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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Dringend Hilfe zu Funkmodulen!!!


Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo,

ich habe ein größeres Projekt, in dem ich unbedingt Funkmodule einsetzen 
möchte/muß. Es ist wirklich sehr wichtig für mich und ich würde mich um 
jede Hilfe wirklich sehr freuen!!! :-)

Meine ersten Tests liefen mit den Telemetrie-Modulen zur C-Control an 
einem AVR. Die Conrad-Module funktioinerten wunderbar. Die Module 
inklusive Gehäuse etc. für die C-Control gibt es nicht mehr, folgende 
(fertig aufgebaute) Platinen sind aber 100% kompatibel (nur anderer 
Name):

Empfänger: 19 26 35-77 (67,45 Euro)
Sender   : 19 03 55-77 (29,95 Euro)

Soweit so gut. Nun waren mit die Platinen aber a) zu groß und b) zu 
teuer (ich benötige mehrere Module)!

Also bin ich auf der Suche nach Alternativen auf die 868MHz-Module von 
Westfalia gestoßen (siehe 
http://www.mikrocontroller.net/forum/read-1-10163.html#10163). Und nun 
begannen die Probleme: Sobald der Empfänger Strom hat, sendet er 
willkürlich irgendwelche Zeichen. Berühre ich leicht das Stromkabel oder 
bewege die Maus (PS/2 !!!) gibt er noch mehr Zeichen aus. Es muß also 
irgendwoher Störungen kommen. Auch ein Batteriebetrieb (also Störungen 
der Spannungsquelle ausgeschlossen) brachte keine Besserung.

Mein Versuchsaufbau: MAX232 und die Module. Sende ich über ein 
Terminalprogramm ein Zeichen, so soll dies gleich wieder empfangen 
werden.

OK, dachte ich, schlechte Qualität von Westalia. Aber mit den 433MHz- 
und den 868MHz-Modulen von ELV taucht exakt der gleiche Fehler auf! Mit 
den Conrad-Modulen jedoch nicht. Woran liegt das?!?

Es ist wirklich sehr wichtig für mich. Ich freue mich riesig über jede 
Hilfe!!! :-)

Vielen Dank!!!

Sebastian

Autor: thkaiser (Gast)
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Der Preis / Qualitätsunterschied kommt hauptsächlich von der Art des 
Funkempfangs. Die teuren Conrad-Module arbeiten mit FM, die 
preiswerteren Module mit AM. Den Unterschied habe ich hier schonmal 
beschrieben: http://www.mikrocontroller.net/forum/read-1-19398.html

Dennoch sollte auch ein AM-Empfänger diese Störungen nicht verursachen, 
ich kann es aber auch nicht ausschließen - ich habe solche Probleme noch 
nicht gehabt. Wichtig bei der Funkübertragung ist ein übergeordnetes 
Protokoll, das beispielsweise durch Prüfsummen fehlerhafte Übertragungen 
erkennt und ignoriert. Ein solches Protokoll nutze ich immer - 
vielleicht ist mir auch deshalb ein solches Verhalten der Empfänger noch 
nicht aufgefallen.

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort! :-)

Die ELV-Module sind AM-Moduliert, die Conrad-Module ASK (was es auch 
immer heißt).

Klar setze ich ein Protokoll mit Prüfsummen usw. ein. Aber es kann ja 
wohl nicht sein, daß mein Empfänger non-stop Mist empfängt. Kann es ein 
Problem mit der Schaltung sein? Vielleicht irgendwo noch ein Kondensator 
oder so?

Danke!

Sebastian

Autor: Bernd Schmidt (Gast)
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ASK wird "Automatic Shift Keying" bedeuten und ist FM.

Bei Empfängern der 10Eur-Klasse ist eben nichts anderes zu erwarten.
Bei AM-Modulation wird nur Sendepegel verändert um die einzelnen Bits 
umzuschalten. Bei FM wird die Frequenz verändert.
Jede kleine Störung wird bei AM auch ein SIgnal erzeugen. Diese 
Störungen rauszufiltern, d.h. vom eigentlichen Empfangssignal zu trennen 
ist bei dieser Preisklasse eben nicht drin.

Zum Vergleich kann ich nur Mittelwellenempfang am Radio (AM) mit UKW 
Empfang /FM) heranziehen.

