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Forum: Platinen Rein chemische Verfahren zur Oberflaechenveredelung von Platinen (Nickel, Silber, Gold)


Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Hallo Forum,

ich hab mich in letzter Zeit etwas umgesehen und wollte herausfinden, ob 
und wie es moeglich ist, Platinen mit hoeherwertigen Metallen als Zinn 
zu veredeln. Und das moeglichst rein chemisch. Die 
Elektrolysegeschichten waeren zwar prinzipiell eine Option, aber man 
bekommt keine gescheite Ausruestung dafuer her (das Glump vom hohen C 
z.B.) oder sie ist wahrscheinlich sehr teuer.

Folgendes habe ich herausgefunden:
1. Silber
http://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/12_00.htm

Silber waere eine gute Idee gewesen, da das verwendete Silbernitrat 
ungiftig ist. Leider formen sich bei obigen Rezept durch die Zugabe von 
Ammoniakloesungen explosive Verbindungen (Silbernitrid). Eine weitere 
Huerde ist die Tatsache, dass Silbernitrat in D 
verschreibungspflichtig(!) ist, da man es offenbar in Loesung als 
Antiseptikum verwenden kann - Fehlanzeige.

2. Gold
Bei Gold messte man das Bad auf Gold(III)-Chlorid-Basis ansetzen. Mal 
davon abgesehen dass das Zeug wahrscheinlich unbezahlbar ist, bekommen 
es offenbar selbst Apotheken nicht her, die Grosshaendler haben es wohl 
wegen Preis und Nachfrage tendentiell nicht im Angebot. Weiterhin werden 
bei Gold oft hochgiftige Cyanidverbindungen eingesetzt, das faellt also 
alleine schon deswegen heraus.

3. Nickel
Fuer Vernickelung hab ich zwei Rezepte gefunden:
30 g Nickelchlorid
10 g Natriumhypophosphit
55 g Ammoniumchlorid
100 g Natriumcitrat
auf 1 l Lösung, pH 8 - 9, 90 °C

bzw. alternativ:
40g/l Nickelsulfat
80g/l Natriumacetat
20g/l Adipinsaeure
20g/l Natriumhypophosphit
95 C

Also da geben sich gleich mehrere Probleme. Nickelchlorid aber auch 
Nickelsulfat sind beide giftig (Gefahrensymbol T). Und 
Natriumhypophosphit scheint ebenfalls recht spartanisch und daher schwer 
zu beschaffen sein.

Ich hab momentan noch bei einer weiteren Apotheke nachgefragt, das 
Ergebnis sollte ich morgen haben. Wahrscheinlich scheitert es wieder an 
der Verfuegbarkeit. Die erste Apo, bei der ich angefragt habe, haette es 
mir wahrscheinlich besorgt, wenn es denn ginge.

Hat von Euch jemand vielleicht eigene Rezepte bzw. Erfahrung auf dem 
Gebiet und kann einen weiteren Vorschlag machen, falls auch die 
Nickel-Loesung nicht machbar ist?

Gruss,
Michael

Autor: Johann (Gast)
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Was ist denn gegen die Verzinnung einzuwenden?

Autor: Klaus (Gast)
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Michael G. schrieb:
> . Und das moeglichst rein chemisch. Die
> Elektrolysegeschichten waeren zwar prinzipiell eine Option, aber man
> bekommt keine gescheite Ausruestung dafuer her (das Glump vom hohen C
> z.B.) oder sie ist wahrscheinlich sehr teuer.

Das Problem ist eher ein anderes. Wenn eine Platine mal geätzt ist, kann 
man die einzelnen Leiterbahnen nicht mehr gescheit an eine Stromquelle 
zur Elektrolyse anschließen. Professionell werden Kontaktleisten 
außerhalb der eigentlichen Platinenfläche mit extra Leiterbahnen 
verbunden. Nach der Elektrolyse wird das Teil dann abgetrennt.

Die chemische Oberflächenbehandlung hat ein anderes Problem, die 
Schichtdicken sind sehr dünn. Zum Teil diffundieren sie in wenigen 
Wochen weg. Das Zeug ist auch ziemlich giftig.

