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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik VDE/TÜV bei Kleinspannung


Autor: Simon Faller (Gast)
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Hallo zusammen,

habe auch eine Frage zum Thema VDE/TÜV.
Ich habe eine mit Mikrocontroler realiserte Steuerung für die
Modelleisenbahn entwickelt. Diese Steuerung übernimmt das Schalten von
Weichen und Signalen. Die Steuerung wird aus der
Niederspannungsversorgung (Spielzeugtransformator mit allen notwendigen
Prüfzeichen) der Modelleisenbahn versorgt. Nun meine Frage. Wenn in der
Bedienungsanleitung darauf verwiesen wird, dass die Steuerung nur mit
einem Spielzeugtransformator betrieben werden darf und keine
sicherheitsrelevanten Schaltvorgänge getätigt werden dürfen, habe ich
dann alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen? Wie verhindere
ich, dass jemand die Steuerung dazu missbraucht z.B. über ein Relais
Netzspannung zu schalten? Was passiert, wenn z.B. eine Weichenspule
durchbrennt, weil der Anwender die Steuerung falsch programmiert hat
und die Weichenspule Dauerstrom erhält?
Zusammenfassend? Was für Sicherheitsmasnahmen sind bei einer für den
Modellbau konzipierten Schaltung zu treffen?

Vielleicht hat hier ja jemand Erfahrung.
Würde mich darüber freuen.

Gruß Simon

Autor: Konrad Metzger (Gast)
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Versorgung: Durch den Steckverbinder (Kleinspannnungsbuchse) zur
Versorgung der Steuerung kann man schon festlegen wie das Gerät
versorgt werden soll. Dann am besten ein Steckernetzteil (oder was
immer), das SELV bereitstellt, mitliefern. Außerdem darauf hinweisen.
Das genügt nach meinen Erfahrungen.
Schalten von Netzspannungen über Relais: Steckverbinder entsprechend
wählen, in Bedienungsanleitung hinweisen und evtl. auf die Relais
Aufkleber machen.
Schaltvorgänge, Dauerstrom: Wie wird denn programmiert? Dauerstrom
durch die Programmierung verhindern.

Im überigen gibt es mit Sicherheit Normen für Spielzeuge: siehe
www.beuth.de

Gruß
Konrad

Autor: Simon Faller (Gast)
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Danke, für den Tip. Auf den Beuth Verlag hätte ich eigentlich selbst
kommen können. Wenn meine Suchergebnisse stimmen, dürfte die EN 50 088
die entscheidende Norm sein.

Besten Dank

Autor: Michaela (Gast)
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Hallo,
weiß jemand wie das allgemein ist. Wenn man Geräte (z.B.: 
Kaffeemaschine, Thermomix) herstellen würde und man versorgt diese 
ausschließlich mit einem Steckernetzteil, welches max. 50V- liefert, 
benötigt man dann TÜV / GS, oder ähnliche Prüfungen???

MFG
Michaela

Autor: Ben (Gast)
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sicher doch, eine 50V moulinette ohne sicherheitsschalter ist z.b. nicht 
gerade das gelbe vom ei. nur weil das ding mit 50V läuft heißt das noch 
lange nicht, daß es keinen bumms hat bzw. ungefährlich ist.

stofftier-spielzeug z.b. brauch gar keinen strom, dafür können kleine 
kinder z.b. die augen abreißen und sie verschlucken... hier in D muß 
sowas alles getestet werden wenn du es vermarkten willst.

Autor: Anselm 68 (anselm68)
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Kaffeemaschine mit 50V betreiben? 1KW Heizspirale? ^^
(sorry, konnte nicht widerstehen)

Aber auch hier gilt: Sicherheitskleinspannung, und du bist deine Sorgen 
los... ;)

Anselm

btw.: Was willst du denn wirklich bauen? Immerhin gibt es in D jede 
Menge Normen (für fast alles)

Autor: Ben (Gast)
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selbst ne 12v kaffeemaschine müßte man prüfen lassen. die kann auch mit 
12v/30a losheizen und wenn dann was nicht abschaltet wunderschön 
abfackeln...

Autor: _Andi_ (Gast)
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Jetzt würde mich das auch interessieren, denn bei meinem Router 5V- , 2A 
ist kein GS-Zeichen und auch bei meiner Externen Festplatte (12V-, 2,8A) 
mit Alugehäuse ist lediglich ein CE Zeichen vorhanden.
Also keine Prüfung nötig???


MFG Andi

Am Sonntagmorgen schon rechtliche Themen....;-)

Autor: heinz (Gast)
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@_Andi_

Die Antwort ist echt gut im Netzt versteckt ;-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gepr%C3%BCfte_Sicherheit

@all

Warum diese threat nekrophil am frühen Sonntag?

