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Forum: Platinen Bohrmaschine für Gehäusebau ...


Autor: Chris (Gast)
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Hallo,

da ich mir zwecks Gehäusebau eine Ständerbohrmaschine zulegen wollte,
wollte ich einmal wissen, welche Bohrleistung ich brauche. Es geht
ausschließlich um sehr dünnes Blech oder auch Aluminium bis zu maximal
4mm Dicke. Zu beachten ist, dass ich eventuell auch einmal größere
Löcher mit Schätzungsweise 3,5cm Durchmesser (vorrausgesetzt man
bekommt solche Bohrer, da der Schaft ja kleiner sein muss als der
Bohrer selber) bohren will.

Genügt mir da zum gelegentlichen Basteln eine von diesen billigen
Angebots-Maschinen mit 350 Watt ? Oder ist ein Bohrständer zu meiner
900 Watt-Handbohrmaschine sinnvoller ?

Danke

Autor: Frankl (Gast)
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Bohrer für den Hausgebrauch höhren etwa 12mm auf. Wenn man größere
Löcher "bohren" in Frontplatten will, braucht man Kreisschneider ca
50 Euro oder Kegelbohrer ca 20 Euro. Wichtig ist, das die Bohrmaschine
langsam läuft und einen Keilriemen (für mechanische Anfänger) hat, der
bei blockieren durchrutsch, da sonst deine Hände (da man Frontplatten
schlecht in Bohrschraubstöcke einspannen kann)zerhackt werden. Da du
von mechanischer Berarbeitung nur wenig Wissen hast, lasse es dir von
einen mit Erfahrung zeigen. Ansonsten brauchst du viel Verbandsstoff.
Nadelfeilen (Set 40 Euro) für Durchbrüche kannst du dir auch noch
kaufen. Gewindebohrer für die gängigen Gewinde. Körner, Messschieber,
Schlicht und Schrubbfeile. Bohrersatz von 1mm mit 0.5mm Abstand bis
10mm (besser 0.1).
Drehzahl geregelte Bohrmaschine, auf einem vernünftigen Ständer oder
Ständerbohrmaschinen kann man nehmen.

Autor: Unbekannter (Gast)
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Wenn Du eine ordentliche Handbohrmaschine mit elektronischer
Drehzahlregelung, nicht nur Drehzahlsteuerung hast, und dazu einen
ordentlichen Bohrständer kaufst, bist Du meistens besser bedient als
mit diesen 350-Watt-China-Schrott mit Wurfpassungen und
Eier-Lagerungen.

Was hast Du für eine Hand-Bohrmaschine?

Achja: Werkzeug kauft man nie in Baumärkten. Dort bekommst Du immer
Müll. Gehe in einen Werkzeugfachhandel wo auch Handwerk und Industrie
einkauft, lasse Dich beraten und erzähle was Du machen willst und man
wird Dir weiterhelfen.

Beim Werkzeug gilt ganz massiv: Man bekommt genau das, wofür man
bezahlt.

Autor: Chris (Gast)
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Hallo,

das mit der Proportionalität zum Preis ist mir wohl bewusst, die Frage
war ja nur ob die 350-Watt-Maschinen nicht vielleicht etwas zu schwach
sind ...

Allerdings wollte ich für den Anfang einfach nicht viel Geld ausgeben
und bin dafür auch bereit zu akzeptieren, dass ich im Prinzip Schrott
kaufe, solange es funktioniert. Wie gesagt, es ist ja nur für den
gelegentlichen privaten Einsatz gedacht.
Und über die Risiken des Mitrutschens wenn sich der Bohrer festfrisst,
bin ich mir auch im Klaren, mir fehlt es eben nur an dem Wissen für
welche Materialstärken ich welche Leistung benötige.

Mit der Frage ob ein Bohrständer besser sei wollte ich jetzt nicht
sagen, dass ich eine besonders tolle Bohrmaschine habe, das ganze hat
sich mehr auf die Watt-Leistung bezogen.

Heute bin ich zufällig an einem aktuellen Angebot im Obi vorbeigelaufen
... 40 Euro für eine Hanseatic Ständerbohrmaschine mit 350 Watt. Ich
konnte auf die Schnelle keinen Drehzahlsteller erkennen, man kann ich
also davon Ausgehen, dass die Drehzahl durch Umspannen des Riemens im
oberen Gehäuseteil erfolgt. Wäre das eventuell als
Anfänger-"Schrott"-Maschine akzeptabel ?

