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Forum: Platinen Bezugsquelle für Fe(III)Cl-SUBLIMAT !


Autor: Ralf Daubenspeck (obelix1963)
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Hallo Leutz,

das standardmäßige Eisen-III-Chlorid-Ätzmittel in Granulatform 
verschlammt recht schnell mein Sprühätzgerät ("RADIX"-Eimer). Beim 
damaligen Neukauf des Gerätes bestellte ich Ätzmittel als 
"Sublimat"-Pulver mit. Es ist fast schwarz und deutlich reaktiver (da 
höhere Konzentration) als das Granulat. Außerdem hat man damit praktisch 
kaum Verschlammung. Leider gibt´s RADIX nicht mehr und eine Suche nach 
weiteren Anbietern via Internet war leider erfolglos.

Können Apotheken sowas ordern oder weiß einer von euch noch eine
 Quelle ?

Grüße, Ralf

Autor: Knut Ballhause (Firma: TravelRec.) (travelrec) Benutzerseite
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Geht Natriumpersulfat nicht?

Autor: Jens G. (jensig)
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Was soll an FeCl3 Sublimat (in der Lösung) konzentrierter und reaktiver 
sein? Konzentrierter als in normaler FeCl3-Lösung geht auch nicht, da in 
gelöster Form es wurscht ist, in welcher Form es vorher geliefert wird.
Daß man mehr FeCl3-Granulat zum lösen braucht, liegt nur am gebundenen 
Kristallwasser - dafür braucht man nicht so viel Wasser zum Lösen ;-)

Autor: Ralf Daubenspeck (obelix1963)
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Ich meine nicht die Konzentration der fertigen Lösung sondern die der 
Handelsware. Genau wie Schwefelsäure gibt´s eben auch Fe(III)Cl in 
verschieden %-igen Konzentrationen.
Mit "reaktiver" meine ich : die Temperatur die bei der chemischen 
Reaktion der frisch angesetzten Lösung entsteht, ist deutlich höher als 
bei Nutzung von Granulat.

Wie gesagt, das Zeugs ist wohl chemisch reiner, da auch nach langer 
Nutzung nur wenig Schlamm entsteht im Vergleich zu Granulat. Dieser 
Schlamm verstopft dann die Sprühdüsen.

Grüße, Ralf

Autor: Sebastian (Gast)
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Mit einer Quelle für das Sublimat kann ich nicht helfan, aber ein Zusatz 
einer geringen Menge Salzsäure beseitigt die Schlammbildung weitgehend. 
Auch kann Salzsäure bereits abgelagerten Schlamm lösen.

Autor: Kurt Bohnen (kurt)
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Bzgl. Sublimat ist hier ein älterer Beitrag von Dietmar Bungard zu 
finden:

http://www.progforum.com/showpost.php?p=9336&postc...

Autor: Chris (Gast)
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Ralf Daubenspeck schrieb:
> Mit "reaktiver" meine ich : die Temperatur die bei der chemischen
> Reaktion der frisch angesetzten Lösung entsteht, ist deutlich höher als
> bei Nutzung von Granulat.

Natürlich ist die höher, da zuerst mal das Kristallwasser gebunden 
werden muss, welches im Granulat schon vorhanden ist. Pro FeCl3 Molekül 
sind das 6 Moleküle Wasser. Dieser Vorgang ist exotherm.

Ansonsten ist es völlig egal, ob man nun Granulat (genauer 
Eisen-(III)-Chlorid Hexahydrat) oder das sublimierte (wasserfreie) 
Eisen-(III)-Chlorid verwendet. Sobald es in Lösung geht macht das 
keinerlei Unterschied mehr.

Du solltest dir eher mal das Sicherheitsdatenblatt deines Lieferanten 
bzw. Herstellers in Bezug auf den Reinheitsgrad anschauen und ggf. 
diesen wechseln.

Ansonsten sollte es (Gewerbetätigkeit vorausgesetzt) problemlos möglich 
sein im Chemiekalienhandel wasserfreises FeCL3 zu bekommen.

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Kurt.

> Bzgl. Sublimat ist hier ein älterer Beitrag von Dietmar Bungard zu
> finden:

Zitat: "Wir haben das Sublimat jedenfalls aus dem Programm genommen, als 
die Bundeswehr fragte, ob das Loch im Deck des Schlachtschiffes ggf. von 
dem ausgelaufenen Brei des Äzmittel-Nachschubs stammt, das für unsere an 
Bord befindliche Ätzmaschine bestimmt war."

:-) Ich finde das etwas polemisch und maßlos übertrieben.

