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Forum: Platinen tin_whiskers mit bleifrei Lot ?


Autor: Holger Harten (holger-h-hennef) Benutzerseite
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Kann man diese Tin whiskers mit "Siegel-Lack" unterbinden ?
Bei Q-Flat Packs IC habe ich so ein grauen Molder Lack gesehen.
z.B Panasonic LCD-TV.
Quelle:
http://de.farnell.com/jsp/bespoke/bespoke7.jsp?bes...

Gruss Holger.

Autor: Georg A. (Gast)
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> Bei Q-Flat Packs IC habe ich so ein grauen Molder Lack gesehen.
> z.B Panasonic LCD-TV.

Da gehts nur gegen das Reverse-Engineering oder anderes 
Sniffing/Cracking, zB. Abgreifen von undekodierten HDMI-Daten oder 
Decryption-Keys. Whisker jucken in der Consumertechnik keinen...

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Holger Harten schrieb:
> Kann man diese Tin whiskers

Welche denn?  Kennst du ein "Bleifrei-Lot", das aus Reinzinn der
benötigten Reinheit besteht, dass dadurch diese Dinger entstehen?
Ich kenne keins, sind alles Legierungen, auch wenn teilweise
("SN100C", "Sn100Ge+") die Beimengungen im Bereich von nur 1 %
liegen.

Die berühmt-berüchtigen "tin whiskers" (die ja aus der Zeit lange
vor RoHS stammen) sind einfach nur eine Horrorgeschichte, die zu
Beginn der RoHS-Ära mal wieder ausgegraben worden ist, um ein wenig
FUD zu verbreiten.

Autor: HildeK (Gast)
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Jörg Wunsch schrieb:
> Die berühmt-berüchtigen "tin whiskers" (die ja aus der Zeit lange
> vor RoHS stammen) sind einfach nur eine Horrorgeschichte, die zu
> Beginn der RoHS-Ära mal wieder ausgegraben worden ist, um ein wenig
> FUD zu verbreiten.

Das ist so nicht richtig!
An (neuen) Abdeckungen von Platinensteckverbindern habe ich persönlich 
einige fotografiert, die bis zu knapp 10mm lang waren. Das war vor gut 
zwei Jahren! Diese Whisker sind deshalb aufgefallen, weil beim 
Fertigungstest die Schnittstellen Fehler zeigten - durch die Whisker 
entstanden Feinschlüsse nach GND.  Ich habe die Fotos leider nicht auf 
dem Rechner, sonst würde ich dir eines zeigen.
Die Gehäuse hatten einen Zinnauftrag. Laut Hersteller ist wohl ein 
Fehler bei einer darunterliegenden Schicht entstanden.

Autor: Etrick (Gast)
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Auf der Website der NASA Qualitätssicherung kann man 
Rasterelektronenfotos und normale Bilder aus den letzten 50 Jahren 
sehen, wo diese Dinger Geräte lahm gelegt haben.

Gruß

Achim

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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HildeK schrieb:
> An (neuen) Abdeckungen von Platinensteckverbindern habe ich persönlich
> einige fotografiert, die bis zu knapp 10mm lang waren. Das war vor gut
> zwei Jahren!

Hat doch aber nichts mit bleifreiem Lot zu tun, sondern damit, dass
diese Dinger mit reinem Zinn beschichtet sind.  Sowas war auch
früher zuweilen durchaus üblich, siehe die (teilweise uralten)
NASA-Fotos (die ich mit "berühmt-berüchtigt" meinte).  Dummerweise
hat halt wohl noch niemand rausgefunden, unter welchen Umständen
diese Nadeln entstehen, das einzige, was man weiß ist, dass diese
Gefahr nur bei reinem Zinn besteht.

Reine Metalle lassen/ließen sich galvanisch schon immer besser
abscheiden als irgendwelche Mischungen.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Jörg.

> Hat doch aber nichts mit bleifreiem Lot zu tun, sondern damit, dass
> diese Dinger mit reinem Zinn beschichtet sind.



Richtig. Bei "echten" Loetverbindungen geht im allgemeinen soviel 
Material aus den Werkstuecken oder dem Loetkolben in das Lot, das es 
kaum noch als "rein" Zinn anzusehen wäre. Reinzinn als Lot ist (ausser 
für Spezialfaelle) aber auch ausserdem unueblich (auch das bleifreie ist 
legiert).


Das dicke Problem bei bleifrei ist das schlechte Handling des Lotes 
(benetzung) und das es sproeder ist und unangenehmeres 
Temperaturverhalten
hat. "Thin Whiskers" sind eine durchaus beachtenswerte 
Schauergeschichte, die aber mit Lot und bleifrei nicht viel zu tun hat.

Einige Leute meinen halt, das der Zweck, bleifrei zu bekaempfen, solche 
Schauergeschichten über Thin Whiskers rechtfertigt.
Persoenlich halte ich von Bleifrei nix. Aber Consumerelektronik ist eh 
auf eine Lebensdauer von nur 2 Jahren angelegt. Da spielen dann wohl 
weder Whiskers noch Alterungsprozesse des Lotes eine Rolle (wenn man 
denn nicht z.B. zu viele Temperaturzyklen durchlaeuft).

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

> Dummerweise
> hat halt wohl noch niemand rausgefunden, unter welchen Umständen
> diese Nadeln entstehen, das einzige, was man weiß ist, dass diese
> Gefahr nur bei reinem Zinn besteht.

So habe ich das auch verstanden, und es wuerde mich schon interessieren,
was ein festes (naja, reines Zinn halt) Metall dazu veranlasst, sich 
aehnlich einem Schleimpilz zu organisieren (auch wenn sich kein 
Fruchtkoerper ausbildet). ;-)


>
> Reine Metalle lassen/ließen sich galvanisch schon immer besser
> abscheiden als irgendwelche Mischungen.

Das hat, soweit ich mich an meine Schulzeit erinnere, etwas mit den 
Gitterabstaenden im Material zu tun. Die kommen bei Fremdkoerpern halt 
nicht hin. Materialien, wo das aber "fast" stimmt, koennen sich 
gegenseitig leichter verunreinigen.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

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