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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Brauche Hilfe bei Auswahl einer Probe (Oszilloskop)


Autor: Paul (Gast)
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Ich will mir ein 100 Mhz Scope (1GS/s) kaufen (kommt ohne Probes) und 
frage mich, was ich für Probes kaufen soll.

Testec's sind ja auch bei Hameg Scopes dabei.
Ich hatte an ein Testec Modulartastkopf 15/150MHz/x1/x10 gedacht?
oder besser: Modulartastkopf 20/250MHz/x1/x10
Die sind noch bezahlbar.

Generell: Reichen 100 Mhz für das 100 Mhz Scope, oder soll ich besser 
150Mhz oder 200 Mhz nehmen? Die bessere Anstiegszeit kann ich ja mit dem 
Scope gar nicht darstellen, oder liege ich hier falsch?

Wo ist eigentlich der Unterschied (außer beim Preis)? Irgendwie bestehen 
die doch alle aus Stecker, Kabel, Probe. Es können doch wohl in der 
Herstellung nicht so große Preisunterschiede sein?

Danke für ein bisschen Hilfe bei der Wahl!
Paul

Autor: A. R. (redegle)
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>Die bessere Anstiegszeit kann ich ja mit dem
>Scope gar nicht darstellen, oder liege ich hier falsch?

Trr = Anstiegszeit
Trr ges = Quadratisches Mittel aus allen Teilanstiegszeiten.

Allso alle Anstiegszeiten quadrieren, diese Ergebnisse dann addieren und 
aus der Summe die Wurzel ziehen.

--> mit einem schnelleren Tastkopf wird dein Messergebniss genauer. 
Aufgrund des quadratischen Mittelwerts macht aber der schlechteste Wert 
das meiste aus. Also wird dein Ergebnis nur etwas besser.

Ich persönlich würde wenn es noch bezahlbar ist zum Tastkopf mit 250Mhz 
greifen.

>Wo ist eigentlich der Unterschied (außer beim Preis)? Irgendwie bestehen
>die doch alle aus Stecker, Kabel, Probe. Es können doch wohl in der
>Herstellung nicht so große Preisunterschiede sein?

Es gibt schon ein paar Faktoren.
Z.B. die mechanische Belastbarkeit:
Sprödes Material, abknicken der Kabel, Elastizität der Kabel.
Es gibt auch Kennlinien des Tastkopfes.
Z.B. maximale Spannung im Vergleich zur Frequenz.
Bei Frequenzen um die 100Mhz kannst du nur noch kleine Spannungen im 
2stelligen Bereich messen.


Die Tastköpfe müssen auch an einem Rechtecksignal abgegblichen werden. 
Ich habe schon gehöhrt, dass dies bei manchen Tastköpfen nicht möglich 
ist, weil die interne Kapazität zu klein Dimensioniert ist.

Autor: Olaf (Gast)
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> Generell: Reichen 100 Mhz für das 100 Mhz Scope, oder soll ich besser
> 150Mhz oder 200 Mhz nehmen? Die bessere Anstiegszeit kann ich ja mit dem
> Scope gar nicht darstellen, oder liege ich hier falsch?

Nicht ganz. Mein Tek465, also ein 100Mhz Scope hat mir durchaus schon 
Signale mit 250MHz angezeigt. Gut ueber Kurvenform und Amplitude kann 
man dann keine genauen Angaben mehr machen, aber unmoeglich ist anders.

Ich wuerde eher darauf achten das die Qualitaet gut ist. Und ob es 
Zubehoer wie Hakenspitzen oder Einschraubspitzen einzeln gibt. Ausserdem 
reicht ein 1/10 Tastkopf fast immer aus und der ist vermutlich wegen dem 
fehlenden Schalter besser. Interessant ist eventuell auch das ein 
Tastkopf der zu deinem Oszi passt dort die Anzeige im Readout auf 1/10 
umstellt. Dann braucht man nicht kopfrechnen. :-)

> Irgendwie bestehen
> die doch alle aus Stecker, Kabel, Probe. Es können doch wohl in der
> Herstellung nicht so große Preisunterschiede sein?

Natuerlich bezahlst du bei edlen Herstellern auch einiges fuer den 
Namen. Aber du bekommst durchaus auch etwas mehr. Zum Beispiel haben 
meine Tek-Probes 2m Kabellaenge. Und Tek liefert auch Markierungen mit 
damit man die Probes von Kanal1 und Kanal2 unterscheiden kann. Bei Hameg 
musste ich da schonmal Isolierband drumwickeln.

Olaf

Autor: Peter R. (pnu)
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Zunächst einmal: Nahezu alle Tastköpfe 10:1 sind an nahezu allen 
Oszilloskopen einsetzbar. Auch 100MHZ-Tastköpfe an 100-MHz-Scopes
Die Unterschiede bestehen eher in folgenden Gesichtspunkten:

Der Kunststoff für Gehäuse und Leitung kann sehr gut oder mies sein:
Der Lötkolben ist nicht weit, bei billigen Versionen reicht ein kurzer 
Kontakt damit und ein bleibender Fehler ist sichtbar. Auch das "altern" 
in optischer Hinsicht kann sehr unterschiedlich sein.

Die Leitung des Tastkopfs kann sehr schnell brechen, wenn die 
Zugentlastung oder der Biegeschutz nicht ausreicht. Es gibt Versionen, 
da ist das Leitungsende nur vom Innenkontakt des BNC-Steckers 
"aufgespießt".

Es ist immer ein Abgleichkondensator vorhanden. Seine Qualität gegen 
Verschmutzung, Temperaturdrift, Abnutzung... muss gut sein.

Wenns über 20 MHz geht, spielt die Genauigkeit der internen Dämpfung und 
die Unterdrückung von Reflexionen eine wichtige Rolle.

Die Messpitzen können robust sein oder extrem empfindlich.

Das Zubehör, wie Erdkontakt mit Krokodilklemme kann lächerlich schlecht 
sein.
Die Haken der Tastspitze bewegen sich zwischen Arbeitsbehinderung und 
zuverlässigem Halt an dem Messpunkt.

Eigentlich müsste man sich einen solchen Tastkopf beim Kauf genau 
ansehen könnnen.

Man ist auf die Lösungen China-Lotterie (15€)  bis Markentastkopf (200€) 
angewiesen, je nachdem welche Kompromisse man machen kann. Der billige 
Tastkopf hält oft nur ein halbes Jahr und macht das Messinstrument zu 
einem Guckinstrument. Beim teuren Tastkopf braucht es trotzdem einiges 
Wissen, sonst ist er auch nicht genauer als der billige.

Autor: Paul (Gast)
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Danke!

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