Autor: The Daz (Gast)
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Lass den Mist sein. Ist sein Geld nicht Wert. Billige
Staenderbohrmaschinen haben fast nie eine regelbare Drehzahl und gehen
nur bis ca. 3000 U/min. D.h. vergiss das Bohren mit kleinen Bohrern,
inbesondere Alu. Da ist ne Hobbybohrmaschine mit nem anstaendigen
Bohrstaender schon wesentlich geeigneter. Saeulenbohrmaschinen sind
eher fuer Stahl und Grauguss geeignet und sollten dann richtig Power
haben.

Autor: Reiner (Gast)
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Hallo,

Also ich habe eigentlich alle diese Möglichkeiten durchprobiert und die
Maschinen in meiner Werkstatt stehen:
600W Handbohrmaschine mit teurem Bohrständer
350W Ständerbohrmaschine vom Baumarkt
600W Ständerbormaschine von Optimum

Das Schlechteste ist sicher die Handbohrmaschine im Bohrständer. Zwar
läuft die Maschine einigermassen rund, aber ich habe noch keinen
Bohrständer gesehen, der nicht wackelt und die Bohrfutter sind nicht
gerade vom Besten.  Der Krach ist mörderisch und das Drehmoment reicht
bei geringen Drehzahlen zum Senken nicht aus.

Die 350W Ständerbohrmaschine ist da schon erheblich besser und die 3000
U/min reichen auch zum Platinenbohren mit 0.6mm Bohrer noch aus.
Allerdings ist die Minimaldrehzahl zum Senken zu hoch.

Die grosse Ständerbohrmaschine ist für Gehäusebau ein Overkill aber
natürlich schön wenn man sie hat.

Zwischen einer Handbohrmaschine und einer Ständerbohrmaschine liegen
Welten! Kauf Dir eine gute kleine Ständerbohrmaschine (z.B. Quantum B13
(ca. 80Euro) oder besser Quantum B140T Vario (250Euro, Drehzahl
180-3000U/min).  Maschinenschraubstock dazu nicht vergessen!.

Reiner

Autor: Marko B. (Gast)
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Um Blech zu bohren nimmt man am besten einen Akkuschrauber (oder
natürlich eine Handbohrmaschine, wenn sie nicht zu unhandlich ist) mit
Schälbohrer oder Stufenbohrer. Eine Ständerbohrmaschine ist eigentlich
eher ungeeignet. Am besten ist ein Schälbohrer, da man damit stufenlos
beliebige Durchmesser bohren kann. Bohrpaste verwenden!

Normale Spiralbohrer >3mm kann man für Blech übrigens total vergessen.
Es gehen in Blech wirklich nur Stufenbohrer oder Schälbohrer.

Autor: EZ81__ (Gast)
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Mechaniker weglesen: Für Alublech haben sich (mit einer €39
Ständerbohrmaschine) bei mir Holzbohrer mit Zentrierspitze bewährt,
Löcher >5mm werden damit sogar rund statt n-eckig, noch besser geht es
mit einem Flachsenker (der leider teuer und nur in wenigen Größen
erhältlich ist), passend vorbohren und reichlich schmieren/kühlen in
beiden Fällen vorausgesetzt.

Autor: DAU-xxl (Gast)
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Hallo !

est währe natürlich schön eine elektronisch gesteuerte
tischbohrmaschiene mit allen möglichkeiten 2 bis 4500u/min
bei genügend drehmoment zu haben   wie zb in der firma ;-))
aber die ist unter 2K5 euronen kaum zu bekommen .....  :-(((

bleibt also das einsatzgebiet zu teilen
braucht dann natürlich klein wenig mehr platz

eine kleine bis 3mm   und 30000u/min
und die 40euro tischbohrmaschiene ist durchaus brauchbar
für gröbere arbeiten da sind allerdings 350w ev schon etwas wenig
die gibts aber auch manchmal mit stärkeren motoren   600w zb.
den verstelltisch  davon kann man getrost entsorgen ...
verschiedene unterlagen aus holz sind stabiler ...
und drauf achten das ein schnellspann-borfutter drinne ist
das mit dem schlüssel ist mist .. 20er jahre

der keilrimen ist schnell umgestellt  und
mann kann ihn auf schupf stellen
sonst hängt mann ev. ganz schell mit nem kreisschneider

auf jedenfall für den anfang brauchbar...!!!
später kann man ja immer noch son superbohrer für
mehrere K euro kaufen     ;-)))

