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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schütz mit Wechselkontakten


Autor: Markus (Gast)
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Hallo alle samt!

Ich bin jetzt zwar nicht unbedingt im richtigen Forum aber ich hoffe, 
dass mir dennoch jemand helfen kann.

Hab folgendes Problem:
Ich brauch an einem Verbraucher KURZZEITIG einen Strom von ca. 100A bei 
einer Leistung von ca. 20kW in beide Richtungen.

Dazu brauche ich einen Polwender, den ich mit einem Schütz realisieren 
will. Dieser Schütz sollte entweder zwei Wechselkontakte oder 2 Öffner 
und 2 Schließer besitzen. So wie im Bild.

Mein Problem ist, dass ich so etwas nicht finde. Es gibt anscheinend nur 
Schütze in dieser Leistungsklasse, die 3 Schließer haben, um einen Motor 
zu schalten. Zwei Schütze mit 3 Schließer die gegeneinander geschaltet 
sind wäre eine Alternative. Allerdings viel zu teuer!

Kennt jemand so einen Schütz, der passen würde? Bzw. andere 
Möglichkeiten?
Realisierung mit IGBT-H-Brücke fällt weg...

Grüße
Markus

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Es gibt spezielle fuer Kraene solche Umschaltschuetze. Aber die sind 
noch teurer und schwerer erhaeltlich als 2 Einzelschuetze. Ausserdem 
duerfen die dann nur ohne Last geschaltet werden wegen der 
Umschaltzeiten.
Normalerweise wird das in der Industrie deshalb mit 2 Schuetzen gemacht.

Bis 40A gibt es sowas von Schneider Electric

http://www.ops-ecat.schneider-electric.com/cut.Cat...

Autor: oszi40 (Gast)
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Markus schrieb:
> KURZZEITIG einen Strom von ca. 100A

Wahrscheinlich braucht er 3 Schütze (noch einen zusätzlichen zum 
sprannungsfreien Schalten) sonst werden im Umschaltmoment seine Motoren 
zum Generator und es fließt ein noch höherer Strom als erwartet?

Autor: Axel Düsendieb (axel_jeromin) Benutzerseite
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Markus schrieb:
> Zwei Schütze mit 3 Schließer die gegeneinander geschaltet
> sind wäre eine Alternative


sind auch die einzige vernünftige Alternative, da sich sonst die 
Kontakte überschneiden und sich alles in Rauch auflöst.


Axel

Autor: Großzügig (Gast)
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Der hier wäre gut:

3RT10 46-1AP04 von Siemens mit Hilfsschalterblock.
Baugröße S3
Ie bei 400V: 95A
Ie bei 690V: 120A
Preis: 268,- Euro
Aber leider nur für AC, du hast ja DC.

Autor: Großzügig (Gast)
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Wichtig:
Ie bei 400V: 95A   bei AC-2, AC-3, Tu bis 60°
Ie bei 690V: 120A  bei AC-1, Tu 40°

Autor: Markus (Gast)
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Hallo!

Danke schon mal für eure Antworten!

Es stimmt. Ich hab vergessen noch einen Schalter fürs Ein- und 
Ausschalten des Stromes hin zu malen. Der wird in Form eines 
LeistungsMOSFET oder IGBT in der Plus-Leitung sitzen. Natürlich kommt 
noch eine Freilaufdiode vor den Polwender.

Der Polwender wird nur Leistungslos geschalten, sodass eigentlich keine 
Funken oder sonstiger Müll auf den Kontakten auftreten sollte.

Ich hab mich dummerweise etwas geirrt ^^ - es können auch 300A 
auftreten. Power pur also!
Da ich eigentlich nur Leistungslos schalte stellt sich die Frage, ob der 
Schütz für die gesamte Leistung ausgelegt sein muss. Kann es sein, dass 
die max. Leistung aufgrund der Funktenbildung begrenzt ist? Wenn dem so 
ist, könnte ich ja eigentlich anstatt eines 45kW Schütz einen (sagen wir 
mal) 20kW Schütz nehmen und pures Geld sparen! Die Kontakte müssten halt 
den Strom trotzdem aushalten. Obwohl er nur für ein paar hundert 
Millisekunden fließt.

Oder ist das nicht ratsam? Das ganze soll irgendwann mal als Prototyp 
existieren. Es geht also nicht um Stückzahlen in Mio. Höhe.

