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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wittig(welec) DSO W20xxA Umbau Akku-Betrieb


Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Hallo,

Hier eine Bauanleitung wie man den Wittig(welec) DSO W20xxA für einen 
Akku-Betrieb umrüstet. Ist vor allem praktisch wenn man in eine 
Massegebundene Schaltung z.B. irgend eine Spule messen muss.

Es gibt zwei Arten des Umbaus:

- Externer Akku
- Interner Akku

Der Aufbau mit dem externen Akku ist leichter als der mit dem internen. 
Ich selbst habe den mit dem externen ausgewählt, denn ich benötige nicht 
so oft einen potentialfreien oder flexiblen Oszi.
Der Umbau ist relativ leicht, da das Oszi ein Zukauf-Netzteil mit 12V 
beinhaltet. Alle anderen Spannungen werden ab diesen 12V generiert. 
Somit kann das Oszi mit einem 12V Bleigelakku betrieben werden.

Die Beschreibung des externen Akku Aufbaus:

Anbei Fotos davon.

Benötigte Bauteile:
2 Schottky-Dioden, möglichst TO220 Gehäuse, ab 10A/20V, wegen 
Selbstkühlung
2 Bananen-Buchsen rt/sw
bischen Draht

Aufschrauben des Gehäuses und Löcher bohren für die Buchsen. Die Löcher 
sollten hinten und auf der Seite sein wo die Hauptplatine und nicht das 
Display ist, denn nicht dass die Buchsen in das Netzteil ragen.

Die rote Buchse sollte Plus sein, also hier die Anode der einen Diode 
anlöten, die Kathode ist Puls für das Oszi.

Die Netzteilplatine ist auf der Display-Seite angeschraubt mit 4 
Schrauben, die wegschrauben. Vom Netzteil gehen 3 rote Drähte auf die 
unterliegenden Platine, die viele Schaltregler beinnhaltet und alle 
Spannungen macht. Von diesen 3 roten Drähten habe ich 2 entfernt und 
eines zur zweiten Schottky-Diode (Anode) gelötet. Kathode geht auf die 
Platine.
Wenn jetzt ein Loch gebohrt wird um die Diode fest zu schrauben, dann 
muss man entweder eine freie Fläche erwischen oder genau die mit dem 
gleichen Potential, also aufpassen.
Minus der Bananen-Buchse geht an die Position wo die 3 schwarzen Drähte 
des Schaltnetzteils auf die Platine geht.

Ja, das wars. Zusammenschrauben, testen. Netzbetrieb sollte nach wie vor 
tun, Akku-Betrieb auch. Dank Diode bei den Bananen-Buchsen gibts einen 
Verpolungsschutz.

Die Beschreibung des internen Akku Aufbaus:

Leider ohne Bilder, hat ein Kollege mal gemacht.

Benötigte Bauteile: eine Schottky-Diode, so wie oben und Akkus für 12V 
Spannung die in das Gehäuse passen.

Die Akkus (NIMH) sind verbunden über den EIN-Schalter an die +12V/GND wo 
das Schaltnetzteil einspeist (3 sw / 3 rt Drähte).
Der EIN-Schalter schaltet somit nicht die 230V für das Schaltnetzteils 
sondern die 12V vom Akku.
Das Schaltnetzteil ist fest verbunden mit 230V und dient als Ladegerät 
der Akkus. Ist (über Schottky-Diode) verbunden mit den Akkus. Damit die 
Akkus richtig geladen werden muss die Spannung an einem Poti etwas 
hochgedreht werden (welcher weiß ich nicht, aber ihr findet das schon 
raus).
Immer wenn der Netzstecker eingesteckt ist wird geladen.

Viel Spass beim Umbau!

PS: Ich übernehme keine Haftung für Schäden jeglicher Art. Garantie wird 
dann wohl auch keine mehr drauf sein. Wenn man mit dem Akku-Netzteil an 
230V messen tut, kommt der Strom auch auf den Akku-Klemmen raus!

Autor: Michael D. (mike0815)
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Ist doch so einfach?!?

Hallo Markus,

Welche Spannungen laufen denn durch die beiden roten Drähte, die du 
entfernt hast? Man kann die einfach weg lassen???
Einen Zweck müssen die doch haben, oder?


