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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Personalvermittlerrealitäten


Autor: Genervter (Gast)
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Heute wurde wieder ein Thread gestartet, wie mit Personalvermittlern 
umzugehen ist und was man von ihnen zu erwarten hat. Als Selbständiger 
habe ich ständig Anfragen und kann - quasi als Abschreckung - davon 
berichten, wie nervig und ineffektiv das ist.

Dazu reicht allein das, was ich heute reinbekommen habe:

Obwohl ich auf allen Freiberuflerplattformen, auf denen ich registriert 
bin, nebst allen Details auch in 2 Sätzen einen eine EXAKT Bescheibung 
dessen angegeben habe, was ich mache, nämlich:

"Entwicklung von Elektronik mit FPGAs und MCUs inklusive Schaltplan und 
Layout, sowie passendem VHDL + C"

bekomme ich komlett daneben liegende Anfragen:

Solcom will mich für C++ unter Windows und Linux, also PC-Software
Megapart für Analogtechnikprüfung im Labor (also Prüfung)
Dextrina für Automotive-SPICE Validierung (habe nirgends angegeben)
Serma für Projekte im Bereich Power Electronik (nicht mein Fachgebiet)
GULP für 3 Projekte im Bereich Leistselektronik und Stromversorgung
MRL für DSP-Software-Prüfung mit MISRA-C (auch nicht bekannt)
und die Hays will mich als FMEA-Experten für Fenster-Cooperation


Keiner von denen hat sich die Mühe gemacht, meinen CV zu lesen.
Allesamt Geier, die auf Schnellvermittlung aus sind.

Es nervt immer mehr!

Autor: Ich (Gast)
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@Genervter
Die lesen nur ein Bruchteil und denken sich den Rest.

Genervter schrieb:
> Solcom will mich für C++ unter Windows und Linux, also PC-Software
> Megapart für Analogtechnikprüfung im Labor

Die lesen nur was von "C" - Treffer versenkt.

Für "Power Electronik" muss man sich auch mit Schaltplänen auskennen, 
und das kannst du.

Hatte auch mal Anrufe u.a. von Hays, die sich aus meinem Lebenslauf 
etwas zusammengebastelt haben.

Die Leute, die sich melden sind oft Azubienen oder BWLer, von Technik 
praktisch keine Ahnung.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Ich bin zwar nicht selbstständig, habe aber mein detailliertes 
ausführliches Profil in einigen Jobbörsen stehen. Und da ist kürzlich 
ein guter Unternehmensberater an mich heran getreten, der im Auftrag für 
eine Firma einen Spezialisten sucht, der in einem Spezialgebiet der 
Hardwareentwicklung sofort loslegen kann. Möglichst vorgestern schon. 
Den ersten Kontakt stellte aber (schätzungsweise) eine Hausfrau her, die 
im Internet nur Profile recherchiert. Nun ja, immerhin ging der zweite 
Kontakt dann direkt vom Berater aus. Der Spezialist sollte wirklich 
exakt das Thema beherrschen, und sofort loslegen. Natürlich sollte er 
auch alle anderen Skills am Rande beherrschen, es gab ein mehrseitiges 
Portfolio (Weihnachtswunschliste) zur Stellenbeschreibung. Der Berater 
selbst führte mit mir vor Ort ein richtiges Vorstellungsgespräch. 
Bezüglich des Spezialgebietes waren wir aber beide etwas ratlos, nun ja, 
ich hätte mich zumindest einarbeiten können. Ist aber unerwünscht.

Immerhin bekam ich völlig ungefragt alle Auslagen ersetzt. Und zwar so, 
daß ich wirklich auf keinem Cent sitzen bleibe. Das war sehr manierlich. 
Ein Tag Zeitaufwand war trotzdem weg.

Ein wenig hatte ich den Eindruck, daß da in einer Firma ein 
ausgesprochener Spezialist abgehauen ist, und es lichterloh brannte. Das 
erfuhr ich allerdings nicht.

Ansonsten bekomme ich aus den Jobbörsen meistens halb passende Anfragen, 
die ich aus Erfahrung auch gar nicht mehr weiter verfolge. Irgendwas ist 
immer drin, womit ich gar nichts zu tun habe, und wenn es 
PC-Programmierung unter C++ ist. Die lesen da C, dann könnte es mit ++ 
sicher auch noch was werden.

Autor: Exil-Ing (Gast)
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Ich war auch mal eine Zeitlang als Freiberufler in D taetig und kann den 
Genervten (tm) vollkommen nachvollziehen.

Antwortete ich anfangs noch recht manierlich auf alle Anfragen, stellte 
sich bereits nach wenigen Wochen ein Gefuehl der Ernuechterung ("Lesen 
die ueberhaupt mein Profil?" bzw. "Wozu mache ich mir ueberhaupt die 
Arbeit, meine Erfahrungen detailliert auf x Plattformen permanent 
aktuell zu halten?") breit. Gottseidank konnte ich mich dann doch 
ziemlich schnell an die Gepflogenheiten anpassen: Anrufe ohne oder mit 
mir unbekannter Nummer wurden ignoriert, genauso wie alle Mails, die mir 
nicht zusagten oder die ich aus anderen Gruenden nicht annehmen konnte 
(Zeit, Fachkenntnisse).

Lustigerweise erhalte ich heute noch vereinzelt Projektanfragen von 
Leuten, die angeblich mein Profil auf Seiten fanden, auf denen es schon 
laengst nicht mehr aktiv ist... Die Tage wurde auch erst wieder ein 
"Projektleiter fuer HF-Messtechnik" gesucht, obwohl ich damit seit dem 
Studium nichts mehr zu tun hatte.

