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Forum: Markt [S] Empfehlung Lötzinn


Autor: A. R. (redegle)
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Hallo,

ich möchte mir dem nächst eine neue Rolle Lötzinn kaufen.
Bis jetzt habe ich immer Lötzinn mit der Bezeichnung:

SUPER SOLDER WIRE
Size 60%
Dia
0,56mm

verwendet.

Denke das wird  SN60PB40 sein.

Jedoch habe ich wiedersprüchliche Informationen bekommen.
Bleilot soll giftig sein, weil Blei ein Schwermetall ist und man giftige 
Dämpfe einatmet. Andererseits hat Blei eine sehr hohe Siedetemeraptur, 
welche beim Löten nicht erreicht wird.

Also welches Lot könnt ihr mir empfehlen?
Es sollte bestellbar sein bei Reichelt, Conrad oder farnell.

Autor: vgsdrgayergegse (Gast)
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Bleib beim Bleilot für Privat. lässt sich am besten Löten. Zu den 
Dämpfen sag ich  mal sind nicht so schlimm. Du lötest ja keine 8 Stunden 
am Tag.

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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für Lötstellen, die bei THT Technik üblich sind, ist mir das 0,5mm 
Lötzinn zu dünn. Da würde ich mindestens 0,8mm empfehlen, ansonsten 
biste nur am "nachschieben" ;-)

Für Lötstellen in der Größe 1206/0805/0603 dann das 0,5mm.

Autor: Sebastian (Gast)
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Wenn's hingegen bleifrei sein soll, empfehle ich die Legierung mit einer 
Spur Nickel und Germanium (z.B. von Felder), lötet sich fast so gut wie 
verbleit; die Lötstellen glänzen sogar. Ist aber teurer als mit Blei.

Autor: Klaus (Gast)
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Blei nimmst du nur über den Kontakt mit den Händen auf. Was du einatmest 
sind die die Dämpfe des Flussmittels die bei der Erhitzung entstehen. 
Diese Dämpfe sind Gesundheitsschädlich. Hier hilft aber eine 
Lötrauchabsaugung.

Autor: A. R. (redegle)
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Wie viel Blei nehme ich über die Hände auf?
Ist dies schädlich?

Autor: messmeister (Gast)
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A. R. schrieb:
> Wie viel Blei nehme ich über die Hände auf?

Wenig, schlimmer ist die Aufnahme über Schleimhäute wie: Mund, Nase und 
Augen. Es empfiehlt sich nach dem Löten die Hände zu waschen.

> Ist dies schädlich?

Über mehrere Jahre und wenn du den ganzen Tag am Löten bist, ja. Wenn du 
nur zum Hobby lötest, dann ist wahrscheinlich 10min im Stau stehen 
schädlicher.

Autor: A. R. (redegle)
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Was ist denn leichter bzw. besser zu löten?

Habe oft gehört bleifreie Lot sei schwerer zu löten.
Bei den Herstellerangaben steht aber, dass bleifreies Lot besser lötbar 
sei, weil es u.a. keine Übergänge zwischen fest und flüssig gibt.

Ist in jedem Lot Flussmittel drin oder gibt es auch Lot ohne?

Welche Vor- und Nachteile hätte es, wenn ich folgendes Lot kaufen würde?
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=50332;PROVID=2402

Bzw. wo ist der unterschied zwischen dem oben genannten Lot und diesem 
hier.
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=47304;PROVID=2402

Beide Kosten ca. das selbe obwohl im ersten Produkt 100g enthalten sind 
und in dem zweiten 250g.

Autor: Fer T. (fer_t)
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Ich würde Privat nie Bleifrei nehmen, dafür muss dein Lötkolben erst mal 
über 400°C heiß werden, daher es lässt dich nicht so gut verarbeiten.
Auch wenn jetzt welche sagen ist doch schwachsinn,
Ich persönlich verwende dieses hier:
Conrad  Best.-Nr.: 828699 - 62

Gibt es auch dünner und in größeren Mengen.
Vorteil ist das es sich sehr gut verarbeiten lässt und das es Halogen 
frei ist (ich wollte mir doch den Luxus gönnen ;-) ).
Außerdem hatte ich schon immer gut - sehr gute Erfahrungen mit original 
Stanol gemacht...