Autor: Old Papa (old-papa)
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Hallo,
hier mal meinen Senf als "Mechaniker" dazu.
Eine "preiswerte Tischbohrmaschine (ab 500W) aus dem Baumarkt ist für
den Anfang durchaus eine gute Wahl. Für gut 40,- Euronen kann man mit
dem Teil als Anfänger nicht viel verkehrt machen. Das Ding ist
natürlich keine Präzisionsmaschine,  reicht aber erstmal aus. Deine
Gehäuse sollen sicher nicht im nächsten NASA-Projekt verwendet werden,
oder? ;-) Eine gute Handbohrmaschine zusätzlich ist auch anzuraten.
Hier aber wirklich eine etwas bessere nehmen, kann auch aus dem
Baumarkt sein. Wer meint "Baumarkt ist Müll", ist entweder mit
goldenem Löffel geboren oder hat reich geheiratet.  ;-) Natürlich kann
man da auch großen Mist kaufen, das gilt aber auch für etliche
sogenannte "Werkzeughändler". Mitunter treffen sich diese
Herrschaften alle gemeinsam beim gleichen (chinesischem) Großhändler.
35mm-Bohrungen macht man möglichst mit einem Schälbohrer (wie hier oben
schon angeraten) oder einer Stanze (wer hat). Eine Handbohrmaschine im
Bohrständer ist eigentlich nur Murx. Habe ich zwar auch, nutze ich aber
wirklich nur in Notfällen. Meist sind die Dinger so klein, dass man
(gerade im Gehäusebau) mit etwas größeren Blechen nicht mehr in die
Mitte kommt. Die sogen. Ausladung ist einfach zu begrenzt. Außerdem
machen diese Dinger einen Höllenlärm. Wenn du mal 400 Lüftungslöcher
bohren musst, fallen dir die Ohren ab ;-) Eine Drehzahregelung ist
sicher nützlich, für den Anfang geht es aber auch mit den meist 3-5
Untersetzungen der Riemenscheiben.
Wenn du zu diesem ganzen Thema mehr wissen willst, gehe mal auf
"Peters-CNC-Ecke" Dort unter der Rubrik "Hobby Maschinen Ecke" und
unter "Bohren" wirst du vieles zum Thema finden. Dort werden auch
viele Maschinen (auch Baumarkt-Ware) in teilweise hitzigen Debatten
bewertet. Das hilft dir sicher mehr, als plumpe Aussagen "Baumarkt ist
Müll"
Gruß
Guido

Autor: Chris (Gast)
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Hallo,

vielen Dank, ich habe mich jetzt dafür entschieden einfach mal die
Maschine aus dem aktuellen Obi-Angebot für 39,90 zu kaufen (wenn ich
nicht zufällig in ähnlichen Preislagen eine bessere finde).

Die Hanseatic Maschine entspricht in etwa grob der oben für den Anfang
empfohlenen "Quantum B13" und wird, ob nun Hanseatic, Ferm oder
sonstwas draufsteht im Internet mit mindestens 60,- Euro + Porto
gehandelt. Ich denke, selbst wenn sie gar nichts taugt, gibt es ja noch
die E-Bucht auf  der man die bestimmt fast zum EK wieder los wird :)

Eine vernünftige Handbohrmaschine wäre für mich sicherlich auch
interessant, momentan habe ich nur so einen Noname Riesenprügel mit
richtig Leistung (zumindest Leistungsaufnahme). Meine letzte
Black&Decker habe ich leider geschrottet - beim Lochkreissägen in MDF
überhitzt. Zu welcher bezahlbaren Marke sollte ich greifen ? Bosch oder
vielleicht doch sogar Dewalt ?

