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Forum: Offtopic die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen.


Autor: Icke ®. (49636b65)
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Wegen der Todesfälle auf der Loveparade in Duisburg 2010 ermittelt die 
Staatsanwaltschaft gegen 16 Personen. Allerdings weder gegen Schaller 
noch gegen Sauerland. Die -zumindest moralisch- Hauptverantwortlichen 
kommen also wie fast immer ungeschoren davon.

http://nachrichten.t-online.de/loveparade-katastro...

Autor: T. M. (xgcfx)
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Wenn man ihnen rechtlich nichts kann, braucht man sie auch nicht 
anklagen. Nur auf Moral kann man kein Verfahren aufbauen.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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Wer hatte Anderes erwartet?

Namaste

Autor: Mike Strangelove (drseltsam)
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Na sehen wir erstmal, was da am Ende rauskommt. Ich glaube, dass man als 
Unbeteiligter erst recht nicht einschätzen kann, wer Schuld hat und wer 
nicht. Moralisch- sicherlich. Rechtlich? Eher nicht!

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Torsten M. schrieb:
> Wenn man ihnen rechtlich nichts kann, braucht man sie auch nicht
> anklagen. Nur auf Moral kann man kein Verfahren aufbauen.

Genau das hab ich vor einem halben Jahr schon geahnt:

Beitrag "Re: Loveparade und Eva - Ach so!"

> Icke ®. schrieb im Beitrag #1798329:

> .... Ich denke eher, daß
> Schaller noch nicht einmal strafrechtlich viel zu erwarten hat. Wenn er
> überhaupt verurteilt wird, dann höchstens auf Bewährung. Juristisches
> und moralisches Recht sind leider zwei ganz verschiedene Dinge...

Autor: Ingo Laabs (grobian)
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Ich glaube nicht, dass Schaller Einfluß auf den Einsatzbefehl der 
Polizei hatte.
Wieso sollte man ihn deshalb anklagen.

Autor: Archie F..... (archie)
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Was kann Schaller dafür? Man kann keine Simulation am PC starten und
gucken, wie sich die Menschnmenge in einer bestimmten Situation verhält,
da Menschen unberechenbar sind. Der Erfinder des Autos ist auch nicht
dran schuld, dass die Jugendlichen gegen die Bäume fahren. Die
Verantwortung liegt ganz klar in der Hand der Stadtverwaltung und den
Idioten die in solchen Menschenmassen von hinten drücken. Sowas habe ich
auch schon erlebt, da sind so 20-30 lustige hirnamputierte Dörfler, die
es toll finden auf 1,2,3.. von hinten mit der Masse alle nach vorne zu
schieben. Bist du umgefallen, hast du verloren. In solchen Situationen
hat man über sich selbst keine Kontrolle, man freut sich, wenn man bei
jeder Bewegung die Füße auf dem Asphalt abstellen zu können, ohne
umzufallen. Die Polizei war da um, für die Sicherheit zu sorgen.

Autor: Steffen Warzecha (derwarze)
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Also Archie, warum verteitigst Du bitte das sträflich grob fahrlässige 
Verhalten der Verantwortlichen?

Um zu wissen das zur Loveparade nicht nur 10000 Leute sondern ne Million 
kommen wird und das es totaler Wahnsinn ist die durch einen engen Tunnel 
auf ein abgeschlossenens Gelände das kaum die Hälfte der Leute aufnehmen 
kann zu leiten braucht es keine Simulation etc. da reicht gesunder 
Menschenverstand.
Warnungen und Befürchtungen das dieses Konzept zu Panik und Toten führen 
könnte gab se schon lange vorher und das war den Verantwortlichen wohl 
bekannt. Kritiker wurden ignoriert oder Kaltgestellt.

Welcher Art das Denken des verantwortlichen Bürgermeisters ist sieht man 
doch schon daran des er nicht, wie es anständig wäre, seinen Hut nimmt 
und Zurücktritt weil er dann einiges an Bezügen und Pensionen einbüsst. 
Bei einer Abwahl würden die ja bleiben, also sitzt ers aus. Typisches 
Beispiel für Geld und Machtgier statt Verantwortung und Anstand.

Das läuft leider wie bei vielen ähnlichen Fällen, jeder schiebt den 
anderen die Schuld zu bis der Dreck einem angepatscht werden kann der 
sich nich gutgenug dagegn wehren kann und als Bauernopfer endet. 
Schliesslich verläuft alles im Sande, spätestens wenn die 
Öffentlichkeit, von anderen 'wichtigen' Sachen abgelenkt, das nicht mehr 
beachtet.Die Opfer werden alleingelassen und schauen was Entschädigungen 
usw. angeht durch die Finger. Und es wird weitergemacht wie immer. Kann 
gar nicht so viel Essen wie man Kotzen möchte.

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Archie F..... schrieb:
> Was kann Schaller dafür? Man kann keine Simulation am PC starten und
> gucken, wie sich die Menschnmenge in einer bestimmten Situation verhält,
> da Menschen unberechenbar sind.