Autor: Carsten Sch. (dg3ycs)
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Hi,

Bleihaltiges Lot ist auf jeden Fall leichter zu Löten.
Allerdings ist durch eine EU Richtline (RoHS) in der Produktion 
mittlerweile bleifreies Lot vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es nur für 
wenige Sicherheitsrelevante Bereiche.

Über Blei im Lot solltest du dir wirklich keine Gedanken mehr machen. 
Wie in der oben schon verlinkten BGI Empfehlung klargestellt hat es bei 
Untersuchungen selbst bei Personen die selber schon lange Jahre jeden 
Tag beruflich mit Bleihaltigen Lot löten keinerlei Nachweisbare 
Bleibelastung gegeben die über die der Durchschnittsbevölkerung 
hinausgeht.
Und wenn das schon bei Leuten die 8h Täglich 37,5h die Woche damit 
Arbeiten nicht der Fall ist, dann braucht sich der Hobbylöter da keine 
Sorgen zu machen.

Lot ohne Flussmittel gibt es! Aber dann musst du selbst Flussmitel 
zuführen. Löten ohne Flussmittel ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. 
Das wird eher zum Kleben. Für "schöne" Lötstellen ist Flussmittel eine 
Pflicht.

Und auch hier habe ich das Gefühl das da viel "Übertrieben" wird. 
Sicher, jedes Verbrennungsprodukt ist mehr oder weniger unangenehm und 
nicht unbedingt Gesundheitsfördernd. Ein wenig Vorsciht kann sicher 
nicht schaden. Aber die teilweise behaupteten "großen Gefahren" die 
manchmal herbeigeredet werden wurden in keiner seriösen Studie belegt. 
Daher muss sich auch hier wohl kein Hobbylöter gedanken machen.
Ok, wenn ich den ganzen Tag löte ist es sicherlich angenehmer wenn 
grundsätzlich der Rauch abgesaugt wird. Aber bei ein paar Lötstellen 
alle paar Tage...

Man muss nur mal die Menge und Gefährlichkeit der aufgenomenen 
Substanzen mit denen bei einer Zigarette inhaltieren Substanzen 
vergleichen.Für eine Zigarette kann man viele viele Stunden löten!

Gruß
Carsten

Autor: loeter (Gast)
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Hi,

Ich hab auch ne Weile gebraucht, bis ich ein meiner Meinung nach gutes 
Lötzinn gefunden habe. Habe früher z.B. das umweltfreundliche Edsyn Zeug 
von Reichelt verwendet, und musste dann im Vergleich zu dem Lötzinn, das 
wir in der Firma verwenden, feststellen, dass es deutlich besseres gibt.

Privat würde ich unbedingt von dem bleifreien Lot abraten. Die Nachteile 
überwiegen da bei weitem die Vorteile.

Deshalb habe ich mir jetzt einen Vorrat verbleites Lot in 1 mm und 0,5 
mm von der Sorte zugelegt, das wir auch in der Firma verwenden, in dem 
ich die Lote die ich beruflich als gut befunden habe, auf ebay für mich 
privat gekauft habe. Die 1kg-Rolle 1mm Lot bekommt man da oft schon 
zwischen 10-15 EUR, und die hält ewig.

z.B. dieses hier:
Ebay-Artikel Nr. 190446713701

Noch besser sind die Legierungen Sn62Pb36Ag2. Ist aber auf ebay seltener 
zu finden.
Die Marken Stannol und alphagrillo sind ebenfalls sehr zu empfehlen. 
Finger weg von dem billigen China-Lot.

Btw. weiss jemand wie lange es verbleites Lot überhaupt noch zu kaufen 
gibt? Gibt es dort eine Deadline wie bei den Glühbirnen, oder wird es 
nur weniger, weil in der Industrie nur noch in Nieschen verwendet?