Die Preisdifferenz zwischen den Conrad-Modulen und dem von ELV hat schon 
seinen Grund

Bernd

Autor: thkaiser (Gast)
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Das ist aber seltsam.
Ich nutze billigst-AM-Module, ich habe mir da eine kleine digitale 
Fernbedienung zum "Spielen" gebaut, und die funktioniert bestens. Ich 
kann lediglich Reichweiten-Unterschiede feststellen, da meine Software 
ungültige Übertragungen zuverlässig ausfiltert und das Modell 
abschaltet.
Hast Du ein Oszilloskop? Dann könntest Du mal schauen, wie die 
Spannungsversorgung aussieht. Evtl. streut da der Mikrocontroller ein. 
Als 08-15 Maßnahme: 100nF Kondensator an die Spannungsversorgung des 
Controllers und auch am Empfänger. Diesen Kondensator so nah wie möglich 
an den Anschlußpins platzieren. Ein 10..100 uF Kondensator als 
allgemeiner Stützkondensator kann auch nicht schaden.

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten! :-)

Ein 10µF-Kondensator parallel zu 5V und GND hat leider nichts gebracht.

Ein Mikrocontroller kann nicht reinstreuen, da ich im Moment wirklich 
nur einen MAX232 und die Module verwende. Der MAX232 hängt am COM1. 
Trotzdem stört es, wenn ich meine PS/2-Maus bewege!

Noch eine komische Sache zu den Modulen von Westfalia: Ich hab' mal die 
Module auf eine Platine gelötet und wenn sowohl Sender als auch 
Empfänger stecken, funktioniert alles wunderbar. Entferne ich den 
Sender, spinnt der Empfänger plötzlich wieder. Er "stabilisiert" das 
ganze also irgendwie. Das klappt aber mit einem identischen Empfänger 
z.B. schon wieder nicht. Nur mit genau diesen beiden ursprünglichen 
Modulen. Das ist doch nicht normal!?!

Oder kann mir jemand billigere und vor allem kompakte (!) Module 
empfehlen (außer denen von OPC)?

Danke!

Sebastian

Autor: mikki merten (Gast)
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Modulausgang direkt auf MAX232 und wo ist da die Protokollauswertung??? 
Der Empfänger selbst empfängt ja alles was da so im 868 MHz Band 
gesendet wird, also auch die Daten fremder Sender und diversen 
"HF-Müll".

Autor: edi (Gast)
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hi,

sind die empfaenger alle auf die gleiche frequenz eingestellt?
passt der sender dazu?
benuetzst du erdung,abschirmung?

empfaengst du das stoerfeld von deinem pc?
wie gering ist der abstand sendestation empfangsstation?

schalte anfangs in der direkten umgebung alle
elektrisch betriebenen geraete aus.

...ed

Autor: Notker (Gast)
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> Entferne ich den Sender, spinnt der Empfänger plötzlich wieder. Er 
"stabilisiert" das ganze also irgendwie.

Das Problem bei diesen Teilen ist der Empfänger. Einen kleinen Sender, 
egal ob AM oder FM-moduliert, kann man mit wenig Aufwand selbst bauen. 
Aber beim Empfänger wird es schon wesentlich problematischer. Teurere 
Module arbeiten nach dem Superhet-Prinzip, d.h. es ist mindestens eine 
Mischstufe da und das Ganze ist somit trennscharf und selektiv. Billige 
Empfänger-Module (typisch für billige AM-Teile) arbeiten nach dem 
Superregenerativ-Prinzip (sog. Pendelempfänger, Steinzeit-Technik!) und 
sind recht primitiv aufgebaut. Diese sind recht unempfindlich und vor 
allem wenig frequenzselektiv und können somit auch jede Menge Mist 
empfangen, der sich innerhalb der Bandbreite befindet.

Ich habe mich auch schon mit dieser Thematik befasst und das Einzige, 
was ich bislang herausgefunden habe, ist, dass die billigen Module zu 
schlecht und die brauchbaren Module zu teuer sind. Leider gibt es nur 
sehr wenige brauchbare integrierte Schaltungen für diesen Zweck und die 
meisten dieser ICs haben auch noch eine recht aufwändige 
Aussenbeschaltung. Dazu kommt noch, dass sich hochfrequenzmässige 
Schaltungen leider nun mal nicht so einfach mit Bauteilen von der Stange 
realisieren lassen, wie das im digitalen Bereich der Fall ist.
Notker

Autor: Fritz7 (Gast)
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Schau mal bei Farnell!
Di gibts FM Module. Aber weis nicht ob die für dich Preiswert sind.