Als Selbstaendiger in D hilft leider nur eines: Sich ein moeglichst 
dickes Fell wachsen lassen und das eigene Verhalten an die heutzutage 
ueblichen Gepflogenheiten im "Business" anpassen (d. h. sich 
grundsaetzlich wie ein Ars****ch verhalten). Wer das nicht schafft, 
sollte dringendst wieder ueber eine Festanstellung nachdenken, da sonst 
der Nervenzusammenbruch praktisch vorhersehbar ist.


Patrick

Autor: Pfennigfuchser (Gast)
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Also einerseits wird sich darüber beschwert, dass einerseits exakte 
Profile verlangt werden, und hier nun das Gegenteil. Mensch, die geben 
dir Zeit zur Einarbeitung. :-)

Problematisch finde ich, dass zwischen diesen zwei Extremen 
herumgesprungen wird. Am "Genervten" erkennt man: Wir haben die 
Boom-Phase. In zwei Jahren, wenn mal wieder jemand nicht eingestellt 
hat, weil er das Word-Einsteiger-Seminar nie gemacht hat, dann ist das 
ein sicheres Anzeichen für die Krise.

Permanent herrscht die Krise in den Personalabteilungen.

Autor: Exil-Ing (Gast)
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Pfennigfuchser schrieb:
> Am "Genervten" erkennt man: Wir haben die
> Boom-Phase.

Sorry, dass ich da widersprechen muss: Ich hatte seinerzeit von der 
"Wirtschaftskrise" nichts gemerkt. Zum Einen hatte ich voll zu tun; und 
zum Anderen hatte sich das Verhalten der Projektvermittler nicht 
geaendert. Ich bekam vor, waehrend und nach der "Wirtschaftskrise" exakt 
den gleich hohen relativen Anteil "lustiger" Anfragen.

Das hat IMHO nichts mit "Fachkraeftemangel" zu tun, sondern schlicht und 
ergreifend mit der mangelnden fachlichen Expertise der Vermittler.


Patrick

Autor: MaWin (Gast)
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> ueblichen Gepflogenheiten im "Business" anpassen (d. h. sich
> grundsaetzlich wie ein Ars****ch verhalten). Wer das nicht schafft,
> sollte dringendst wieder ueber eine Festanstellung nachdenken, da sonst
> der Nervenzusammenbruch praktisch vorhersehbar ist.

Vorsicht. Da bei einer Festanstellung die Firmenchefs glauben,
voll an die Gepflogenheiten im "Business" angepasst zu sein,
sich also prinzipiell wie ein Ars****ch verhalten,
bist du damit nicht der asozialen Welt entronnen,
du sitzt nur auf der anderen Seite des Lochs in der Scheisse.

Autor: xyz (Gast)
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ja da bibt es schon lustige typen.

Auf mein Profil bei Monster (kam bisher aber nur Müll zurück) war mal 
folgende mail dabei :

Hallo Bewerber, melden sie sich bei mir "email-adresse"


so wichtige und geheime Stellen vermitteln die, wenn sie dir mehr 
informationen geben würden müssten sie dich erschiessen :-)

Autor: Leo ... (-headtrick-)
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Etwas vergleichbares erlebt man auf dem Stellenmarkt zuhauf.
Auf eine Stelle, von einer Zeitarbeitsklitsche, die in meiner Nähe
angeboten wurde hatte ich Kontakt aufgenommen und auch sofort
eine Einladung erhalten um mich kennen zu lernen.
Das VG verlief ganz gut, aber über die Stelle wurde nichts
konkreteres mitgeteilt wo gegen ich mich mit meinen Unterlagen
vollständig geoutet hatte. Ich hatte dann nochmal Kontakt mit
der Info das der Kunde es sich überlegen wollte und sich ein
halbes Jahr Bedenkzeit vorbehielt. Ich erfuhr zwar einen Namen des
Kunden, konnte die Firma aber nicht finden.
Vermutlich gibts die Firma gar nicht und die wollten nur ihre
Datenbank frisches Futter geben. Die waren das auch nicht sehr
respektvoll. Die haben mir quasi die Bewerbungsmappe aus der Hand
gerissen und noch nicht mal gefragt was sie damit machen dürften.

Das beste kommt noch. Zehn Tage später bekomme ich von der selben
Klitsche wieder eine Einladung, weil man auf mich aufmerksam geworden
ist und man mich kennenlernen wollt, nur mal so, ohne konkretes Angebot.
War eine andere Sachbearbeiterin.
Da ich in dem Laden schon zeitnah vorstellig war hab ich auf den
ursprünglichen Gesprächspartner verwiesen und ein weiteres Gespräch 
abgelehnt da meine Reputation ja schon vorlag und die keine Fahrtkosten
bezahlen wollen. Dann könne die mich gestohlen bleiben weil die 
offensichtlich nix zu bieten haben.
Künftig werde ich Beweise für eine offene Stelle verlangen, mal
sehen wie die darauf reagieren?

Autor: Sebastian H. (sh______)
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Mir wurden sogar schon Stellen "angeboten" wo ein Maschinenbauer gesucht 
wurde :> Ein hoch auf die Praktikanten :)

Wobei aber zwischendurch aber auch mal durchaus interessante Positionen 
dabei sind die auch wirklich passen.

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