Vielleicht sollte man sich noch einen Lebensvorrat hinlegen? ;-)

Gruß
           loeter

Autor: Name ist Wurscht (Gast)
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Bud Spencer: Uh, wo hast du dir denn das beigebogen.
Terence Hill: Du kennst mich nicht, ich habe Blei im Blut.
Bud Spencer: Ah, dann machst du ja nicht mehr lang.

Autor: Günther N. (guenti)
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Bis zur Einführung der Leiterplatte wurden alle Geräte handverdrahtet 
und natürlich auch handgelötet(mit bleihaltigem Lot).Massensterben von 
Lötern sind nicht nachweisbar.Auch weisen die Statistiken da keine 
signifikante Erhöhungsrate für Bleivergiftungen auf.Dagegen  wurde es 
mir bei einem Besuch meines Bruders im Krankenhaus schon echt "mulmiger" 
als ich da Queksilberperlen auf dem Fussboden des Krankenzimmers geortet 
hab!Daraufhin angesprochen meinte die diensthabende Stationsschwester 
lakonisch "hier gehen täglich Fieberthermometer zu Bruch,theoretisch 
müssten wir alle tot sein".Also bitte keine Panik wegen bleihaltigem 
Lot.Ich verwende es seit mehr als 45 Jahren,bin also 
"Bleilotüberlebender".

Autor: A. R. (redegle)
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Ich fasse mal zusammen.

Sn60Pb40 ist das billigste
Sn60Pb38Cu2 ist etwas teurere aber besser
Sn62Pb36Ag2 ist noch teurer aber noch besser.

Autor: loeter (Gast)
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A. R. schrieb:
> Ich fasse mal zusammen.
>
> Sn60Pb40 ist das billigste
> Sn60Pb38Cu2 ist etwas teurere aber besser
> Sn62Pb36Ag2 ist noch teurer aber noch besser.

Sn62Pb36Ag2 soll angeblich beim Löten von SMD Bauteilen besser sein, 
weil es die Lötflächen besser benetzt. Gefühlt ist beim Handlöten der 
Unterschied zu einem guten Cu2-Lot marginal, aber es macht wirklich 
wunderschön glänzende Lötstellen.

Gruß
      Loeter

Autor: Fer T. (fer_t)
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Naja,
Ich habe keinen Unterschied zwischen 2 Ag und 2 Cu feststellen können 
(keinen der sich irgendwie deutlich bemerkbar macht).
Empfelung an alle die von normalen Zinn Hustenanfälle bekommen: Dieses 
Umwelt zeug hilft da, jedenfalls bei mir, das beißt nicht so. (Außderdem 
sind Halogene in Lötzinn viel giftiger als Blei -.- )

Gruß,
fer_t

Autor: A. R. (redegle)
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Danke für den Hinweis.

Ich werde diese Sorten Lot kaufen.

http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=10995;PROVID=2402
http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=10997;PROVID=2402

Werde dann testen, welches sich wie verhält.
Wenn es funktioniert wie geplant. Dann werde ich das teurere für das 
Löten von Bauteilen verwenden und das billige kommt für Einsatzzwecke 
wie Verzinnen etc. zum Einsatz.

Hat der Siberanteil eigendlich positive Auswirkungen auf die 
Leitfähigkeit?

Autor: Fer T. (fer_t)
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Ehr weniger, aber die Verarbeitung ist besser, meiner Meinung nach ist 
aber egal ob Ag oder Cu.

Gruß,
Fer

Autor: Ulf (Gast)
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Als Orgelbauer habe ich schon mehrere Tonnen Zinn-Blei Legierungen 
verarbeitet(Platten gießen, Bleche hobeln, Kehricht wieder einschmelzen, 
Pfeifen löten usw.). Wir verarbeiten Legierungen mit 7.5%Zinn bis 
95%Zinn, Rest Blei und andere gezielte Beimengungen wie Kupfer, Wismut, 
Antimon, Silber und sogar Arsen(0.1%), je nach historischem Befund. Auch 
wenn in grauer Vorzeit die Beimengungen nicht immer absichtlich in die 
Legierung kamen, ist ihr Einfluß auf die Eigenschaften erheblich.