Autor: Chris (Gast)
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zu "eine kleine bis 3mm   und 30000u/min":

Dafür habe ich ja mein Proxxon-Equipment, darüber lasse ich für den
Hobbygebrauch nichts kommen :)

Autor: Old Papa (old-papa)
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@Chris
Lochkreissäge an Handbohrmaschine und dann noch in MDF ist ja schon
fast ein Todesurteil! Wenn du sowas noch dazu mit einer Dreck&Mecker
machst, naja.... ;-)
Zu einer bestimmten Marke kann wohl guten Gewissens niemand richtig
raten. Vieles kommt ja doch aus China, egal was draufsteht (außer Hilti
vielleicht). Achte darauf, das die Hauptteile aus Metall sind
(Getriebekopf usw.) und das das Ding ordentlich verarbeitet ist. Ein
gutes Bohrfutter mit Schlüssel ist bei Blechbearbeitung schon fast
Pflicht. Diese Handverdrehgurken taugen dafür nicht. Zumindest das
Geraffel was gewöhnlich an billigen Maschinen sitzt. Gerade bei Blech
wird es dir anfänglich öffter passieren, dass der Bohrer hakt und sich
dass "Schnellspannfutter" schnell löst. Wenn so ein Ding erstmal
einige Male auf dem Bohrer durchgerutscht ist, ist es fast hinüber, es
greift nie mehr richtig. Klar nervt das, wenn man immer den
Bohrfutterschlüssel sucht, ich habe meine deshalb alle direkt am
Maschinenkabel angeklebt (ca. 50cm entfernt mit Klebeband) und sie sind
immer dabei.
Guido

Autor: Sven Müller (Gast)
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"Lochkreissäge an Handbohrmaschine und dann noch in MDF ist ja schon
fast ein Todesurteil!"

Och, ich mache das gerne mit meinem Makita akkubohrer..der beschwert
sich bis jetzt noch nicht..

Autor: ,,,, (Gast)
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> Achja: Werkzeug kauft man nie in Baumärkten. Dort bekommst Du
> immer Müll.

Völliger Quatsch. Auch Baumärkte bieten hochwertiges Werkzeug an, nur
leider in begrenzter Auswahl und zu hohem Preis.

Autor: Guido (Gast)
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"Och, ich mache das gerne mit meinem Makita akkubohrer..der beschwert
sich bis jetzt noch nicht.."

Makita ist nicht Dreck&Mecker ;-) Frage deine Makita mal, wie sich
Motor und Getriebe dabei fühlen. So richtig lustig finden die das
sicher nicht. ;-) Aber ok, habe ich auch schon gemacht, aber immer
schön langsam und mit wirklich scharfem Sägekreis. Allerdings, bei MDF
sind mal schnell die Zähne blau. Das Zeugs klemmt schon arg.
Guido

Autor: DAU-xxl (Gast)
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rrrrr......

irgendwie ist alles kaput zu kriegen ...
das geht natürlich mit einer 1gang 150w hochdrehenden
handbohrmaschiene ganz leicht zb mit lochkreissäge in mdf...pfff :-(

meine hbm ist mitlerweile 20 jahre alt 600w 2gang ake;-))

und das auch bei 80mm  mdf......