Schönen Tag noch!

Fritz7

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo an alle!

Vielen Dank für Eure vielen Tips! :-)

Hier die Datenblätter zu den Westfalia-Modulen:

Empfänger: http://www.stecom.com/br48l5.htm
Sender   : http://www.stecom.com/bt28.htm

Sind die nicht sogar sicher?!? ASK!?!

@ mikki:
Im Moment findet keine Protokollauswertung statt. Alles was ich sende, 
möchte ich sofort wieder empfangen. Also ein Minimaltest. Aber selbst 
wenn ich nichts sende, empfange ich ja non-stop Mist.

@edi:
Die Empfänger/Sender sind je von der gleichen Firma und Baureihe, also 
abgestimmt. Außerdem ist das ja egal, wenn der Empfänger für sich 
alleine auch schon Mist empfängt.
Was genau meinst Du mit Erdung und Abschirmung. Wie muß ich das 
machen?!?
Ja, vielleicht empfange ich Störsignale vom PC usw. Ich werde den Text 
mal irgendwo in der Natur machen und dann nochmals berichten.
Der Abstand zwischen Empfänger und Sender beträgt zwischen 2cm und 35cm.

@notker:
Vielen Dank für die Erklärung! Leider sind die Superhet-Empfänger 
richtig teuer (und größer!).

@Fritz7:
Wie teuer sind denn die Module von Farnell? Ich hab' zwar einen Katalog 
bestellt, bin aber jetzt schon neugierig!

Vielen Dank an alle! :-)

   Sebastian

Autor: Bernd Schmidt (Gast)
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Sender QFMT1-868 17,41Eur Best.Nr. 352-4395
Empf.  QFMR1-868 26,48Eur          352-4401
+ Mwst.


Bernd

Autor: Thomas Fischl (Gast)
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Die preiswerten AM-Module von ELV werden auch in deren Wettersensoren 
verwendet. Das Protokoll dazu hatte ich mal analysiert und einen 
Testempfänger aufgebaut (siehe http://fischl.fundf.net).
Mir ist dabei folgendes aufgefallen: wenn gerade kein Sensor sendet, 
kommt am Empfänger nur Rauschen an. Wird was gesendet, ist dieses Signal 
im Vergleich zu den Störsignalen relativ stark und der Empfänger passt 
seine Empfindlichkeit an. Bei dieser Abstimmung (Einschwingen?!) gehen 
schon mal ein paar Bits verloren, weshalb eine Präambel nötig ist.
Bei längeren Sendepausen steigt die Empfangsempfindlichkeit wieder an 
und schwächere Störsignale werden wieder empfangen. Deshalb ist es 
wichtig, dass es relativ viele Pegelwechsel gibt, die jedoch bei RS232 
(NRZ-Kodierung) nicht garantiert sind. Besser sollte da z.B. die 
Manchester-Kodierung sein.

Ein paar nützliche Infos zur Datenübertragung sind auch in dieser 
Application Note zu finden:
http://www.zft.de/pdf/app_m1.pdf

Thomas

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hi Bernd,

beziehen sich die Preise auf Farnell?!? Hab' dort nichts gefunden.

Danke!

Sebastian

Autor: mikki merten (Gast)
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@sebastian
Zum Sendenvorgang musst du die Daten ja entsprechen aufbereiten. Die 
Sendemodule beinhalten ja nur den reinen Sender, der über einen AM 
Modulationseingang verfügt. Deine zu sendenden Daten musst du extern 
z.B. in ein entsprechen FSK Signal verwandeln. Den gleichen Vorgang muss 
natürlich umgekehrt beim Empfänger erfolgen. Wenn du Sender und 
Empfänger ohne externe Beschaltung nebeneinander betreibst kannst du die 
Funktion mittels eines auf Senderseite eingespeisten Testsignals von 
z.B. 1 kHz testen. Neben den üblichen Störungen durch z.B. schlecht 
abgeschirmte PCs, ist natürlich auch zu berücksichtigen, daß dieses 
Frequenzband von vielen Sendern gleichzeitig genutzt werden kann. Daher 
ist die durchschnittlich Einschaltdauer ja auf auf 1% begrenzt. Wenn du 
dir den Software-Aufwand zur Signalerzeugung und Dekodierung sparen 
willst, so schau dir mal die Seiten von z.B.
http://www.pswnet.de
Dort findest du beide Varianten entsprechender Module