Meine beruflichen Erfahrungen will ich nicht vorenthalten:

1. Die kleinen Zugaben bringen erhebliche Veränderungen in den 
Materialeigenschaften. Grob gesagt machen alle das Material härter. 2%Cu 
oder Ag bringen erheblich mehr Festigkeit, das Material wäre für uns 
dann viel zu elastisch und widerspenstisch. Bei uns ist Cu mit 0.3% 
schon deutlich zu merken.
Auch die Fließeigenschaften und das Kristallisationsverhalten werden 
durch die kleinen "Verunreinigungen" meist besser. Die gepriesene 
längere Haltbarkeit der Lötspitzen kann ich nicht bewerten.
Wismut bringt mehr Härte bei gleichzeitig sinkendem Schmelzpunkt und 
besseren Fließeigenschaften. Da bringen selbst Zehntelprozente meßbare 
Schmelzpunktverschiebungen. Extremfall ist dann das Rose- Metall mit 
ca.50%Bi 30%Pb und 20%Sn, was bei knapp unter 100°C schmilzt.

2. Der ganze Quatsch mit dem Bleifrei- Löten ist meiner Meinung nach von 
Leuten ohne jeden Praxisbezug erfunden worden. Theoretisch dürfen wir 
unsere 7,5%Sn 93%Pb- Pfeifen dann auch nur mit Reinzinn löten. Der 
Umweltschaden durch den erhöhten Energiebedarf vom Aufbereiten bis zum 
Löten ist wahrscheinlich auch nicht bedacht worden...
Klar sind Computer- Mainboards usw. giftig, wenn man sie raspelt und 
verzehrt. Aber das Blei im Lot ist da eher harmlos im Vergleich zu den 
anderen Materialien. Will man alles aus dem Verkehr nehmen, was 
schädlich ist, muß man woanders anfangen. Wegen der statistischen 
Wahrscheinlichkeit ist als allererstes der Autoverkehr und das 
Fressen-Saufen-Rauchen dran. Glasgefäße im Haushalt bringen die 
abenteuerlichsten Verletzungen. Die ganze stinkende Haushaltchemie ist 
bedenklicher als der Lötklecks in der Verlängerungsschnur. Laßt uns also 
ALLES regulieren und verbieten,was schaden könnte. Wir findenen uns dann 
in der Felshöhle am Lagerfeuer wieder und haben kein Labor mehr, um 
nachzuweisen, daß auch der Rauch vom Feuer verboten werden muß.

Aber zurück zur Sache:

An LSn60, zur Not mit den 3%Cu, kommt man nicht vorbei, insbesondere 
wenn es um die Bastelei geht. Die Bleifreihysterie ist was für die 
Industrie, wo auch manch anderer Unfug Standard ist. Die Leute werden 
dann eher taub von der Lötrauchabsaugung und impotent vom feuerfesten 
Lendenschurz.

ulf.
der hier nur seine bescheidene Einzelmeinung ausplauderte.

Autor: Eddy Current (chrisi)
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Danke Ulf, für die etwas andere, aber interessante Perspektive.

Ich persönlich finde das gute alte Fluitin immer noch am angenehmsten zu 
verarbeiten. Auf der Rolle steht 1532, Sn60PbCu2. Das Flussmittel riecht 
"authentisch" und die Fliess-/Benetzungseigenschaften sind IMHO sehr 
gut. Ich meine aber, das gibt's nicht mehr, oder doch? Wenn ja, wo?

Autor: Icke (Gast)
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@ulf
APPLAUS!

Autor: Eddy Current (chrisi)
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Update nach 5-sekündigem gurgeln: Fluitin 1532 gibt's auch heute noch 
einfach zu kaufen, z.B. beim blauen Klaus aka Conrad.