Gruß Michael

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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alle 3 roten Drähte haben den gleichen Zweck und das gleiche Potential.
Der Stecker hat einfach 3 Drähte. Man kann auch alle 3 Drähte an die 
Diode löten, ist aber mehr gefummel, deshalb hab ich die entfernt.

Ja, der Umbau ist so einfach. Bei mir läuft das Oszi so schon seit einem 
halben Jahr, beim Kollegen 1 Jahr. (Ich hab 4CH er die 2CH Variante)

Autor: Hayo W. (blueflash)
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Hallo Markus,

die Idee eines Umbaus hatte ich ja auch schon seit unseren Anfangstagen, 
bin aber nie dazu gekommen. Ich würde ja die interne Version 
favorisieren, habe aber noch nicht überprüft ob Akkus mit entsprechender 
Baugröße und ausreichender Kapazität im Gehäuse unterzubringen sind.

Gibt es da entsprechende Erfahrungswerte bzgl. Kapazität und Laufzeit 
bei der externen oder internen Version?


Gruß Hayo

Autor: Markus Müller (mmvisual)
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Hallo Hayo,

Ja, damals hatten wir das schon angesprochen, jetzt habe ich es mal 
dokumentiert.

Bei der Internen Variante ist man absolut Mobil. Nimmt es schnell untern 
Arm und hat alles dabei.
Hinter der Hauptplatine ist ein großer Abstand, da sollten die rein 
passen.
Das Oszi zieht etwa 1,7..2A Strom. Bei 10x Baby NIMH Akkus mit 4,3Ah 
sollte das locker 2 Stunden reichen.

Für mich war der interne Aufbau zu aufwändig. Man müsste warscheinlich 
die Akkus an den Lötfahnen zusammenlösten, mit Isolierband umwickeln und 
mit Kabelbinder (Löcher im Gehäuse) oder Schrauben oder Heißkleber fest 
machen. (Wobei Heißkleber weich wird falls die Akkus warm werden.)

Die externe Variante hat den Vorteil:
- Nutzbar im Auto via Zigarettenanzünder
- Akkus gehen mit der Zeit kaputt und müssen gewechselt werden, bei der 
Internen hat man das Problem den Oszi aufchrauben zu müssen.
- Ein Bleigelakkuu ist günstiger.
- Akku wird nur dann benutzt wenn man ihn braucht, aber bei 95% aller 
Messaufgaben kann man den mit Netzbetrieb betrieben und ein Akku würde 
dann immer mit geladen/belastet werden, was deren Haltbarkeit 
herabsetzt.
- Man kann sich auch ein NIMH-Paket machen und von aussen an den Oszi 
anbringen/verschrauben. Dann ist es ähnlich wie die interne Variante.

@All:
Erfahrungsberichte/weitere Tipps mit Umbau sind willkommen...

Autor: Omega G. (omega) Benutzerseite
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Ich möchte diesen alten Beitrag nochmal aufwärmen, vielleicht hat der 
ein oder andere Interesse an Umbau seines Oszilloskops auf Akkubetrieb.

Ich habe mein W2022A zwar nicht nach dieser Anleitung umgebaut, aber 
habe es trotzdem auf Akkubetrieb laufen.

Verwendet habe ich 6 Li-Ion Akkus, je 2 in Serie und 3 in Reihe. Als 
Lade-/Umschaltelektronik habe ich ein IC verwendet, das eigentlich in 
Notebooks eingesetzt wird, genau zu dem Zweck. (BQ24703) Erhöht man die 
Spannung des internen Netzteils etwas, kann damit das Oszi weiterhin im 
Netzbetrieb versorgt werden und der Akku geladen werden.

Außerdem sollte man eine Balancer oder oder wenigstens eine 
Überwachungselektronik an den Akku anschließen, damit keine Zellen 
überladen werden.

Da ich weiterhin die Möglichkeit haben wollte mit dem Netzschalter das 
interne Netzteil abschalten zu können musste ein weiterer Schalter rein, 
gefällt mir eigentlich nicht, aber ich habe keine andere Lösung 
gefunden.

Die Akkulaufzeit liegt bei mehr als einer Stunde und kann bei Bedarf 
noch erweitert werden, da noch genug Platz ist weitere Akkus.

Der Umbau mit ein paar Bilder: http://gsg-elektronik.de/?id=109

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