www.mikrocontroller.net

Forum: Platinen Richtiges entwickeln von Bungard-Platinen


Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Guten Morgen!

In letzten 5 Jahren habe ich mehrere Platinen selber gemacht, früher mit 
Tonertransfermethode, seit ca.3 Jahren mit Fotoresistmethode. Aber ich 
habe manchmal immer noch Probleme beim Entwickeln. Und zwar wo es 
schmalle leiterbahnabstände gibt (0.2mm) kriege ich manchmal den 
Fotolack nicht richtig raus. Das heißt die Leiterbahnen bleiben manchmal 
auf paar Stellen zusammenverbunden. Ich bin ziemlich sicher das es wegen 
der Reste von Fotolack passiert. Wie macht Ihr das? wie kann man 
sicherstellen das die Platine gut entwickelt ist? Optisch ist es fast 
unmöglich. Ich sehe Problemstellen erst im Ätzbad weil Kupfer dunkeler 
wird.

MfG aus Westerwald

Autor: Ätzer (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi,

beschreib erstmal bitte noch wie du bisher vorgegangen bist.
- Wie belichtest du? (welcher Belichter, was verwendest du als 
Belichtungsfolie, Zeiten usw.)
- Wie entwickelst du? (welcher Entwickler, Zeiten ...)
- Wie wird geätzt? (welche Vorrichtung, Welche Säure, Zeiten ...)

Vorher ist es immer bissle schwierig, da dann viel nur erraten werden 
kann.

Erratener Tip von mir: nach dem entwickeln die Platine unter laufendem 
Wasser mit einem Finger ordentlich abrubbeln. Funktioniert prima.

Autor: didadu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> Optisch ist es fast unmöglich.

Ja, das finde ich auch immer wieder.

Hat schon mal jemand mit verschiedenen Lichtfarben beim visuellen 
Überprüfen der Resist-Entwicklung experimentiert?

Vielleicht gibt es eine Farbe, bei der sich die Kontraste VIEL 
deutlicher darstellen. Lila gegen Cu...

Es gibt doch hier so viele Mood-Lighter, vielleicht kann das mal jemand 
ausprobieren und hier berichten.

Autor: didadu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Entwickler neu angesetzt oder nicht?

(=> Könnte man das Alter der Lösung durch Leitfähigkeitsmessung mit 
einer sich in NaOH nicht auflösenden Elektrode bestimmen? Damit ließen 
sich Chemie-Abfall reduzieren und Neuansätze einsparen. Vor allem aber 
der Prozess besser beherrschen.)

Welche Rolle spielt die Temperatur der Lösung? (Chemische Prozesse sind 
temperaturabhängig... Messung dürfte relativ einfach sein.)

Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi,

ich benutze einen selbsgebaute Belichtungsgerät, 4 UV Röhren aus einem 
Philips-Gesichtsbräuner in altem Mustek Scannergehäuse.
Hier habe ich beschrieben: 
Beitrag "Mal wieder Belichter. Will bessere Ergebnisse!"
Früher habe ich mit Laserdrucker gedrückt auf Halbtransparentem 
Zeichenpapier, seit diese Woche auf Transparentfolie mit Canon MP550.
Belichtungszeit: jetzt 6 minuten. (früher 7 min.)

Entwickelt wird mit Nathriumhydroxid (aus der Apotheke), 1/5 Teelöffel 
im 200 ml Wasser. Dauert ca 30 sek.

Wenn Layout gut erkennbar ist spüle ich die Platine unter fließendem 
Fasser, dann nochmal für ca. 10 sek. ins entwickler und wieder 
abspüllen. Fertig!

Geätzt wird im Ätzkerät I von Reichelt, Nathriumpersulfat. 45 grad.

Es klappt eigentlich ziemlich gut. Nur, wie gesagt, manchmal Probleme 
das Fotolack auf der Platine bleibt.

MfG

Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
didadu schrieb:
> Entwickler neu angesetzt oder nicht?
>
> Welche Rolle spielt die Temperatur der Lösung? (Chemische Prozesse sind
>
> temperaturabhängig... Messung dürfte relativ einfach sein.)

Ich mache jedes mal frische Lösung. Wenn ich mehrere Platinen auf einmal 
mache dann natürlich nicht. Temperatur: ca. 20 grad

Autor: didadu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Eine Rolle kann auch spielen, ob die Lösung bewegt wird (Umrühren, 
Magnetrührer, Modellschiffsschraube, Kippen, Platine manuell durch die 
Flüssigkeit ziehen usw. -- Vorsicht Spritzer! Schutzbrille!) oder nicht.

Ich klebe mir bisher meist die Platine an einen Stück Kunststoff und 
bewege sie durch die Flüssigkeit. (Schutzbrille! NaOH ist sehr 
gefährlich für die Augen!)

Autor: didadu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Dimi schrieb:
> 1/5 Teelöffel

"Teelöffel" ist keine genormte Einheit.

Und 1/5 noch viel weniger. Warum? Weil sich der Messfehler bei einer so 
geringen Menge stark auswirkt.