Tatsächlich korrodiert das Zeug wie der Teufel Metalle. Ein Spritzer auf 
Edelstahl, und die Stelle ist angegammelt, binnen Sekunden.
Das heisst aber nicht, daß Dir sofort die Finger abfallen, wenn Sie 
damit
in Kontakt kommst...im Gegenteil, das Zeug ist gegenüber den Fingern 
deutlich freundlicher als z.B. der NaOH-Entwickler.

Dafür garantiert die korrodierende Wirkung gegenüber Metallen eine sehr 
schnelle Ätzung, was nach meinen bisherigen Erfahrungen extrem wichtig 
ist.
Je länger die Platine in der Beize liegen muss, umso staerker treten 
auch kleinere Fehler hervor, die sonst untergehen, und um so größer ist 
die Gefahr, das eine unvollkomene Verrührung der Aetzlösung das Ergebnis 
verschlechtert. Stelle A ist fertig, aber B nicht. Wenn B auch fertig 
ist, ist A schon fast weggeätzt. :-)

Was die Leute wirklich an Fe(III)-Clorid nicht mögen, ist die 
schmutzigbraune Farbe der Lösung und der Flecken. Blaue Lösung und 
weisse Flecken sind für die meisten Leute eben hüpscher anzusehen.

Über die Komplexität des Handlings und die Ätzwirkung sagt Ästhetik aber 
nichts aus. Es ist lediglich ein Vorurteil.
Ich gebe zu, ich habe selber früher auch immer Persulfat verwendet, bis 
zu dem Tag, an dem ich Eisen(III)-Clorid nehmen musste, weil der Händler 
gerade nichts anderes hatte.

Die Methode mit Salzsäure und Wasserstoffperoxid ist noch besser, hat 
aber den Nachteil, daß das Wasserstoffperoxid nicht gut lagerfähig ist, 
und wenn man, wie ich nur gelegentlich ätzt, stelle ich dann 
Sonntagsmorgens fest, das mein Wasserstoffperoxid überlagert ist, und 
der Apotheker wäre sauer (oder teuer), wenn ich ihn Sonntags 
rausschelle.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de


Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: HabNix (Gast)
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Hallo,
Eisen3chlorid-Sublimat besteht aus dunkelgrünen Kristallen, die mit der 
Zeit schwarz werden. Läßt man es offen liegen zieht es Wasser aus der 
Luft und verfärbt sich braun. Wenn man die gesamte Menge des Sublimat 
auf ein Mal in das Wasser schüttet, wird es exrem heiß. Man sollte es 
extern zusammenrühren und erst dann in das Ätzgerät füllen.
Die Schlammbildung ist nicht merklich geringer als beim Granulat. Wenn 
man es nicht unbedingt braucht, sollte man das Sublimat nicht verwenden. 
FeCl3- Granulat ist für die Ätzanwendungen völlig ausreichend. Die 
Schlammbildung läßt sich vermeiden, durch Zugabe von ca. 5% Salzsäure in 
die gebrauchte Ätzlösung. In frischer Ätzlösung ist zusätzliche 
Salzsäure kontraproduktiv.
Ich habe mir mal die Bedienungsanleitung für die RADIX-Anlage vom 
Kollegen geben lassen und gelesen, daß darin das Problem der 
Schlammbildung auch erwähnt wird. Der Hersteller rät aber von dem 
Einsatz von Salzsäure ab.
Mir ist ein Rezept aus England bekannt, mit dem die Schlammbildung durch 
Zugabe von Zitonensäure verhindert wird. Es werden 4/5 FECl3-Ätzlösung 
(30-40%ige) hergestellt und mit 1/5 Zitronensäure (25%ige) gemischt.
Für die RADIX-Anlage ist die angegebene Füllmenge 1,5Liter. Das wären 
nach dem genannten Rezept:
1,2Liter 30-40%ige FeCl3-Lösung
0,3Liter 25%ige Zitronensäure
Die Zitronensäuremischung wird durch Auflösen von 75g 
Zitronensäurepulver in 225ml warmem Wasser hergestellt.
Zitronensäurepulver erhält man in Drogeriemärkten und wird zum Entkalken 
benutzt.

MfG

Autor: Ralf Daubenspeck (obelix1963)
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Hallo ,

Danke für die Rezepturen.
Dann werde ich mal zur Drogerie tigern und das mal austesten.
Wenn das die Verschlammung verhindert,wäre das ja super.
Das würde mich auf jedenfall weiterbringen.
Von der Sache mit der Salzsäure und dem Peroxid halte ich gebührend 
Abstand.
Einige schwören darauf aber ich kenne diese Chemikalien und lasse lieber 
die Finger davon !

Danke auch an alle anderen Poster für die Tips und Aufklärung zu diesem 
Thema.

Grüße, Ralf

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