Autor: Fritz7 (Gast)
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Also in meinem Farnell Katalog:
R.F. Solutions FM Module 433 Mhz
Sender: 42.60 Fr.
Empfänger: 87.90 Fr.

2. Generation:
Sender: 42.20 Fr.
Empfänger: 97.55 Fr.

Fritz7

Weis nicht ob diese Preise noch stimmen, der Katalog ist ca. 3 Jahre 
alt. LOL

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hi Thomas und mikki,

danke erstmal für Eure Antworten! :-)

Also jetzt nochmal ganz langsam: Es gibt einfache Sender/Empfänger und 
Funkmodems, oder?

Unter welche Kategorie fallen die 433MHz-Module (siehe oben!) von 
Conrad?

Ich möchte einfach nur einen Sender und Empfänger, den ich direkt an die 
serielle Schnittstelle vom PC oder AVR anschließen kann. Geht das so 
nicht? Muß ich selber die Bits übertragen? Bei den Conrad-Modulen ging's 
halt immer so einfach.

Aber im Prinzip machen doch die MAX232-Chips nicht anderes. Stelle ich 
z.B. 1200Baud ein, so müßte das doch ohne Protokolle usw. gehen, oder? 
Es geht ja teilweise auch. Unter dem ganzen empfangenen Mist erscheinen 
ja auch immer wieder meine gesendete Zeichen.

Danke schonmal für Eure Antworten!

Grüße,

   Sebastian

Autor: mikki merten (Gast)
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Da du die Funkstrecke nur als Kabelersatz für eine serielle Verbindung 
nutzen willst, wirst du um den Einsatz von "Funk-Modems" nicht 
herumkommen.

Autor: thkaiser (Gast)
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Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß die AM-Module direkt an 
der seriellen Schnittstelle nicht funktionieren. Wie schon weiter oben 
beschrieben, sind es Pendelempfänger, die sich auf die "Lautstärke" des 
Senders einstellen müssen. Das heißt: Man muß einen Header senden, damit 
der Empfänger einschwingt. Auch zwingend notwendig ist die bereits 
erwähnte Manchester-Codierung. Ansonsten wirst Du mit der preiswerten 
Variante kein Glück haben - dies ist eben der Preis.

Autor: Timo Engelmann (Gast)
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Hi Sebastian,

nur so zur Begriffserläuterung:

ASK = Amplitude Shift Keying
      das ist "digitale" Amplituden Modulation,
      also Sender ein / Sender aus.

FSK = Frequency Shift Keying
      das ist "digitale" Frequenz Modulation,
      also Umschalten zwischen zwei
      unterschiedlichen Frequenzen.

Unterschiede sind bei richtiger HW/SW-Konfiguration kaum festzustellen. 
Das ASK schlechter sein soll kann ich hier nicht bestätigen, da es sich 
ja um ein digitales EIN/AUS handelt ist die Dekodierung bei 
ausreichendem Empfangspegel kein Problem. Schliesslich muss der 
Empfänger ja "nur" unterscheiden können: Träger ist da oder nicht.
Bei FSK muss er aber genau das gleiche auch, nur eben auf zwei 
Frequenzen, er überwacht also ein Frequenzband und je nachdem auf 
welcher Frequenz die Empfangs-PLL einrastet ist das eine logische "1" 
oder eben eine "0". Bei ASK rastet die PLL eben nur auf einer Frequenz 
ein oder eben gar nicht. Sicher, das "mehr" an Information bei der FSK 
Übertragung ist besser, aber bei gutem Empfang gibt es keine 
nennenswerte Unterschiede. Bei ASK kann halt in den "0"-Zeiten (=kein 
Sendepegel) ein Störsender eine "1" erzeugen, die gar keine sein soll. 
Wird jedoch das Manchestertelegramm eingesetzt sollte dies in den 
meisten Fällen bereits als Übertragungsfehler erkennbar sein. Bei FSK 
kann dies jedoch ebenfalls passieren, in dem ein Störsender stärker 
sendet und die PLL auf die falsche Frequenz rastet.