Das Verhalten einer Menschenmenge kann sehr wohl simuliert werden und 
das wird auch gemacht. Die Veranstalter von Großevents haben außerdem 
entsprechende Erfahrungen. Es gibt sogar konkrete Richtlinien, wieviel 
Platz für wieviele Menschen eingeplant werden muß. Der entscheidende 
Fehler von Lopavent war, daß sie trotz besseren Wissens ein Gelände 
gewählt haben, daß sich höchstens für ein Viertel der zu erwartenden 
Besucherzahl eignete. Ich war auf einigen LPs dabei und weiß, was da 
abgeht. Zur Milleniumsparty in Berlin geriet ich am Brandenburger Tor in 
eine ähnliche Situation. Die Masse drängte unaufhörlich nach vorn, wo 
jedoch kein Platz mehr war. Die Panik löste schließlich ein Irrer aus, 
indem er eine Rakete in die Menge schoß. Die Katastrophe wurde nur 
verhindert, weil sich die Leute zur Seite in den Tiergarten verteilen 
konnten. In Duisburg gab es diese Möglichkeit am Tunnel eben nicht. Die 
Veranstalter hätten das anhand ihrer Erfahrung voraussehen bzw. 
berücksichtigen müssen, aber sie haben es ignoriert.
Auch wenn Herr Schaller die Planung nicht selbst durchgeführt hat, ist 
er als Chef von Lopavent trotzdem mit verantwortlich.

> Verantwortung liegt ganz klar in der Hand der Stadtverwaltung und den
> Idioten die in solchen Menschenmassen von hinten drücken.

Siehe oben, bei einer Großveranstaltung MUSS idiotisches Verhalten der 
Besucher eingeplant werden. Die Stadtverwaltung hätte natürlich das 
mangelhafte Konzept niemals genehmigen dürfen. Inwieweit von Seiten 
Sauerlands Druck ausgeübt wurde, kann nur spekuliert werden. In Bochum 
war man ein Jahr zuvor weitsichtiger und hat die LP wegen 
Sicherheitsbedenken abgesagt.

> Die Polizei war da um, für die Sicherheit zu sorgen.

Diese verbreitete Annahme ist leider falsch. Die Sicherheit von 
kommerziellen Großevents liegt immer in der Hand des Veranstalters, der 
Auflagen erfüllen muß, die von der zuständigen Behörde erteilt werden. 
Die Polizei geht das in keinster Weise etwas an. Und selbst wenn in 
Duisburg seitens der Polizei Fehlentscheidungen getroffen wurden, dann 
wäre dies nur eine Folge der insgesamt dilettantischen Planung gewesen 
und nicht die Ursache des Unglücks.

Auf Wikileaks gibts übrigens umfangreiche Dokumente zum Thema. Daran 
kann man sich gut ein Bild machen.

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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Das Problem mit einem engen Terrain ist aber nicht neu.
Kennt man doch von anderen Veranstaltungen wie Diskotheken,
Festwiesen, Rockkonzerte, Kaufhäusern, Stadien usw..
Da wird wohl jemand gründlich gepennt haben.
Und wenn nur vergessen wurde dafür jemanden zu beauftragen.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Icke ®. schrieb:
> Diese verbreitete Annahme ist leider falsch. Die Sicherheit von
> kommerziellen Großevents liegt immer in der Hand des Veranstalters, der
> Auflagen erfüllen muß, die von der zuständigen Behörde erteilt werden.
> Die Polizei geht das in keinster Weise etwas an.

Das kann nicht sein - siehe Fußball.

Hättest du recht, dann hätte die Polizei im Straßenverkehr nichts 
verloren, denn der ist ja auch keine staatliche Veranstaltung. 
Ebensowenig wäre die Schlichtung von Nachbarschaftsstreitigkeiten, oder 
Wirtshausschlägereien ihre Sache.

Die Polizei spielte bei der Genehmigungserteilung eine wichtige Rolle 
und war selbstverständlich dafür verantwortlich, daß alles in geregelten 
Bahnen abläuft, nachdem die Genehmigung erteilt war und auf öffentlichem 
Gelände - zu dem auch die Unterführung gehört - haben irgendwelche 
Privatordner sowieso nicht all zu viel zu sagen.

Daß da im Hintergrund aufs übelste getrickst wurde, um die LP irgendwie 
stattfinden zu lassen, zeigt sich wohl recht klar daran, daß sie zwar 
einen renommierten Panikspzialisten zu den Vorbereitungen herangezogen 
hatten, den aber von allen wichtigen Detailplanungen fernhielten. 
Offenbar war man nur an seinem Namen interessiert, um hinter diesem 
Feigenblättchen diese verantwortungslose Tour durchziehen zu können.

Schaller und Sauerland und mit dem der ganze örtlich Klüngel sitzen in 
einem Boot, das damit so ziemlich unsinkbar ist, wenn man nur genug 
kleine Bauern versenkt...

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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Leo ... schrieb:
> Das Problem mit einem engen Terrain ist aber nicht neu.

es ist so alt wie die Jagd oder der Krieg woher auch die taktik stammt 
beute/gegner in die Enge zu Treiben.

