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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Berechnung des Wirkstromes


Autor: gbl (Gast)
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Hallo
ich versuche gerade meinem Zweit-PC das Stromsparen beizubringen.
Es handelt sich hierbei um einen P550 ohne Diskette CDRom usw.
Nun zeigt mein "Energy Check 3000" vom grossen "C" (welches angeblich 
die
Wirkleistung mißt)
38 Watt (ruhender Desktop)
60 Watt (Bootvorgang)
an.
Können diese Werte passen ?
Der über ein DMM gemessene Strom beträgt 300mA (ruhender Desktop) * 230V 
= 69VA (Scheinleistung).Wobei Strom und Spannung nicht phasenverschoben 
sind.

Im Anhang noch mal ein Bild meines Oszi's:
Die untere (Sinus)Kurve sind die 230V Netzspannung, welche ich über 
einen Trafo gemessen habe, da das Oszi nicht so hohe Eingangsspannungen 
verträgt.

Die obere Kurve ist die Stromaufnahme über eine Stromzange gemessen.
Wobei 1 mv entspricht 1 mA.
Kann mir jemand sagen, ob die Werte meines "Energiecheck" ungefähr 
passen ?

Gruß

Günter




Autor: gbl (Gast)
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Nachtrag:
Habe noch mal das richtige Oszibild bei ruhendem Desktop beigefügt.
Beim 1.Bild war der PC gerade beim Booten.
Auflösung der Strommessung 0.5 V also 0.5 A pro Linie (CH1)

Autor: Kunz von Kaufungen (Gast)
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>...= 69VA (Scheinleistung).Wobei Strom und Spannung nicht phasenverschoben
sind.

Bei Scheinleistung sind AC-Strom und AC-Spannung immer phasenverschoben.

Deine Scopemessungen taugen nichts, da die Phasenbeziehung zwischen
U und I nicht dargestellt werden. Schlimmer noch: durch die 
Trafoauskopplung kommt es zusätzlich zu einer Phasenverschiebung bei der 
Scopemessung.

So aus der Ferne betrachtet würde ich dem Wirkleistungsmesser vom C mal 
glauben.

Autor: *.* (Gast)
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Was soll denn da nicht stimmen? Die Netzspannung wird einfach 
gleichgerichtet, dann muß das so aussehen.

Autor: gbl (Gast)
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>Deine Scopemessungen taugen nichts, da die Phasenbeziehung zwischen
>U und I nicht dargestellt werden.

Verstehe ich nicht ganz. Die Phasen sind auf der Zeitachse doch 
eindeutig übereinander liegend -> also in Phase. Mein Problem bei der 
Berechnung ist, daß die Stromaufnahme nicht sinusförmig ist:
Zeitweise wenig Spannung vorhanden, aber kein Strom.
Zeitweise ist viel Spannung vorhanden und ein ziemlicher hoher Strom.
(Laienhaft ausgedrückt)
Wenn ich die Spannung mit dem Multimeter messe bekomme ich den 
Mittelwert von 230V. Wenn ich nun aber den Strom messe, weiß ich nicht, 
ob der angezeigte Wert des Multimeters stimmt, da ich davon ausgehe, daß 
das Multimeter davon ausgeht, daß es sich hier um einen sinusförmigen 
Strom handelt, was er aber nicht ist.
Deshalb meine Frage, kann man berechenen oder schätzen, wie hoch die 
Wirkleistungsaufnahme ungefähr ist, da mir 38 Watt doch ziemlich wenig 
erscheinen ?

Autor: Stephan Hochberger (Gast)
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Die Phasenlage ist denke ich kein Problem. Wo sollte der Strompeak denn 
ansonsten sein, außer im Scheitel des Spannungsverlaufs?

Die Stromkurve sieht mir dagegen komisch aus. Vor allem, dass der Strom 
nach dem Peak anscheinend die Polarität wechselt...
Auf jeden Fall bräuchte man eine deulich bessere Auflösung der 
Kurvenform um was genaues sagen zu können.

Autor: gbl (Gast)
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Ich habe den Strom mit einer Meßzange gemessen.
Vielleicht kommt davon der Verlauf.

Autor: T. A. (wambly)
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Mit einem TRUE RMS DMM misst Du den "richtigen" Strom.
Mit "normalem" DMM misst man den aritmetischen Mittelwert. (oder so 
ähnlich, Schule ist schon über 15Jahre vorbei).

Autor: Matthias (Gast)
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Hey..

Also, anhand der Stromkurve ist zu erkennen, dass das Netzteil einen 
Gleichrichter mit eingebautem Ladeelko hat. Das ist wohl auch logisch.
Dein DMM zeigt mit Sicherheit Unsinn an. Denke an das Motto:
"Wer misst, misst Mist" ;-)
Warum?
Ein DMM ist für Sinusförmige Größen geeicht/kalibriert.
Es misst immer den Gleichrichtwert der (hoffentlich) SInusförmigen Größe 
und multiplieziert diese mit 1,11 (Verhältnis Effektivwert zu 
Gleichrichtwert einer Sinusgröße) und zeigt dir das als Effektivwert der 
Meßgröße an.
Der Strom ist aber nicht Sinusförmig...

Dadurch das das Netzteil eine sogenannte "nichtlineare Kennlinie" 
(Gleichrichterdioden) hat, ensteht hier ebenfalls eine Blindleistung. 
Diese Blindleistung ist hier nicht auf reaktive Lasten (Spule, 
Kondensator) zurückzuführen, sondern auf Stromverzerrungen.

Somit gilt hier nicht (ganz): P = Ueff  Ieff  cos phi
sondern eher:                 P = Ueff  Ieff  k
wo k ein Faktor ist, der die Verzerrung des Stromes berücksichtig.

Hinweis: Um solche Stromverläufe zu verhindern, werden Netzteile mit PFC 
(Leistungsfaktorkorrektur) angeboten.

Fazit: Glaube eher dem Energiemessgerät von C.

Gruß und guten Rutsch

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