Das der Empfänger bei ausgeschaltetem Sender Daten ausgibt ist normal 
und liegt tatsächlich an den HF Störungen anderer Sender und Geräte. 
Deshalb sollte eine gültige Kommunikation auf jeden Fall ein Protokoll 
benützen.
Schau Dir mal die Chips T5750 & T5760 von Atmel an.
Hier kannst Du FSK oder ASK benutzen, sie können bis zu 9,6 k und im 
Freifeld um die 100-300m (je nach Aufbau und Umgebung).
Der Sender gibt zunächst alles was digital reinkommt per HF raus. Du 
musst also das Protokoll bzw. das Timing selber machen, damit der 
Empfänger einen HF-Datenstrom empfängt und diesen als gültig auswerten 
kann. Der Empfänger kann dann ein Manchester codiertes Signal direkt 
dekodieren und die ursprünglichen Daten an einem Pin ausgeben, ausserdem 
wacht er erst nach dem Empfang eines einstellbaren Prebursts (Preamble 
aus lauter 1/0 Übergängen) auf. Somit ist die Change Müll zu empfangen 
recht gering.
Die Chips werden vorwiegend für Kfz-Funkzentralveriegelungen eingesetzt. 
Aber auch in FunkThermometer und FunkTastaturen sind sie zu finden.

Am besten gefällt mir an den Chips, dass Sie ohne viel Aussenbeschaltung 
auskommen. In einer der AppNotes ist das fertige Platinen Layout für 
Sender und Empfänger drin.

Wenn Du aber nicht Löten und Platinen ätzen kannst / willst ist es 
natürlich besser ein Funkmodem zu benutzen, da dies die von Dir 
gewünschte Funktionalität hat und bereits fertig aufgebaut ist (aber 
eben auch teuerer).

Bei den Conr@d Modulen wird es sich um etwas ähnliches handeln, d.h. die 
ganzen Timing/Protokollsachen werden die Module bereits intern 
abhandeln. Somit kannst Du Digital->Funk->Digital ohne Gedanken an 
Protokoll usw. machen, deshalb sind die halt auch teurer, schlieslich 
steckt da mehr Grips drin.

Hoffe geholfen zu haben,
Grüße Timo

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo,

danke für alle neuen Erklärungen (v.a. Timo!)!!! :-)

@mikki und thkaiser:
Was genau heißt den Manchester-Codierung? Einfach ein Rechtecksignal mit 
definierter Länge?!? Im Prinzip macht dies doch ein MAX232, oder?!? Also 
die 433MHz-Module von ELV laufen inzwischen sicher mit 600Baud. Die 
868MH-Module von ELV leider noch nicht (obwohl es im Prinzip ja eine 
sehr ähnliche Baugruppe ist).

@Tima und ALLE
Die Conrad-Module (die "guten") sind auch AM!!! Inzwischen denke ich 
auch nicht mehr, daß AM schlechter als FM ist. Ich kann auch 
ausschließen, daß ich starke Stöfelder habe. Wie weiter oben schonmal 
geschrieben, habe ich eine kleine Platine gelötet, auf die die 
Westfalia-Module steckbar sind. Dies funktioniert einwandfrei und mit 0% 
Fehler auf 868MHz und einfachem MAX232-Chip!!! Allerdings nur mit einem 
speziellen Empfänger (andere gleicher Art tun nicht, komisch!!!) (und 
irgendeinem Westfalie-868MHz-Sender). Nehme ich den Sender jedoch 
heraus, spinnt der Empfänger wieder. Steck' ich ihn wieder rein, geht's 
wieder wunderbar. Der Sender (auch wenn er nicht sendet) stabilisiert 
den Empfänger irgendwie. Dabei spielt die Position des Senders keine 
Rolle. Es ist nur entscheiden, daß er am gleichen Stromkabel hängt, er 
muß nicht mal am MAX-Chip hängen.
Ich hab' das Gefühl die Nicht-Conrad-Empfänger sind wahnsinnig 
empfindlich. Warum sind die Conrad-Teile so unempfindlich?!? So viel 
anders aufgebaut sind die auch nicht. Kann ich meinen Empfänger nicht 
irgendwie stabilisieren?!? Kann ich den Daten-Port irgendwie mit einem 
Elko puffern? Wenn ja, wo müssen die Answchlüsse hin?

