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Forum: Offtopic Blitzschade TV


Autor: Jason (Gast)
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Hallo

Mein Fernseher funktioniert seid einem Gewitter nicht mehr , direkt im 
Nachbarhaus hat der Blitz eingeschlagen , ich habe das Gerät dan zum 
Techniker gebracht der meinte das man keine Schäden erkennen könnte , 
zumindest beim Tuner würde man einen Schaden erkennen der durch Blitze 
entstehen würde.
Is das alles ein Zufall bzw hat der Herr recht das man was sehen müsste 
oder kann es sein das man manchmal auch keine Sichtschäden hat

Jason

: Verschoben durch User
Autor: Troll (Gast)
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Nicht jedes Bauteil hat sichtbare Schäden, wenn es kaputt geht.

Autor: Tine Schwerzel (tine)
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Glaskugel sagt: isse kapuut, brauch neues Gerät schnell fix

Autor: MaWin (Gast)
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Man muss unterscheiden zwischen direkten Blitzschlag
(da ist leicht erkennbar, daß dein Gerät kaputt ist,
es ist dann eher ein Wunder wenn die Wohnung nicht
gleich mit abbrennt)
und Überspannung indirekt durch den Blitz. Letztere
schäden erkennt man nicht immer, und manchmal erst
sehr spät, denn sie können von zerplatzen Bauteilen
eben auch über nur innerlich beschädigte Bauteile
gehen, und es kann 1 Bauteil oder praktisch alles in
der Kiste kaputt sein, daher lohnt sich die Reparatur
von Blitzschäden normalerweise nicht.

Wenn deine Hausratversicherung "Überspannung/indirekter
Blitz" eingeschlossen hat, ruf sie an. Der Blitz in dein
Nachbarhaus wurde in BLIDS verzeichnet, den musst du
nicht mehr beweisen.

Hast du dummerweise diese Klausel nicht in deiner Hausrat:
Kündigen, und neue, bessere abschliessen, oder eine
Steckdose mit Überspannungsschutz und Versicherung gegen
Überspannungsschäden (Brennenstuhl, Belkin) kaufen.

Denn auch der beste Schutz hält einen echten Blitz nicht
ab.

Autor: Jason (Gast)
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Hallo

Danke für die ganzen Antworten.Das komische ist das alle anderen Geräte 
nichts abbekommen haben PC , Laptop , Festplattenrecorder usw war alles 
angeschaltet und funktioniert bestens.

Autor: Jörg S. (joerg-s)
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Kann sein, jedes Gerät verhält sich ja anders.

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Vielleicht ist der Techniker auch ne Pfeife.
Normalerweise macht man mal ein paar Messungen.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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@Jason:

Wenn man z.B. ein Einfamilienhaus mit Freileitung auf dem Dach hat, 
könnte man vielleicht über einen Blitzschutz direkt an der 
Hauseinführung der Leitungen denken. Ich schlug meinem Vater sowas schon 
mal vor, denn die haben regelmäßig mehrere defekte Geräte. Aber er 
winkte ab: Alles versichert. Trotzdem ist die Schadensbeseitigung 
lästig.

Die Schäden gehen über TV, Sat-Anlage, Durchlauferhitzer, Kühltruhe. Die 
Elektronik in der Kühltruhe hatte sogar Varistoren an allen Ein- und 
Ausgängen, zu sehen war wirklich nichts. Da gehen auch Transienten 
durch, denn immerhin handelt es sich in den Geräten nicht um einen 
mehrstufigen Blitzschutz. Die Kühltruhe hatte ein paar sehr einfache 
Logic-ICs, die hatten einen Schaden, und ließen in Folge ein Relais 
verschmoren.

