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Forum: HF, Funk und Felder Funk Jammer - Grundlagen von Funkübertragungen


Autor: Mathias Braun (dedi)
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Hallo Leute,

ich versuche gerade zu verstehen, wie ein Funk-Jammer funktioniert. Aber 
anscheinend fehlen mir da ein bisschen die Grundlagen. Wenn ich es 
richtig verstanden habe, habe ich auf der Senderseite immer eine 
Trägerfrequenz und auf diese Trägerfrequenz aufmodulierte Daten. Ein 
Empfänger demoduliert mit der passenden Trägerfrequenz und erhält die 
ursprünglich gesendeten Daten.

Eine Interferenz ist die Überlagerung von Wellen. Aber wieso stören sich 
z.B. die Übertragung mit 1MHz und 2MHz nicht gegenseitig? Die Wellen 
würden doch interferieren, oder?

Autor: Uwe ... (uwegw)
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Mathias Braun schrieb:
> Eine Interferenz ist die Überlagerung von Wellen. Aber wieso stören sich
> z.B. die Übertragung mit 1MHz und 2MHz nicht gegenseitig? Die Wellen
> würden doch interferieren, oder?

Klar, die Wellen überlagern sich. Aber im Empfänger kommt am Eingang 
zunächst ein Filter, das nur den Frequenzbereich des Nutzsignals 
durchlässt. Damit werden dann alle anderen Signale unterdrückt.

Autor: Michael M. (technikus)
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> ich versuche gerade zu verstehen, wie ein Funk-Jammer funktioniert. Aber
Ganz einfach: Der Störsender produziert am zu störenden Empfängereingang 
einfach eine hörere Feldstärke als der eigentlich zu empfangende Sender.

> anscheinend fehlen mir da ein bisschen die Grundlagen. Wenn ich es
Stimmt!

> richtig verstanden habe, habe ich auf der Senderseite immer eine
> Trägerfrequenz und auf diese Trägerfrequenz aufmodulierte Daten. Ein
Modernere Verfahren arbeiten auch mit mehreren Trägerfrequenzen 
gleichzeitig. Entscheidend ist aber, daß der Empfänger immer nur den 
Teil des elektromagnetischen Spektrums auswertet, auf dem der Sender 
sendet. Das können nur ein paar hundert Hz, ein paar kHz aber auch 
etliche MHz sein.

> Empfänger demoduliert mit der passenden Trägerfrequenz und erhält die
> ursprünglich gesendeten Daten.
> Eine Interferenz ist die Überlagerung von Wellen. Aber wieso stören sich
> z.B. die Übertragung mit 1MHz und 2MHz nicht gegenseitig? Die Wellen
> würden doch interferieren, oder?
Es schwirrt immer eine Überlagerung verschiedenster Signale rum. Das 
fängt bei wenigen Hz an und geht bis in den THz-Bereich (genannt 
Licht!). Denk nur an die Vielzahl der UKW-Radiosender. Da bläst alle 
paar 100 kHz einer seine KW raus. Der Empfänger filter daraus immer nur 
den interessierenden Teil raus. Im Idealfall bleibt durch die Filter im 
Empfänger wirklich nur die Bandbreite des Nutzsignals übrig.
Im Realfall lassen sich Empfänger sehr wohl durch starke Signale in mehr 
oder minder großem Abstand vom Nutzsignal "zustopfen". Das macht den 
Einsatz von Jammern etwas einfacher, weil sie die Betriebsfrequenz nicht 
zwingend getroffen werden muß.
Durch Interferenz im Empfänger kann es auch durchaus Störungen geben, 
siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Intercept_Point
Das sind aber dann schon Sachen für Fortgeschrittene.

Servus
Michael

Autor: Mathias Braun (dedi)
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Michael M. schrieb:
> Der Empfänger filter daraus immer nur
>
> den interessierenden Teil raus. Im Idealfall bleibt durch die Filter im
>
> Empfänger wirklich nur die Bandbreite des Nutzsignals übrig.

Ich habe mal eine Grafik hochgeladen. Die Orange Linie soll ein 2Hz 
Sinus (mehr oder weniger) sein und die grüne Linie ein 1Hz Sinus. Die 
Blaue Linie ist die Interferenz der beiden Frequenzen. Wenn ich jetzt 
einen 2Hz Filter nehme, habe ich trotzdem die Interferenz der 1Hz 
Frequenz in meinen Werten.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Mathias Braun schrieb:

> Ich habe mal eine Grafik hochgeladen. Die Orange Linie soll ein 2Hz
> Sinus (mehr oder weniger) sein und die grüne Linie ein 1Hz Sinus.

Sehr sinusförmig. ;-)

> Wenn ich jetzt
> einen 2Hz Filter nehme, habe ich trotzdem die Interferenz der 1Hz
> Frequenz in meinen Werten.

Nein, dein Filter verformt die Kurve nämlich wieder.

Autor: Michael M. (technikus)
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Mathias Braun schrieb:
> Ich habe mal eine Grafik hochgeladen. Die Orange Linie soll ein 2Hz
> Sinus (mehr oder weniger) sein und die grüne Linie ein 1Hz Sinus. Die

Ich habe auch eine Grafik hochgeladen, meine Signale sind nicht ganz so 
eckig :-)
Die obere, grüne Kurve ist die Addition eines 1kHz und eines 2 kHz 
Sinus. Die untere, rote Kurve ist das gleiche Signal, nachdem es einen 
Tiefpaß mit 1,5 kHz Grenzfrequenz durchlaufen hat. Die Zeitskala unten 
sind Sekunden. Das Signal nach dem Tiefpaß ist also ein reiner 1 kHz 
Sinus!

> Blaue Linie ist die Interferenz der beiden Frequenzen. Wenn ich jetzt
> einen 2Hz Filter nehme, habe ich trotzdem die Interferenz der 1Hz
> Frequenz in meinen Werten.

Jörg Wunsch hat Recht. Man kann sogar aus einem Rechtecksignal mit einem 
Tiefpaß einen Sinus machen. Warum: Ein Rechtecksignal enthält unendlich 
viele höhere Frequenzanteile. Schneidet man die weg, bleibt ein Sinus 
übrig. Ein Filter entfernt also die interferierenden Frequenzen und Dein 
ursprüngliches Signal bleibt übrig. Deshalb braucht man auch die 
verschiedenen Trägerfrequenzen. Würde jeder das Niederfrequenzsignal 
(also die Daten) direkt als elektromagnetisches Signal abstrahlen, 
könnte man sie nicht mehr voneinander trennen. Ok, abgesehen davon ist 
es verdammt schwer, wenige kHz überhaupt vernünftig zu senden.

Servus
Michael

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