Von den Kosten ist die Elektrolyse eher billig, ein wenig Strom und 
schon gehts los. Die Kosten bei den Profis entstehen eher durch die 
zusätzlichen Prozessschritte: zusätzliche Verbindungen zu den Steckern, 
abdecken der Restplatine und dazu nötiger Film, und zum Schluß 
entschichten.

MfG Klaus

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Johann schrieb:
> Was ist denn gegen die Verzinnung einzuwenden?

Nichts aber ich will mich halt nen bissel steigern ;) Und Nickel ist 
eindeutig hochwertiger. Muss man dann ja auch nicht fuer jede Platine 
machen sondern nur fuer besondere.

Autor: Andi (Gast)
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Hast du schon mal vernickelte Platinen gelötet?
Ich schon, eine scheiss Arbeit.
Waren Platinen für Burn in Tests für TTL IC bei Siemens..

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Nein noch nicht, da aber Nickel oft auch mit Gold verwendet wird und die 
Schichtdicke wahrscheinlich nicht so gross ist sollte es machbar sein, 
Loetlack kommt sowieso zum Einsatz. Aber das muss ich natuerlich auf 
einen Versuch ankommen lassen. Silber und Gold sind leider auf diese Art 
nicht machbar. Wenn es klappt kann ich gerne berichten.

Autor: Klaus (Gast)
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Michael G. schrieb:
> Nein noch nicht, da aber Nickel oft auch mit Gold verwendet wird und die
> Schichtdicke wahrscheinlich nicht so gross ist sollte es machbar sein,

Gold diffundiert ziemlich schnell ins Kupfer. Chemisch Gold ist schon 
nach ein paar Tagen nicht mehr zu sehe, Hartgold (elektrolytisch) nach 
einigen Monaten. Deswegen wird typischerweise erst vernickelt und dann 
vergoldet.

Es gibt beim großen C so simpele Elektrolysekits. Dazu gehört auch eine 
Anleitung, die IMHO auch im Netz steht (und nix kost).

MfG Klaus

Autor: cottrell (Gast)
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Das Vernickeln ohne äußere Stromquelle (sog. chemisch Nickel) ist ein 
Standardverfahren in der Galvanotechnik. Man findet eigentlich in jedem 
Galvaniklehrbuch etwas darüber.
Nickelchlorid dürfte als Privatperson nicht so einfach zu kaufen sein. 
Bei uns an der Uni wird es als Gift behandelt und steht auch im 
Giftschrank und ist nur mit speziellem Schlüssel zugänglich. Für 
Nickelsulfat gilt das nicht.
Warum man Platinen versilbern will ist mir nicht ganz klar. Da sind 
Korrosionsproblem in feuchter Umgebung ja schon vorprogrammiert.
Als Alternative zum vergolden gibt es noch Palladiumlegierungen die man 
abscheiden kann.
Insgesamt dürfte es als Privatperson aber schwierig sein auf legalem 
Wege an alle bei diesen Verfahren benötigen Chemikalien zu gelangen.
Zudem stellt sich dann noch das Entsorgungsproblem.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Klaus: Es geht hier um chemische Verfahren. Das ueberteuerte und zudem 
minderwertige Galvanisierset vom C kenn ich schon, das hatte ich im 
Eroeffnungspost schon geschrieben. Ich erhoffe mir ausserdem einen 
Kostenvorteil, wenn man groessere Mengen kauft.

Cottrell: Interessant. Beide Chemikalien (Nickelchlorid) und auch 
Nickelsulfat sind bei Wikipedia mit T gekennzeichnet. Was da also nun 
"giftiger" ist konnte ich nicht entscheiden. Ich hab der Apo mal beide 
Rezepte gegeben. Wenn ersteres nicht moeglich ist, zweiteres schon, dann 
soll mir das auch recht sein. Wie gut das ueberhaupt funktioniert muss 
sich dann sowieso zeigen.

Vielleicht hat jemand noch andere Ansaetze, ich probier es dann gerne 
weiter.