Da wir schon mal beim Blitzeinschlag sind: Etwa 1980 sah ich was sehr 
kurioses, und habe seitdem etwas Vorstellungskraft über die reale 
Zerstörungskraft des Blitzes. Und zwar holten wir beim Kunden ein 
Telefon ab. Es war eines der ersten Tastentelefone. Es hatte beim Kunden 
nicht gebrannt, jedoch mußte die komplette Telefonverkabelung erneuert 
werden, sowohl die Hausverkabelung, als auch die Freileitung über 1km 
Länge. Nun, das Telefon war zusammen geschrumpft (geschmolzen), als wenn 
man es in den Backofen stellt. Öffnen ließ sich das Gerät nicht mehr. 
Zerstören wollten wir es auch nicht. So blieb uns ein Blick aufs 
Innenleben verwehrt. Jemand mit künstlerischer Begabung malte ein 
Gesicht auf die Vorderseite. Das Telefon kam dann als Kunstobjekt in ein 
Chefbüro. ;-)

Jedoch rätsele ich bis heute darüber, wie dort im Geräteinneren solche 
Energien frei werden können, die das Gerät schmelzen lassen. Denn 
seltsamerweise hielten die dünnen Adern im Telefonkabel durch.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Jedoch rätsele ich bis heute darüber, wie dort im Geräteinneren solche
> Energien frei werden können, die das Gerät schmelzen lassen. Denn
> seltsamerweise hielten die dünnen Adern im Telefonkabel durch.

Drum wundert es mich auch immer, dass viele von 'Blitzschutz'-Maßnahmen 
bei Elektronik sprechen. Wenn der Einschlägt ist der Arsch mitsamt der 
Lederhose kaputt.
Man kann Elektronik durch 'Überspannungsschutz' vor Beschädigung 
bewahren, also bei Gewitter bevor es blitzt.

Blitzschutz sind die Antennen flächig im Gelände verteilt, die die 
Überspannung ableiten damit es nicht zum Blitzschlag kommt.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Thilo M. schrieb:

>Wenn der Einschlägt ist der Arsch mitsamt der
>Lederhose kaputt.

Guter Spruch! ;-)

>Man kann Elektronik durch 'Überspannungsschutz' vor Beschädigung
>bewahren, also bei Gewitter bevor es blitzt.

Geht in gewissen Grenzen, natürlich. Am 21kW-Durchlauferhitzer kann man 
leider keine handelsübliche Steckdose mit Überspannungsschutz anbringen.

Wie schon oben beschrieben, sprach ich mit meinem Vater bereits über 
einen Blitzschutzfilter an der Hauseinführung der Stromversorgung oben 
am Dach. Vielleicht würde das sogar die Versicherung mit finanzieren, da 
müßte man sich mal erkundigen. Die wohnen etwas höher gelegen auf einem 
Berg in der Eifel, wo es öfters kracht.

Im EMV- und Energietechnik-Semester hab ich solche Leistungsbauteile 
(mehrstufige Blitzschutzfilter) schon gesehen, da sie vom Prof. zur 
Ansicht herum gereicht wurden. Das geht etwa ab der Größe eines 
Schuhkartons los.

Die Oberleitungen der Telekom und der Energieversorgung, kann man wohl 
nicht vollständig schützen. Die Telekom hat an kritischen Punkten 
Verteilerkästen mit Gasableitern, der Rest macht die komplexe Leitung. 
Beim letzten Blitzeinschlag in die Freileitung, wurde auch ein großer 
Trafo aus dem Energienetz vernichtet.

Ja, und dann bekamen wir vom Prof. auch Bilder von Blitzeinschlägen in 
professionelle Blitzableiter gezeigt. Selbst die gehen manchmal in Rauch 
auf. Die Spannungen sind transient, da helfen die niederohmigsten 
Ableiter mit den dicksten Drahtquerschnitten nicht...

Deswegen, sind Blitzschutzfilter eine ganz eigene Technik.

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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>Blitzschutz sind die Antennen flächig im Gelände verteilt, die die
>Überspannung ableiten damit es nicht zum Blitzschlag kommt.

Wo haste denn die Weisheit her?
Wenn, dann ein gut geerdeter Blitzableiter an topografisch höchster
Stelle und nüscht anderes. Das Thema Antennen dürfte sich mittlerweile
wohl auch bald überall erledigt haben.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Mike Hammer schrieb:
> Wo haste denn die Weisheit her?

Ist bei uns in der Anlage ein riesen Thema.
Da wurden für Millionen Flächenerdung und eben diese Antennen verteilt, 
um eine eventuelle Überspannung ableiten zu können.
Wir habe auch die Plugtrab - Teile von PHOENIX 
http://www.phoenixcontact.de/produkte/21718_21732.htm verbaut, die 
sprachen vor den Maßnahmen öfter mal an (sind auch Überspannungsableiter 
mit verschiedenen Spannungsstufen).