Autor: Gerd (gaaanz ein anderer) (Gast)
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Hi,
mal zum Thema Qualität und Baumarkt. Ich war heute in mehreren
Baumärkten und wollte mir eigentlich die Mini-Stichsäge von Proxxon
holen (gibt da ja 2 Modelle). Unser Praktiker führte bisher solche
Gerätchen und die 20 Prozent Preisnachlass auf Elektrogeräte kam mir da
gerade recht. Leider Pustekuchen! Komplett aus dem Sortiment entfernt,
gleich in zwei Märkten. Selbst das Dremel Sortiment ist inzwischen beim
Praktiker arg zusammengeschrumpft, stattdessen Palettenweise die
Billigheimer Budget, Einhell und dergleichen, aber auch noch immer
relativ viele gute Bosch Gerätschaften. Das Bild scheint gemischt,
jedoch mit auffälliger Tendenz immer mehr hin zu den Low-Budget Marken.
Bereits für 8,95 EUR gibt es einen 500 Watt Trennschleifer, das
Bosch-Pendant kostet dagegen satte 49 Euro. Der Billig-Trennschleifer
hat mich schon fast dazu animiert daraus eine kleine Tischkreissäge zu
bauen, leider ist die Drehzahl mit 11.000 Touren deutlich zu hoch bzw.
waren die Kreissägeblätter nur bis rund 7.000 Upm ausgelegt (bei den
noname-Sägeblättern stand nicht mal eine Maximaldrehzahl drauf). Mal
müsste die Drehzahl reduzieren, der Krach dieser Motoren ist aber eher
unangenehm (denke mal z.B. im Vergleich zur Proxxon Tischkreissäge).
Einzelstücke von Proxxon wie die kostspielige Dekupiersäge hatte der
Praktiker übrigens doch noch. Obi führte lange Zeit ein gutes Proxxon
Angebot, heute fand ich gerade mal 1 qm Wandfläche mit
Blisterverpackungen vor, darunter sogar noch eine STS 12/E, jedoch
etwas zerrupft da vermutlich schonmal herausgenommen (und vielleicht
wieder zurückgebracht? arrghh ;). Recht kompacktes Teil, nur der
Kunststofffuß überzeugt nicht so sehr (gab nach, bei bereits kleinem
Druck). Das Teil mit Alukopf glänzte durch Abwesenheit, aber 100 EUR
wollte ich eh nicht berappen (wer hat so nen Teil, kennt vor und
Nachteile?). Auch der Obi ist voll bestückt von Einhell und Hanseatic
und Konsorten. Gerade die kleineren Kapp- und Gehrungssägen von Einhell
wackeln wie Entenschwänze, wenn man sie herunterkappt. Ein paar
Millimeter nach jeder Seite, wenns nur auf den halben Zentimeter
ankommt, sägen tun se bestimmt auch. Eine leuchtende Ausnahme war ein
Modell von Metabo für 69 Euro (wohl das Wochenangebot). Präzise Führung
ohne Wackeln und auch sonst recht ansehnlich. Bisschen groß für den
Basteltisch, aber ein schönes Teil. Jetzt zu den Bohrmaschinen. Ich hab
lange Zeit nur mit einer Blech und Decker Handgurke (immerhin mit
Drehzahlregelung, RL usw.) gebort, ging auch, jedoch immer der Krach
dieser Motoren und das Problem gerade Löcher in die Tiefe hinzugekommen
macht auf Dauer keinen Spass. Dann das Ganze mit Billig-Bohrständer aus
dem Baumarkt. Die Produkte, die einen passeblen Eindruck machten waren
mir zu teuer (3-stellige Beträge) und im Niedrigpreissektor waren
irgendwie alle klapprig, eins davon wurde meins :). War durchaus ein
Zugewinn, die Drehzahl mit einem Kabelbinder fest eingestellt (leider
aufgrund der lausigen Regelung lastabhängig) konnte man durchaus
brauchbare Löcher in Alu bohren. Freund Zufall bohrte zwar immer
fleissig mit, dennoch besser als zuvor. Eine preiswerte
Ständerbohrmaschine mußte also her. Zur Auswahl standen wegen chronisch
niedrigem Heimwerkerbudget und Platzmangel jeweils die kleinsten
Maschinen von Einhell, Hanseatic, Güde GTB 13 usw. allesamt 350 Watt
Modelle. Auf den Bildern sehen sie übrigens alle ganz gut aus, im
Baumarkt vor Ort stellt sich das dann etwas anders dar. Einhell und
Hanseatic sind für rund 39 bis 49 Euro zu haben. Die Güde ist deutlich
teurer und liegt beim Obi glaube ich bei 69 Euro. Keines dieser Teile
hatte mich seinerzeit überzeugt. Hanseatic und Einhell fiel mir durch
schlechte Verarbeitung auf. Bei beiden wackelte die Bohrspindel doch
deutlich und nach dem Ausfahren gleich umso mehr. Die Güde war
insgesamt besser verarbeitet und hatte auch geringere Toleranzen, aber
den Preis schien sie mir dennoch nicht ganz wert. Vereinzelt machten
schon die Bohrfutter einen schlechten Eindruck; die Ausstellungsstücke