 Was für Schaller und Sauerland ökonomische Beute werden sollte ist für 
Polizei schlielich der Gegner und dank Gewaltmonopol kann man damit 
umgehen wie es beliebt. Tote sind dabei Kollateralschäden, bedauerlich 
aber in Kauf zu nehmen.

Die Bauernopfer benötigt man um sie der Meute zu fraß zu geben.

Der Mensch als entwickelster Räuber und Kanibale ever.

Namaste

Autor: Icke ®. (49636b65)
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Uhu Uhuhu schrieb:
>
> Hättest du recht, dann hätte die Polizei im Straßenverkehr nichts
> verloren, denn der ist ja auch keine staatliche Veranstaltung.
> Ebensowenig wäre die Schlichtung von Nachbarschaftsstreitigkeiten, oder
> Wirtshausschlägereien ihre Sache.

Das ist, mit Verlaub, was ganz anderes und gehört zu den normalen 
Aufgaben im Rahmen der rechtsstaatlichen Ordnung und Sicherheit.

> Die Polizei spielte bei der Genehmigungserteilung eine wichtige Rolle
> und war selbstverständlich dafür verantwortlich, daß alles in geregelten
> Bahnen abläuft, nachdem die Genehmigung erteilt war und auf öffentlichem
> Gelände - zu dem auch die Unterführung gehört - haben irgendwelche
> Privatordner sowieso nicht all zu viel zu sagen.

In der Tat ist es eben genau andersrum. Die Polizei hat höchstens eine 
beratende Funktion während der Genehmigungsverfahren. Zu den 
eigentlichen Events ist sie ausschließlich für die Verhinderung/Ahndung 
von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten verantwortlich und NICHT für die 
planungstechnische Sicherheit der Besucher. Der VERANSTALTER muß 
ausreichend Ordnungskräfte bereitstellen und technische/organisatorische 
Maßnahmen treffen, damit die allgemeine Sicherheit der Besucher 
gewährleistet wird. Mein Schwager ist Gruppenführer bei der 
Bereitschaftspolizei und war auch in Duisburg vor Ort. Ich denke, seinen 
Worten kann ich Glauben schenken. Aus den bei Wikilekas veröffentlichten 
Dokumenten geht dies ebenfalls hervor. Zu den Genehmigungsmeetings waren 
keine Vetreter der Polizei, sondern nur der Feuerwehr geladen.


http://mirror.wikileaks.info/wiki/Loveparade_2010_...

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Icke ®. schrieb:
> In der Tat ist es eben genau andersrum. Die Polizei hat höchstens eine
> beratende Funktion während der Genehmigungsverfahren.

Na ja, das Gewicht dieser "beratenden Funktion" hängt eben vom 
Gegenstand ab, der verhandelt wird. Wäre es um eine Großdemo von 
Kernkraftgegnern gegangen, dann wäre die Sache mit Sicherheit völlig 
anders ausgegangen - womit wir wieder bei den politisch Verantwortlichen 
sind. Eigentlich.

Daß diejenigen Polizisten, die letzlich die Drecksarbeit machen müssen, 
nicht gefragt werden, ist nicht neu. Aber die Polizeiführung sehr wohl. 
Daß die dem örtlichen Klüngel völlig fern steht, wäre zumindest eine 
hochinteressante Neuigkeit.

Autor: Иван S. (ivan)
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Archie F..... schrieb:
> Was kann Schaller dafür?

Wer soll denn sonst an dieser Tragödie Schuld sein?

Schaller hat billigend in Kauf genommen, daß das Konzept seiner 
Eventfirma viel zu klein für diese Massenveranstaltung dimensioniert 
wurde.

Er hat billigend in Kauf genommen, daß das Gelände für die erwartete 
Besucherzahl nicht groß genug sei.

Er hat billigend in Kauf genommen, daß die Straßentunnels Lehr-Straße 
als gemeinsamer Zu- und Abgang dienen sollten. Wenn man eine Leberwurst 
an den Enden quetscht, dann platzt sie in der Mitte, das weiß jedes 
Kind.

Er hat billigend in Kauf genommen, daß die Veranstaltung im Gegensatz zu 
früheren Ereignissen dieser Art auf einem begrenzten Areal stattfinden 
sollte. In eine Mostflasche passen nur zwei Liter, mehr geht auch mit 
Gewalt nicht hinein.

Schaller ist bestimmt nicht allein verantwortlich für das was geschehen 
ist, aber er war der Hauptnutznießer und ist meiner Meinung nach auch 
der Hauptschuldige.

Ich kann mich noch gut an seine Live-Kommentare über die vielen Besucher 
am Nachmittag der Veranstaltung erinnern, sehe seine Arroganz noch vor 
mir. Aber mit Schuldabweisungen, da war er schnell.

Iwan würde ihm 10 Jahre geben, davon 8 unbedingt.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Angeblich soll ein leitender Polizist den verhängnisvollen Befehl 
gegeben haben: 
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,742401,00.html

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