Greets,
Michael

Autor: spess53 (Gast)
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Hi

Für Versilberung gibt es auch noch die Anreibeversilberung.

MfG Spess

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Jo das weiss ich, aber das ist offenbar auch giftig. Davon abgesehen 
stimmt es schon, dass Silber fuer Platinen vielleicht nicht die erste 
Wahl ist, weil es ja auch fuer den Luftsauerstoff anfaellig ist. Aber 
wenn alle Stricke reissen waere es noch eine Option. Wie lange das dann 
verfuegbar ist und zu welchen Preisen ist halt auch die Frage. Wenn man 
ein eigenes Rezept hat duerfte das weitere Vorteile bieten.

Autor: Klaus (Gast)
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Michael G. schrieb:
Es ging mir nur um die Anleitung vom C.

> Ich erhoffe mir ausserdem einen
> Kostenvorteil, wenn man groessere Mengen kauft.

Dann ist man leicht auf dem Radar von Arbeitsschutz und Umweltamt.

MfG Klaus

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Mit groesserer Menge meine ich hier einen Liter Loesung, um Reichweite 
zu haben. Und die sollen mich ruhig "auf dem Radar" haben wenn sie 
nichts besseres zu tun haben. Ohne Eintrag in das "Giftbuch" usw., 
bekommt man sowas ohnehin nicht. Und da meine Verwendung legitim ist hab 
ich da kaum etwas zu befuerchten. Die Loesung kann man wieder verwenden 
bis sie verbraucht ist und dann entsorgen wie sie ist.

Also bitte mehr konstruktive Beitraege jetzt. Es geht um das Verfahren 
bzw. das Rezept, vielleicht gibt es bessere, ungiftigere Alternativen. 
Sonst wuerde ich ja hier keine Diskussion starten.

Autor: Martin (Gast)
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Ich habe 2003 zum ersten mal eine Platine mit dem Galvanisierset von 
Conrad vergoldet, ohne vorherige Vernickelung.
Die Oberfläche sieht heute noch genauso vergoldet aus wie vor 8 Jahren,
das Ergebnis ist erstklassig.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Ja, die Loesung ist aber schweineteuer und die Hardware ist billigster 
Plastikplunder. Welche Reichweiten bekommt man da mit 100ml Loesung? Und 
wie lange dauert der Prozess?

Aber nochmal, ich moechte jetzt mal nach chemischen Moeglichkeiten 
suchen. Man darf nicht so schnell aufgeben, dann geht so einiges, was 
sonst nicht geht. Ich weiss jetzt schon dass ich es bekomme, wenn die es 
denn auch bekommen, da seh ich eher das Problem ;)

Autor: Olaf (Gast)
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> Ich habe 2003 zum ersten mal eine Platine mit dem Galvanisierset von
> Conrad* vergoldet, ohne vorherige Vernickelung.

Da kann ich mithalten. :-)

http://www.criseis.ruhr.de/hp48/hp48b.html

Die unteren Kontakte am Bus habe ich 1995 mit dem Zeugs von Conrad 
vergoldet und die Platine sieht immer noch genauso aus. Ich musste erst 
vor ein paar Monaten die Batterie wechseln.

Olaf

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Na toll, auf dem Bild erkennt man viel... ausser dass die ganze Platine 
offenbar schlimm korrodiert is. Genau das will ich durch die 
Oberflaechenbehandlung vermeiden.

Autor: Carsten Sch. (dg3ycs)
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Hi,

Michael G. schrieb:
> Huerde ist die Tatsache, dass Silbernitrat in D
> verschreibungspflichtig(!) ist, da man es offenbar in Loesung als
> Antiseptikum verwenden kann - Fehlanzeige.

Hinweis nur zu diesem Punkt:
Ob eine Substanz als "Verschreibungspflichtig" eingestuft ist oder 
nicht, das spielt für die technische Verwendung keine Rolle. Es gib so 
einiges was als Verschreibungspflichtiger Wirkstoff eingesetzt wird und 
man aber trotzdem Problemlos kaufen kann...
Lediglich die Abgabe zum Zwecke des Einsatzes am Menschen ist ein 
anderes Thema.

