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Forum: HF, Funk und Felder korrekter Umgang mit DevKit für Funk im ISM-Bereich


Autor: Ralf (Gast)
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Hallo,

ich hab ein SiLabs EZLink DevKit in die Hände bekommen:
https://www.silabs.com/products/wireless/EZRadio/P...

Ich versuche gerade, Informationen darüber zu finden, wie ich das DevKit 
betreiben kann, ohne das gleich der Messwagen vor der Haustür steht :)

Der verwendete Chip ist ein SI4431 aus der EZRadioPRO-Reihe:
https://www.silabs.com/products/wireless/EZRadioPR...
Die groben elektrischen Eckwerte stehen unten in der Tabelle.

Wie ich bis jetzt rausgefunden habe, sollte ich wohl im Frequenzbereich 
für SRD (ShortRangeDevice), 863 bis 870 MHz arbeiten.

Allerdings komme ich mit folgenden Punkten nicht weiter:
- der SI4431 hat bis zu 13dbm Sendeleistung -> wie rechne ich das nun 
um, um zu ermitteln, in welchem Leistungsbereich ich liege? Laut den 
folgenden Tabellen ist eine maximale Sendeleistung für die verschiedenen 
Bereiche erlaubt:
http://www.mikrocontroller.net/articles/Allgemeinzuteilung
http://de.wikipedia.org/wiki/Short_Range_Devices

- mir ist noch nicht klar, ob ich in den erlaubten Bereichen bestimmte 
Dinge beachten muss (Protokoll, etc.) bzw. ob die Bereiche nur für 
bestimmte Anwendungen erlaubt sind? Den Tabellen nach darf man 
eigentlich in jedem Band (fast) jede Anwendung realisieren?

- Soweit ich es verstanden habe, kann ich die maximal erlaubte Sendezeit 
für die einzelnen Bereiche ignorieren, wenn ich nach dem 
Listen-Before-Talk-Prinzip arbeite, ist das korrekt?

- was muss ich sonst noch beachten?

Wäre toll wenn mir da jemand den Start erleichtern könnte :)

Ralf

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Ralf schrieb:

> Der verwendete Chip ist ein SI4431 aus der EZRadioPRO-Reihe:

Also ähnlich zu den RFM22-Modulen (dort ist ein Si4432 verbaut).

> Wie ich bis jetzt rausgefunden habe, sollte ich wohl im Frequenzbereich
> für SRD (ShortRangeDevice), 863 bis 870 MHz arbeiten.

Das wäre der sinnvollste Bereich, aber du musst auch das passende
Devkit haben: das gibt's als "Highband" und "Lowband"-Version,
letztere wäre für 433 MHz.

> Allerdings komme ich mit folgenden Punkten nicht weiter:
> - der SI4431 hat bis zu 13dbm Sendeleistung -> wie rechne ich das nun
> um, um zu ermitteln, in welchem Leistungsbereich ich liege?

10 dBm sind 10 dB mehr als 1 mW, also 10 mW.  13 dBm ist nochmal
doppelt soviel, also 20 mW.

> - mir ist noch nicht klar, ob ich in den erlaubten Bereichen bestimmte
> Dinge beachten muss (Protokoll, etc.) bzw. ob die Bereiche nur für
> bestimmte Anwendungen erlaubt sind?

Wenn man von den für Alarmanlagen reservierten Bereichen mal absieht,
dann ist die Anwendung selbst egal.  Entscheidend ist die
Sendeleistung (die dabei als von der Antenne in der
Hauptstrahlrichtung abgegebene Leistung betrachtet wird) und die
Einschaltdauer.  Letztere ist normalerweise über ein Intervall von
einer Stunde zu mitteln.

> - Soweit ich es verstanden habe, kann ich die maximal erlaubte
> Sendezeit für die einzelnen Bereiche ignorieren, wenn ich nach dem
> Listen-Before-Talk-Prinzip arbeite, ist das korrekt?

