommt der Motor volle Spannung über den AC187, bei
> ausreichend hoher Motorspannung (über 100 Ohm Poti) wird runtergeregelt
> falls der Motor nicht noch viel Strom braucht (5 Ohm).

...

> Gut, daß so kranke Schaltungen nicht mehr üblich sind, aus China kommt
> so ein Müll nicht, immerhin sind die Bauteile heute auch viel billiger.

Gut, daß diese Schaltung früher in jedem Kassettenrecorder als 
Drehzahlregelung drin war...
Sie verschwand dann später nur mit im Motor, das Loch für den 
Einstellregler hinten wurde dann ab Werk nach dem Einstellen zugeklebt. 
:-)
Später war dann ein IC drin.

Zum Problem: Motor über 5-10 Ohm an die Spannung, ob er wirklich sicher 
anläuft. Wenn ja, den 5 Ohm kontrollieren, Kollektor des ersten 
Transistors auslöten, Motor muß laufen, sonst Basiswiderstand des AC187 
und den AC187 prüfen bzw. wechseln.

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Michael_ (Gast)
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Das Poti nicht ersetzen! Ein Pfft mit einem guten Kontaktspray (TUNER 
600) reicht.

Autor: Jens G. (jensig)
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ach - paar mal hin und her drehen reicht auch, um die Schleifbahn wieder 
frei zubekommen. Das geht dann wieder die nächsten 20 Jahre ;-)

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