Allerdings ist es so, das viele Apotheker(-helfer) die Feinheiten in dem 
Bereich entweder gar nicht kennen und daher entweder wirklich glauben 
die dürfen soetwas nicht abgeben, oder aber aufgrund der ständig 
wechselnden Rechtslage (man überlege mal wie oft in den letzten Jahren 
die Grenze für Dokumentationsfreie Abgabe von H2O2 Lösungen herabgesetzt 
wurde) sich einfachnicht mehr sicher sind und keine Lust haben nur um im 
Monat für 5Eur. Chemiekalien verkaufen zu können sich da auf dem 
Laufenden zu halten - Und deshalb nur das abgeben was nach den Regeln 
ihrer täglichen Aufgabe -dem Einsatz am Menschen- nicht mit Auflagen 
versehen ist.

Dazu kommt noch das es sowieso immer schwieriger wird Chemie über die 
Apotheke zu bekommen - selbst wenn man eine hat die einem noch 
Verwendungszweck und Fachkenntniss abnimmt. Die meisten Apotheken können 
nur noch Stoffe ordern die sie über die normalen Pharmagroßhändler 
bekommen. Stoffe mit PZN. Es werden aber immer mehr Grundstoffe 
ausgelistet.

Gruß
Carsten

P.S. Eine Bezugsquelle für Silbernitrat - ganz frei ;-)
http://crystalgrowing-shop.com/shop/article_LAB-00...

Autor: Klaus De lisson (kolisson)
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.. wo ich das gerade so lese:

Es wird doch allgemein im Bereich der Elektronik und speziell
im Bereich von Platinen sehr viel abgekupfert. Vielleicht gibt
es über das Internet ja ne Möglichkeit etwas von dem Abkupfer
günstig aus Fernost zurückzukaufen. Dann könnte man es doch
durch Behandlung in einer Transmutationsanlage zu einer goldigen
Idee umwandeln.

Gruss Klaus

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Carsten Sch. schrieb:
> Hi,
>
> Michael G. schrieb:
>> Huerde ist die Tatsache, dass Silbernitrat in D
>> verschreibungspflichtig(!) ist, da man es offenbar in Loesung als
>> Antiseptikum verwenden kann - Fehlanzeige.
>
> Hinweis nur zu diesem Punkt:
> Ob eine Substanz als "Verschreibungspflichtig" eingestuft ist oder
> nicht, das spielt für die technische Verwendung keine Rolle. Es gib so
> einiges was als Verschreibungspflichtiger Wirkstoff eingesetzt wird und
> man aber trotzdem Problemlos kaufen kann...
> Lediglich die Abgabe zum Zwecke des Einsatzes am Menschen ist ein
> anderes Thema.

Ja sowas haette man sich fast denken koennen. Danke fuer den Hinweis. 
Sollten sie mir damit nochmal kommen weiss ich ja bescheid. Aber das ist 
nicht gerade toll...

> Allerdings ist es so, das viele Apotheker(-helfer) die Feinheiten in dem
> Bereich entweder gar nicht kennen und daher entweder wirklich glauben
> die dürfen soetwas nicht abgeben, oder aber aufgrund der ständig
> wechselnden Rechtslage (man überlege mal wie oft in den letzten Jahren
> die Grenze für Dokumentationsfreie Abgabe von H2O2 Lösungen herabgesetzt
> wurde) sich einfachnicht mehr sicher sind und keine Lust haben nur um im
> Monat für 5Eur. Chemiekalien verkaufen zu können sich da auf dem
> Laufenden zu halten - Und deshalb nur das abgeben was nach den Regeln
> ihrer täglichen Aufgabe -dem Einsatz am Menschen- nicht mit Auflagen
> versehen ist.

Ja, es ist schlimm. Am besten interessiert man sich fuer gar nichts, 
dann hat man auch keine Probleme. Wasserstoffperoxid 30% ist ja schon 
auf diversen Listen wegen Sprengstoffen (Acetonperoxid). Da hab ich aber 
keine Probleme es zu bekommen, auch wenn man sich immer bloed ansehen 
lassen darf wenn man nach so etwas fragt.