Vielen Dank schonmal!!! :-)

Sebastian

Autor: thkaiser (Gast)
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Die Manchester-Codierung wird bei Funk und auch bei 
Infrarot-Übertragungen benutzt. Hierbei werden die Daten nicht durch "0" 
und "1" Pegel übertragen, sondern durch Flanken. Eine "0" wird dann als 
1->0 Übergang, und eine "1" als 0->1 Übergang definiert. Der Vorteil 
besteht darin, daß niemals mehrere "0" oder "1" Pegel nacheinander 
vorkommen können. Eine dezimale 255 würde beispielsweise 8 "1" ergeben - 
da kommt der Pendelempfänger außer Tritt.
Es gibt eine relativ einfache Möglichkeit, den Manchester-Code zu 
simulieren: Man wandelt ein Byte in zwei Bytes, dabei wird jedes "0"-Bit 
zu "10" und jedes "1"-Bit zu "01". Beispiel: 192 = $C0 = 0b11000000 wird 
zu 0b0101101010101010. Man sieht: es gibt nie mehr als 2x "1" oder 2x 
"0" hintereinander. Der einfachheit halber sende ich dieses Byte über 
den normalen UART -der fügt noch das Start und das Stop-Bit hinzu, was 
mich aber nicht stört. Die Zuverlässigkeit der Übertragung nimmt durch 
diese Methode immens zu - man kann fast auf Prüfsummen verzichten, denn 
man empfängt immer "01" oder "10"-Segmente. Ein "00" oder "11" darf 
nicht vorkommen - wäre also eine Fehlübertragung. Das Conrad-Modul macht 
so etwas mit Sicherheit intern - ohne daß Du es bemerkst. Gute Erfahrung 
habe ich auch mit FM-Modulen gemacht, die die Manchester-Codierung 
eigentlich nicht benötigen.

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo thkaiser,

danke für die Erklärung, das hat mir schon sehr weitergeholfen! Ich 
werd' das gleich mal ausprobieren.

Trotz alledem ist es verwunderlich, daß bereits jetzt Zeichen ankommen. 
Das muß doch bedeuten, daß bereits irgendetwas empfangen wird. Dieser 
Effekt tritt ja aber nicht immer auf (siehe oben!). Kann ich das nicht 
irgendwie "wegpuffern"?!?

Aber wir kommen der Sache näher!!! :-)

Danke!

Sebastian

Autor: Ralph (Gast)
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Hallo thkaiser,

Du scheinst ja ein echter Profi bei der Funkübertragung zu sein. Ich 
habe schon mehrere Deiner Antworten mit Spannung gelesen. Kannst Du 
vieleicht mal ein kleines Demoprogramm zur Manchester codierung posten ? 
wäre echt geil, ich bin nähmlich auch brennend an einer vernünftigen 
Funkübertragung interessiert. Leider bin ich was das betrifft blutiger 
Anfänger. Habe mir erst mal avr basic angeschaft, damit kann man ganz 
gut einfache Programme schreiben.

Gruß Ralph

Autor: Frankl (Gast)
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Denke auch das in Deiner Umgebung Funkthermometer senden.

Autor: Mike (Gast)
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Wenn keiner sendet und Du empfängst was, dann wertest Du das Rauschen am 
Empfänger aus. Also eine zufällige Anzahl von 0 und 1. Ich glaube nicht 
das diese Module eine Rauschunterdrückung haben (Squelch).

Mike

Autor: thkaiser (Gast)
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neee, Profi bin ich lange nicht. Ich habe mich in das Thema mal 
reingearbeitet und hatte im Prinzip die gleichen Probleme. Grund war 
eine digitale Fernsteuerung. Ich will Modelle mit vielen Funktionen 
steuern, und da hat sich digital angeboten. Prototyp läuft bereits, aber 
das Projekt ist leider noch nicht fertig - sobald es fertig ist, geht 
sowieso alles aufs Netz unter http://www.ft-fanpage.de ("Projekte"). 
Kann aber noch dauern, ich fussle gerade an meinem I²C-Interface rum und 
meine Freizeit geht z.Zt. gegen 0.

