Datum: 22.12.2004 08:06
Hallo Leute, ich habe schon in Forum gesucht, aber nichts gefunden, obwohl es neulich angesprochen worden ist. Wenn ich von einem 4fach OPV nur 3 benutze, wie beschalte ich am besten den 4ten? Besten Dank
Datum: 22.12.2004 08:29
Was für ein Typ ist dein OPV? u.U. einfach den Ausgang mit dem neg. Eingang verbinden, und den positiven auf ein zulässiges potential. Robert
Datum: 22.12.2004 09:13
Auf jeden Fall mal einen Blick ins Datenblatt werfen. Manche OPs haben intern noch Schutzdioden (siehe Anhang), die Möglichkeit von Robert würde dann ohne Vorwiderstand unweigerlich zum Kurzschluß führen. Gruß Thorsten
Datum: 22.12.2004 09:21
Wieso das denn?? Ist korrekt, aber der OP bei Verstärkung 1 stabil sein, dass sind durchaus nicht alle, kommt also auf den Typ an. Ansonsten kann man beide Eingänge auf Masse legen, der OP wirkt dann als Komparator (open loop), der Ausgang geht in die Sättigung, in welche Richtung, hängt vom Vorzeichen der Eingangs-Offsetspannung ab. Schädlich für den OP ist Sättigungsbetrieb nicht.
Datum: 22.12.2004 09:26
Hallo Mike, Der Vorschlag vom Robert sollte eigentlich optimal und ohne Probleme für jedem Spannungsgesteuerten OP funktionieren. An den Diffeingängen liegt dann ja gleiche Spannung + dem Offsetfehler . Gruss Kurt
Datum: 22.12.2004 16:02
Hallo, also ich setze die Eingänge immer auf Masse und laß die Ausgänge frei. Da hat bis jetzt ohne Probleme funktioniert. Gruß René
Datum: 22.12.2004 16:34
"Da hat bis jetzt ohne Probleme funktioniert." Genau so haben z.B. die Seilbahnbetreiber von Kaprun auch gedacht (und leider auch danach gehandelt). Das bisherige Nichtbemerken eines Problems ist ein völlig untaugliches Mittel zum Nachweis des Nichtvorhandenseins eines Problems !!! Wenn es auf geringstes Rauschen ankommt, sollte man die Methode mit Gegenkopplung bevorzugen. Es ist selten, aber nicht unmöglich, daß ein Verstärker bei einer bestimmten Temperatur einen Offset von exakt 0 hat. Und in diesem Fall würde der OV im linearen Bereich arbeiten und, weil ohne Gegenkopplung, am Ausgang ein hohes Rauschen entstehen, welches auf den verwendeten OV überkoppeln kann. Peter
Datum: 22.12.2004 17:05
Hallo Peter, das ist zwar Richtig, aber ich glaube nicht dass damit die Frage von Mike beantwortet wurde. Meine Beschaltung benutze ich für einen Rail-to-rail OP mit single supply mit 4 OP´s von denen ich auch nur 3 nutze. Wenn du eine bessere Beschaltung des freien OP´s hast wäre ich Dir sehr dankbar. René
Datum: 22.12.2004 17:12
@Mtron, "...aber ich glaube nicht dass damit die Frage von Mike beantwortet wurde." Wurde sie doch schon längst von Robert: "...einfach den Ausgang mit dem neg. Eingang verbinden, und den positiven auf ein zulässiges potential." d.h. 100% Gegenkopplung (Verstärkung = 1). Und ein zulässiges Potential ist z.B. bei einem Rail-to-rail OP auch -VSS. Peter
Datum: 22.12.2004 18:48
@crazy horse: Du kannst nicht einfach die Eingänge aller OPV auf Masse legen. Das geht nur bei denen, die entsprechende Eingänge haben die auf Masse gelegt werden dürfen. Das kommt immer ganz auf den OPV an. Von daher: Datenblatt lesen! Meistens steht sowieso drin, wie nichtgenutzten OPV beschaltet werden sollen. Mike könnte ja auch mal den genauen Typ seiner OPV angeben...