Klar is nen Apotheker happier wenn er mit Hilfe von Aerzten und 
Versicherungen vollkommene Mondpreise fuer Medikamente (rechtlich 
sicher) abziehen kann, das ist mir auch klar. Leider.

> Dazu kommt noch das es sowieso immer schwieriger wird Chemie über die
> Apotheke zu bekommen - selbst wenn man eine hat die einem noch
> Verwendungszweck und Fachkenntniss abnimmt. Die meisten Apotheken können
> nur noch Stoffe ordern die sie über die normalen Pharmagroßhändler
> bekommen. Stoffe mit PZN. Es werden aber immer mehr Grundstoffe
> ausgelistet.

Hab ich auch gemerkt, wirklich viel bekommen die auch nicht.

> Gruß
> Carsten
>
> P.S. Eine Bezugsquelle für Silbernitrat - ganz frei ;-)
> 
http://crystalgrowing-shop.com/shop/article_LAB-00...

Das ist doch mal hilfreich, auch wenn ich jetzt doch erst mal versuche 
das Ganze mit Nickel aufzuziehen :D Wenn ich dann morgen bescheid 
bekomme dass das auch nicht geht denk ich nochma drueber nach ;)

Greets,
Michael

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Kleines Update: Die Nickelvariante kann ich mir in die Haare 
schmieren...
Ich mach jetzt dann einen Versuch mit Silbernitrat, hab eine Apo 
gefunden, die es mir bestellt. Morgen (oder eher: heute) gibt es dann 
mehr, inkl. ein paar Bilder ;)

greets,
Michael

Autor: Olaf (Gast)
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> Na toll, auf dem Bild erkennt man viel... ausser dass die ganze Platine
> offenbar schlimm korrodiert is. Genau das will ich durch die
> Oberflaechenbehandlung vermeiden.

Aehem...sei froh das ich 1995 ueberhaubt schon eine digitale Kamera 
hatte. :-)
Ausserdem habe ich doch geschrieben das ich nur die Kontakte vergoldet 
habe. Der Rest ist Kupfer. Allerdings habe ich dort noch eine Schicht 
Epoxy draufgemacht.
Entscheidend ist aber das die Kontakte die ganzen Jahre immer problemlos 
funktioniert haben.

Ich hatte diese Speicherkarten vorher gebaut ohne sie zu vergolden. Sie 
haben dann immer ein paar Wochen funktioniert bis es zu Kontaktproblemen 
und Datenverlust kam. Mit der Vergoldung aber jetzt viele Jahre kein 
Problem.

Olaf

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Olaf schrieb:
>> Na toll, auf dem Bild erkennt man viel... ausser dass die ganze Platine
>> offenbar schlimm korrodiert is. Genau das will ich durch die
>> Oberflaechenbehandlung vermeiden.
>
> Aehem...sei froh das ich 1995 ueberhaubt schon eine digitale Kamera
> hatte. :-)

Naja ok... right. Meine erste hatte ich anno 99, nen richtig cooles 
Kohlebrikett mit einer Laufzeit von 10 Minuten und ner 
640er-Artefaktaufloesung. Aber naja trotzdem... :P

> Ausserdem habe ich doch geschrieben das ich nur die Kontakte vergoldet
> habe. Der Rest ist Kupfer. Allerdings habe ich dort noch eine Schicht
> Epoxy draufgemacht.
> Entscheidend ist aber das die Kontakte die ganzen Jahre immer problemlos
> funktioniert haben.
>
> Ich hatte diese Speicherkarten vorher gebaut ohne sie zu vergolden. Sie
> haben dann immer ein paar Wochen funktioniert bis es zu Kontaktproblemen
> und Datenverlust kam. Mit der Vergoldung aber jetzt viele Jahre kein
> Problem.
>
> Olaf

Joa etz guck ich mal wie weit ich hier komme ;)

Autor: kennie (Gast)
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1.

