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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik FTDI Problem


Autor: Steffen (Gast)
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Hallo!

Ich habe ein USB Interface für DMX (ENTTEC DMX USB PRO), welches leider 
von der einen auf die nächste Sekunde nicht mehr von Windows erkannt 
wird.

In dem Gerät arbeitet ein FTDI Chip als USB Interface und ein ATMEGA88. 
Windows erkennt das Gerät überhaupt nicht mehr (an mehreren PCs 
ausprobiert). Es kommt keine Meldung, dass das USB Gerät nicht erkannt 
werden konnte oder ähnliches. Beim Einstecken reagiert Windows gar 
nicht.

Auf der Platine ist äußerlich kein Defekt zu erkennen.

Wie könnte man hier bei der Reparatur vorgehen? Welcher Fehler 
produziert denn solch ein Fehlerbild? Ich dachte, dass bereits ein 
Widerstand zwischen D- und D+ der USB Leitungen ausreicht, dass Windows 
mal anfängt zu meckern...

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Steffen

Autor: Steffen (Gast)
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Hat denn keiner eine Idee?

Kann es an der Firmware des Mega88 liegen, dass Windows überhaupt nicht 
auf das Einstecken reagiert? Dann würde ich versuchen, die Firmware neu 
aufzuspielen. Die .bin Datei gibts zum Download.

Autor: Einhart Pape (einhart)
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Die Info ist ein bischen dürftig. Am Atmel wird es wohl nicht liegen. 
Die USB Seite wird von den verschiedenen FTDI Chips autonom geregelt. 
Wenn Windows nicht einmal ein unbekanntes Gerät findet, dann ist 
wahrscheinlich der FTDI-Chip im Eimer.

Wird ein unbekanntes Gerät gefunden, könnte man es noch mit der 
FTDI-Software Mprog versuchen.

Autor: Stefan (Gast)
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Oder es gibt nochn IC zur ESD Schutzbeschaltung zwischen Buchse und 
FTDI. So wars bei mir als ich mal nen ULINK2 abgeschossen hab. Der hat 
nach dem Tausch sogar wieder funktioniert

Autor: Steffen (Gast)
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Danke für Eure Antworten!
Windows reagiert auf das Einstecken gar nicht - es wird kein unbekanntes 
Gerät erkannt, auch kommt keine "Sanduhr" oder ähnliches. Ich denke 
daher auch, dass es am FTDI liegt.

Ein weiterer Chip zum ESD Schutz - wäre natürlich auch noch eine 
Möglichkeit. Muss ich nachschauen - das Gerät liegt auf der Arbeit.

Kann auch etwas der Beschaltung des FTDI Chips defekt sein, oder ist das 
eher unwahrscheinlich?

Autor: Einhart Pape (einhart)
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Das hängt jetzt etwas vom Baustein ab. Bei den modernsten wird da 
wahrscheinlich nichts zwischen Buchse und Chip sein.

Wenn das Gerät allerdings über USB versorgt wird, könnte das Problem 
dort liegen.

Autor: Steffen (Gast)
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Das Gerät wird direkt über USB versorgt.
Der uC arbeitet auch noch. Er zeigt durch das kurze Aufblinken einer LED 
an, dass er an USB eingesteckt wurde. 3-5 Sekunden später merkt 
allerdings der uC, dass etwas nicht stimmt. Dann schaltet er die LED auf 
Dauerbetrieb.

Der Support von ENTTEC schreib nur, dass das Gerät wohl fehlerhaft ist.

Den genauen Typ von FTDI müsste ich auch nachschauen.

Autor: Steffen (Gast)
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So - es handelt sich um einen FT245 BM, der direkt mit der USB Buchse 
verbunden ist (kein weiterer ESD Schutz).

Ich würde bei der Bestellung gerne alle potentiell defekten Bauteile 
mitbestellen. Bisher habe ich:
 - FT245 BL (gleicher Typ, nur ROHS konform)
 - Resonator MTT 6.00MT

Bei den Widerständen und Kondensatoren gehe ich bisher nicht davon aus, 
dass ein Defekt vorliegt. Das Gerät ist aus Dez. 2005.

Das EEPROM ist nicht bestückt, also arbeitet der FT245 mit den 
Standardeinstellungen.

Um das Problem noch zu verifizieren wollte ich nachher noch etwas 
messen.

  - Liegt ein 6MHz Takt am ATMEGA88 über den Resonator an?
  - Gibt der ATMEGA88 ein 6 MHz Takt an den FTDI weiter?
  - Liegen an 3V3OUT 3,3 V an?
  - Liegt die Betriebsspannung von 5V an?

Ich hab noch ein Bild angehängt (bei dem ich hoffentlich alle 
Bildformat-Vorgaben beachtet habe).

Fällt euch noch etwas ein, was defekt sein kann und sicherheitshalber 
mitbestellt werden sollte? Oder was ich noch nachmessen sollte?

Vielen Dank!
Steffen

Autor: Einhart Pape (einhart)
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Anscheinend wird der Takt wirklich vom Mega88 bereitgestellt. An XTin 
solltest du mit dem Scope 'dran.

Autor: Steffen (Gast)
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Klar, wird kontrolliert.