Datum: 22.12.2004 19:23
oh oh, warum auch immer kam mein posting nicht an.. ich benutzte lm358,lm324,op177
Datum: 22.12.2004 20:09
Hallo Mike, Hier noch eine Anregung: Den OP auf Verstärkung 1 setzen (Neg Eingang mit Ausgang verbinden). Die genannten OP sollten hier stabil arbeiten (interne Gegenkopplung). Den Pos Eingang auf auf das Potential eines anderen OP-Eingangs schalten (darf aber keine Belastung darstellen). Dadurch spart man sich einen Spannungsteiler, ist immer im erlaubten Bereich und ausserdem ist das interne Übersprechen minimiert. Gruss Kurt
Datum: 22.12.2004 20:51
@michael (ein anderer): "Du kannst nicht einfach die Eingänge aller OPV auf Masse legen. Das geht nur bei denen, die entsprechende Eingänge haben die auf Masse gelegt werden dürfen. Das kommt immer ganz auf den OPV an. Von daher: Datenblatt lesen! Meistens steht sowieso drin, wie nichtgenutzten OPV beschaltet werden sollen." Ohne zu behaupten, alles über OPs zu wissen: ich glaube nicht, dass du mir da allzuviel beibringen kannst. Es gibt single-supply und dual-supply. Ich zumindest kenne keinen single-supply-Typ, bei dem Gnd (=negative Versorgung) nicht zum erlaubten Eingangsspannungsbereich gehört. Bei Dual-Versorgung ist es sowieso kein Problem, Eingänge auf Masse zu legen. Wer dann allerdings dual-supply-Typen mit Einfach-Versorgung einsetzt und sich wundert, dass Eingangsspannung=Masse=negative Versorgung nicht funktioniert, braucht sich nicht wundern - das kann Probleme geben. Insofern versteh ich dein posting nicht wirklich.
Datum: 24.12.2004 00:55
@crazy horse:
> Es gibt single-supply und dual-supply.
So etwas gibt es nicht. OPV werden an einer Spannung angeschlossen. Sie
haben einen positiven und einen negativen Versorgungsanschluss.
Ob der negative Anschluss nun GND ist oder sonst ein Spannung innerhalb
Deiner Schaltung, ist dem OPV schnurz-piep-egal. Das einzige was den OPV
interresiert ist die minmale und die maximale Spannung zwichen diesen
beiden Anschlüssen.
Wenn da irgendwo steht "single-supply" heisst das, dass der OPV nicht
mindestens +-12 Volt, also 24 Volt Spannung benötigt, und der OPV eben
darauf auf niedrige Versorgungsspannung optimiert wurde.
Und es gibt eben OPV, deren Eingänge dürfen sich nur in der Nähe der
positiven Versorgungspannung aufhalten, andere wiederrum nur in der
Nähe der negativen, und anderen wiederrum ist es egal, die haben
Rail-To-Rail Eingänge; es gibt auch OPV mit Eingängen die über,
respektive unter, die Versorgungsspannunganschlüsse gehen dürfen.
Datum: 04.01.2005 15:02
ich muß ihn nochmal hochholen. ""...einfach den Ausgang mit dem neg. Eingang verbinden, und den positiven auf ein zulässiges potential." d.h. 100% Gegenkopplung (Verstärkung = 1). Und ein zulässiges Potential ist z.B. bei einem Rail-to-rail OP auch -VSS. " bedeutet dies, ich kann mit einem lm358 als zulässiges potential den positiven eingang auf 5V setzen?
Datum: 04.01.2005 18:27
Ja, das war wohl etwas mißverständlich. Ich meinte den zulässigen Bereich, in dem er noch analog arbeitet und der nennt sich "Common Mode Input Range". Viele OPVs sind keine "rail to rail", sondern können nur "include negative rail" und das ist dann -VCC. Peter
Datum: 01.07.2008 20:59
Hallo, ich kram den Beitrag aml raus. zum Beitrag von: Autor: Michael (ein anderer) (Gast) Datum: 24.12.2004 00:55 Heißt das pauschal, dass alle Dual Supply OPVs mit z.B. +-15V automatisch an +30V und GND betrieben werden können?
Datum: 01.07.2008 21:18
Hallo, ja, das heißt es. Ein üblicher OPV hat keinen Extra-GND-Anschluß, der weiß also nichts über den Bezugspunkt der Schaltung. Natürlich muß Du dann etwas rechnen, weil die Hersteller auch die Daten auf z.B. die Mitte (GND) von +-15V beziehen. Ein Eingangsspannungsbereich von z.B. +-10V sind bei GND und +30V dann eben +5V/+25V an den Eingängen. Gruß aus Berlin Michael
Datum: 01.07.2008 22:31
Genau, der OPV weiß nix vom Bezugspunkt. Wichtig ist nur die Differenz zwischen den Versorgungsspannungen wie Michael U. schon schrieb. Wir haben mal gesagt, dass GND null Volt sei und dies sei unser Bezugspunkt. Das hat damit zu tun, weil sich damit einfacher rechnen lässt. Unser Bezugspunkt hätte auch 27895363 Volt sein können. Entsprechend doof lässt sich damit rechnen. Ein gutes Beispiel dazu ist z.B. auch die Temperatur. In grauer Vorzeit wählte man mal den Gefrierpunkt von Wasser bei Normalbedinung als Bezugspunkt. Daraus resultiert heute, dass der Absolute Nullpunkt bei 273,15 °C liegt, eine auch nicht ganz so glatte Zahl ;)
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