Autor: 900ss D. (900ss)
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Eddy Current schrieb:
> das gute alte Fluitin

Hey bei dem Anblick der Rolle kommen mir die Tränen. Da werden 
Erinnerungen wach. Damit begann es..... und ich hatte auch mit dem 
Finger ein Loch in das Papier gebohrt....  #schnief - schnief# ;-)

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Scheinbar sind die aufgekauft worden? Ob die Formulierung noch die 
gleiche ist? Die Lote unterscheiden sich beträchtlich auch bei gleicher 
Zusammensetzungs-Angabe!
Ich kenne einen alten Hasen, der auch Fluitin schwört. Sollte ich 
vielleicht mal (wieder) probieren. Ansonsten löte ich mit Stannol HS10. 
Meiner Meinung nach hat es sehr ähnliche Eigenschaften.

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Ulf schrieb:
> Als Orgelbauer habe ich schon mehrere Tonnen Zinn-Blei Legierungen
> Meine beruflichen Erfahrungen will ich nicht vorenthalten:
>

Bei manchen Leuten wünschte man, sie wären nicht nur Gäste.

Ulf, wie sieht das mit der Oxidation aus? Mir scheint das Roses-Metall 
in heißem Wasser sehr schnell oxidiert. Kannst du dazu was sagen? Kannst 
mich auch anmailen.

Gruß -
Abdul

Autor: Fer T. (fer_t)
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Ach ja, bei dem Fulitin ist mir wieder eingefallen, ich habe letzten ne 
alte Lötpistole wieder ausgegraben, von Stanol 80W und min. 30 Jahre 
Alt, da war noch das gute alte Stanol Lötfett drinnen (ich weiß 
Lötfett...Aber zum Löten von Kabeln über 10mm² schon hilfreich, 
besonders bei Batteriekabel für Autos die 60mm² haben...).
Leider gibt es das heute nicht mehr...

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Lötfett macht zwei Dinge:
1. wirken die organischen Säuren reduzierend
2. verhindert der Fettfilm erneute Oxidation durch atmosphärischen 
Sauerstoff

Von daher ist dagegen nix einzuwänden.

Die Elektronik hat da nur ein spezielles Problem:
Die Materialien sind massenmäßig schwächlich, die Leiterbahnen dünn. 
Daher ist die 'Rostreserve' ging. Man muß also Korrosion möglichst 
völlig vermeiden.

Autor: Ulf (Gast)
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>Ulf, wie sieht das mit der Oxidation aus? Mir scheint das Roses-Metall
in heißem Wasser sehr schnell oxidiert. Kannst du dazu was sagen? Kannst
mich auch anmailen.

Das dürfte eigentlich kein Problem sein. Diese Metalle wurden ja 
beispielsweise in Dampheizkesseln für Sicherheitsdeckel verwendet.

In der elektrochemischen Spannungsreihe sind Pb(+0,13) Sn(+0,14) und 
Bi(+0,28) nicht allzuweit auseinander, da ist die Entfernung zu 
Cu(+0,24) eher durch das Bi etwas "verkürzt". Vielleicht ist das 
verwendete Gefäß ungünstig, z.B. Alu, oder das Wasser ist aus enem 
Boiler mit Opferanode, oder...

Problematisch könnten eher unstimmige Mischungsverhältnisse sein, dann 
wird das Rosemetall schnell porös und sieht nach dem Erstarren matt aus. 
Für Oxidation ist's dann seeehr anfällig. Übrigens sind auch unsere 
stärker bleihaltigen Bleche nach dem Gießen leicht porös. Feinmechaniköl 
dringt über Nacht durch ein 3,5 mm Blech und bildet unten einen Tropfen.

Ich gehe immer davon aus, Du meinst ungeschmolzenes Metall. Bei 
flüssigem M. sollte die Oxidation ja kein Problem darstellen, da das 
Oxid gut entfernbar ist.


ulf.

der noch einen Scan aus GUTEN Zeiten beisteuerte.