Autor: Frankl (Gast)
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Ich benutze das Sender/Empfänger Set von Conrad für ca. 15 Euro und die 
rauschen nicht.

Autor: DerInder (Gast)
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Hallo,
@thkais: ach hier treibs dich rum ;)
köntest du mir mal nen Programmschnipsel zur Funkübertragung mailen, die 
Adresse kenst ja

Gruß
-=jens=-

Autor: Frankl (Gast)
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Hier für die es interessiert: Conrad
433,92 MHz Sende/Empfänger Set
Bandbreite 2KHz
Bestellnr. 130428-45
Preis ca. 15 Euro

Autor: thkaiser (Gast)
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g Die Welt is doch klein.... g

Autor: edi (Gast)
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hi thomas k.,

>Der einfachheit halber sende ich dieses Byte über den >normalen UART -der fügt 
noch das Start und....

 aus einem byte entstehen durch die manchester codierung 16 bits. du 
sendest also 2 bytes,die am anderen ende wieder dekodiert werden...?

ed

Autor: thkaiser (Gast)
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jep, so ist es.

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo,

sorry, daß ich mich bisher nicht mehr gemeldet hab'. Ich habe mir jetzt 
ein Oszilloskop über das Wochenende von meiner Schule ausleihen können. 
Ich hoffe, jetzt kann ich das Problem endlich lösen!

Also "Oszi1.jpg" zeigt den Empfang, wenn nur der ELV-433MHz-Empfänger 
und -Sender Spannung haben.

Hebe ich meinen Finger auf die Empfänger-Antenne, bekomme ich 
"Oszi2.jpg".
Schließe ich nur einen MAX232 auch an die Spannung (ohne Data-Ports!) 
bekomme ich ein ähnliches Bild. Schließe ich den MAX auch noch an den PC 
an, bekomme ich nur noch eine Linie oben.

Was kann man dazu sagen?

Und wie sieht's bei den Farnell-Modulen aus? Rauschen die auch?

Das 15Euro-Conrad-Set habe ich auch. Kein Rauschen, aber der Empfänger 
ist ja doch sehr groß!

Wär' nett, wenn jemand was zu den Oszi-Bilder sagen könnte, da ich es 
nicht mehr lange habe!!!

Danke!

Sebastian

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Das Bild "Oszi2.jpg"!

Autor: Robert Lasowski (Gast)
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Hallo zusammen,

nachdem ich die Diskussion mitverfolgt habe, hab ich jetzt auch selber 
ein paar Fragen und hoffe dass mir da jemand helfen kann.

Ich hab mir jetzt auch das FunkSet von Konra bestellt und
microcontroller von Atmel (At90S4433) und den stk500.

Ich würde gerne über eine Fukstrecke elektrische Geräta 
Ein-/Ausschalten. Bin ich da auf dem richtigen Weg, oder brauch ich da 
noch was ganz entscheidendes?

Wie müssen meine Protokolle aussehen?(vorallem Empfängerseiteig)

Danke schonmal an alle

Gruss Robert

Autor: Clemens (Gast)
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Hallo Sebastian!

Wir machen in der Schule eine Diplomarbeit, bei der wir ein Drahtloses 
Abstimmungssystem realisieren und verwenden dafür die BIM2 Module von 
Radiometrix => Sind sehr schnell, brauchen wenig Strom, einfache 
Handhabung. Wir haben mitlerweile auch schon Daten übertragen

Mfg Clemens

Autor: Wolfgang (Gast)
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Hallo,

Habe den Thread aufmerksam gelesen, Ich habe selber mehrere
Funkthermometer hier rumstehen udn bin auf der Suche die ganzen Daten
mit dem PC auszuwerten, allerding nicht über Kabel sondern über Scanne,
ich habe einen D/A ausgang an dem Scanner (Der mir in AM warscheinlich
ncith weiter hilft) würde aber gerne meine Themomether mit dem PC
auslesen.

Vieleicht kann mir da jemand weiterhelfen bezüglich Programmen etc.

Gruß
Wolfgang

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