Grüße
Markus

Autor: A. R. (redegle)
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Wie lange und mit welcher Häufigkeit tritt denn genau welcher Strom auf?

Der maximale Strom ist durch 2 Faktoren begrenzt.
1. Thermische Erwärmung des Relais.
2. Der Lichtbogen muss beim Abschalten unterbrochen werden.

Zu 2. deswegen können Relais, welche mit DC funktionieren nur weniger 
Strom fließen lassen. Denn im Nulldurchgang wird der Lichtbogen nicht 
gelöscht.

Wenn das Relais stromlos ein -und ausgeschaltet wird sollte Punkt 2 kein 
Problem sein.
Also bleibt noch Punkt 1.
Wenn nur für 100ms ein Strom durch das Relai fließt frage ich mich wofür 
so hohe Kaliber notwendig sind.
Vielleicht reichen schon Relais für wesentlich niedrigere Dauerströme.
Das Kupfer im Relai hat schließlich eine thermische Kapazität.
Es dauert also, bis dies eine nennenswerte Temperatur erreicht.

Noch zu beachten ist, dass beim Schalten von Strömen die Oxidschicht auf 
den Relaikontakten abgetragen wird. Bei einem stromlosen Schalten 
geschieht dies nicht mehr und dein Übgangswiderstand wird mit der Zeit 
immer größer.

Autor: Philipp (Gast)
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wenn nur kurze zeit belastet wird kannst du auch ein 20 ampere schütz 
nehmen oder ein relay, wenn dich die widerstände nicht stören

Autor: Jürgen L. (Gast)
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Wenn's Gleichstrom sein soll mit der entsprechenden Power (und 
wahrscheinlich auch Spannung?), sollte man auf Profi-Geräte ausweichen, 
sonst brennt's schnell mal...
Ein derartiger Wender wäre z.B. zu finden bei Vossloh Kiepe:
http://www.vossloh-kiepe.com/service_komponenten/v...

Gruß,

Jürgen

Autor: Markus (Gast)
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Hallo!

Also schalten tu ich alle heiligen Zeiten zwei mal hintereinander 
(Abstand einige Sekunden). Am Tag vielleicht 20 mal.

Okay das heißt, ich könnte theoretisch auf zwei kleinere Modelle 
ausweichen. Das dachte ich mir schon und das ist auch gut so. Wie klein 
es tatsächlich sein darf, wer ich vermutlich nur durch versuche 
feststellen können. Aber danke für eure Tipps! Das mit der Oxidschicht 
ist mir neu gewesen. Klingt aber logisch.
Danke auch für den Profitip. Wusste gar nicht, das es so etwas gibt. In 
welcher Preisklasse bewegen wir und bei dem Gerät?

Grüße
Markus

Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
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Markus schrieb:
> Wie klein
> es tatsächlich sein darf, wer ich vermutlich nur durch versuche
> feststellen können.

Nicht unbedingt. Auf den Schuetzen ist eine Angabe ueber den Thermischen 
Dauerstrom. Der ist im allgemeinen groesser angegeben als die 
Schaltleistung.

Autor: U.R. Schmitt (Gast)
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Markus schrieb:
> Da ich eigentlich nur Leistungslos schalte

Das eigentlich lässt alle Alarmglocken schellen.
Du solltest auf jeden Fall mit einer Zusatzschaltung sicherstellen, daß 
der Umschalter nur dann betätigt werden kann wenn DEFINITIV kein Strom 
mehr fliesst.
Ansonsten vergisst jemand dein 'Eigentlich' nur ein mal, und je nach Art 
der Last gibts erheblichen Sach und evt. auch Personenschaden!

Autor: Jürgen L. (Gast)
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Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. AC-Schütze für das 
(Ab-)schalten von DC zu benutzen geht schief - da ist z.B. mal in Riga 
ein Oberleitungsbus abgebrannt weil der Lichtbogen munter weiterbrannte.

Die Profi-Geräte liegen im Preisbereich oberhalb von 1 kEUR - also für 
den Hobby-Anwender keine Option.

Gruß,

Jürgen

Autor: Rein Herr (reinherr)
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Evtl. kannst Du ja das Schütz sebel bauen, in der Art wie es manche 
Hochstrombasteler aus der Tesla- und Cappabank-Fraktion machen: Ein 
Metalldreieck mit Druckluft zwischen zwei massive Kontakte drücken. Als 
Material wird gerne Messing verwendet.
Funktioniert erstaunlich gut.
Gruß
ReinHerR

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