Autor: Markus J. (markusj)
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Ich persönlich kann das geschimpfe über bleifreien Lötzinn nicht 
wirklich nachvollziehen ... ich löte mit Stannol Flowtin TC (= 
Sn99,3Cu0,7) bei ~280°C (Behauptet meine Lötstation ), laut Stannol 
liegt der Schmelzpunkt bei 227°C.

mfG
Markus

Autor: Hallo (Gast)
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Ich verwende auch nachwievor bleihaltiges Lötzinn. Ich verwende ein 
Lötzinn aus der ehemaligen DDR bin damit eigentlich ziemlich zufrieden.
Jedoch habe ich mal ne allgemeine Frage zum Löten: Manchmal Stellen sich 
Spitzen auf wenn man den Lötkolben wegzieht! Liegt das am Lot oder an 
mir?

Gruß


P.S.: Hab noch ca 15kg vomm DDR Lot also werde ich mein Leben lang damit 
löten müssen :)

Autor: mhh (Gast)
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Hallo schrieb:
> Liegt das am Lot oder an
> mir?

An der falschen Lötkolbentemperatur, ist eher wahrscheinlich.

Autor: Alex H. (hoal) Benutzerseite
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Hallo schrieb:
> Jedoch habe ich mal ne allgemeine Frage zum Löten: Manchmal Stellen sich
> Spitzen auf wenn man den Lötkolben wegzieht! Liegt das am Lot oder an
> mir?

Einerseits wie mhh schon sagte an der Löttemperatur. Wenn du sie höher 
einstellst, wird das Lot dementsprechend dünnflüssiger und bleibt bei 
Entfernen des Lötkolbend auch länger flüssig, ohne "Nasen" zu ziehen.

Andererseits liegt es auch am Lot, genauer an seiner 
Oberflächenspannung. Wählt man ein Lot mit höherer Oberflächenspannung, 
wird die "Nase" schneller abreißen und das Lot eine glattere Oberfläche 
bilden.
Verbessern kannst du das Oberflächenverhalten mit mehr oder besserem 
Flussmittel.

Soweit jedenfalls meine ersonnene Erklärung.

Autor: Ulf (Gast)
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>Ich persönlich kann das geschimpfe über bleifreien Lötzinn nicht wirklich 
nachvollziehen ...

Das Geschimpfe richtet sich nicht gegen das Material sondern gegen die 
notorischen Verbieter und die Absurditäten, die zwangsläufig entstehen.

>Manchmal Stellen sich Spitzen auf wenn man den Lötkolben wegzieht!

Liegt meist am fehlenden oder verdampften Fließmittel, kann also auch 
bei zu hoher Löttemperatur entstehen. Das alte Lot ist brauchbar, ggf. 
muß etwas Kolophonium mit an den Kolben. Und, entgegen aller heutigen 
Meinungen, auch in der DDR war Wasser Wasser und Zinn Zinn. Nur Wismut 
wird heute manchmal Bismut genannt- müssen wir altgebildeten aber nicht 
alles mitmachen.

ulf.
manchmal gern etwas von FRÜHER.

Autor: Winfried M. (win)
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Ach ja, das gute alte Fluitin, auch in mir werden romantische Gefühle 
angerührt :-)) Das war damals so Standard, wie Nutella.

Bei bleifrei hab ich auch vieles durchprobiert und einiges war auch die 
reinste Katastrophe. Am liebsten verwende ich seit Jahren Stannol HS10 
(SN95,5 AG3,8 Cu0,7). Aber auch die testweise bestellten Stannol Flowtin 
TSC KS100 und Stannol Kristall 400 funktionieren gut.

Für reines Platinenlöten sind die bleifreien Lote bestens zu verwenden. 
Wenn man aber in der Bastelei viel an- und ablötet und experimentiert, 
sind bleihaltige Lote wesentlich komfortabler. Da braucht es vor allem 
weniger Wärme und alles fließt besser. Auch verzundern die Lötspitzen 
weniger und halten länger.

Autor: A. R. (redegle)
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Heute ist meine Bestellung gekommen.
Habe zwar nicht viel gelötet aber ich muss sagen, dass das Lötzinn super 
ist.

http://www.reichelt.de/?ACTION=3;ARTICLE=10997;PROVID=2402

Die Lötstellen sind viel glänzender.