Silbernitrat ist frei verkäuflich nach geltenden Gesetzen; dass die 
Apotheken das anders handeln mag sein (ist bei Methanol z.B. genauso, 
allerdings kann das letztlich jede Apotheke machen wie sie will; viele 
Apotheken sind ja so bescheuert und verkaufen einem nichtmal 
Isopropylalkohol...).

Wer es kaufen möchte dem empfehle ich

http://www.technikhandel-wendt.de/

Dieser Laden hat sich auf einfache und legale Chemikalien spezialisiert.
Auch der Crystalgrowing-shop ist zu empfehlen, ich habe bei beiden schon 
bestellt und war sehr zufrieden.

Zum Silbernitrid: Dieses bidlet sich wenn überhaupt erst bei längerem 
Stehen in ammoniakalischer Lösung; man sollte daher nur kleine Mengen 
ansetzen und sofort verbrauchen. Da sich das Lagern bei 
Silbersalzlösungen aufgrund der schnellen Zersetzung aber eh verbietet, 
ist das m.M. kein Hindernis. Das Silbernitrat muss absolut staubfrei und 
dunkel gelagert werden; das Zeug aus dem Crystalgrowingshop z.B. kommt 
in kleinen durchsichtigen Plastikfläschchen die man unbedingt dunkel 
einpacken muss. Die Zersetzung erkennt man daran dass sich das weiße 
Pulver grau verfärbt.

2.

Zu Nickelsalzen wie Nickelchlorid:

Hier wird neuerdings ein großes Theater drum gemacht, m.M. völlig 
sinnfrei. Nickelcarbonat dagegen ist als staubfeines Pigment nach wie 
vor wie Keramikglasuren im Einsatz und völlig legal zu erwerben, z.B. 
hier:

http://1103032238596zhe02.keramikbedarf.de/shop/index.html

Das Pulver in Salzsäure aufgelöst ergibt eine Nickelchloridlösung. Diese 
ist m.M. viel ungefährlicher als das staubfeine Pulver was man gerade 
bei den großen Mengen und der nicht gerade behutsamen Verarbeitung im 
Keramikbereich nicht behaupten kann!

3.

Zum Vergolden gibt es sog. Glanzvergoldung die aber cyanidhaltig ist und 
daher sehr giftig; sie darf nach geltendem Recht nicht per Versand 
gehandelt werden und ist nur in entsprechenden Fachgeschäften über die 
Theke erhältlich.

Autor: bzt (Gast)
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vom chemischen Vergolden sollte man, soweit man nicht 
Spezialausrüstung/Ausbildung hat eher die Finger davon lassen. Kenne 
auch Goldschmiede denen das zu Gefährlich ist und die daher chemisch 
nicht vergolden. Die haben auch noch ganz andere Sachen da, die z.B. 
auch Flusssäure enthalten.
Soll heißen: Man sollte einen großen Respekt vor diesen 
Cyanidverbindungen zum Vergolden haben ;-)

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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bzt schrieb:
> Soll heißen: Man sollte einen großen Respekt vor diesen
> Cyanidverbindungen zum Vergolden haben ;-)

Sag das den Goldwäschern im brasilianischen Urwald.

Erstaunlicherweise sind zyanidische Goldsalze sehr stabil und damit 
wenig gefährlich. Sieht aus wie Speisesalz, aber besser nicht 
verwechseln. Das Problem besteht, wenn man das Zyanid einzeln bezieht 
und aufbewahrt zum Ansetzen von Bädern, das ist dann schon eine latente 
Bedrohung für die Schwiegermutter. Aber in der Galvanik und zum Härten 
sind Zyanide weit verbreitet, Natriumcyanid gibt's z.B. billig in 50 
kg-Fässern.

Gruss Reinhard

Autor: Peter (Gast)
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Als Galvanotechniker, stelle ich gerne mein Fachwissen in sachen 
Oberflächenveredelung zur verfügung, falls noch bedarf besteht;)

Chemie ist nicht alles, aber ohne Chemie ist alles nichts

Autor: Thomas Holmes (Firma: CIA) (apostel13)
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Hier gibt's eigentlich alles fertig und es funktioniert in der Regel 
recht gut:

http://www.tifoo.de

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