Wilhelm Ferkes schrieb:
> Deswegen, sind Blitzschutzfilter eine ganz eigene Technik.

Das ist wahr, ist 'ne Wissenschaft für sich.
Das 6mm-Aludrähtchen, das viele vom Dach zur Erde gelegt haben, ist bei 
Blitzeinschlag schnell verdampft und nutzt wenig, um Überspannung 
abzuleiten aber sehr sinnvoll (macht nur Sinn wenn's jeder macht).

Autor: Günther N. (guenti)
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In meiner fast 20 jährigen Tätigkeit in eine Fernsehwerkstatt wurde ich 
oft mit "Blitzschlagopfern" konfrontiert.Die Schadensbilder reichen  von 
"nicht sichtbar" bis "enorm sichtbar".Explodierte Halbleiter und 
verdampfte Leiterzüge waren da oft vorzufinden.Der schlimmste Fall war 
ein Blitzeinschlag etwa 10 Meter vor der Giebelwand eines vieretagigen 
Wohnblock's in einen Baum.In allen vier Giebelwohnungen FS und andere 
Geräte defekt.Da war sogar ein FS dabei welcher vom Besitzer vorsoglich 
vom Netz und von der Ant.Anl. getrennt wurde.Auch dieses Gerät hatte 
"explodierte IC und verdampfte Leiterzüge",vermutlich durch den extremen 
EMP welcher bei Blitzeinschlag entsteht.Da können ja im Blitzkanal 
locker 100000 und mehr Ampere fliessen.Wenn keine sichtbaren Schäden da 
sind ,halten sich meist auch die Bauelementdefekte in Grenzen.Meist sind 
IC welche am Datenbus des Prozessor hängen "im Eimer" odere auch der 
Prozessor selbst.

Autor: Markus F. (5volt) Benutzerseite
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Jedoch rätsele ich bis heute darüber, wie dort im Geräteinneren solche
> Energien frei werden können, die das Gerät schmelzen lassen. Denn
> seltsamerweise hielten die dünnen Adern im Telefonkabel durch.

Das wundert mich bei einem Blitzeinschlag auch.
Ich habe selbst schon diverse Versuche mit Impuls-Energie gemacht. Also 
mal eine Elko-Batterie mit 4400µF bei 900 Volt über diverse Dinge (z.B. 
Alu-Folie) entladen ;)
Dabei fließen schätzungsweise etliche Kiloampere, das ergibt ein paar MW 
Leistung...
Das Ergebnis ist ein sehr lauter Knall, ein heller Lichtblitz und eine 
Druckwelle.
Spaßeshalber habe ich da auch mal eh schon defekte ICs und ein paar 
Schrott-Platinen drangeklemmt: Damit passiert ähnliches wie wohl auch 
beim Blitzeinschlag: ICs werden gesprengt, Leiterbahnen verdampfen und 
auf der Platine entstehen schwarze Ruß-Spuren...

Also nix was ein Gehäuse schmelzen und verformen lässt. Eher würde die 
Druckwelle das Gehäuse in zig Stücke sprengen.

Vielleicht ist ja in dem Telefon ein Feuer entstanden, und die Hitze hat 
dann das Gehäuse schmelzen lassen, so dass die Lüftungsschlitze 
verschlossen wurden und dem Feuer der Sauerstoff ausgegangen ist.
Dann hätte der Besitzer aber mehr als nur riesiges Glück gehabt, dass 
daraus kein Wohnungsbrand wurde!

Möglicherweise können dicke Varistoren direkt in der Hausverteilung 
gegen indirekte Blitzschäden schützen. Immerhin gibt's ja Varistoren mit 
8000A Ableitstrom für 8µs Dauer.
10 dieser VDRs je Phase könnten immerhin 80kA/Phase abführen. Die 
meisten Blitze haben nur 10...20kA.
Und sollten die VDRs durch Überlast (vor allem Überschreiten der 8µs 
Ableitzeit) zerstört werden, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der 
entstehende Lichtbogen die Spannung niedrig hält. Damit würden eben die 
Hauptsicherungen rausfliegen.

Autor: Günther N. (guenti)
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Das  ein Telefongehäuse dabei schmilzt ist rätselhaft.Da müssen höhere 
Temperaturen über längere Zeit (mindestens 30-60 sek oder 
länger)einwirken.

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