hatten allesamt bereits deutlich Rost angesetzt. Etwa zur gleichen Zeit
bot Aldi sein 500 Watt Maschinchen an. Leider war kein Gerät als
Anschauungsobjekt aufgebaut. Die Katze im Sack kaufen kam nicht in
Frage, also einen Karton flux aufgemacht und die öligen Ingredienzen im
Halbdunkel des Kartons ausgespäht. Allein der heftige scharfe Grat an
der Bodenplatte verriet nichts gutes; alles was ich im Karton sah
überzeugte mich nicht, jedoch kam es mir auf ein möglichst geringes
Spiel der Bohrspindel an und das konnte ich nicht testen. Kein Kauf,
keine Bohrmaschine. Übrigens, der Begriff Rundlaufgenauigkeit mit
Angabe einer Abweichung ist mir bei keinem der Billigheimer begegnet.
Eine Woche später hatte der Max Bahr Baumarkt ein preiswertes Gerätchen
im Angebot für 29 Euro (normal 39 Euro). Dort werden u.A. Billiggeräte
unter dem Label BONUS vertrieben (klingt irgendwie schon Scheisse,
micht wahr?! :)), jedoch hat die Bohrspindel nicht so gewackelt wie bei
der Konkurrenz und das Bohrfutter machte einen optisch sehr guten
Eindruck. Kurz um, das Ding ging mit (rund 20Kg kompackter Karton). Wie
alle anderen hat es einen Riemenantrieb mit 5 Scheiben, also 5
Geschwindigkeiten (520, 915, 1430, 1950, 2620 Upm) bei 350 Watt. Das
Bohrfutter (Zahnkranz) fasst 1,5 bis 13 mm (meine Platinen würde ich
sowieso eher mit einer Minibohrmaschine bohren). Es liegt eine zwar
knappe aber sehr schön gestaltete 13-seitige Gebrauchsanleitung
komplett in gutem Deutsch bei (inkl. Konformitätserklärung über CE,
EMV, verschiedene DIN-Normen usw.) und Angabe einer 0180er-Hotline bei
Fragen. Der Hersteller ist Rotwerk, was ich ganz interessant fand, da
dieser Hersteller auf seiner Webseite weitere wirklich schöne
elektronisch geregelte Tisch und Ständerbohrmaschienen mit gutem
Preis-Leistungsverhältnis anbietet, die Bohr- und Fräsmaschine EBF 060
wäre so ein Teil. Hornbach hatte sogar etwas versteckt im Regal noch
eine angestaubte ältere manuelle Drehmaschine von Rotwerk für rund 450
Euro. Dort ist mir heute auch gleich noch eine schöne kleine
Tischbohrmaschine von Rexxon begegnet, die eine exakte Führung der
Bohrspindel aufwies aber auch rund 129 Euro kostete (Rexxon gab es in
der vergangenheit auch beim Praktiker, bin nicht sicher ob der diesen
Hersteller noch führt, die Maschinen machen aber allesamt einen guten
Eindruck). Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich bewerbe nicht
meine Bohrmaschiene, sie reit sich nahtlos in die Riege der
Billigheimer ein. Zwischen Motor und Keilriemengehäuse mußte ich
erstmal eine dämpfende Kunststoffplatte einbringen, da die Schwingungen
des Motors das Keilriemengehäuse zur Resonanz anregte. Für die 29 EUR
bin ich trotzdem (vorerst) völlig zufrieden, besser als die Hanseatic
ist se allemal. Wenn die Daten des Herstellers von der Quantum stimmen
(von Reiners Tipp), dann wäre das für mich die Maschine der Wahl in
diesem Preissegment, ansonsten würde ich mir wieder die Bonus TB1305
holen, aber die anderen 39 EUR Maschinen inkl. Aldi? Nee, nee! Dann
vielleicht lieber was Gebrauchtes in die engere Wahl einbeziehen.

Gerd

Autor: Old Papa (old-papa)
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@Gerd
hättest bei Aldi zuschlagen sollen ;-)
Das 500W-Teil ist in der CNC-Ecke viel diskutiert und durchaus als
brauchbar bewertet worden. (wenn das noch das gleiche Modell ist)
Ansonsten ist der Tipp mit den Gebrauchten schon richtig. Ich habe hier
einen Ständerbohrmaschine aus den 50ern, echte Industriemaschine mit
x-tausend Stunden auf den Riemen und die ist für Amateurzwecke noch
absolut 1A (für 50,-EUR geschossen). Dann noch eine alte
Skoda-Konsolfräse, mit der ich größere Bohrungen mache. Die scheint
noch älter, geht aber nach Komplettrestauration auch 1A (200,-EUR).
Leider sind solche Monster für Gelegenheitsbastler auf dem Küchentisch
der blanke Overkill. Aber wer den Platz hat sollte ruhig mal bei
Firmenauflösungen, iBäh & Co. vorbeischauen. Ist doch um einiges besser
als Baumarkt. Aber wie schon geschrieben, für den Anfang oder zur
Gelegenheitsbohrerei ist Baumarkt auch geeignet.
Guido

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