Das kann -- im Vergleich mit "1/5 Teelöffel" -- bei anderen Leuten 
locker mal 50-100 % Unterschied der Lösungskonzentration ausmachen!

Besorge (oder improvisiere) Dir eine Waage für so geringe Mengen, die 
eine ausreichende Genauigkeit hat!

Autor: didadu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ansonsten: Fettflecke oder sonstige Rückstände auf der Platine?

Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
didadu schrieb:
> Eine Rolle kann auch spielen, ob die Lösung bewegt wird (Umrühren,
>
> Magnetrührer, Modellschiffsschraube, Kippen, Platine manuell durch die
>
> Flüssigkeit ziehen usw. -- Vorsicht Spritzer! Schutzbrille!) oder nicht.

Ich ziehe immer Schutzhahdschuhe an (ist halt Lauge :) ) und bewege die 
Platine hin und her im Bad.

Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
didadu schrieb:
> Besorge (oder improvisiere) Dir eine Waage für so geringe Mengen, die
>
> eine ausreichende Genauigkeit hat!

Habe früher mit Waage gemacht und dann kannte ich die benötigte Menge 
schon so :) Deswegen benutze ich die Waage nicht mehr.

didadu schrieb:
> Ansonsten: Fettflecke oder sonstige Rückstände auf der Platine?

Schwer zu sagen. Frische Platine, Folie abgezogen und direkt belichtet! 
Ich berühre die Platine am Fotolackseite garnicht.

p.S. Manchmal haben die Platinen von Bungard (z.B. letzte Woche bei 
Reichelt bestellte) haben dunkle flecken im 1-2mm Durchmesser. Haben 
aber das Prozess nie wirklich gestört.

Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ätzer schrieb:
> Erratener Tip von mir: nach dem entwickeln die Platine unter laufendem
>
> Wasser mit einem Finger ordentlich abrubbeln. Funktioniert prima.

Habe ich nie gemacht weil hier im Forum gelesen das Fotolack sehr 
empfindlich ist. Aber manche benutzen auch kleine Bürsten. Ich probiere 
das mal auch. Vielleicht klappts besser!

Autor: didadu (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
> kleine Bürsten

Vielleicht mit einem weichen Pinsel.

Ich glaube, es gibt auch Kunststoffpinsel, mit denen man direkt in der 
Lösung über die Platine wedeln kann, ohne dass er gleich korrodiert.

Andere Möglichkeit: alte Zahnbürste. (Habe ich mehrere von in der 
Werkzeugkiste.) Aber ist vielleicht zu hart.

Autor: egon (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
moin,

bei mir funktioniert das eigentlich einwandfrei auch bei 0,2 mm...

hmm entwickler neuansetzen mache ich nie... meine loesung ist nen halbes 
jahr alt... und funktioniert einwandfrei... wobei ich aber keine schon 
benutzte wieder verwende...
meine layout aus dem laserdrucker sind nicht 100% deckend gibt keine 
loecher oder sonstiges... die aetzmaschine 1 benutze ich auch...

vielleicht liegts daran wie rum du den film auf die platine 
machst...wichtig ist das die bedruckte seite zur platine ist... wenn das 
bedruckte oben ist wird die belichtung unscharf... und die stellen 
loesen sich schlecht dann...

mach doch mal ein belichtungstest... wie bei bungard in der anleitung 
fuer die belichtung... die belichtungszeit ist wichtig... ich habs so 
eingerichtet das sich der lack gut innerhalb von 1-2 minuten abloesst...

noch ein kleiner tipp... wenn du die platine entwickelt hast gut und 
vorsichtig abspuelen (das sich ggf. noch reste loesen)...
dann fuer ca. 20 sekunden ins aetzband... abspuelen und die platine 
geben licht mit einer lupe untersuchen ...glaenzt es noch an manchen 
stellen wo geaetzt werden soll ist der lack nicht richtig ab... wenn es 
noch glaenzt packe ich die platine nochmal in den entwickler... dort 
vielleicht vorsichtig ueber die platine streichen (fand ich eigentlich 
auch immer bloed den tipp aber das ergebnis ist besser) darf man 
natuerlich nicht zu stark machen sonst gibts risse...:)


viel erfolg ;)

Autor: DuBistSoÄtzend (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Wir benutzen ein 4 Röhren Belichtungsgerät mit 250s pro Seite, dann 
einen Pinsel um die Fotoschicht im Entwickler restlos zu entfernen. 
Anschließend kurz ins Wasserbad und dann sofort in die Ätze mit Fe3Cl. 3 
Minuten bei kalter Ätze. Evtl. mal 10 Sekunden länger. Geht runter bis 
0.15mm Leiterbahnen und 0.6mm Drill in den Durchkontaktierungen. Ach ja. 
Layout mit Canon PIXMA5000 Tintenpisser auf Soennecken Overhead-Folie 
(High-Quality und Folie einstellen).

Autor: Dimi (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vielen dank für Eure Antworten!!!

Ich werde mich heute damit befassen.
Meine Erfahrungen teile ich hier natürlich mit.

MfG aus Westerwald

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.