Einziges Problem. Ich habe vorher immer mit 450°C gelötet das war auch 
nie ein Problem. Jetzt merke ich, dass das Flussmittel nach paar 
Sekunden zu verdampfen scheint.
Was meint ihr ist die optimale Temerperatur zum löten?

Autor: mhh (Gast)
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A. R. schrieb:
> Was meint ihr ist die optimale Temerperatur zum löten?

Das hängt vom Zinn und von der thermischen Kapazität des Lötkolbens ab. 
Da hilft nur testen, testen, ...

Autor: Winfried M. (win)
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Ich würd erstmal die niedrigste Temperatur herausfinden, wo das Lötzinn 
noch schmilzt. Und dann vielleicht erstmal so 20 Grad höher und Versuche 
machen. Wenn du öfters an Lötaugen anklebst, dann höher. Wenn dir das 
Flussmittel zu schnell verdampft und die Spitze schnell schwarz ist, 
dann bist du meist schon viel zu hoch in der Temperatur.

Hat jemand schonmal das bleifreie Felder-Lötzinn getestet, was es bei 
Reichelt gibt?

Autor: Felix (Gast)
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Hallo Allerseits,

ich kenn mich mit dem Thema zwar wirklich ueberhaupt nicht aus, moechte 
aber mal meine Erfahrungen loswerden. Ich loete nicht oft, allerdings 
wenn dann meistens mehrere Tage stundenlang am Stueck. Meine 2 groessten 
Loetarbeiten nahmen einmal 3 Tage mit je etwa 12 Stunden Loeten und 
einmal 7 Tage mit je etwa 8 Stunden Loeten in Anspruch. Beide Male habe 
ich das gleiche billige Loetzinn von Conrad (60Sn40Pb) verwendet und 
komischerweise beide Male zum Ende des Projekts hin Augen- und 
Nierenschmerzen sowie eine sehr herabgesetze Schmerzgrenze gehabt. Es 
kann Zufall sein, wie gesagt ich habe keine Ahnung von der Sache, wollte 
nur deswegen das Netz abgrasen und bin auf diesen Thread hier gestossen. 
Vielleicht ist es bei mir aber auch nur Ueberarbeitung, aber bei 
Arbeiten ohne Loetzinn ist mir sowas noch nicht passiert und es gab 
schon stressigere Zeiten. ^^

Felix

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Winfried M. schrieb:
> Bei bleifrei hab ich auch vieles durchprobiert und einiges war auch die
> reinste Katastrophe. Am liebsten verwende ich seit Jahren Stannol HS10
> (SN95,5 AG3,8 Cu0,7). Aber auch die testweise bestellten Stannol Flowtin
> TSC KS100 und Stannol Kristall 400 funktionieren gut.

Verstehe ich nicht. Auf meinem HS 10 steht: S-Sn 60 Pb 38Cu2 EN29453 
Art-Nr. 535270

Autor: ... (Gast)
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Ich vermute die Bestimmungen, nur noch Bleifrei zu löten, wurden nicht 
geschaffen, um die Leute zu schützen, die damit löten müssen 
(industriell machen das ja eh meist Maschinen und privat ists nicht 
verboten mit blei zu löten). Es geht eher um den Elektroschrott, der 
irgendwann mal entsorgt werden muss. Und da machen sich die zig Tonnen 
Blei warscheinlich nicht so gut..

Autor: Winfried M. (win)
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Unter der Bezeichnung HS10 verkauft Stannol verschiedene Lote. Mein HS10 
hat die Artikel Nr: 593321. Vielleicht ist es nur der Flussmitteltyp, 
der mit HS10 beschrieben wird.

Das Lötdämpfe mit der Zeit reizend wirken können, sollte klar sein. Aber 
das liegt vor allem am verdampfenden Flussmittel, nicht am Blei.

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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Da steht aber "Typ HS 10" !
Also muß man da auch noch aufpassen.

Autor: Peter (Gast)
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Hier ist das Datenblatt zum HS10, da gibt es zahlreiche Sorten:

http://www.stannol.de/WS_Draht/Loetdrahtuebersicht...

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