Ja, aber dann musst du exakt die LBT ("Listen before
talk")-Bedingungen der EN 300 220 einhalten.

> - was muss ich sonst noch beachten?

Die EN 300 220 selbst halt, denn darauf bezieht sich die
Allgemeinzuteilung ja.  Auch, wenn du mit irgendwelchen Devkit-
Experimenten natürlich nicht in irgendein Messlabor gehen musst vor
jedem Experiment, entbindet dich das nicht von der Pflicht zur
Einhaltung dieser Rechtsvorschrift.

Autor: Ralf (Gast)
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Hallo Jörg,

> Also ähnlich zu den RFM22-Modulen (dort ist ein Si4432 verbaut).
Ja, genau. Die RFMxx-Module sind glaube ich reine Module für den 
Anschluss an einen µC, das SiLabs DevKit hat auch gleich einen 
Controller mit dabei (natürlich von SiLabs :)

> Das wäre der sinnvollste Bereich, aber du musst auch das passende
> Devkit haben: das gibt's als "Highband" und "Lowband"-Version,
> letztere wäre für 433 MHz.
Der SI4431 kann soweit ich das sehen kann im Bereich von etwa 200-900 
MHz arbeiten.

> 10 dBm sind 10 dB mehr als 1 mW, also 10 mW.  13 dBm ist nochmal
> doppelt soviel, also 20 mW.
Ah, okay. Danke für's Rechnen :)

> Wenn man von den für Alarmanlagen reservierten Bereichen mal absieht,
> dann ist die Anwendung selbst egal.
Okay.

> Entscheidend ist die Sendeleistung (die dabei als von der Antenne in der
> Hauptstrahlrichtung abgegebene Leistung betrachtet wird) ...
Mit der berechneten Leistungsangabe kann ich mir jetzt schon mal die 
Frequenzbereiche raussuchen.

> ... und die Einschaltdauer. Letztere ist normalerweise über ein
> Intervall von einer Stunde zu mitteln.
Ja, das hab auch so verstanden. Wird bestimmt spannend das in Software 
abzusichern :)

> Ja, aber dann musst du exakt die LBT ("Listen before talk")-Bedingungen
> der EN 300 220 einhalten.
Hm... Ich hatte eine Präsentation gefunden, in der das Prinzip als 
Flussdiagramm dargestellt ist. Ich muss also mal schauen, ob sich das 
mit der Norm deckt.

> Auch, wenn du mit irgendwelchen Devkit-Experimenten natürlich nicht in
> irgendein Messlabor gehen musst vor jedem Experiment, entbindet dich das
> nicht von der Pflicht zur Einhaltung dieser Rechtsvorschrift.
Soweit klar, aber das hört sich danach an, als ob die reine Beachtung 
der Leistung sowie LBT bzw. maximale Nutzungsdauer/h nicht das einzige 
sind, was zu beachten ist :)

Danke.

Ralf

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Ralf schrieb:

>> Das wäre der sinnvollste Bereich, aber du musst auch das passende
>> Devkit haben: das gibt's als "Highband" und "Lowband"-Version,
>> letztere wäre für 433 MHz.

> Der SI4431 kann soweit ich das sehen kann im Bereich von etwa 200-900
> MHz arbeiten.

Das kann der Si4432 auch.  Trotzdem gibt's die RFM22-Module in drei
verschiedenen Bandversionen, weil sich das passive Hühnerfutter
zwischen den Frequenzbereichen unterscheidet.  So wird's Silabs auch
mit den Devkits gehen, man bekommt diesen Kram nicht so breitbandig
(sinnvoll) hin, wie der IC selbst ist.  Das ist eigentlich auch
logisch, denn 868 MHz ist die erste Oberwelle von 434 MHz, und genau
die will man ja in der 433-MHz-Version (aka. "lowband") nicht
emittieren, daher muss das Ausgangsfilter dort schon eine nennenswerte
Dämpfung haben.

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