Autor: _Andi_ (Gast)
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Danke Heinz,
ist das der relevante Teil:

"Dies um den Verbraucher die Gewissheit zu geben, dass das Produkt 
Sicher im Sinne des GPSG ist. "

Heißt das, dass der Hersteller nicht gezwungen ist seine Geräte einer GS 
- Prüfung zu unterziehen???

MFG
Andi

Autor: Reinhard Kern (Gast)
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Andi schrieb:
> Heißt das, dass der Hersteller nicht gezwungen ist seine Geräte einer GS
> - Prüfung zu unterziehen???

Hallo,

GS ist im Prinzip freiwillig. Es ist allerdings unmöglich, z.B. eine 
Infusionspumpe ohne GS legal an ein Krankenhaus in Europa zu verkaufen - 
passiert was, geht dafür einer in den Knast. Eine Kaffeemaschine dagegen 
kann GS haben oder nicht; CE muss allerdings sein.

Gruss Reinhard

Autor: Ronny Schmiedel (ronnysc)
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Reinhard Kern schrieb:
>
> Hallo,
>
> GS ist im Prinzip freiwillig. Es ist allerdings unmöglich, z.B. eine
> Infusionspumpe ohne GS legal an ein Krankenhaus in Europa zu verkaufen -
> passiert was, geht dafür einer in den Knast. Eine Kaffeemaschine dagegen
> kann GS haben oder nicht; CE muss allerdings sein.
>
> Gruss Reinhard

Das ist so nicht richtig, GS-Zeichen gab es mal für Medizinprodukte. Ist 
aber eine freiwillige Kennzeichnung. Wichtiger ist die Prüfung für 
CE-EMV und CE-MPG. GS-Zeichen habe ich auf aktuellen Medizinprodukten 
schon lange nicht mehr gesehen.

Gruss Ronny

Autor: _Andi_ (Gast)
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Hallo,
braucht man also keine externe Prüfung, wenn man Produkte herstellt bzw. 
verkauft?
Denn das die CE Kennzeichnung wird vom Hersteller selbst angebracht und 
bestätigt nur, dass man die gültigen Forschriten eingehalten hat. Jedoch 
muss auch dies nicht von einer externen Stelle geprüft werden.

MFG
Andi

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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CE ist nicht nur ein Kleber, er bedeutet auch, dass der Hersteller die 
Haftung uebernimmt, dass er die Normen einhaelt. Im Schadenfall ist dann 
nichts mit "oops - hehe - Schade, aber die abgeflammte Huette hatte eh 
starken Termitenbefall".

Autor: _Andi_ (Gast)
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Das sehe ich auch so, aber trotzdem wundere ich mich, dass eine externe 
Prüfung gesetzlich nicht vorgeschrieben ist.

Autor: Zwölf Mal Acht (hacky)
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Das wuerde als Subventioniererei der Testlabors ausgelegt, zur 
Plattmachung kleiner Hersteller. China hat offenbar dieses System 
eingefuehrt. Dabei muss man immer den Markt vor Augen haben. Wenn man 
das strikt durchzieht und keine auslaendischen/aussereuropaeischen Tests 
akzeptiert, dann wird es gewisse Klassen von Elektronik nicht geben, 
weil niemand sie macht. Diese Maerkte sind dann stark benachteiligt. Ich 
hab auch schon solche Maerkte beliefert. Da war eine Zertifizierung 
zwingend fuer eine Markteinfuehrung. Auch bei einem Einzelstueck. Das 
haben wir dann gemacht, der Kunde hat den Mehrpreis bezahlt (!), und 
zusaetzlich bis ich die Vorschriften bestellt, gelesen, geschnallt, und 
angepasst hatte, ging nochmals ein Jahr durch. Kann man als Staat sich 
das leisten ? Die eigene Industrie so unter Druck zu setzen. Was gewinnt 
man als Staat damit ?

Autor: Abdul K. (ehydra) Benutzerseite
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>Die eigene Industrie so unter Druck zu setzen. Was gewinnt
man als Staat damit ?

Arbeitslose. Das war jetzt aber schwer.


Alles Lobbyismus für Großunternehmen oder Klüngel wie Schornsteinfeger 
und Bienenzüchter. Und nicht zu vergessen will eine Armada sinnleerer 
Politiker, Bürohengste und Rechtsverdreher ein ordentliches Auskommen 
haben.

Oder hat irgendjemand schonmal ISO9000 auf einer politischen Partei 
gesehen? Oder ein CE-Zeichen auf dem Allerwertesten eines Politikers? 
Ich nicht.
Die sind alle ausgeschlossen, da unfehlbar.

Autor: _Andi_ (Gast)
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Einverstanden, ich sehe das auch so, dass es sinnvoll, keine externe 
Prüfungen vorzuschreiben. Von wo bekommt man eigentlich etwaige 
Informationen / Vorschriften?

Gruß
Andi

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