Allerdings erhoffe ich mir davon nicht viel. Der Controller scheint noch 
zu laufen - er schaltet nach ein paar Sekunden eine LED an - die einen 
Fehler signalisiert. Über die CKOUT Fuse gibt der MEGA88 dann den 
Controllertakt direkt an dem CLKO Pin aus - dieser ist mit XTin des FTDI 
verbunden.

Autor: Steffen (Gast)
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So - einige Messungen hab ich mal durchgeführt.

Aufgefallen ist dabei folgendes:
  - RSTO# bleibt bei 0V - low (der müsste doch, nachdem Betriebsspannung 
und Clock anliegen auf High gehen, oder?)
  - PWREN# bleibt auf ~0,1 V
  - AVCC hat recht genau 0,5 V anliegen. Im Datenblatt ist ein 
Widerstand zu VCC mit 470R angegeben. Gemessen in der Schaltung sind es 
310R, aufgedruckt steht "3900" auf R6 - wenn ich es richtig lesen kann

Müsste bei AVCC nicht auch 5V anliegen?

Der Rest war unauffällig. An VCC liegen ganz normal 5V an, der FTDI 
bekommt 6MHz Takt, 3V3OUT liegen 3,5 V an.


Damit an R6 (für AVCC) 4,5 V abfallen (0,5 bleiben an AVCC übrig), 
müssten 11,53 mA fließen:
  U = R * I
  I = U / R
  I = 4,5 V / 390 Ohm = 11,53 mA

Das kann doch eigentlich nicht sein, oder?

Deuten die Messwerte darauf hin, dass der FT245 defekt ist?

Viele Grüße
Steffen

Autor: Steffen (Gast)
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Arbeitet jemand vll. mit einem FT232 oder FT245, der mal nachmessen 
kann, welche Spannung an AVCC anliegen sollte?

Mir kommen die 0,5 V sehr spanisch vor. Im Datenblatt find ich keine 
Angaben dazu...

Wozu dient der Widerstand überhaupt, der in Serie zur VCC Leitung 
geschalten ist.

Viele Grüße
Steffen

Autor: Einhart Pape (einhart)
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Hab' ich zwar nicht, aber du kannst sicher davon ausgehen, dass die PLL 
mit 0,5V nicht läuft, d.h. der Chip hat keinen internen Takt. Wenn der 
R/C Filter für AVCC ok ist, dann ist der Chip defekt.

Autor: Steffen (Gast)
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Alles klar!

Hat jemand Tipps, wie ich den Chip am besten auslöten kann, ohne die 
Platine zu beschädigen? Die SMD Entlöttipps auf dieser Seite habe ich 
bereits ausgiebig gelesen.

Ich schwanke zwischen der Methode, die Pins mit einem Cuttermesser zu 
trennen und dann einzeln zu entlöten. Problem ist ein bisschen, dass man 
nicht so gut an den Chip rankommt. Ggf. würde ich die USB Buchse 
entlöten.

Ich möchte aber die Platine auf keinen Fall beschädigen. Das ist mit 
einem Cuttermesser wohl schon sehr schwer.

Als Alternative habe ich an die Bügeleisenmethode gedacht. Ein altes 
Bügeleisen hätte ich hier. Dazu müsste ich zuerst alle bedrahteten 
Bauelemente entfernen, dass die Platine plan auf dem Eisen aufliegt. 
Hier hab ich aber Angst, dass die Platine ggf. der Hitze nicht standhält 
oder dass ich auch noch andere Bauteile in Mitleidenschaft ziehe (oder 
diese ggf. verrutschen.

Gibts hier vielleicht noch ein paar Tipps?
Heißluftfön oder andere spezielle Entlötgeräte habe ich nicht und möchte 
ich mir hierfür auch nicht anschaffen.

Vielen Dank!
Steffen

Autor: Christian R. (supachris)
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Das funktioniert sehr gut bei solchen Chips: 
http://www.mikrocontroller.net/articles/SMD_L%C3%B...

Autor: Steffen (Gast)
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Mit welcher Lötkolbentemperatur sollte man arbeiten?
Möglichst gering, oder? So 250-280°?

Autor: Steffen (Gast)
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Nur für den Fall, dass jemand ein ähnliches Problem hat und als Feedback 
für alle, die mich hier unterstützt haben.

Ich habe zunächst die USB Buchse und den Keramikresonator ausgelötet, um 
genug Platz zum arbeiten zu haben. Dann habe ich mit einer Dremel das 
Gehäuse des FT245 an allen vier Kanten etwas abgeschliffen und hierbei 
auch alle Pins abgetrennt. Funktioniert einwandfrei und mit einer etwas 
ruhigen Hand kann der Platine auch absolut nichts passieren. 
Anschließend einfach die einzelnen Pads noch säubern.

Das ist für mich die allerbeste Methode, wenn es darum geht, nur die 
Platine zu retten. Funktioniert vollkommen problemlos.

Anschließend hab ich nen neuen FT245 eingesetzt und alles wieder 
zusammengebaut und siehe da - das Gerät wird wieder erkannt und 
funktioniert super.

Herzlichen Dank nochmals an alle, die mir Tipps gegeben haben.

Schöne Grüße
Steffen

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